Aufbau und Wirkungsweise
Anschlussüberwachung
Wie im Abschnitt "Messkreis" erwähnt, werden sowohl die Messkreis-
anschlüsse L(+)/L(-) als auch die Schutzleiteranschlüsse PE1/PE2
ständig auf Drahtbruch überwacht - nicht nur bei Power-On oder einem
manuellen oder gelegentlichen automatischen Test. Die Reaktionszeit der
Überwachung von PE1/PE2 beträgt nur wenige Sekunden.Die Reaktionszeit
der Überwachung von L(+)/L(-) kann bis zu ca. 2 min betragen.
Die Anschlussüberwachung zwischen L(+) und L(-) wird mittels einer
eingekoppelten Wechselspannung durchgeführt. Diese Wechselspannung
wird dem Netz ca. alle 2 min für ca. 10 s überlagert. Sind die Klemmen
durch das angeschlossene Netz niederohmig verbunden, wird diese
Wechselspannung kurzgeschlossen. Das Gerät erkennt, dass das zu
überwachende Netz richtig angeschlossen ist.
Da diese Anschlussüberwachung mittels einer Wechselspannung
durchgeführt wird, sollten größere Kapazitäten zwischen L(+) und L(-)
vermieden werden, da der kapazitive Blindwiderstand dieser Kapazitäten
diese Wechselspannung ebenfalls kurzschließt. Das Gerät würde einen
Anschlussfehler an L(+)/L(-) nicht mehr erkennen.
Insbesondere sollten deshalb parallelgeführte Leitungen über größere
Strecken vermieden werden.
Sind größere Kapazitäten zwischen L(+)/L(-) nicht vermeidbar, oder stört
die eingekoppelte Wechselspannung die Anlage, kann die Anschluss-
überwachung über Modbus deaktiviert werden. Es kann zwischen
dauerhafter Abschaltung, einer Einschaltung nur während des Gerätetests
oder dauerhafter Einschaltung (alle 2 min für 10 s) ausgewählt werden. Ist
die Anschlussüberwachung an L(+)/L(-) inaktiv (abgeschaltet) wird keine
Wechselspannung eingekoppelt. Die Anschlussüberwachung an PE1/PE2
kann nicht deaktiviert werden.
Gerätetestfunktionen
Grundsätzlich sind 2 verschiedene Testfunktionen implementiert: Der
„Selbsttest" und der „erweiterte Test":
Der Selbsttest des Gerätes erfolgt automatisch nach Power-On und nach
jeder vollen Betriebsstunde. Er kann auch jederzeit manuell ausgelöst
werden durch Drücken der Taste „Test" für 2 s auf der Gerätefront oder
über einen Modbus-Befehl.
Beim Selbsttest wird im Gegensatz zum erweiterten Test der Status der
Melderelais nicht beeinflusst; der Ablauf ist folgender:
Der Selbsttest wird mit der Gerätestatus-LED durch den orangenen Blinkcode
1 angezeigt. Zusätzlich wird über den Modbus ausgegeben, dass sich das
Gerät im Testmodus befindet. Zuerst wird für ca. 5 s auf negative Mess-
phase geschaltet. Innerhalb dieser 5 s wird die interne Messschaltung auf
Fehler überprüft. Danach wird für ca. 5 s auf positive Messphase geschaltet
und weitere interne Tests finden statt. Sind keine Fehler aufgetreten und
erkannt worden, läuft die Isolationsmessung normal weiter. Der erweiterte
Test wird gestartet, wenn am Ende oder während des oben beschriebenen
12 s dauernden Selbsttests die Taste „Test" erneut für 2 s betätigt wird oder
über einen Modbus-Befehl ausgelöst wird:
Der Ablauf erfolgt wie beim Selbsttest (2 Messphasen mit je 5 s), jedoch
gehen die Melderelais K1 und K2 in Alarmzustand. Die Gerätestatus-LED
zeigt den orangenen Blinkcode 2 und über den Modbus wird angezeigt,
dass sich das Gerät im erweiterten Testmodus befindet. Die Phasen des
erweiterten Tests werden danach ständig wiederholt. Der erweiterte Test
kann nach dem ersten vollständigen Durchlauf (nach ca. 10 s) durch Druck
auf die Taste "Reset" für 2 s sofort beendet werden. Das Gerät startet die
Isolationsmessung neu. Über einen Modbus-Befehl kann der erweiterte
Test ebenfalls beendet werden.
U
Isolations-
Selbsttest (Test 1)
messung
Dauer: ca. 12s
Positiv
Messspannung
Negativ
1)
Testsignal
2)
Resetsignal
Alarm
Relaiszustand K1 und K2
Kein Alarm
Testsignal: Taste Test > 2 s oder X1/X2 < 3 s oder
1)
über einen Modbus-Befehl
Resetsignal: Taste Reset > 2 s oder X1/X2 > 3 s oder
2)
über einen Modbus-Befehl
Um den erweiterten Selbsttest (Test 2) auszulösen, muss das
3)
Testsignal innerhalb des Selbsttests (Test 1) erneut betätigt werden.
4)
Resetsignal hat hier keine Wirkung, da der erste vollständige Durchlauf
des erweiterten Selbsttests (Test 2) noch nicht abgeschlossen ist.
Selbsttest (Test 1)
Fortlaufender erweiterter
Isolations-
messung
Dauer: ca. 12s
Selbsttest (Test 2)
Dauer: ca. 10s
3)
4)
Aufbau und Wirkungsweise
Verhalten bei internen Gerätefehlern
Wurden bei der Testfunktion interne Gerätefehler erkannt, blinkt die
Gerätestatus-LED mit Blinkcode 3. Die Melderelais K1 und K2 gehen
in Alarmzustand. Über den Modbus wird der Fehlerzustand ebenfalls
ausgegeben.
Verhalten bei Anschlussfehlern
Bei Erkennung einer Anschlussunterbrechung an den Klemmen L(+)/L(-),
wird die Isolationswiderstandsmessung ausgesetzt. Dabei kann die max.
Reaktionszeit bis zu ca. 2 min betragen. Die Melderelais K1 und K2
gehen in Alarmzustand, die Gerätestatus-LED zeigt den roten Blinkcode
1. Nach Beseitigung der Anschlussunterbrechung wird der Fehler
automatisch zurückgesetzt (max. Reaktionszeit bis zu 2 min) und die
Messung des Isolationswiderstandes wird wieder fortgesetzt.Gespeicherte
Isolationsfehler-Alarmmeldungen bleiben erhalten.Bei einer Unterbrechung
der Schutzleiteranschlüsse PE1/PE2 erfolgen die gleichen Reaktionen wie
bei einer Unterbrechung des Messkreises, nur dass die Gerätestatus-LED
den roten Blinkcode 2 anzeigt. Anschlussfehler an L(+)/L(-) sowie PE1/PE2
werden ebenfalls über den Modbus ausgegeben.
Externer Steuereingang
An den Klemmen X1/X2 kann eine externe kombinierte Test-/Reset-
Taste angeschlossen werden. Werden die Klemmen X1/X2 für ca. 1 s
gebrückt, wird der Testmodus ausgelöst. Dies entspricht der gleichen
Funktion wie die Betätigung des internen Test-Tasters oder dem senden
des entsprechenden Modbus-Befehls. Bei Brückung der Klemmen
X1/X2 für > 3 s, wird ein gespeicherter Alarm zurückgesetzt. Dies entspricht
der gleichen Funktion wie die Betätigung des internen Reset-Tasters.
Anschluss eines externen zusätzlichen Vorschaltgerätes
Um den Nennspannungsbereich des überwachten Netzes zu erweitern,
kann am RN 5897/311 ein externes zusätzliches Vorschaltgerät (VSG)
RL 5898, RP 5898 oder RR 5898 angeschlossen werden. Dabei werden
die gleichnamigen Klemmen des Isolationswächter-Grundgerätes und des
Vorschaltgerätes (VSG1, VSG2, L(+), L(-)) jeweils miteinander verbunden.
Das zu überwachende Netz wird an die Klemmen L1(+) und L2(-) am VSG
angeschlossen.
Über Modbus, muss der Anschluss des externen zusätzlichen
Vorschaltgeräteseingestelltundaktiviertwerden.DieAnschlussüberwachung
für den Messkreis ist auf die Klemmen L1(+)/L2(-) am VSG wirksam.
Eine Anschlussunterbrechung zwischen VSG und Isolationswächter
kann nicht direkt erkannt werden. Jedoch sind die gemessenen
Isolationswiderstandswerte bei Unterbrechung einer oder mehrerer
Leitungen zwischen VSG und Isolationswächter viel niedriger als die realen
Isolationswiderstände, was ein vorzeitiges Ansprechen des Gerätes bewirkt.
Programmierung/Parametrierung/Einstellung des Isolationswächters
Sämtliche Einstellungen werden über den Modbus vorgenommen.
Eingestellt werden können der Ansprechwert für Alarm und Pre-Alarm,
das Relaisprinzip, die Alarmspeicherung, die Anschlussüberwachung,
die Netzanschlussart, die Netzableitkapazität CE und die Aktivierung /
Deaktivierung desVorschaltgerätes.Die Einstellung der Modbus Adresse und
Baudrate wird über die drei Drehschalter auf der Gerätefront vorgenommen.
Dabei wird mit den ersten beiden Drehschaltern ("Adr10" und "Adr1") die
Modbus Adresse zwischen 1 und 99 in 10er und 1er eingestellt und mit
dem dritten Drehschalter ("Baud") die Baudrate.
Mögliche Einstellwerte sind:
Poti-Stellung
Isolations-
1
messung
Baud
Baudrate
1,2
kBaud
t
Um eine unbefugte Manipulation der Modbus-Einstellungen zu ver-
hindern, befinden sich alle drei Drehschalter hinter der plombierbaren
Klarsichtabdeckung.
M12461
3
2
3
4
5
6
2,4
4,8
9,6
19,2
38,4
7
8
57,6 115,2
20.03.25 de / 940A