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Historischer Hintergrund Von Neville Marten (Guitarist) - Behringer ULTRAWIN GX210 Bedienungsanleitung

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ULTRATWIN GX210

4. HISTORISCHER HINTERGRUND von Neville Marten (Guitarist)

Der Gitarrenamp: Ihr Soundgenerator
Viele Gitarristen betrachten ihren Verstärker als das unbedeutendste Glied in der Signalkette. Alle wollen
natürlich die richtige Gitarre mit dem schönsten Finish, den besten Pickups und einem Vibratosystem. Und na
klar: Heutzutage braucht man auch Effekte für den coolen Sound – und um cool auszusehen.
Aber was ist mit dem Stiefkind Gitarrenverstärker? Soll er wirklich ein hässlicher Kasten sein, der irgendwo
hinter Ihnen in der Ecke steht und mit seinem Gewicht beim Einladen ins Auto nur Schwierigkeiten macht?
Nein, der Amp ist Ihr Kraftwerk, ein Tongenerator, der für den optimalen Sound genauso wichtig sein sollte wie
Ihre Gitarre und Effektgeräte.
Seit den 40er Jahren, als ein Radiotechniker aus dem kalifornischen Orange County anfing, Radio-
Röhrenschaltungen für die neu entstandene Musikerspezies der E-Gitarristen zu modifizieren, haben sich
Gitarrenverstärker zu dem entwickelt, was sie heute sind. Große amerikanische Hersteller wie Fender,
Ampeg und Gibson versorgten die Gitarristen der 40er und 50er Jahre mit relativ leistungsschwachen
Amps, die den Sound von Electric Jazz, Rock 'n' Roll und Country-Musik prägten, der auch kurz vor der
Jahrtausendwende so frisch wie zuvor klingt.
Nachdem die 60er Jahre die 50er abgelöst hatten, wurde der "britische" Sound geboren, als die Firma Vox
Röhrenverstärker mit geringer Ausgangsleistung für Bands wie die Shadows, später dann die Beatles und die
Rolling Stones, die Hollies und die Hermits herstellte. Mitte der 60er Jahre dann wurde ein Schlagzeuger aus
London von einem angehenden Musiker gebeten, ihm einen Verstärker zu bauen. Jim Marshall übernahm
daraufhin das grundlegende amerikanische Verstärkerdesign und verwendete britische Bauteile und Lautsprecher,
um Amps mit hoher Ausgangsleistung sowie Boxen mit mehreren Lautsprechern zu entwickeln. Diese gaben
Bands wie den Who, Cream und Jimi Hendrix's Experience erst die Power für ihren Sturmlauf auf die Rockarenen
der Welt.
Seither hat sich im Gitarrenverstärkerdesign sehr viel getan. Mehrere Kanäle und kaskadierte Vorstufen wurden
erstmals von Randall Smith in seinen Mesa Boogie-Verstärkern eingesetzt und finden sich heute in den
meisten Topteilen und Comboverstärkern von Herstellern aus der ganzen Welt. Moderne Solid State-Schaltungen
und Digitaleffekte gehören mittlerweile zur Grundausstattung und werden als Einzelgeräte oder in Verbindung
mit klassischen Röhrenschaltungen eingesetzt. Damit sind sie vielseitige "Instrumente" für den Gitarristen.
Andere Hersteller wiederum richten den Blick nach hinten und bauen von Hand sogenannte Vintage-Amps, die
ein Vermögen kosten.
Für welchen Amp Sie sich auch entscheiden: Als anspruchsvoller Musiker wissen Sie, dass hinter dem
Werberummel ein gut klingender Amp stehen muss, ein im wahrsten Sinn des Wortes musikalisches Werkzeug,
das nicht nur die besten Technologien nutzt, die uns heute zur Verfügung stehen, sondern auch den großen
Pionieren früherer Tage seine Referenz erweist.
(Wir danken Herrn Neville Marten, dem Chefredakteur vom Guitarist Magazine, für diesen kleinen Einblick in
die Historie der Gitarrenverstärkerentwicklung.)
Fender, Ampeg, Gibson, Vox, Marshall, Mesa Boogie und die Namen von Musikern und Musikgruppen sind eingetragene
Warenzeichen der jeweiligen Besitzer und stehen in keinem Zusammenhang mit BEHRINGER.
4. HISTORISCHER HINTERGRUND
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