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Betrieb Und Entsorgung; Betrieb; Eigenkontrolle Des Betreibers - Kessel Innoclean Plus Ew 4 Anleitung Für Einbau, Bedienung Und Wartung

Inhaltsverzeichnis

5.1 Betrieb

Nach Inbetriebnahme der Anlage bildet sich nach 3-6 Mona-
ten eine aktive Belebtschlammschicht mit Mikroorganismen
in der Belebungskammer. Mikroorganismen müssen dieser
Anlage nicht zugeführt werden. Eine Zuführung von Belebt-
schlamm aus dem nächstgelegenen Klärwerk erachten wir
jedoch als sinnvoll.
Wichtig: Belebtschlamm ausschließlich in die Belebungs-
kammer geben!
Zum reibungslosen Betrieb sind die Wartungsintervalle un-
bedingt einzuhalten. Die rechtzeitige Entleerung der Vorklär-
kammer muss gewährleistet sein.
Der Betrieb der Kleinkläranlage läuft vollautomatisch ab. Im
Einzelnen sind dies drei Phasen, die "Normal"-, "Spar"-, und
"Urlaubsphase". Diese unterscheiden sich bezüglich ihrer
Belüftungszeit und Menge. Die eigentliche Klärung findet in
der Normalphase (6 Stunden) statt.
Bei nicht ausreichender Beschickung der Anlage (zu gerin-
ger Schmutzwasserzulauf) geht diese selbständig in die
"Sparphase" (2 Stunden) über. In dieser Phase wird auf-
grund der geringeren Abwassermenge die Belüftungszeit re-
duziert, um ein "Aushungern" der adaptierten Mikroorganis-
men zu verhindern. Bei längerem Verbleib in der "Spar-
phase" (8 Stunden) schaltet sich automatisch die "Urlaubs-
phase" ein.
Die "Urlaubsphase" zeichnet sich durch eine noch geringere
Sauerstoffzufuhr aus. Ergänzend dazu wird am Ende der
Urlaubsphase eine definierte Schlammmenge von der Be-
lebtkammer in die Vorklärung gefördert. Dies ermöglicht
beim nächsten Beschicken eine gewisse Nährstoffzufuhr in
die Belebung. Dies trägt zur Biologieerhaltung bei längerem
Stillstand bei.
Sobald in der Vorklärkammer ausreichend Wasser vorhan-
den ist, dass der Schwimmer beim anschließenden Be-
schicken eingeschaltet wird, geht die Anlage automatisch in
die Normalphase über.
Diese Anpassung an unterschiedliche Abwassermengen
wird automatisch von der Steuerung geregelt. Die entspre-
chende Phase wird am Schaltgerät angezeigt.Wenn Sie sich
an nachfolgende Empfehlungen halten, können Sie unnötige
Reparaturkosten vermeiden und die Lebensdauer Ihrer An-
lage erhöhen:
• Die Anlage muss ständig eingeschaltet bleiben, auch
während Sie sich im Urlaub befinden.
• Fremdwasser, wie Regen-, Grund-, Schwimmbad- und
Aquarienwasser darf nicht eingeleitet werden.
• Bei Haushaltsreinigern beachten Sie bitte, dass diese keine
sauren oder alkalischen Reaktionen zeigen. Wir empfehlen
biologische abbaubare Reiniger und Waschmittel.
• Die Deckel der Anlage müssen sich öffnen lassen.
• Sorgen Sie dafür, dass die Anlage regelmäßig durch eine
Fachfirma gewartet wird.
• Nur die Vorklärung muss regelmäßig (ca. alle 12-24 Mona-
te) durch ein Entsorgungsunternehmen entschlammt wer-

5. Betrieb und Entsorgung

den! Nach Rücksprache mit den zuständigen Wasser-
behörden und Abschluss eines Wartungsvertrages kann
dies aber auch ggf. bedarfsgerecht erfolgen.
Hinweis: Bei Außerbetriebnahme muss sicher gestellt wer-
den, dass die Anlage weiterhin gefüllt bleibt.
Sie können weiterhin alle Reinigungs- und Wasch-
Unbedingt beachten:
mittel benutzen - aber bitte die Dosierungsanleitung
der Hersteller beachten!
Zur Aufrechterhaltung der Biologie sind biologisch ab-
baubare Reinigung zu empfehlen.

5.2 Eigenkontrolle des Betreibers

Als Betreiber der Kläranlage haben Sie gegenüber der Was-
serbehörde die Pflicht, für einen reibungslosen Betrieb der
Anlage zu sorgen. Betriebsstörungen an biologischen Klein-
kläranlagen wirken sich negativ auf die Ablaufqualität des
gereinigten Wassers aus. Diese müssen daher umgehend
erkannt und durch Sie selbst oder einen qualifizierten War-
tungsbetrieb beseitigt werden. Um die Eigenkontrollen zu
dokumentieren, sind Sie verpflichtet ein Betriebstagebuch
zu führen. Am Ende dieses Handbuches finden Sie eine Ko-
piervorlage, die alle notwendigen Vorgaben enthält.
Die Wasserbehörde kann Einsicht in dieses Betriebstage-
buch verlangen. Im Einzelnen sind Sie dazu aufgefordert,
folgende Kontrollen regelmäßig durchzuführen:
Monatliche Kontrollen
• An der Steuerung: Übertragen der Betriebszeiten vom Dis-
play ins Betriebstagebuch
• An der Vorklärung: Kontrolle von Schwimmschlamm auf
der Wasseroberfläche. Dieser ist ggf. abzuziehen oder mit
Klarwasser zu zerschlagen. Es darf kein Schlamm unkon-
trolliert in die Belebungskammer gelangen. Spätestens bei
70% der Aufnahmekapazität muss der Schlamm entsorgt
werden. Die Messung der Dicke der Schlammschicht er-
folgt ähnlich der Ölstandsmessung bei Kraftfahrzeugen.
Benutzen Sie eine lange Stange oder ein ähnliches Hilfs-
mittel. Diese wird in die Vorklärkammer bis zum Behälter-
boden eingetaucht. Das Mess werkzeug wird danach aus
dem Behälter genommen und die Schlammschicht kann
gemessen werden. Eine genaue Messung kann durch
Fachpersonal durchgeführt werden.
• An der Belebungskammer: Sichtkontrolle des ablaufenden
Wassers auf Klarheit
• Sichtkontrolle der Durchmischung und Luftblaseneintrag
Halbjährliche Kontrollen
Wartung durch einen Fachbetrieb. Dabei sind die Vorgaben
der zuständigen Behörden zu beachten. Bei einer Schlamm-
höhe von 95 cm vom Behälterboden sind ca. 70 % der Auf-
nahmekapazität erreicht.
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Diese Anleitung auch für:

Innoclean plus ew 50

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