4-achsiger
Abteilwagen
Art.-Nr. 13160 • 13161 • 13162 • 13163 • 13164 • 13165 • Set 01814 (292309/292311/292312)
DAS VORBILD
Abteilwagen sind die älteste Bauform von Personenwagen. Bei den
Preußischen Staatsbahnen wurden sie in großer Stückzahl bis in die
Zeit des Überganges zur Deutschen Reichsbahngesellschaft beschafft.
Ursache dafür war die große Anzahl von industriellen Ballungsgebieten
mit den für sie typischen großen Fahrgastwechsel auf dicht aufeinander
folgenden Stationen. Dafür ist die Bauform des Abteilwagens beson-
ders gut geeignet, da die Reisenden keinen langen Weg durch einen
engen Reisezugwagen haben und ein Stau des Fahrgastflusses vor den
Türen des Wagons entsteht. Für den Eilzugverkehr zwischen weiter ent-
fernten Knotenpunkten mit vielen Zwischenhalten wurde eine größere
Reisegeschwindigkeit angestrebt. Dies war mit zweiachsigen oder drei-
achsigen Wagen, die die dritte Achse vornehmlich wegen des erhöhten
Wagengewichtes erhalten hatten, nicht uneingeschränkt möglich. So
entwickelte die preußische Staatsbahn Drehgestellfahrzeuge. Diese ab
1890 gefertigten Wagen in allen damals existierenden Wagenklassen
waren ursprünglich noch in Holz gefertigt. Die Verkleidung des Wa-
genkastens erfolgte mit einer Blechhaut, damit ein größerer Witte-
rungsschutz bestand. Später erfolgte der Übergang auf eine Bauform
mit eisernem Fahrwerk. Die letzten Fahrzeuge sind nach dem ersten
Weltkrieg komplett aus Eisen gefertigt. Erkenntlich sind hölzerne oder
DAS MODELL
Das Modell ist eine maßstäbliche Nachbildung des vierachsigen Abteilwagens preußischer Bauart nach Musterzeichnung des Baujahres 04 in fein
detaillierter Ausführung. Das Modell ist entsprechend der Bahnverwaltung und der Epoche authentisch lackiert und dekoriert. Die Detaillierung
mit Lüftern, Bremserhaus und anderen Ausstattungsdetails variiert demgemäß auch. Griffstangen, Kuppelhaken und Bremsschläuche können
unter Berücksichtigung des Einsatzes des Modells als Zurüstteil ergänzt werden. Ausgestattet mit Inneneinrichtung, Kurzkupplungskinematik und
Normaufnahme für die Kupplung verfügt das Modell über eine Stromübertragung von den Drehgestellen unter das Dach. Nach Abnehmen des
aufgerasteten Daches inklusive Oberlichtaufsatz werden die Kontakte zum Anschluss einer Innenbeleuchtung zugänglich. Zum Abnehmen des
Daches ist dieser einfach nach oben abzuziehen.
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teilweise in Holzbauweise gefertigte Fahrzeuge an dem am Wagenboden
angebrachten Sprengwerk. Die Fahrzeuglängen variierten entsprechend
Baujahr und Wagenklasse. Nur die nach Musterzeichnung von 1904 ge-
fertigten Fahrzeuge weisen in allen Bauarten (C,B,ABC) gleiche Wagen-
längen auf. Den preußischen Fahrzeugen gemein ist ein Oberlichtauf-
bau, der bei den sächsischen Fahrzeugen generell fehlte. Die technische
Ausrüstung variierte sehr stark. Zwei verschiedene Bauarten von Dreh-
gestellen fanden Anwendung. Das ursprüngliche Beleuchtungssystem
mit Gas wurde später durch eine elektrische Beleuchtung ersetzt. Dabei
gab es aber auch noch Ende der fünfziger Jahre Fahrzeuge mit Gasbe-
leuchtung, obwohl allgemein ein Umbau auf die weniger gefährliche und
preiswertere elektrische Anlage erfolgte. Die anfänglich auch von außen
zugänglichen Toiletten verloren ihre Außentüren. Die Bremserhäuser wur-
den beginnend in den dreißiger Jahren abgebaut. Aber auch hier hielten
sich Fahrzeuge mit Bremserhaus noch bis zum Einsatzende der Fahr-
zeuge. Dies wurde Ende der sechziger Jahre erreicht. Die altersschwachen
Fahrzeuge wurden bei der DR zu vierachsigen Rekowagen, bei der DB
zu Umbauwagen verarbeitet. Nur wenige Fahrzeuge entgingen diesem
Schicksal und fristeten ihr Dasein als Bauzugwagen oder wurden bis zur
Ausmusterung noch auf Nebenstrecken eingesetzt.
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