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Grundsätzliches Zur Kinetik - Robert Riele 4040V5+ Bedienungsanleitung

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4040d_70.doc / 11.12.17
5.1.7
Grundsätzliches zur Kinetik...
Bei einer Kinetik-Messung werden mehrere Extinktionswerte einer Probe in festgelegten Zeitintervallen
gemessen.
Zunächst können vom Benutzer eine Wartezeit sowie die Anzahl und Dauer der Zeitintervalle (Deltas oder Δt)
nach der Wartezeit definiert werden. Zum Beginn und zum Ende der Wartezeit werden die Extinktionswerte
EXT.1 bzw. EXT.2 gemessen. Die Differenz |EXT.1 – EXT.2| erlaubt eine Unterscheidung zwischen normalen
und hohen Aktivitäten.
Ab dem Zeitpunkt der Messung von EXT.2 wird eine Reihe von Messungen in regelmäßigen Zeitintervallen
(Deltas oder Δt) durchgeführt. Die entstandenen Messwerte bilden eine Messkurve, wie in Abb. 5.1.7.1 gezeigt:
Abb. 5.1.7.1: Ergebniskurve eines kinetischen Tests mit abnehmender Extinktion
Es wird in jedem Zeitintervall (Delta oder Δt) die Differenz zwischen den dazugehörigen Extinktionswerten
betrachtet und die Steigung der Kurve an dieser Stelle ermittelt.
Um die Veränderungsrate A
werden. Zu diesem Zweck wird das Verfahren der einfachen linearen Regression angewendet, das u.a. ein Maß
für die Linearität der Messung angibt. Dieses Maß heißt Korrelationskoeffizient R. Aus praktischen Gründen
wird bei der Berechnung der Kinetik das Quadrat des Korrelationskoeffizienten R^2 oder Bestimmtheitsmaß
verwendet. Der Wert von R^2 kann zwischen 0 und 1 variieren, wobei der Wert 1 für einen linearen
Zusammenhang spricht und, umgekehrt, der Wert 0 auf einen absolut nicht linearen Zusammenhang hinweist.
Schon R^2-Werte < 0,9 deuten auf eine schlechte Linearität und damit auf eine fehlerhafte Messung hin. Eine
Überprüfung solcher Messergebnisse ist mit dem Detail-Ausdruck möglich. Um die Linearität zu verbessern,
werden in der Berechnung der linearen Regression nur die besten drei zusammenhängenden Deltas
verwendet. Daher ist es notwendig mindestens drei Deltas in einer neuen Methode zu programmieren. Führt die
Betrachtung von nur drei Deltas nicht zu einer Verbesserung, werden jedoch alle Deltas in die Berechnung
einbezogen.
In der Praxis weisen linear ablaufende Tests Werte für R^2 in der Nähe von 1 auf. Im Beispiel für das
Rechenverfahren 11 (KIN/F/Rb) sind R^2-Werte ≥ 0,998 erreichbar. Ergebnisse mit kleineren R^2-Werten
können verursacht werden durch z.B. Temperaturschwankungen, Verunreinigungen, verfallene Reagenzien,
ungünstige Wartezeit, usw.
Zur besseren Überwachung der Linearität soll die Anzahl der Deltas (Δt) größer sein als in der manuellen
Vorschrift angegeben. Zum Beispiel kann der klassische Drei-Minuten-Test mit drei Deltas von 60 s ersetzt
werden durch 15 Deltas mit 12 s.
Beim Programmieren einer neuen Methode, die auf RV 11 oder RV 12 basiert, können durch Setzen der
Parameter MIN. WERT und MAX. WERT im Methodeneditor (siehe Kap. 6 - METHODENEDITOR, Abb. 6.5)
untere bzw. obere Grenzen für die Messergebnisse definiert werden. Überschreitet der gemessene Wert den in
MAX. WERT eingegebenen Wert, wird die Meldung BEREICH MAX. angezeigt. Wenn der gemessen Wert
unterhalb der in MIN. WERT definierten unteren Grenze liegt, wird die Meldung BEREICH MIN. angezeigt.
Weiterhin kann mit dem Parameter MIN. R^2 eine untere Grenze für R^2 definiert werden, liegt der berechnete
R^2-Wert unterhalb MIN R^2, wird die Meldung NON-LINEAR angezeigt.
Bei einem Test mit fallender Extinktion (s. Abb. 5.1.7.1) wird einen negativen Faktor eingegeben um eine
positive Ergebnis zu erhalten. Nur wenn MAX. WERT gesetzt ist und das Vorzeichen vom gemessenen Wert
nicht mit dem Vorzeichen von MAX. WERT übereinstimmt, wird die Meldung BEREICH +/- angezeigt.
Die Parameter MIN. WERT, MAX. WERT und MIN. R^2 werden deaktiviert, wenn sie zu Null gesetzt sind.
ROBERT RIELE GmbH & Co KG
berechnen zu können, muss ein Mittelwert über alle Steigungen gebildet
S,Minute
Seite 17
5 - RECHENVERFAHREN / METHODENABLÄUFE
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