1.9 Füllvorgang (Kältemittelbefüllung)
Zusätzlich zu den üblichen Füllverfahren sind folgende Anforderungen zu beachten:
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Es ist sicherzustellen, dass beim Befüllen keine Vermischung verschiedener Kältemittel erfolgt.
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Schläuche oder Leitungen müssen so kurz wie möglich gehalten werden, um die im System enthaltene Kälte-
mittelmenge zu minimieren.
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Flaschen müssen aufrecht gelagert werden.
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Vor dem Befüllen mit Kältemittel ist sicherzustellen, dass das Kühlsystem geerdet ist.
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Nach Abschluss des Füllvorgangs ist das System zu kennzeichnen (falls noch nicht geschehen).
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Es ist äußerste Sorgfalt darauf zu verwenden, ein Überfüllen des Kühlsystems zu vermeiden.
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Vor dem Wiederbefüllen ist das System mit OFN (sauerstofffreiem Stickstoff) einem Drucktest zu unterziehen.
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Nach der Befüllung ist eine Leckprüfung durchzuführen, bevor das System in Betrieb genommen wird
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Vor Verlassen der Baustelle ist eine Nachkontrolle zur Leckprüfung erforderlich.
1.10 Außerbetriebnahme (Decommissioning)
Vor Durchführung dieses Vorgangs muss der Techniker mit dem Gerät und seinen Details vollständig vertraut
sein. Es wird empfohlen, das Kältemittel sicher zurückzugewinnen. Vor Beginn der Arbeit sollte eine Probe von Öl
und Kältemittel entnommen werden, falls eine Analyse vor Wiederverwendung erforderlich ist. Die Stromversor-
gung muss verfügbar sein, bevor die Arbeiten beginnen.
a) Mit dem Gerät und seiner Funktionsweise vertraut machen.
b) Elektrische Trennung des Systems.
c) Vor Beginn sicherstellen:
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Falls nötig, stehen geeignete mechanische Hebevorrichtungen für die Kältemittelflaschen zur Verfügung.
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Persönliche Schutzausrüstung ist vorhanden und wird korrekt verwendet.
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Die Rückgewinnung wird jederzeit durch eine fachkundige Person überwacht.
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Rückgewinnungsgeräte und -flaschen entsprechen den geltenden Normen.
d) Wenn möglich, System in den Auffangbehälter pumpen.
e) Falls kein Vakuum möglich ist, einen Verteiler bauen, um Kältemittel aus verschiedenen Bereichen abzuführen.
f) Flasche vor Beginn der Rückgewinnung auf eine Waage stellen.
g) Rückgewinnungsgerät gemäß Anleitung des Herstellers in Betrieb nehmen.
h) Flaschen nicht überfüllen (max. 80 % Flüssigvolumen).
i) Den maximalen Arbeitsdruck der Flasche keinesfalls überschreiten – auch nicht kurzfristig.
j) Nach korrektem Befüllen Flaschen und Ausrüstung sofort vom Standort entfernen, alle Absperrventile schließen.
k) Rückgewonnenes Kältemittel darf nur nach Reinigung und Prüfung in andere Anlagen eingefüllt werden.
1.11 Kennzeichnung (Labeling)
Das Gerät ist mit einem Hinweis zu versehen, dass es außer Betrieb genommen und das Kältemittel entfernt wur-
de. Das Etikett ist zu datieren und zu unterzeichnen.
Zusätzlich muss das Gerät mit einem Hinweis versehen sein, dass es brennbares Kältemittel enthält.
1.12 Rückgewinnung (Recovery)
Bei der Entfernung von Kältemittel – sei es zur Wartung oder zur Stilllegung – ist es bewährte Praxis, das Kälte-
mittel sicher zu entfernen.
Beim Umfüllen in Flaschen dürfen nur geeignete Rückgewinnungsbehälter verwendet werden. Es ist sicherzustel-
len, dass genügend Flaschen zur Aufnahme der gesamten Kältemittelfüllung vorhanden sind.
Alle verwendeten Flaschen müssen speziell für das rückgewonnene Kältemittel bestimmt und entsprechend ge-
kennzeichnet sein. Flaschen müssen mit Sicherheitsventilen und funktionierenden Absperrventilen ausgestattet
sein.
Leere Rückgewinnungsflaschen sind vor der Rückgewinnung zu evakuieren und möglichst zu kühlen.
Das Rückgewinnungsgerät muss in gutem Zustand sein und für brennbare Kältemittel geeignet sein. Eine Anlei-
tung muss vorhanden sein.
Ein kalibriertes Wiegesystem muss vorhanden und funktionsfähig sein.
Schläuche müssen mit dichten Kupplungen versehen und in gutem Zustand sein.
Vor Einsatz des Rückgewinnungsgeräts ist sicherzustellen, dass es technisch einwandfrei, gewartet und alle
elektrischen Bauteile gegen Zündung bei Kältemittelaustritt geschützt sind. Bei Unsicherheit ist der Hersteller zu
kontaktieren.
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