Ring-Sonnenuhren gibt es seit dem Ende des 14. Jahrhun-
derts. In der vorliegenden Form tauchten sie erstmals um
1620 in England auf und waren bis ins 18. Jahrhundert in
Gebrauch. Die wenigen alten Ring-Sonnenuhr, die sich er-
halten haben, finden sich heute in Museen und zählen dort
zu den besonders gehüteten Kostbarkeiten.
Astronomisch gesehen ist die Ring-Sonnenuhr die Königin un-
ter den Sonnenuhren: Man kann mit ihr an jedem Ort der Erde
die Zeit messen, vorausgesetzt man kennt die geografische
Breite des Ortes sowie Monat und Tag. Vor allem muss man, im
Gegensatz zu den meisten anderen Sonnenuhren, nicht wis-
sen, wo sich die Himmelsrichtungen befinden: Eine Ring-Son-
nenuhren nordet sich von selber ein, sofern man weiß, ob es
gerade vor oder nach dem Mittagsstand der Sonne ist. All das
macht sie zur perfekten Reisesonnenuhr, denn sie lässt sich
außerdem ja auch noch flach zusammenlegen.
Aufgeklappt ähnelt die Ring-Sonnenuhr einer Armillarsphä-
re*, weil sie wie diese mit ihren Ringen das uns umgebende
Himmelsgewölbe im Kleinen abbildet.
* Unter dem Namen Das Tisch-Planetarium ist bei AstroMedia
ein Bausatz für eine Armillarsphäre erschienen (Artikel Nr. 202.TPL)
Die Teile der Ring-Sonnenuhr:
• Die drehbare Aufhängung zeigt mit ihrer Ablesemarke die Po-
sition des Zenit an, des höchsten Punktes des Himmelsgewöl-
bes, der sich genau senkrecht über dem Betrachter befindet.
Der gegenüber liegende tiefste Punkt auf der für uns unsicht-
baren Hälfte der Himmelskugel heißt Nadir.
Tipps für einen erfolgreichen Zusammenbau:
1.
Sie benötigen noch:
• ein scharfes Messer ("Cutter-Messer"), um die Teile aus der Kartonplatte zu lösen, z.B. das AstroMedia Bastelmesser
(Artikel Nr. 401.MES)
• einen spitzen Bleistift, um provisorische Hilfsmarkierungen anzuzeichnen
• einen guten Alleskleber. Lösungsmittelhaltiger Alleskleber ist besser geeignet als Kleber auf Wasserbasis, da er den Karton nicht wellt.
• (optional und nur für Freunde großer Perfektion: Einen schwarzen und einen goldenen Lackstift, um nach Belieben Kartonkanten zu bemalen)
2.
Die Bauanleitung ist in viele kleine Schritte gegliedert. Das sieht zunächst nach viel Text aus, macht den Zusammenbau aber
übersichtlicher und einfacher, und damit auch schneller. Bitte lesen Sie jeden Schritt vor Beginn seiner Ausführung ganz durch und
lassen Sie sich ausreichend Zeit, sie werden dafür mit einer umso schöneren und präziseren Ring-Sonnenuhr belohnt.
3.
Lösen Sie immer nur die Teile aus dem Karton, die Sie gerade benötigen. Sie können sie vorsichtig direkt aus dem Karton herausbrechen,
die Kanten werden aber sauberer, wenn Sie vor dem Herauslösen erst die kleinen Haltestege durchschneiden.
4.
Jedes Kartonteil hat einen Namen und eine Teilenummer, die sich aus einem Buchstaben für den Bauabschnitt und einer Zahl für die
Reihenfolge innerhalb des Bauabschnitts zusammensetzt. Die Teilenummer steht immer in einem weiß gefüllten Rechteck, z.B. bedeutet
(= Abschnitt D, Teil 2).
D2
5.
Die Klebeflächen der Kartonteile sind grau bedruckt und tragen ein Hinweissymbol mit der Nummer des Teils, das auf diese Klebefläche
geklebt werden soll, z.B.
Tipp: Wenn kleine Klebestellen schneller trocknen sollen: Bestreichen Sie eine Seite nicht zu dünn mit Klebstoff, drücken Sie die
Teile zusammen, so dass sich der Kleber auf beiden Seiten flächig verteilt, und ziehen Sie sie wieder auseinander. Blasen Sie 2 bis
3 mal darüber und drücken Sie die Teile passgenau und kräftig zusammen - die Klebung hält sofort. Wenden Sie diese Methode
aber nicht bei Teilen an, die nachkorrigiert werden müssen.
6.
Wenn überstehende Kanten stören und z.B. sich die Ringe nicht ineinander klappen lassen, können Sie sie nach dem Trocknen mit dem
beiliegenden Stück Sandpapier oder mit einer feinen Feile abschleifen, z. B. der AstroMedia Sandblatt-Bastelfeile (Artikel-Nr.: 400.SBF).
Die Ring-Sonnenuhr
(= Teil A2 wird hierhin geklebt).
A2
A2
A2
A2
A2
A2
A2
A2
A2
• Der Meridianring gibt die Lage des Meridians an, der "Mittags-
linie" (lat. meridies "Mittag"), auf der die Sonne ihren Tages-
höchststand hat. Am Himmel verläuft dieser Kreis vom Süd-
punkt des Horizonts über den Zenit, den Nordpunkt und den
Nadir zurück zum Südpunkt.
• Der Stundenring zeigt die Position des Himmelsäquators an,
jenes Kreises, der die Himmelskugel in eine nördliche und
eine südliche Hälfte teilt, in deren Mitte jeweils Himmelsnord-
pol und Himmelssüdpol liegen. Er wird deshalb manchmal
auch "Äquatorring" genannt.
• Die Sonnenstand-Skala weist mit ihren beiden Enden in die
Richtungen von Himmelsnord- und Himmelssüdpol.
• Die in der Sonnenstand-Skala verschiebbare Lochblende proji-
ziert ein winziges Bild der Sonne auf die Innenkante des Stun-
denrings, dort wird die Zeit abgelesen. Ihre Position auf der
Skala zeigt die je nach Jahreszeit unterschiedliche Deklination
der Sonne an, das heißt ihren Abstand zum Himmelsäquator,
der bis zu ±23,44° betragen kann. Auf der einen Seite der Son-
nen-Skala ist die Deklination als Winkel in Grad angeben, auf
auch
der anderen als Datum. Das Zusammenspiel all dieser Elemen-
te verleiht der Ring-Sonnenuhr nicht nur die Möglichkeit, an je-
dem Ort der Erde die Zeit anzuzeigen, sondern auch die ganz
ungewöhnliche Eigenschaft, sich selber einzunorden: Sie zeigt
die Himmelsrichtungen ohne die Hilfe eines Kompasses an.
Mit der voll funktionstüchtigen Ring-Sonnenuhr von AstroMedia
können Sie genau wie mit den antiken Vorbildern die Wahre Orts-
zeit, das ist die vom Sonnenlauf bestimmte Zeit, auf wenige Minuten
genau messen. Das ist ganz einfach und wird im Anschluss an diese
Bauanleitung beschrieben.