6.5 Ermittlung des zeitintegrierten Maximalwertes (Schleppzeigerfunktion)
Die zeitintegrierte Erfassung von Maximalwerten des Stroms bzw. der Leistung wird häufig zur Berechnung von
Spitzenlasten verwendet. Häufig wird diese Funktion mit Bimetall–Maximalanzeigen realisiert. Diese Anzeigen mitteln
den geflossenen Strom, bzw. die abgenommen Leistung über einen vordefinierten Zeitraum, um die thermische Last
des Bedarfs der Verbraucheranlage wiederzugeben. Im Multifunktionsmessgerät Integra Ri3 wird ein
Schiebefensteralgorhythmus zur Nachbildung der thermischen Funktion eines Bimetallmesswerkes verwendet.
Das verwendete Zeitfenster ist auf verschiedene Werte einstellbar. Der angezeigte Maximalwert gibt die Maximalwerte
seit der letzten Rückstellung des Messgerätes wieder. Hinweis: Während des ersten Messzyklus nach Einschalten des
Messgerätes ist das „Schiebefenster" noch nicht vollständig mit Werten gefüllt (z.B. bei erster Inbetriebnahme) und
zeigt daher nicht repräsentative Werte.
6.6 Total Harmonic Distortion – THD (Klirrfaktor)
Die Kalkulation zur Ermittlung des Klirrfaktors basiert auf: ((Effektivwert der Gesamtwellenform – Effektivwert der
fundamentalen Wellenform) / Effektivwert der Gesamtwellenform) x 100. Dies wird auch mit THD–R bezeichnet und
befindet sich im Bereich von 0 bis 100%. Die THD-Erfassung unterliegt den Grenzen des Nutzungsbereiches. Bei
hohen THD-Werten und fehlender fundamentaler Wellenform kann das Messgerät irreführende oder fehlerbehaftete
Messwerte wiedergeben. Bei kleinen Eingangssignalen kann das Signalrauschen an den Messeingängen einen
signifkanten Anteil am Effektivwert der Gesamtwellenform wiedergeben, und zu unerwartet hohen THD-Messwerten
führen. In diesem Fall wird der Wert „0" angezeigt. Typischerweise wird der Wert „0" nur dann angezeigt, wenn die
THD-Berechnung durch die Erkennung eines niedrigen Eingangssignals unterdrückt wird. Für den Fall, dass eine
Anwendung mit zeitweise auftretenden Signalen, z.B. verursacht durch Schalthandlungen, behaftet ist, so werden diese
auch in der Ermittlung des Effektivwertes der Gesamtwellenform berücksichtigt. Dies kann zu sich schnell ändernden
Werten in der THD-Anzeige führen.
6.7 Test der Phasenfolge
Zur Erfassung der Phasenfolge müssen die Strom- und Spannungswerte oberhalb von 5% des jeweiligen Nennwertes
liegen.
In der Betriebsart 3 Phasen 4 Leiter beziehen sich die Messwerte auf L1.
Zur Überprüfung der Phasenfolge der Spannungspfade muss die Relation von L2 zu L1 im Messfenster
240 +/- 48 Grad und die Relation von L3 zu L1 um Messfenster 120 +/- 48 Grad liegen, um die Anzeige von V123
darzustellen.
Im Gegensatz dazu muss die Relation von L2 zu L1 im Messfenster 120+/- 48 Grad und die Relation L3 zu L1 im
Messfenster 240 +/- 48 Grad liegen, um die Anzeige V132 darzustellen.
Zur Überprüfung der Phasenfolge der Strompfade muss die Relation von I1 zu L1 im Messfenster 0 +/- 48 Grad,
die Relation I2 zu L1 im Messfenster 240 +/- 48 Grad und die Relation I3 zu L1 im Messfenster 120 +/- 120 Grad liegen,
um die Anzeige I123 darzustellen.
Im Gegensatz dazu muss die Relation von I1 zu L1 im Messfenster 0 +/- 48 Grad, die Relation I2 zu L1 im Messfenster
120 +/- 48 Grad und die Relation I3 zu L1 im Messfenster 240 +/- 48 Grad liegen, um die Anzeige I132 darzustellen.
In der Betriebsart 3 Phasen 3 Leiter beziehen sich die Messwerte auf L1-L2
Zur Überprüfung der Phasenfolge der Spannungspfade muss die Relation von L2-L3 zu L1-L2 im Messfenster
240 +/- 48 Grad und die Relation von L3-L1 zu L1-L2 um Messfenster 120 +/- 48 Grad liegen, um die Anzeige von
V123 darzustellen.
Im Gegensatz dazu muss die Relation von L2-L3 zu L1-L2 im Messfenster 120+/- 48 Grad und die Relation L3-L1 zu
L1-L2 im Messfenster 240 +/- 48 Grad liegen, um die Anzeige V132 darzustellen.
Zur Überprüfung der Phasenfolge der Strompfade muss die Relation von I1 zu L1-L2 im Messfenster 330 +/- 48 Grad,
die Relation I2 zu L1-L2 im Messfenster 210 +/- 48 Grad und und die Relation I3 zu L1-L2 im Messfenster
90 +/- 48 Grad liegen, um die Anzeige I123 darzustellen.
Im Gegensatz dazu muss die Relation von I1 zu L1-L2 im Messfenster 330 +/- 48 Grad, die Relation I2 zu L1-L2 im
Messfenster 90 +/- 48 Grad und die Relation I3 zu L1-L2 im Messfenster 210 +/- 48 Grad liegen, um die Anzeige I132
darzustellen.
Modbus und Metasys sind Marken.
Bedienungs- und Einbauanleitung Integra Ri3 Multifunktionsmessgerät
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