Im täglichen Arbeitseinsatz ist darüber hinaus
eine Mindestanzahl an Eigenüberwachungsprü-
fungen notwendig, die nun nach einer einheitli-
chen und vordefinierten Datenauswertung statt-
findet.
6.2
Einsatz der M3-Methode bei der
Verdichtung mit Anbauverdichtern
Da beim Einbau der Bodentyp sowie der Wasser-
gehalt bekannt sind, ist es nun möglich, für jede
eingebaute Schüttlage und jeden Verdichtungs-
vorgang ein aussagefähiges Verdichtungsproto-
koll zu erstellen. Hierzu werden alle relevanten
Angaben und Werte zusammengetragen, die
eine qualitative Einschätzung des Verdichtungs-
vorgangs insitu, also vor Ort auf der Baustelle, er-
möglichen. Beim Verdichtungsvorgang wird die
maximale Verdichtung des Bodens zugrunde ge-
legt.
HINWEIS
Ob die vertraglich festgelegte Tragfähigkeit
erreicht wurde, muss weiterhin über einen
Proctor-Versuch oder Plattendruckversuch
stichprobenartig überprüft werden.
6.3
Technische Umsetzung
Die Messung der Position erfolgt über das MTS-
NAVI und den eingemessenen Verdichter.
Die Messung der Schütt- und der Einbaulage er-
folgt mit dem Schüttlagenassistent (SLA) im MTS-
NAVI. Hier werden der verwendete Anbauver-
dichter, Typ und die Anbauplatte ausgewählt.
Damit ist die ungefähre Dicke der Verfüllung be-
kannt (Schüttlagendicke).
Beim Verdichten werden die Setzung und die
Setzungsgeschwindigkeit gemessen. Die Kom-
paktion (Verdichtung) wird über das Verhältnis
der Schüttdicke zur Einbaudicke berechnet.
Die Auflast wird aus der Summe dreier Wägezel-
len berechnet, die im Anbauverdichter verbaut
sind. Der Auflastassistent (ALA) unterstützt dabei
den Baggerfahrer um während des Verdich-
tungsvorganges die optimale Auflast zu verwen-
den.
Die durch die Verdichtung tatsächlich erreichte
Frequenz wird während des Verdichtungsvor-
gangs kontinuierlich aufgezeichnet. Hierzu kön-
nen nur Anbauverdichter zum Einsatz kommen,
die mit einer Frequenzkontrolle (FQ) ausgestat-
tet sind.
Hinweis
Das Verdichtungsende markiert den Übergang
vom (elasto)plastischen Verhalten zum rein elas-
tischen Verhalten: Es kommt nicht weiter zu ei-
ner volumetrischen Verformung. Der Verdich-
tungsassistent (VA) zeigt dem Baggerfahrer das
Verdichtungsende im Anzeige-Display des An-
bauverdichters an.
Die Gesamtergebnisse werden im MTS-NAVI do-
kumentiert als Datei VerdichterProtokoll.xml im
Verzeichnis der Baustelle (C:\mts-pilot-data\cur-
rent) abgelegt. Die Daten sind als XML-Format
gespeichert.
6.4
Spezifikation des Verdichterproto-
kolls
Folgende Daten und Informationen sind in die-
sem Protokoll hinterlegt:
Wert
Wert
Platte
m
Frequenz
Hz
Auflast
kg
string
MTS_VA_20
21-08-
06_000
Startda-
2019-03-29
tum
18:35:31.500
1221+01:00
Verdichter
<Anbauver-
dichtertyp>
Gewerk
<Gewerk>
Maschine
<Maschine>
Auflast
Kg
Soll
Länge
m
(der
An-
bauplatte)
Breite (der
m
Anbau-
platte)
Seite 7
Beschreibung/Beispiel
Angabe
Einheit
Platten-
maße
Angabe der Einheit Fre-
quenz
Angabe der Einheit Auflast
Bezeichnung des Verdich-
tungsgerätes.
Startdatum
des
Verdich-
tungsvorgangs
<Datum><Stunden><Minu-
ten><Sekunden><+Zeit-
zone
Zeitzone UTC+1 (Sommer-
zeit +2)
Verdichtertyp
Bezeichnung des Gewerks,
in dem die Verdichtung
stattgefunden hat
Bezeichnung des Trägerge-
räts (Bagger)
Maschinenwert, der über
das Anbaugerät vordefi-
niert ist, z.B. 6000 kg
Länge
der
verwendeten
Anbauplatte. Sie wird im
Schüttlagenassistent einge-
geben.
Breite der verwendeten An-
bauplatte.
Sie
wird
Schüttlagenassistent einge-
geben, z.B. 0,66 m
im