Webasto Thermo Top Evo Handbuch

Einleitung

Unsachgemäße Installation oder Reparatur von Webasto Heiz- und Kühlsystemen kann zu Brand oder dem Austritt von tödlichem Kohlenmonoxid führen, was schwere Verletzungen oder den Tod zur Folge haben kann.
Für die Installation und Reparatur von Webasto Heiz- und Kühlsystemen ist der erfolgreiche Abschluss eines Webasto Trainingskurses sowie die entsprechende technische Dokumentation, Spezialwerkzeuge und Spezialausrüstung erforderlich.
Es dürfen nur Original Webasto Teile verwendet werden. Siehe auch Webasto Zubehörkatalog für Luft- und Wasserheizgeräte.
VERSUCHEN SIE NIEMALS, Webasto Heiz- oder Kühlsysteme zu installieren oder zu reparieren, wenn Sie keinen Webasto Trainingskurs absolviert haben, Ihnen die notwendigen technischen Fähigkeiten fehlen und Sie nicht über die technische Dokumentation, Werkzeuge und Ausrüstung verfügen, um die Installations- und Reparaturarbeiten ordnungsgemäß ausführen zu können.
BEFOLGEN SIE IMMER sorgfältig die Webasto Installations- und Reparaturanweisungen und beachten Sie alle WARNHINWEISE.
Webasto lehnt jede Haftung für Probleme und Schäden ab, die durch die Installation des Systems durch ungeschultes Personal verursacht werden.
Inhalt und Zweck
Dieses Werkstatthandbuch dient zur Unterstützung von geschultem Personal, das die Benzin- und Dieselmodelle der Thermo Top Evo Standheizungs-Wasserheizgeräte und Zusatzheizgeräte repariert.
Bedeutung der Signalwörter
In diesem Handbuch haben die Signalwörter WARNUNG, WICHTIG und HINWEIS die folgende Bedeutung:
Diese Überschrift wird verwendet, um Betriebsanweisungen oder Verfahren hervorzuheben, die bei Nichtbeachtung oder nicht korrekter Befolgung zu Personenschäden oder tödlichen Unfällen führen können.
Diese Überschrift wird verwendet, um Betriebsanweisungen oder Verfahren hervorzuheben, die bei Nichtbeachtung oder nicht korrekter Befolgung zu Schäden an der Ausrüstung oder ihren Komponenten führen können.
HINWEIS
Diese Überschrift wird verwendet, um Ihre Aufmerksamkeit auf eine besondere Eigenschaft zu lenken, die als wesentlich hervorzuheben erachtet wird.
Zusätzliche zu verwendende Dokumentation
Dieses Werkstatthandbuch enthält alle notwendigen Informationen und Anweisungen für die Reparatur von Thermo Top Evo Wasserheizgeräten.
Informationen der allgemeinen Einbau- und Betriebsanleitung sind in diesem Werkstatthandbuch nicht enthalten. Bei Reparaturen müssen diese Dokumente ebenfalls verwendet werden.
Sicherheitsvorkehrungen und Vorschriften
Grundsätzlich gelten die allgemeinen Unfallverhütungsvorschriften und die aktuellen Arbeitsschutzanweisungen.
"General safety precautions" (Allgemeine Sicherheitsvorkehrungen), die über den Geltungsbereich dieser Vorschriften hinausgehen, sind im Folgenden aufgeführt.
Alle speziellen Sicherheitsvorschriften, die für diese Bedienungsanleitung relevant sind, werden in den entsprechenden Abschnitten oder Textpassagen der Verfahren hervorgehoben.
Gesetzliche Bestimmungen für den Einbau
Typgenehmigungen gemäß ECE-R 10 (EMV) und ECE-R 122 (Heizgerät) liegen für das Thermo Top Evo Heizgerät vor.
Für den Einbau sind primär die Vorschriften der Richtlinie ECE-R 122 und die in der Einbauanleitung enthaltenen Vorschriften zu beachten.
HINWEIS
Die Vorschriften dieser Richtlinien sind im Geltungsbereich der EU-Richtlinie 70/156/EWG und/oder EG/2007/46 (für neue Fahrzeugmodelle ab 29.04.2009) bindend und sollten auch in Ländern beachtet werden, in denen keine speziellen Vorschriften bestehen!
Die Thermo Top Evo Wasserheizgeräte wurden für den Einbau in Kraftfahrzeuge der Klasse M1 konzipiert. Der Einbau in Kraftfahrzeuge der Klassen O, N2, N3 sowie in Gefahrguttransporte gemäß EG-Richtlinie EWG/70/156 und/oder Grundrichtlinie EG/2007/46 ist nicht zulässig. Beim Einbau in Sonderfahrzeuge sind die jeweils geltenden Vorschriften zu beachten. Andere Verwendungen sind in Absprache mit Webasto möglich.
Allgemeine Sicherheitsvorkehrungen
Die Reparatur und Inbetriebnahme des Gerätes darf nur durch von Webasto geschultes Personal erfolgen. Die Reparatur und der Einbau des Gerätes dürfen nur durch geschulte Fachkräfte gemäß Werkstatthandbuch und Einbauanleitung erfolgen.
Das Jahr der ersten Inbetriebnahme muss durch Entfernen der nicht zutreffenden Jahre dauerhaft auf dem Typenschild gekennzeichnet werden.
Das Heizgerät darf nicht betrieben werden:
- In Tankstellen und Tanklagern.
- An Orten, an denen sich leicht entzündliche Gase oder Stäube bilden können, und an Orten, an denen leicht entzündliche Flüssigkeiten oder feste Materialien gelagert werden (z. B. in der Nähe von Kraftstoff, Kohle- und Holzstaub, Getreidelagern, trockenem Gras und Blättern, Pappe, Papier usw.)
- In geschlossenen Räumen (z. B. Garagen), auch nicht über die Zeitschaltuhr oder Telestart.
- Ohne mindestens 20 % Marken-Frostschutzmittel im Wasser des Heizkreislaufs.
Es besteht Verbrennungsgefahr, da das Heizgerät und die angeschlossenen Teile extrem heiß werden können.
Das Heizgerät:
- darf Temperaturen von mehr als 120 °C (Lagertemperatur) nicht ausgesetzt werden, da sonst die Elektronik dauerhaft beschädigt werden kann.
- darf nur mit dem auf dem Typenschild angegebenen Kraftstoff und der Nennspannung betrieben werden.
- muss bei starker Rauchentwicklung, ungewöhnlichen Verbrennungsgeräuschen oder Kraftstoffgeruch sofort durch Ausschalten des Heizgerätes und Entfernen der Sicherung stillgelegt werden. Das Heizgerät darf erst wieder in Betrieb genommen werden, nachdem das Gerät ausschließlich von entsprechend geschultem Webasto Personal überprüft wurde.
- muss bei Arbeiten im Motorraum abgeschaltet werden und darf nicht mit Hochdruckreinigern oder Druckluft gereinigt werden.
- Muss mindestens einmal jährlich für 10 Minuten bei kaltem Motor und niedrigster Lüfterdrehzahl in Betrieb genommen werden.
- Muss alle 2 Jahre, zu Beginn der Heizperiode, von einem Fachmann überprüft werden.
Haftung:
- Die Nichtbeachtung der Bedienungsanleitung und der darin enthaltenen Warnhinweise führt zum Ausschluss jeglicher Haftung durch Webasto.
Gleiches gilt, wenn Reparaturen nicht von Fachleuten oder ohne Verwendung von Originalersatzteilen durchgeführt werden. Dadurch erlischt die Typgenehmigung für das Heizgerät und dessen Homologation/ECE-Typgenehmigung.
Lesen Sie die Bedienungsanleitung des Heizgerätes vor der Inbetriebnahme unbedingt durch.
Ersatzteile
Die ID-Nummern der verfügbaren Ersatzteile finden Sie im Webasto Ersatzteilkatalog oder online unter http://dealers.webasto.com.
HINWEIS
Vergewissern Sie sich vor der Bestellung des Ersatzteils, dass die Standheizung als Stand-Zusatzheizung ausgestattet wurde (z. B. durch Auslesen des EOL-Datensatzes mit der Webasto Thermo Test PC Diagnose).
Allgemeine Beschreibung
Das Wasserheizgerät Thermo Top Evo dient zum Ausgleich des Wärmedefizits, das bei verbrauchsoptimierten Fahrzeugmotoren entsteht.
Das Thermo Top Evo Standheizgerät wird verwendet:
- zum Heizen des Fahrgastraums,
- zum Enteisen der Fahrzeugfenster,
- zum Vorwärmen wassergekühlter Fahrzeugmotoren.
Das Thermo Top Evo Zusatzheizgerät kann mit einem zusätzlichen Kit zu einer Stand-Zusatzheizung aufgerüstet werden.
Da das äußere Erscheinungsbild identisch ist, sind die Heizgeräte auf dem Typenschild mit "Petrol" (Benzin) oder "Diesel" (Diesel) gekennzeichnet; eine spezielle Kennzeichnung für das Zusatzheizgerät gibt es nicht. Die Heizgeräte dürfen nur mit dem vorgegebenen Kraftstoff und nur mit der jeweils angegebenen Art des elektrischen Anschlusses betrieben werden.
HINWEIS
Dieses Werkstatthandbuch beschreibt die Nachrüstvariante des Heizgerätes. Für direkt ab Werk des Fahrzeugherstellers verbaute Heizgeräte können andere Steuergeräte mit anderen Steckern und anderer Software sowie andere Anbauteile verwendet werden, die in diesem Handbuch nicht beschrieben sind. Informationen zu diesen Heizgeräten sind nur über die Dokumentation des Fahrzeugherstellers erhältlich.
Das nach dem Verdampferprinzip konstruierte Heizgerät arbeitet im Volllast- und Teillastbetrieb, gesteuert durch den Temperatursensor.
Das Heizgerät besteht aus der Brennluftgebläseeinheit (G) mit dem Steuergerät, dem Wärmetauscher (W) mit dem Wasseranschlussstück und dem Brenner.

Abb. 201 Thermo Top Evo
Brennluftgebläseeinheit/Steuergerät
Die Brennluftgebläseeinheit enthält:
- das Heizgerätetypenschild
- das Anschlussstück für das Brennluftrohr
- das Steuergerät mit den Steckkontakten
- den Motor und das Laufrad
Das Brennluftgebläse führt die für den Verbrennungsprozess benötigte Luft vom Brennluftansaugstutzen in die Brennkammer.
HINWEIS
Das Zerlegen der Brennluftgebläseeinheit ist nicht zulässig.

Abb. 202 Brennluftgebläseeinheit
Brennereinheit
Das Kraftstoff-Luft-Gemisch wird aufbereitet und die eigentliche Verbrennung findet in der Brennereinheit statt. Der Kraftstoff fließt über die Kraftstoffleitung zum Verdampfer, wird dort verteilt und mittels Glühstift verdampft. Die für die Verbrennung benötigte Luft wird von der Brennluftgebläseeinheit bereitgestellt und strömt über Löcher im Brenner in die Brennkammer.

Abb. 203 Brennereinheit
B1 = Verbrennungsrohr mit Verdampferhalterung und Verdampfer
B2 = Haltefeder für Glühstift
B3 = Kühlfahne für Glühstift
B4 = Glühstift/Flammenwächter
B5 = Kraftstoffleitung
B9 = Stecker für Glühstift/Flammenwächter
Glühstift/Flammenwächter
Der Glühstift/Flammenwächter ist über eine elektrische Leitung mit einem Stecker (B9) mit dem Steuergerät (SG) verbunden. Der Glühstift ist mit einer Haltefeder (B2) an der Verdampferhalterung befestigt. Eine Kühlfahne (B3) sorgt für die Wärmeabfuhr vom Glühstift und reduziert somit die Temperatur an den Glühstift-Anschlussleitungen.
Der Glühstift zündet das Kraftstoff-Luft-Gemisch in der Startphase und wird nach Erreichen des "Volllast"-Zustands abgeschaltet. Ab diesem Zeitpunkt dient er ausschließlich der Flammenüberwachung. Erlischt die Flamme, sinkt der elektrische Widerstand im Glühstift infolge der fehlenden Wärmezufuhr. Dies wird im Steuergerät erkannt.
Wärmetauscher
Die im Wärmetauscher durch Verbrennung erzeugte Wärme wird an den Kühlmittelkreislauf übertragen.

Abb. 204 Wärmetauscher
W1 = Wärmetauscher
W2 = Kabel der Temperatursensoren
W3 = Ejomat DG 40x10 selbstschneidende Schraube
W4 = Haltefeder für Sensoren
W5 = Temperatursensor
W6 = Überhitzungssensor
Temperatursensor und Überhitzungssensor
Der Temperatursensor erfasst die Kühlmitteltemperatur im Wärmetauscher des Heizgerätes als elektrischen Widerstand. Dieses Signal wird dem Steuergerät zugeführt und dort verarbeitet.
Der Temperatursensor (W5) und der Überhitzungssensor (W6) bilden eine Einheit zusammen mit Kabel und Stecker.
Der Überhitzungssensor schützt das Heizgerät vor unzulässig hohen Betriebstemperaturen. Dieser reagiert bei einer Temperatur über 125 °C und schaltet das Heizgerät ab.
Umwälzpumpe
Die Umwälzpumpe U4847 Econ gewährleistet eine Förderleistung des Kühlmittels im Fahrzeugheiz- und Heizkreislauf. Die Pumpe wird mit dem Steuergerät eingeschaltet und läuft während des gesamten Betriebs des Heizgerätes. Die Umwälzpumpe ist eine Kreiselpumpe mit bürstenlosem EC-Motor.
Die Umwälzpumpe ist mit einem 2-poligen Steckeranschluss ausgestattet und wird mittels separatem Kabelbaum mit dem Steuergerät (SG) verbunden. Die Umwälzpumpe darf nach einem Sturz nicht mehr verwendet werden.

Abb. 205 U4847 Econ Umwälzpumpe
Dosierpumpe
Die Kraftstoff-Dosierpumpe ist ein kombiniertes Pump-, Dosier- und Absperrsystem. Diese trockenansaugfähige Hubkolbenpumpe fördert den Kraftstoff aus dem Fahrzeugkraftstofftank über Kraftstoffleitungen zum Kraftstoffanschlussstück des Heizgerätes. Die Installation erfolgt üblicherweise in der Nähe des Kraftstofftanks. Die Dosierpumpe enthält keinen Pulsationsdämpfer und ist gleichermaßen für Diesel und Benzin geeignet. Die Dosierpumpe ist über den Heizgerätekabelbaum mit dem Steuergerät und mit einem Massepunkt an der Fahrzeugkarosserie verbunden.
Für das Thermo Top Evo Heizgerät darf nur die Kraftstoffdosierpumpe Modell DP42 verwendet werden. Beachten Sie hierfür die Modellbezeichnung auf dem Bauteil. Beim Austausch der Dosierpumpe müssen die CO2-Einstellungen überprüft werden.

Abb. 206 DP42 Dosierpumpe
Heizungssteuerungen
HINWEIS
Zusätzliche Informationen zur jeweiligen Heizgerätesteuerung sind in den spezifischen Einbau- und Bedienungsanleitungen enthalten.


Funktionsbeschreibung

Abb. 301 Funktionsdarstellung der Thermo Top Evo Heizung
Einschalten/Startvorgang
Die Heizung wird bei der Standheizung über ein Einschaltsignal der Heizungssteuerung gestartet. Und bei der Zusatzheizung, wenn das Zusatzheizungssignal am Eingang des Heizgeräts anliegt. Das Zusatzheizungssignal ist von zuvor definierten Einschaltbedingungen wie der Außentemperatur (unter 5°C) und laufendem Motor abhängig.
HINWEIS
Die in diesem Handbuch beschriebenen Thermo Top Evo Heizgeräte können nur mit einer W-Bus-fähigen Heizungssteuerung oder mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose in Betrieb genommen werden. Bei angeschlossener Webasto Thermo Test PC-Diagnose wird die Verbindung zu anderen Heizungssteuerungen getrennt. Verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten sind im Systemschaltplan dargestellt.
Beim Starten der Heizung werden der Verbrennungsluftlüfter, die Umwälzpumpe und die Glühkerze in Betrieb genommen. Danach wird die Dosierpumpe angeschlossen. Die Benzinheizung startet auf der höchsten Laststufe. Im Gegensatz dazu startet die Dieselheizung auf einer niedrigen Laststufe und wird in Form einer Rampe langsam auf Volllast hochgeregelt.
Während dieser Startphase wird geprüft, ob sich mit der Glühkerze eine Flamme gebildet hat.
Wird keine Flamme erkannt oder erlischt die Flamme, kann ein automatischer Neustart eingeleitet werden. Bildet sich erneut keine Flamme, wird der Startversuch beendet. Danach erfolgt eine Fehlersperrung mit Nachlauf des Verbrennungsluftlüfters. Das Heizgerät kann erst nach dem Ausschalten neu gestartet werden. Abhängig von der Kühlmitteltemperatur entscheidet das Steuergerät, welcher Startvorgang gewählt wird. Die Startvorgänge sind hinsichtlich der Reihenfolge identisch, unterscheiden sich jedoch in der Länge der einzelnen Phasen (Vorheizen, Kraftstoffförderung etc.).
Heizbetrieb
Nach Erreichen der Volllast übernimmt die Glühkerze die Funktion der Flammenüberwachung und prüft die Flamme. Das Heizgerät schaltet nach Erreichen einer bestimmten Temperatur (ca. 80°C) in den energiesparenden Teillastbetrieb. Steigt die Temperatur weiter an, schaltet das Heizgerät ab einer vorbestimmten Temperatur (ca. 84°C) in die Regelpause.
Nach Abkühlung des Kühlmittels startet das Heizgerät im Teillastbetrieb neu. Steigt die Temperatur erneut auf eine definierte Schalttemperatur an, schaltet das Heizgerät wieder in die Regelpause. Sinkt die Temperatur des Kühlmittels aufgrund eines erhöhten Wärmebedarfs während des Teillastbetriebs weiter ab, schaltet das Heizgerät wieder in den Volllastbetrieb.
Die Temperatur der Schaltpunkte ist im Steuergerät programmiert.
Kommt es während des normalen Verbrennungsbetriebs zu einem Flammenabriss, wird automatisch ein Neustart eingeleitet.
Neustart nach Fehlersperrung
Nach Beseitigung der Fehlerursache muss die Heizung mit den normalen Einschaltsignalen wieder eingeschaltet werden. Dies gilt nicht nach Überhitzung oder bei mehrmaligem Auftreten eines Fehlers ohne zwischenzeitlichen Verbrennungsbetrieb.
Starten nach langer Stillstandszeit
Längere Stillstandszeiten haben keinen Einfluss auf die Startfunktion des Heizgeräts. Einschränkungen müssen hier jedoch hinsichtlich der Befüllung der Kraftstoffleitungen gemacht werden. Besonders bei Benzinheizungen verdunstet der Kraftstoff in den Sommermonaten aus der Kraftstoffleitung. Daher ist damit zu rechnen, dass für den Erststart mehrere komplette Startversuche erforderlich sein werden. Die Inbetriebnahme muss dann mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose erfolgen.
Das Heizgerät mit Kraftstoff vorfüllen mithilfe der Webasto Thermo Test PC-Diagnose:
Die Taste "fill line" (Leitung füllen) drücken und die Leitungen füllen, bis Kraftstoff am Heizgerät anliegt.
Ausschalten/Abschaltfunktion
Bei Empfang eines Abschaltsignals, bei Erreichen der Ausbrenntemperatur, bei Erreichen der eingestellten Heizzeit oder bei Auftreten von Fehlern wird der Verbrennungsbetrieb beendet und ein Ausbrennvorgang eingeleitet. Dabei wird die Ansteuerung der Kraftstoffdosierpumpe sofort unterbrochen und die Lüfterdrehzahl reduziert. Nach Abschluss des Ausbrennens wird die Lüfterdrehzahl erhöht, um den Verbrennungsraum zu kühlen.
HINWEIS
Die Nachlaufzeit und die Drehzahl des Verbrennungsluftlüfters sind abhängig vom Heizgerätemodell und dem Betriebsmodus, aus dem das Heizgerät abgeschaltet wird.
Abschalt- oder neue Einschaltsignale werden nach den folgenden Regeln verarbeitet:
- Ein Abschaltsignal an einer Heizungssteuerung hat immer Priorität, unabhängig vom Betriebszustand des Heizgeräts.
- Ist das ursprüngliche Einschaltsignal nicht mehr aktiv oder ist die enthaltene Heizdauer abgelaufen, so wird dies als Abschaltsignal interpretiert.
- Neue Einschaltsignale werden ignoriert, bis das ursprüngliche Einschaltsignal nicht mehr aktiv ist.
- Es ist daher nicht möglich, die Heizzeit während des Betriebs zu ändern. Das Heizgerät muss ausgeschaltet und dann mit der geänderten Heizdauer wieder eingeschaltet werden.
- Wurde die Heizung als Zusatzheizung gestartet, so ist das Ausschalten des Fahrzeugmotors als Abschaltsignal zu interpretieren (gesetzliche Vorschrift).
- Ein Neustart des Heizgeräts ist erst nach Abschluss des Ausbrennens und Beendigung der ersten Abkühlphase (erzwungener Nachlauf) möglich. Neue Einschaltsignale werden temporär gespeichert und erst danach befolgt.
Technische Daten
Die technischen Daten sind in der Einbauanleitung enthalten.
Fehlerbehebung
Fehler
Fehlersperre und Heizgerätesperre
Auftretende Fehler werden verschiedenen Kategorien zugeordnet:
Fehler
- Ein auftretender Fehler hat keinen Einfluss auf den aktuellen Verbrennungsbetrieb; eine Fehlermeldung wird gespeichert.
- Ein auftretender Fehler bewirkt einen automatischen Neustart oder einen Neustart; eine Fehlermeldung wird gespeichert.
Fehlersperre
- Ein in der Spannungsversorgung oder im Steuergerät auftretender Fehler bewirkt eine sofortige Heizgeräteabschaltung ohne Ausbrand. Es wird kein Fehler eingetragen.
- Ein auftretender Fehler bewirkt eine Heizgeräteabschaltung (Ausbrand) oder verhindert einen Heizgerätestart; eine Fehlermeldung wird gespeichert. Ein Neustart erfordert ein Abschaltsignal und ein wiederholtes Einschaltsignal.
Dauerhafte Heizgerätesperre aufgrund mehrfacher Wiederholungen eines Fehlers
- Tritt ein Fehler aus 4) 6-mal nacheinander auf, ohne dass der Volllastzustand erreicht wird, ist das Heizgerät gesperrt und eine Fehlermeldung wird gespeichert. Die Sperre kann nur in der Werkstatt aufgehoben werden. Ist der Fehler eine Unterspannungsabschaltung aufgrund einer schwachen Batterie, tritt keine Sperre auf.
Überhitzungssperre (Heizgerät ist überhitzt)
- Das Heizgerät überhitzt und ist gesperrt; eine Fehlermeldung wird gespeichert.
Die Sperre kann nur in der Werkstatt aufgehoben werden.
HINWEIS
Tritt eine Fehlersperre und eine nachfolgende Heizgerätesperre auf, erfolgt keine Anzeige an den Heizgerätesteuerungen. Ein Start des Heizgeräts ist zulässig; ein Fehler liegt nicht mehr vor. Im Falle einer Heizgerätesperre ist das Heizgerät gesperrt und kann nicht eingeschaltet werden.
Fehlersperre aufgrund von Unter- oder Überspannung
Bei einer Unterspannung von 11,5 V über einen bestimmten Zeitraum (20 Sek.) tritt eine Fehlersperre mit Nachlauf auf. Die angegebene Unterspannung ist softwareabhängig und wird am Steuergeräteingang gemessen.
Bei einer Überspannung von 16,0 V (am Heizgerät gemessen) über einen bestimmten Zeitraum (5 Sek.) tritt ebenfalls eine Fehlersperre mit Nachlauf auf.
Fehlerfreigabe
Nach Behebung der Fehlerursache erfolgt die Fehlerfreigabe durch Aus- und Wiedereinschalten des Heizgeräts.
Eine dauerhafte Heizgerätesperre/Überhitzungssperre kann nur mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose aufgehoben werden. Die im Fehlerspeicher abgelegten Heizgerätefehler müssen mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose ausgelesen und ausgedruckt werden. Zum Löschen der Heizgerätesperre ohne Löschen des Fehlerspeichers wählen Sie den Menübefehl Fault memory (Fehlerspeicher)/Delete heater lock-out (Heizgerätesperre löschen).
In Ausnahmefällen kann die Heizgerätesperre durch Trennen der Spannungsversorgung des Steuergeräts (z.B. durch Entfernen der Sicherung F1, 20 A für mindestens 10 Sekunden) aufgehoben werden. Der Fehler muss zuvor behoben werden. (Siehe Abschnitt Fehlerbehebung). Die Sicherung muss innerhalb von 10 Sek. nach dem Einschalten des Heizgeräts gezogen werden.
Allgemeine Fehlersymptome
Das folgende Kapitel enthält eine allgemeine Übersicht über die Fehlersymptome bei installiertem Heizgerät.
Fehlerbehebungsarbeiten erfordern präzise Kenntnisse des Aufbaus und der Funktionsweise der verschiedenen Komponenten und dürfen nur von geschultem Personal durchgeführt werden.
Fehlerbehebung
Mögliche Fehler während des Heizgerätebetriebs werden in diesem Kapitel nach folgenden Kriterien sortiert:
- Komponentenfehler, die im Fehlerspeicher eingetragen sind. Ein spezifisches Bauteil, das defekt ist, ist im Steuergeräte-Fehlerspeicher enthalten. Das Bauteil oder die nächsthöhere Baugruppe muss ersetzt werden.
- Allgemeine Fehler, die im Fehlerspeicher eingetragen sind. Das Heizgerät hat ein Problem erkannt (z.B. kein Starten), kann aber die spezifische Ursache nicht identifizieren. Die Fehlerbehebung ist so strukturiert, dass die Peripherie des Heizgeräts (z.B. die Kraftstoffversorgung) überprüft wird, bevor das Heizgerät oder eine Unterkomponente ersetzt wird.
- Fehler ohne Fehlereintrag im Steuergerät. Die Fehlerbehebung ist so strukturiert, dass die Peripherie des Heizgeräts (z.B. die Kraftstoffversorgung) überprüft wird, bevor das Heizgerät oder eine Unterkomponente ersetzt wird.
Fehlerspeicher auslesen
Der Fehlerspeicher des Heizgeräts kann mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose ausgelesen werden.
Der Fehlerspeicher zeigt bis zu 8 verschiedene Fehler an. Je älter ein Fehler ist, desto höher ist seine Nummer. Die aktuelle Betriebsdauer und die aktuelle Startnummer werden in der Steuergeräte-Übersicht eingetragen.
Wird ein Fehler als "current" (aktuell) eingetragen, hat das Steuergerät diesen Fehler seit dem letzten Einschalten erkannt. Die Fehlermeldung "Initial starting attempt failed" (Erster Startversuch fehlgeschlagen) bleibt aktuell, bis entweder im Neustart ein Volllast-Verbrennungsbetrieb erreicht wird oder auch der zweite Startversuch fehlschlägt. In diesem Fall wird die Fehlermeldung "Initial starting attempt failed" (Erster Startversuch fehlgeschlagen) gelöscht und durch "No start" (Kein Start) ersetzt.
Die Fehlermeldung "Flame abort" (Flammenabbruch) bleibt aktuell, bis das Heizgerät ausgeschaltet wird oder mehrere Flammenabbrüche zum Abbruch des Heizbetriebs führen. In diesem Fall wird die Fehlermeldung "Flame abort" (Flammenabbruch) gelöscht und durch "Flame failure" (Flammenfehler) ersetzt.
HINWEIS
Die Bedienung der Diagnoseeinheit ist in der Bedienungsanleitung erläutert. Unter Heizgerätetyp muss W bus eingegeben werden.
Es wird empfohlen, die Betriebs- und Fehlerdaten sowie die erweiterten Fehlerumgebungsbedingungen auszudrucken.
Komponentenfehler im Fehlerspeicher abgelegt
| Fehlercode (HEX) | Fehlercode (DEZ) | WTT*-Fehlermeldung | Fehlerdetails per Doppelklick in WTT* | Empfohlene Werkstattmaßnahme |
| 00 | - | Kein Fehler | Kein Fehler | Keine Maßnahme erforderlich |
| 01 | 1 | Steuergerät defekt | Steuergerät defekt, Off-Line-Programmierung nicht durchgeführt\oder Wassertemperatursensor defekt | Fehler löschen, Fehlerfreigabe/Heizgerätesperre am Heizgerät durchführen, Heizgerät neu starten |
| 08 | 8 | Dosierpumpe Kurzschluss | Dosierpumpe hat Kurzschluss nach Masse | Elektrische Prüfung des Kraftstoffsystems durchführen |
| 0B | 11 | Umwälzpumpe Kurzschluss | Die angeschlossene Leitung der Wasserpumpe hat einen Kurzschluss nach Masse\oder der Motor ist überlastet | Elektrische Prüfung des Kühlmittelsystems durchführen |
| 10 | 16 | Kühlmittel-Umschaltventil Kurzschluss | Das Kühlmittel-Umschaltventil hat einen Kurzschluss nach Masse | Elektrische Prüfung des Kühlmittel-Umschaltventils durchführen |
| 13 | 19 | Fahrzeuglüfter Leistungsstromkreis Kurzschluss | Der Fahrzeuglüfter Leistungsstromkreis hat einen Kurzschluss nach Masse | Fehlersuche im Bereich des Fahrzeuglüfters durchführen (siehe Kapitel Fehler ohne Fehlereintrag im Steuergerät, Abb. 504, Punkt 13) |
| 15 | 21 | Brennluftgebläse blockiert | Brennluftgebläse ist blockiert |
|
| 19 | 25 | Glüh-/Zündelement Leistungsstromkreis Kurzschluss | Glühstift / Zündautomatik hat Kurzschluss nach Masse | Elektrische Prüfung des Glühstifts durchführen |
| 1B | 27 | Überhitzungssensor Kurzschluss | Die angeschlossene Leitung des Elements hat einen Kurzschluss nach Masse | Elektrische Prüfung der Temperatursensoren durchführen |
| 2D | 45 | Der Brennluftgebläse Leistungsstromkreis ist defekt | Lüftermotordrehzahl liegt unter dem zu erwartenden Wert | Fehler löschen, Fehlerfreigabe/Heizgerätesperre am Heizgerät durchführen, Heizgerät neu starten |
| 2E | 46 | Der Glüh-/Zündelement Leistungsstromkreis ist defekt | Glühstiftwiderstand liegt außerhalb des Wertebereichs | Bei mehrfachem Auftreten (> 3):
|
Abb. 501 Übersicht der im Fehlerspeicher abgelegten Komponentenfehler
| Fehlercode (HEX) | Fehlercode (DEZ) | WTT*-Fehlermeldung | Fehlerdetails per Doppelklick in WTT* | Empfohlene Werkstattmaßnahme |
| 3A | 58 | W-Bus/LIN-Bus Kurzschluss nach Masse | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Fehlersuche im Bereich der W-Bus Kommunikation |
| 3C | 60 | Interner Steuergerätefehler 60 | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Fehler löschen, Fehlerfreigabe/Heizgerätesperre am Heizgerät durchführen, Heizgerät neu starten |
| 3D | 61 | Interner Steuergerätefehler 61 | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Fehler löschen, Fehlerfreigabe/Heizgerätesperre am Heizgerät durchführen, Heizgerät neu starten |
| 3E | 62 | Interner Steuergerätefehler 62 | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Fehler löschen, Fehlerfreigabe/Heizgerätesperre am Heizgerät durchführen, Heizgerät neu starten |
| 3F | 63 | Falscher Versionsdatensatz geladen | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Fehler löschen, Fehlerfreigabe/Heizgerätesperre am Heizgerät durchführen, Heizgerät neu starten |
| 40 | 64 | Glühstift / Zündautomatik - Glühfadenunterbrechung | Einer der Heizkreise des Glühstifts/der Zündautomatik ist unterbrochen |
|
| 81 | 129 | EOL Prüfsummenfehler | Prüfsumme des EOL-Datensatzes ist falsch | Fehler löschen, Fehlerfreigabe/Heizgerätesperre am Heizgerät durchführen, Heizgerät neu starten |
| 88 | 136 | Dosierpumpe Unterbrechung | Dosierpumpe unterbrochen oder Kurzschluss nach Versorgungsspannung +Ub | Elektrische Prüfung des Kraftstoffsystems durchführen |
| 89 | 137 | Brennluftgebläse Unterbrechung | Brennluftgebläse unterbrochen oder Kurzschluss nach Versorgungsspannung +Ub | Fehlersuche im Brennluftgebläse |
| 8B | 139 | Umwälzpumpe Unterbrechung | Umwälzpumpe unterbrochen oder Kurzschluss nach Versorgungsspannung +Ub | Elektrische Prüfung des Kühlmittelsystems durchführen |
| 90 | 144 | Kühlmittel-Umschaltventil Unterbrechung | Der Kühlmittel-Umschaltventil Leistungsstromkreis ist unterbrochen\oder hat einen Kurzschluss nach +Ub | Elektrische Prüfung des Kühlmittel-Umschaltventils durchführen |
| 94 | 148 | Temperatursensor Unterbrechung | Temperatursensor unterbrochen oder Kurzschluss nach Versorgungsspannung +Ub | Elektrische Prüfung der Temperatursensoren durchführen |
| 99 | 153 | Glühstift / Zündautomatik Unterbrechung | Glühstift / Zündautomatik unterbrochen oder Kurzschluss nach Versorgungsspannung +Ub | Elektrische Prüfung des Glühstifts durchführen |
| AB | 171 | Überhitzungssensor Unterbrechung | Überhitzungssensor unterbrochen oder Kurzschluss nach Versorgungsspannung +Ub | Elektrische Prüfung der Temperatursensoren durchführen |
Abb. 501 Übersicht der im Fehlerspeicher abgelegten Komponentenfehler
* WTT = Webasto Thermo Test PC-Diagnose
Allgemeine Fehler im Fehlerspeicher
| Fehlercode (HEX) | Fehlercode (DEZ) | WTT*-Fehlermeldung | Fehlerdetails mit Doppelklick in WTT* | Empfohlene Werkstattmaßnahme |
| 00 | Kein Fehler | Kein Fehler | Keine Aktivität erforderlich | |
| 02 | 2 | Kein Start | Nach wiederholtem Startversuch tritt immer noch keine Verbrennung auf |
|
| 04 | 4 | Versorgungsspannung zu hoch | Versorgungsspannung war zu lange über dem maximalen Schwellenwert | Versorgungsspannung des Bordnetzes prüfen |
| 05 | 5 | Flamme vor Verbrennung erkannt | Flammenwächter signalisiert Flamme vor Verbrennungsbetrieb |
|
| 06 | 6 | Heizgerät überhitzt | Überhitzungsschutz hat ausgelöst |
|
Abb. 502 Übersicht der allgemeinen Fehler im Fehlerspeicher
| Fehlercode (HEX) | Fehlercode (DEZ) | WTT*-Fehlermeldung | Fehlerdetails mit Doppelklick in WTT* | Empfohlene Werkstattmaßnahme |
| 11 | 17 | Steuergerät falsch codiert | Falscher Parameterblock oder falsches Heizgerät (Diesel/Benzin) verwendet | Dieser Fehler kann nur bei Fahrzeugen mit CAN-Bus- oder LIN-Bus-Verbindung zum Heizgerät auftreten:
|
| 12 | 18 | W-Bus Kommunikationsfehler | Busfehler, Protokollfehler | Der Betrieb wird bei diesem Fehler unverändert fortgesetzt. Bei häufigem Auftreten (> 10) und Fehlern im Heizbetrieb:
|
| 2F | 47 | Flammenabbruch | Die Flamme ist während des Betriebs erloschen. Ein weiterer Startversuch wird durchgeführt. | Bei häufigem Auftreten (> 10):
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| 37 | 55 | Kühlmitteltemperatur beim Erststart zu hoch | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Dieser Fehler kann nur beim Erststart des Heizgerätes (im Werk des Fahrzeugherstellers) auftreten:
|
Abb. 502 Übersicht der allgemeinen Fehler im Fehlerspeicher
| Fehlercode (HEX) | Fehlercode (DEZ) | WTT*-Fehlermeldung | Fehlerdetails mit Doppelklick in WTT* | Empfohlene Werkstattmaßnahme |
| 38 | 56 | Erststartversuch fehlgeschlagen | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Bei häufigem Auftreten (> 10):
|
| 39 | 57 | Erststartversuch fehlgeschlagen – kein Neustart | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Bei häufigem Auftreten (> 3):
|
| 3F | 63 | Falscher Versionsdatensatz geladen | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Fehler löschen, Fehlerfreischaltung/Heizgerätesperre am Heizgerät durchführen, Heizgerät neu starten |
| 4C | 76 | Überspannung Bauteilschutz | Abschaltung bei extrem hoher Überspannung zum Bauteilschutz | Versorgungsspannung des Bordnetzes prüfen |
Abb. 502 Übersicht der allgemeinen Fehler im Fehlerspeicher
| Fehlercode (HEX) | Fehlercode (DEZ) | WTT*-Fehlermeldung | Fehlerdetails mit Doppelklick in WTT* | Empfohlene Werkstattmaßnahme |
| 4E | 78 | Kundenspezifischer Fehler 3 | Keine zusätzlichen Informationen verfügbar | Bei häufigem Auftreten (> 3):
|
| 81 | 129 | EOL-Prüfsummenfehler | Prüfsumme des EOL-Datensatzes ist falsch | Fehler löschen, Fehlerfreischaltung/Heizgerätesperre am Heizgerät durchführen, Heizgerät neu starten |
| 82 | 130 | Kein Start im Testlauf | Kein Start im Testlauf | Dieser Fehler kann nur beim Erststart des Heizgerätes (im Werk des Fahrzeugherstellers) auftreten:
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Abb. 502 Übersicht der allgemeinen Fehler im Fehlerspeicher
| Fehlercode (HEX) | Fehlercode (DEZ) | WTT*-Fehlermeldung | Fehlerdetails mit Doppelklick in WTT* | Empfohlene Werkstattmaßnahme |
| 83 | 131 | Flammenabbruch | Flammenunterbrechung im Verbrennungsbetrieb, mehr als FAZ (EEPROM) mal | Bei häufigem Auftreten (> 3):
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| 84 | 132 | Betriebsspannung zu niedrig | Versorgungsspannung war zu lange unter dem maximalen Schwellenwert |
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| 86 | 134 | Zu hohe Wassertemperatur ohne Verbrennungsprozess | Fehler wird gesetzt, wenn die Wassertemperatur im Regelstillstand 145°C überschritten hat | Bei mehrfachem Auftreten (> 3):
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| 87 | 135 | Heizgerätesperre permanent | Permanente Heizgerätesperre wurde aktiviert |
|
| 92 | 146 | Befehls-Refresh-Fehler | Befehls-Refresh-Fehler. Bei diesem Fehler kein Betrieb | Fehlersuche im Bereich der W-Bus Kommunikation |
Abb. 502 Übersicht der allgemeinen Fehler im Fehlerspeicher
| Fehlercode (HEX) | Fehlercode (DEZ) | WTT*-Fehlermeldung | Fehlerdetails mit Doppelklick in WTT* | Empfohlene Werkstattmaßnahme |
| 9C | 156 | Heizzeit überschritten | Berechnete Heizzeit aus intelligenter Unterspannungserkennung überschritten |
|
| A9 | 169 | Unzureichender Kühlmitteldurchfluss | Der Fehler tritt auf, wenn die Kühlmitteltemperatur im Regelstillstand während der Phasen Start/GPR (Glühstift-Rampe)/FMM (Flammenwächter-Messphase) den Abschaltschwellenwert überschreitet |
|
| AA | 170 | S auf W-Bus nicht erfolgreich | S auf W-Bus nicht erfolgreich (keine oder fehlerhafte Antwort, auch nach viermaliger Telegramm-Wiederholung) | Fehlersuche im Bereich der W-Bus Kommunikation |
| AB | 171 | Überhitzungssensorunterbrechung | Überhitzungssensor unterbrochen oder Kurzschluss nach Versorgungsspannung +Ub | Temperatursensoren elektrisch prüfen |
Abb. 502 Übersicht der allgemeinen Fehler im Fehlerspeicher
* WTT = Webasto Thermo Test PC-Diagnose
Fehler ohne Fehlereintrag im Steuergerät
HINWEIS
Vor jeder Reparatur an der Heizung muss der Fehlerspeicher mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose ausgelesen werden. Vor dem Löschen müssen vorhandene Fehler ausgedruckt und der Webasto Hotline oder der Garantieabteilung zur Verfügung gestellt werden.
Bei tiefen Temperaturen und Windstille können beim Starten und/oder Nachlaufen geringe Mengen Rauch und/oder leichter Geruch wahrnehmbar sein.
Das Auftreten von Nebel bei einer nicht durchgewärmten Abgasanlage oder bei ungünstigen Witterungsbedingungen ist normal und nicht zu vermeiden.
Rauch: tritt direkt aus dem Abgasendstück aus.
Nebel: wird erst einige Zentimeter nach dem Abgasendrohr sichtbar.
Mögliche Fehler
| Fehlerbeschreibung | Möglicher Fehlerpunkt (siehe Tabelle Abb. 504) |
| Heizgerät reagiert nicht | 1, 2, 3, 4, 14 |
| Heizgerät heizt nicht | 5, 6, 7, 8, 10, 12 |
| Heizgerät schaltet vorzeitig ab | 1, 5, 7, 10, 12 |
| Heizgerät hat intermittierende Verbrennung | 5, 8, 10, 12 |
| Heizgerät raucht in der Startphase | 5, 8, 10, 12 |
| Telestart lässt sich nicht einstellen | 1, 3, 4, 14 |
| Heizgerät läuft, Fahrzeuginnenraum kalt | 7, 9, 11, 13, 16 |
| Heizgerät raucht in Heizphase/ Weißrauch | 5, 7, 8, 10, 12 |
| Heizgerät raucht in Nachlaufphase | 5, 10, 12 |
| Kraftstoffgeruch | 5, 6, 7, 8, 10, 12 |
| Abgasgeruch im Fahrgastraum | 5, 6, 7, 8, 10, 12 |
| Kühlmittelverlust | 9, 11 |
Die Übersicht zeigt nur einen Teil der möglichen Fehler. Im Einzelfall ist die Webasto Service Hotline zu kontaktieren.
Abb. 503 Übersicht möglicher Fehler
Funktionsprüfung Heizgerät und dessen Komponenten
| Fehler | Komponente | Empfohlene Werkstattaktion | Parameter |
| 1 | Spannungsversorgung | Versorgungsspannung unter Last am Heizgeräte-Stecker X2 messen (siehe auch Abb. 916) | Unterspannungsschwelle < 11,5 V |
| 2 | Uhr | Flammen-Taste drücken, Displaybeleuchtung muss leuchten | LED flackert bei Tastendruck |
| W-Bus Signal an Pin 2 am Heizgeräte-Stecker X1 oder Diagnose-Stecker mit einer LED-Lampe gegen "+" prüfen | |||
| 3 | Empfänger (Telestart T91 und T100 HTM) | W-Bus Signal am 6-poligen Stecker am Empfänger, Pin 2, mit einer LED-Lampe gegen Pin 1 "+" prüfen | LED flackert bei On (Ein)-Tastendruck |
| 4 | Sender (Telestart) | Sender dem Empfänger zuweisen/anlernen gemäß Anleitung | |
| Betriebsart am Telestart Handsender prüfen (Heizen/Lüften) | |||
| Batterie des Handsenders sollte ausreichend Kapazität haben (neu) | |||
| 5 | Dosierpumpe | Durchgang vom Stecker X1, Pin 6 zum Stecker X7 (blaue Leitung) prüfen Durchgang vom Stecker X7 (braune Leitung) gegen Masse prüfen | |
| Spulenwiderstand der Dosierpumpe DP42 messen | 5,20 Ohm ± 0,5% bei 20 ± 2°C | ||
| Fördermenge mit Webasto Thermo Test PC-Diagnose messen | Benzin-Fördermenge: 7 Hz, 60 Sek: 11,6 bis 14,3 ml | ||
| Diesel-Fördermenge: 7 Hz, 60 Sek: 12,0 bis 14,6 ml | |||
| Anschluss der Kraftstoffleitung am Anschlussstutzen gemäß allgemeiner Einbauanleitung prüfen | |||
| 6 | Glühstift | Glühstiftwiderstand am Glühstift-Stecker X5 (weiße Leitung) messen. | Bei 25 ± 5°C: 0,235 bis 0,355 Ohm |
| 7 | Temperatursensoren | Informationen zur Prüfung des Kaltwiderstandes der Sensoren | Bei 20 ± 6°C: W5 (Pin 2 und 4) 2,296 bis 5,047 Ohm W6 (Pin 1 und 3) 30 bis 250 Ohm |
| 8 | Verbrennungsluftgebläse | Komponententest auf Funktion des Lüftermotors mit Webasto Thermo Test PC-Diagnose durchführen. Keine Schleifgeräusche hörbar. CO2-Einstellungen prüfen |
Abb. 504 Übersicht Funktionsprüfung Heizgerät und dessen Komponenten
| Fehler | Komponente | Empfohlene Werkstattaktion | Parameter |
| 9 | Umwälzpumpe | Komponententest auf Funktion der Umwälzpumpe mit Webasto Thermo Test PC-Diagnose durchführen. | Mit der Hand berühren; Pumpe funktioniert, wenn leichte Vibrationen spürbar sind |
| Widerstand am Umwälzpumpen-Stecker X4 messen | 10 ± 1 kOhm | ||
| Pumpe auf Undichtigkeiten prüfen | |||
| Selbstentlüftende Einbaulage prüfen, siehe auch allgemeine Einbauanleitung | |||
| 10 | Kraftstoffintegration | Sind Blasen in der Kraftstoffleitung sichtbar / werden Blasen während der Fördermengenprüfung gepumpt (siehe Punkt 5)? Wenn ja, Anschluss oder Leitungsführung ändern. Integration in das Fahrzeug-Kraftstoffsystem prüfen. Kraftstoffstand beachten (keine Reserve); ist die Tankentnahme korrekt? Kraftstoffleitungen auf Undichtigkeiten, Knickstellen oder Verstopfungen prüfen. | |
| 11 | Kühlmittelkreislauf | Integration in den Kühlmittelkreislauf des Kraftfahrzeugs gemäß allgemeiner Einbauanleitung/ fahrzeugspezifischer Einbauanleitung prüfen | |
| Kühlmittelkreislauf auf korrekte Entlüftung prüfen | |||
| Zirkulation im Kühlmittelkreislauf prüfen | |||
| Knickstellen und Scheuerstellen beseitigen | |||
| Undichtigkeiten am Heizgerät, Wasseranschlussstutzen, Umwälzpumpe und Schläuchen prüfen und beseitigen | |||
| Kühlmittel-Mischungsverhältnis auf Eignung prüfen | z.B. bis -40°C | ||
| 12 | Abgasanlage und Ansaugluftanlage | Ansaugleitung und Abgasleitung gemäß allgemeiner Einbauanleitung/fahrzeugspezifischer Einbauanleitung auf Verlegung prüfen | |
| Leitungen auf Verstopfungen prüfen | |||
| Vorhandene Undichtigkeiten an Ansaugleitung und Abgasleitung beseitigen (kein CO2 in Ansaugluft) | |||
| Ausreichenden Abstand zum Frischlufteintritt Fahrzeuginnenraum prüfen | |||
| 13 | Fahrzeuglüfter | Schaltsignal am Relais K1, Pin 86 prüfen (siehe auch Schaltplan in allgemeiner Einbauanleitung/fahrzeugspezifischer Einbauanleitung) | |
| Kühlmitteltemperatur beachten (K1 schaltet bei ca. 50°C) | |||
| Klappenstellung Fahrzeugheizung prüfen (Klima auf HI (Hoch) gestellt) | |||
| 14 | Steuergerät/ Heizgerät gesperrt | Entriegeln gemäß Abschnitt „Fehlerfreigabe“ |
Abb. 504 Übersicht Funktionsprüfung Heizgerät und dessen Komponenten
| Fehler | Komponente | Empfohlene Werkstattaktion | Parameter |
| 15 | Steuergerät (Fehlerspeicher) | Fehlerspeicher mit Webasto Thermo Test PC-Diagnose auslesen, anschließend ausdrucken und Fehlerspeicher löschen | |
| Ausgedrucktes Fehlerprotokoll beim Einsenden des Heizgerätes an Webasto beifügen. | |||
| Bei defektem Steuergerät kompletten Lüftereinsatz ersetzen. | |||
| 16 | Kühlmittel-Umschaltventil | Durchgang vom Stecker X1 Pin 4 zum Stecker X15 prüfen. Durchgang vom Stecker X15 (braune Leitung) gegen Masse prüfen. | |
| 12 V Spannung an Stecker X1, Pin 4 anlegen | Ventil schaltet hörbar |
Abb. 504 Übersicht Funktionsprüfung Heizgerät und dessen Komponenten
Betriebsprüfungen
Allgemein
Dieser Abschnitt beschreibt die Prüfungen des Heizgeräts und seiner Komponenten im eingebauten und ausgebauten Zustand.
Betriebsprüfungen im Fahrzeug
- Stellen Sie das Fahrzeuggebläse auf Lüfterstufe 1 - 2 oder auf die in der fahrzeugspezifischen Betriebsanleitung empfohlene Drehzahl ein.
- Stellen Sie sicher, dass der Frischlufteinlass frei von Fremdkörpern (Schnee, Laub etc.) und eventuelle Pollen- und Staubfilter frei sind.
- Stellen Sie sicher, dass der Kühlmittelkreis und das Kraftstoffsystem gemäß den Vorgaben des Fahrzeugherstellers sorgfältig entlüftet sind.
- Schalten Sie das Heizgerät mit der Heizungssteuerung ein.
Wenn das Heizgerät eingeschaltet wird, laufen die Umwälzpumpe und das Verbrennungsluftgebläse. Dies ist hörbar. Das Fahrzeuggebläse wird vom Heizgerät eingeschaltet, wenn die Kühlmitteltemperatur 30 bis 50 °C (fahrzeugspezifisch) erreicht hat. Nach maximal 240 Sekunden ist Abgas am Abgasschalldämpfer oder Anschlussstück sichtbar. - Lassen Sie das Heizgerät im Verbrennungsmodus laufen. Prüfen Sie die Heizwirkung an den Ausströmdüsen des Fahrzeuggebläses.
HINWEIS
Die Heizwirkung ist von mehreren Faktoren abhängig: Zur Beurteilung müssen die Außentemperatur, das Fahrzeugmodell, die Motortemperatur, die Art der Integration in das Fahrzeugkühlsystem, die Menge des zu erwärmenden Kühlmittels und die seit dem Start vergangene Zeit herangezogen werden. Die vom Heizgerät ermittelte Kühlmitteltemperatur und die vom Fahrzeug angezeigte Kühlmittel- oder Motortemperatur können erheblich voneinander abweichen, da die jeweiligen Sensoren an unterschiedlichen Stellen verbaut sind und unterschiedliche Temperaturen erfassen können. - Schalten Sie das Heizgerät mit der Heizungssteuerung wieder aus.
Beim Ausschalten des Heizgeräts wird ein Nachlauf von maximal 175 Sekunden aktiviert. Dieser ist durch eine Reduzierung des Verbrennungsgeräuschs hörbar. Das Weiterlaufen des Verbrennungsluftgebläses mit einer Drehzahlerhöhung nach ca. 60 Sekunden dient der aktiven Abkühlung des Heizgeräts und dem Betrieb der Umwälzpumpe. Dem folgt ein vollständiges Abschalten.
Schaltpläne
Abb. 701 zeigt den Schaltplan der Thermo Top Evo Heizung, Standheizung und Heizungssteuerung.
Legende zum Schaltplan.
| Kabelfarben | |
| bl | blau |
| br | braun |
| ge | gelb |
| gn | grün |
| gr | grau |
| or | orange |
| rt | rot |
| sw | schwarz |
| vi | violett |
| ws | weiß |

Abb. 701 Schaltplan der Thermo Top Evo Standheizung und 12 V Digitalzeitschaltuhr.
| Pos. | Beschreibung | Bemerkung |
| j | Im Fahrzeug vorhanden | Fahrzeuggebläse |
| k | Gebläseansteuerung | |
| l | Klimasteuergerät | |
| m | Antenne | |
| n | Steckverbindung | Blick auf die Leitungsseite |
| o | Anzeige für Fahrzeugmotorlauf (Reihenbetrieb Elektro-Kühlmittelventil) |
Optional Muss mit einem Datensatz freigeschaltet werden |
| p | Low active Zuheizforderung |
Optional Muss mit einem Datensatz freigeschaltet werden Gnd/0 V = ON (EIN) open oder kein Signal oder U > 6 V = OFF (AUS) |
| | Außentemperatur | |
| X1 | 6-poliger Stecker | Fahrzeugsignal |
| X2 | 2-poliger Stecker | Stromversorgung |
| X3 | 4-poliger Stecker | Temperatursensoren |
| X4 | 2-poliger Stecker | Umwälzpumpe |
| X5 | 2-poliger Stecker | Glühstift |
| X6 | 2-poliger Stecker | nicht belegt |
| X7 | 2-poliger Stecker | Dosierpumpe |
| X8 | 2-poliger Stecker | Diagnosestecker |
| X9 | 2-poliger Stecker | Diagnosebrücke |
| X10 | 4-poliger Stecker | Bedienelemente der Heizung |
| X11 | 4-poliger Stecker | Bedienelemente der Heizung |
| X12 | 4-poliger Stecker | Temperatursensor für W-Bus |
| X13 | 4-poliger Stecker | Temperatursensor für W-Bus |
| X14 | 6-poliger Stecker | Telestart T91/T100 HTM |
| X15 | 2-poliger Stecker |
Elektro-Kühlmittelventil Umschaltung auf Reihenbetrieb Elektro-Kühlmittelventil nur in Verbindung mit 12 V Signal an Pin 1 |
| X16 | 2-poliger Stecker | Umwälzpumpe |
| X17 | 4-poliger Stecker | Telestart-Taste |
| X18 | 4-poliger Stecker | Telestart-Taste |
| A1 | Heizgerät | Thermo Top Evo |
| A2 | Steuergerät | |
| A3 | Digitaluhr 1533 | |
| A4 | Telestart T91 | |
| A5 | Telestart T100 HTM | |
| A6 | Sicherungshalter | |
| A7 | W-Bus Temperatursensor | |
| A8 | IPCU | Gebläseansteuerung |
| A9 | Relaissteckplatz mit Sicherungen | |
| A10 | Telestart-Taste | |
| F1 | Sicherung | 20 A |
| F2 | Sicherung | 30 A |
| F3 | Sicherung | 1 A |
| F4 | Sicherung | 25 A |
| B1 | Temperatursensor | Kühlmitteltemperatursensor |
| B2 | Temperatursensor | Überhitzung |
| M1 | Motor | Verbrennungsluftgebläse |
| M2 | Motor | Umwälzpumpe |
| M3 | Fahrzeuggebläse | |
| S1 | Fahrzeuggebläseschalter | |
| S2 | Fahrzeuggebläseschalter | |
| S3 | Schalter ON/OFF (EIN/AUS) | Optional |
| S4 | Schalter für Zuheizforderung | |
| E | Glühstift | |
| Y1 | Dosierpumpe | DP 42 |
| Y2 | Elektro-Kühlmittelventil | |
| K1 | Relais | Gebläserelais |
Wartungsarbeiten
Dieser Abschnitt beschreibt die Wartungsarbeiten, die am Heizgerät und seinen Komponenten im eingebauten Zustand durchgeführt werden können.
Arbeiten am Heizgerät
Vor jeglichen Arbeiten am Heizgerät ist immer die Spannungsversorgung an der Fahrzeugbatterie zu trennen. Während des Betriebs und des Auslaufvorganges des Heizgerätes darf die Spannungsversorgung nicht getrennt werden, da sonst die Gefahr einer Überhitzung des Heizgerätes und eines damit verbundenen Auslösens des Überhitzungsschutzes besteht. Werden Reparaturarbeiten am Heizgerät durchgeführt, muss es vollständig ausgebaut werden.
Nach dem Einbau des Heizgerätes und aller kühlmittelführenden Komponenten ist das gesamte Kühlmittelsystem entsprechend der Vorgaben des Fahrzeugherstellers zu befüllen, zu entlüften und mit dem vorgegebenen Systemdruck auf Dichtheit zu prüfen. Bei Reparaturen, die eine Änderung der Einbaulage notwendig machen, sind die allgemeinen und fahrzeugspezifischen Einbauvorschriften für das Heizgerät zu beachten.
HINWEIS
Austretendes Kühlmittel ist mit einem geeigneten Behältnis aufzufangen.
CO2-Einstellung
HINWEIS
Nach einer Reparatur des Heizgerätes und/oder dem Austausch der Dosierpumpe ist die Einstellung des CO2-Wertes zu prüfen.
Nach dem Austausch des Gebläsesatzes oder des Steuergerätes ist der CO2-Wert zu prüfen und ggf. neu einzustellen.
Die CO2-Einstellung erfolgt mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose und den von Webasto vorgegebenen CO2-Testern. Für die CO2-Einstellung des Heizgerätes können handelsübliche AU-Großgasmengen-Abgastester nicht verwendet werden.
Das Heizgerät ist werkseitig optimal auf einen CO2-Wert für den Betrieb in Höhenlagen zwischen 0 und 1.000 m ü. NN eingestellt. Ein Dauerbetrieb oberhalb von 1.000 m ü. NN kann zu starker Rauchentwicklung und Rußbildung führen. Um einen Ausfall des Gerätes und Gefahren vorzubeugen, ist der CO2-Wert in Absprache mit Webasto anzupassen.
HINWEIS
Die CO2-Messung und -Einstellung ist im Heizgeräte-Betriebszustand Volllast (Anzeige in Webasto Thermo Test: Full Load (Volllast)) durchzuführen. Die CO2-Korrektur erfolgt im Anwahlpunkt 2.7.1. CO2-Abgleich der Webasto Thermo Test PC-Diagnose. Die Messung des CO2-Gehaltes erfolgt ca. 20 mm vor dem Ende der Abgasmündung innerhalb des Abgasrohres mit einem CO2-Tester (z.B. von MSI).
Die folgende Tabelle zeigt den CO2-Einstell-Sollwert im Volllast-Verbrennungsbetrieb in Abhängigkeit von der geodätischen Höhe, in der die Einstellung vorgenommen wird.
| Höhe [m ü. NN] | CO2-Einstell-Sollwert bei 20°C Umgebungstemperatur [% Vol.] | |
| 4 kW | 5 kW | |
| 0 | 8,9 | 9,5 |
| 500 | 9,5 | 10,1 |
| 1000 | 10,0 | 10,7 |
Abb. 801 CO2-Einstellwerte
Umwälzpumpe
Die Leistungsaufnahme beträgt ca. 12 W bei einem Nennvolumenstrom von 450 l/h.

Abb. 802 Einbaulage der Umwälzpumpe U4847 Econ
HINWEIS
Auf korrekte Fließrichtung der Umwälzpumpe zum Kühlmittelkreislauf des Fahrzeugs achten. Die Einbaulage der Umwälzpumpe muss so gewählt werden, dass die Umwälzpumpe selbstentlüftend ist. Das in der Umwälzpumpe eingeschlossene Luftvolumen muss über mindestens ein Anschlussstück selbständig nach oben entweichen können.
Elektrische Prüfung der Umwälzpumpe
Innenwiderstand der Umwälzpumpe: 10 ± 1 kOhm
Dosierpumpe DP42
Die Einbaulagen und Einbaubedingungen der Dosierpumpe entsprechend den allgemeinen Einbauvorschriften für die Thermo Top Evo prüfen. Das Heizgerät Thermo Top Evo darf ausschließlich mit der Dosierpumpe DP42 betrieben werden.
Elektrische Prüfung der Dosierpumpe
Spulenwiderstand der Dosierpumpe DP42:
5,20 Ohm ± 0,5 % bei 20 ± 2°C
Die Funktion Komponententest der Dosierpumpe mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose durchführen.
| Einstellung | 7 Hz / 60 Sek. | 7 Hz / 180 Sek. |
| Diesel | 12,0 bis 14,6 ml | 36,2 bis 44,3 ml |
| Benzin | 11,6 bis 14,3 ml | 34,9 bis 42,8 ml |
Abb. 803 Fördermenge der Dosierpumpe DP42

Abb. 804 Einbaulage der Dosierpumpe DP42
Prüfarbeiten
Spätestens alle zwei Jahre sind zur Aufrechterhaltung der Funktionssicherheit des Heizgerätes folgende Wartungsarbeiten durchzuführen:
- Fehlerspeicher auslesen.
- Elektrische Anschlüsse auf Kontaktkorrosion und festen Sitz prüfen.
- Abgas- und Verbrennungsluftleitungen auf Beschädigung und Freigängigkeit prüfen.
- Kraftstoffleitung auf Dichtheit prüfen.
- Schläuche auf Risse prüfen.
- Betriebsprüfung des Heizgerätes durchführen, wie im Abschnitt Funktionsprüfungen im Fahrzeug beschrieben.
Heizgerät, Aus- und Einbau
Ausbau
- Spannungsversorgung des Heizgerätes durch Herausziehen der 20 A Flachsicherung (gelb) aus dem Webasto Sicherungshalter unterbrechen.
- Elektrische Stecker vom Heizgerät abziehen.
- Kühlmittelsystem drucklos machen.
HINWEIS
Alle offenen Stecker und Anschlüsse müssen vor Feuchtigkeit und Verschmutzung geschützt werden. - Schlauchschellen lösen und Kühlmittelschläuche von den Wasseranschlussstücken des Heizgerätes abziehen. Die Kühlmittelschläuche sind gegen Auslaufen zu sichern.
- Verbrennungsluftrohr und Abgasrohr am Heizgerät lösen und abziehen.
- Schlauchschellen lösen und Kraftstoffleitung abziehen. Kraftstoffanschlussstück am Heizgerät und Kraftstoffleitung mit geeigneten Verschlussstopfen o.ä. verschließen.
- Heizgerät von der Halterung lösen; Halterung bei Bedarf vom Aufbau entfernen.
Einbau
- Heizgerät in die vorgegebene Einbaulage bringen und Heizgeräteschrauben mit 8 Nm festziehen.
HINWEIS
Die Schraube muss vorsichtig in die vorhandenen Gewinde eingesetzt und von Hand eingeschraubt werden.
- Kraftstoffleitung anbringen und mit Schlauchschelle sichern.
- Kühlmittelschläuche anbringen und mit Schellen sichern.
- Alle elektrischen Verbindungen wiederherstellen.
- Verbrennungsluftrohr und Abgasrohr anschließen.
- Fahrzeugbatterie anschließen.
- Kühlmittelkreislauf entlüften.
- Fahrzeug-Kraftstoffsystem ggf. entlüften.
Eine Verpolung der Spannungsversorgung kann zu einer Beschädigung des Steuergerätes führen. Die korrekte Polung der Anschlussleitungen muss gewährleistet sein. Ein direkter Anschluss an eine Spannungsversorgung ohne Zwischensicherung ist nicht zulässig.
Wiederinbetriebnahme
Zur Unterstützung der Entlüftung des Kühlmittelkreislaufs ist die Umwälzpumpe über die Funktion Komponententest der Webasto Thermo Test PC-Diagnose in Betrieb zu nehmen.
Vor der Inbetriebnahme des Heizgerätes sollte die Kühlmitteltemperatur < 30°C betragen, da das Heizgerät sonst nicht in den Verbrennungsbetrieb übergehen kann. Die Inbetriebnahme des Heizgerätes muss mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose erfolgen.
Bei komplett entleerter Kraftstoffleitung muss die Leitung mit der Webasto Thermo Test PC-Diagnose gefüllt werden: Taste "Fill line" (Leitung füllen) betätigen und Leitung mit Kraftstoff so lange befördern, bis Kraftstoff am Heizgerät anliegt.
Alle Kühlmittel- und Kraftstoffanschlüsse sind während eines Probelaufs des Heizgerätes auf Dichtheit und festen Sitz zu prüfen.
Reparatur
HINWEIS
Bitte beachten Sie die Ersatzteilliste!
HINWEIS
Bei den nachfolgend aufgeführten Benzinheizgeräten ist eine Änderung der vorgegebenen Einheiten nicht zulässig.
Bei diesen Benzinheizgeräten:
- Thermo Top Evo 4 Petrol 9021034 A/B
- Thermo Top Evo 5 Petrol 9021032 A/B
- Thermo Top Evo 5+ Petrol 9021031 A/B
Änderung nicht zulässig:
- Ersatzteilpaket Verbrennungsluftgebläse/Steuergerät
- Ersatzteilpaket Brennereinsatz
HINWEIS
Die Dichtungen müssen vor dem Zusammenbau des Heizgerätes immer erneuert werden.
Heizgerät zerlegen und zusammenbauen

A1 = Heizgerätedeckel
A2 = Schraube
A3 = Halteblech
A4 = Wasseranschlussstück
A5 = O-Ring
A6 = Schraube
A7 = Dichtung
A8 = Steckerabdeckung
A9 = Kabelabdeckung
B = Brennereinsatz
G1= Lüftergehäuse
SG= Steuergerät
W1= Wärmetauscher
Abb. 901 Komponentenbild Heizgerät Thermo Top Evo
Heizgerät zerlegen
- Schraube (A2, Abb. 901) lösen und Wasseranschlussstück (A4) mit Halteblech (A3) und O-Ringen (A5) abnehmen.
- Heizgerätedeckel (A1) an den seitlichen Rasten am Lüftergehäuse (G1) mit einem Schraubendreher ausrasten. Danach Heizgerätedeckel (A1) nach vorne vom Heizgerät abziehen.
- Kabelabdeckung (A9) vom Lüftergehäuse (G1) abnehmen.
- Steckerabdeckung (A8) an der vom Kraftstoffanschlussstück abgewandten Seite an den seitlichen Rasten mit einem Schraubendreher entriegeln und vom Heizgerät abnehmen.
- Rastierung des Steckers entriegeln und Stecker vom Steuergerät (SG) abziehen.
- Schrauben (A6) lösen und Wärmetauscher (W1) in axialer Richtung des Schraubenanschlusses vom Lüftergehäuse (G1) abziehen.
- Informationen zur Demontage des Brennereinsatzes (B) siehe Kapitel Brennereinsatz demontieren.
HINWEIS
Die Sensoren können beim Ausbau beschädigt werden. Ausgebaute Sensoren dürfen nicht wieder eingebaut werden. Es muss ein neues Ersatzteil Wärmetauscher verwendet werden.
Heizgerät zusammenbauen
- Informationen zum Einbau des Brennereinsatzes (B) siehe Kapitel Brennereinsatz montieren.
- Wärmetauscher (W1) innen und außen reinigen und auf das Gebläse aufsetzen. 3 Schrauben (A6) mit 7 ± 0,7 Nm anziehen.
- Stecker auf Steuergerät (SG) mit leichtem Druck einstecken, bis sie hör- und fühlbar einrasten.
- Steckerabdeckung (A8) auf Steuergerät (SG) aufsetzen und mit leichtem Druck einrasten.
- Heizgerätedeckel (A1) am Wärmetauscher (W1) in das Heizgerät einhaken und in den Arretiernasen des Lüftergehäuses (G1) einrasten.
- Neue O-Ringe (A5) in den Wärmetauscher (W1) einlegen und Wasseranschlussstück (A4) und Halteblech (A3) mit Schraube (A2) befestigen.
Anzugsdrehmoment 7,5 ± 0,7 Nm.
Brennereinsatz

Abb. 902 Brennereinsatz und Verbrennungsluftgebläse
Brennereinsatz demontieren
Heizgerät wie im Kapitel Heizgerät zerlegen bis Punkt 6 beschrieben demontieren. Die Steckverbinder sind abgezogen. Das Gebläse mit dem Brennereinsatz senkrecht ablegen.
- Dichtung (A7) vom Lüftergehäuse (G1) abnehmen.
- Tülle (B7) mit leichtem Druck vom Kraftstoffrohr (B5) aus dem Lüftergehäuse (G1) schieben, dabei Brennereinsatz (B) senkrecht nach oben abheben.
![Webasto - Thermo Top Evo - Detaildarstellung Kabelverlegung Glühstift Detaildarstellung Kabelverlegung Glühstift]()
Abb. 903 Detaildarstellung Kabelverlegung Glühstift
Brennereinsatz montieren
Beim Brennertausch ist auf das richtige Modell zu achten! Die Zuordnung des Ersatzteilbrenners hat über die Ersatzteilliste anhand der ID-Nummer des Brenners zu erfolgen.
Die jeweilige Brenner-Variante ist vor dem Einbau zu prüfen.

- Brennereinsatz mit Tülle (B7) im Lüftergehäuse (G1) vorpositionieren. Bei der Montage ist darauf zu achten, dass das Glühstiftkabel (B10) und die Tülle (B7) in der dafür vorgesehenen Führung und Nut am Lüftergehäuse (G1) montiert werden (siehe Abb. 903). Tülle (B7) in die dafür vorgesehene Nut pressen, bis diese den Bauraum vollständig ausfüllt.
- Dichtung (A7) mit der flachen Seite zum Lüftergehäuse (G1) auf die Positionierbolzen des Lüftergehäuses (G1) montieren.
- Danach mit der Montage des Wärmetauschers (W1) wie im Kapitel Heizgerät zusammenbauen beschrieben fortfahren.
Glühstift/Flammenwächter

Abb. 906 Brennereinsatz mit Glühstift
Elektrische Prüfung Glühstift
Der Kaltwiderstand ist durch Verbindung der Kontakte 1 und 2 des Steckers vom Glühstift an ein Multimeter zu prüfen. Kaltwiderstand bei 25 ± 5°C: 0,235 bis 0,355 Ohm.
Kurzschlussprüfung im eingebauten Zustand: Kontakt 1 des Steckers mit dem Lüftergehäuse verbinden.
Kurzschlusswiderstand:
Ohm.
HINWEIS
Die Messung muss mit einem Multimeter nach dem Vierleiter-Messprinzip durchgeführt werden. Zur Messung des Kaltwiderstandes ist der Glühstift an die Raumtemperatur anzupassen.
Glühstift/Flammenwächter ausbauen

Abb. 907 Haltefeder ausbauen

Abb. 908 Kühlfahne ausbauen

Abb. 909 Glühstift ausbauen
HINWEIS
Vor dem Ausbau ist die Funktion des Glühstifts zu überprüfen. Der Ausbau des Glühstifts kann einen erhöhten Kraftaufwand nach sich ziehen und den Glühstift dadurch zerstören.
Die Kabel des neuen Glühstiftes sind in Übereinstimmung mit der Kabelform des alten Glühstiftes zu formen.
Glühstift/Flammenwächter einbauen

Abb. 910 Glühstift einbauen

Abb. 911 Kühlfahne einbauen

Abb. 912 Haltefeder einbauen

Abb. 913 Glühstift korrekt einbauen

Abb. 914 Glühstift einbauen

Abb. 915 Glühstiftkabel mit leichter Biegung verlegen
- Brennrohr mit Verdampferhalter waagrecht nach hinten positionieren (siehe Abb. 910).
- Glühstift (B4) mit ungebogenem Kabel (B10) so weit wie möglich in die Aufnahmebohrung der Glühstiftglocke (B8) schieben.
Glühstift (B4) mit Nut (B11, unter Keramik) zum Brennrohr hin einbauen (siehe Detail Abb. 914).
- Kühlfahne (B3) mit der Hand in der Nut (B11) auf der Glühstiftglocke (B8) halten (siehe Abb. 911 und Abb. 914).
- Haltefeder des Glühstiftes (B2) über die Kühlfahne (B3) und die Glühstiftglocke (B8) schieben (zur Orientierung der Haltefeder B2, siehe Abb. 914).
Der Glühstift (B4) muss so weit wie möglich in die Glühstiftglocke eingebaut werden. - Glühstiftkabel (B10) wie in Abb. 915 dargestellt mit leichter Biegung verlegen und Tülle (B7) auf Kraftstoffrohr (B5) schieben.
Bei der Montage ausschließlich einen neuen Glühstift verwenden. Nicht isolierte Bereiche des Glühstiftkabels dürfen nicht berühren und mit Metallteilen des Brennereinsatzes oder des Verbrennungsluftgehäuses in Kontakt kommen (Kurzschlussgefahr). Der Glühstift darf bei der Montage nicht verdreht oder verklemmt werden und muss so weit wie möglich in der Führung sitzen (Bruchgefahr).
Bei der Montage des Brennereinsatzes muss das Kabel so verlegt werden, dass es in der dafür vorgesehenen Nut liegt. Siehe auch Kapitel Brennereinsatz montieren und Abb. 903.
Verbrennungsluftgebläse und Steuergerät
Das Verbrennungsluftgebläse und das Steuergerät dürfen nicht ausgebaut werden.
Ersatzteil Verbrennungsluftgebläse komplett.

Abb. 916 Verbrennungsluftgebläse mit Steckerbelegung
(dargestellte Variante ist mit der maximalen Steckerbelegung ausgestattet)
SG= Steuergerät mit Steckergehäusen
X1 = Stecker Heizgerätregelung
X2 = Stecker Spannungsversorgung Fahrzeug
Kontakt 1: Spannungsversorgung Klemme 30 (Sicherung)
Kontakt 2: Masseverbindung
X3 = Stecker Temperaturfühler
X4 = Stecker 2x Umwälzpumpe
X5 = Stecker Glühstift X6 = nicht belegt
HINWEIS
Beim Austausch des Verbrennungsluftgebläses ist die CO2-Einstellung gemäß Kapitel CO2-Einstellung zu prüfen. Die Routine "Reset glow plug" (Glühstift Reset) mit der Webasto Thermo Test PC Diagnose durchführen.
Eventuell vorhandene Blindstecker müssen auf dem neuen Steuergerät wieder aufgesteckt werden.
Wärmetauscher
Der Wärmetauscher ist komplett als Bauteil zu ersetzen.

Abb. 917 Wärmetauscher
Der Wärmetauscher darf nicht in seine Einzelteile zerlegt werden.
HINWEIS
Wasseranschlussstücke mit Halteblech sind auf Beschädigung zu prüfen und gegebenenfalls zu ersetzen. Die Dichtungs- und Schraubeneinheiten für die Wasseranschlussstücke müssen wie im Kapitel Wasseranschlussstück Variante A – ohne Verriegelung einbauen beschrieben ersetzt werden.
Sensoren prüfen
Bei der Prüfung des Kaltwiderstandes ist zwischen den Varianten Sensoren W5 und W6 zu unterscheiden (siehe Kapitel Abb. 204 und Abb. 918). Hierzu werden die Kontakte des Steckers X3 der Sensoren an ein Multimeter angeschlossen und der Widerstand gemessen.

Abb. 918 Haltefeder in Abhängigkeit der Kabelführung und Position der Sensoren W5 und W6 positionieren
| Sensoren | Kontakte am Stecker X3 | Kaltwiderstand bei 20 ± 6°C [Ohm] | |
| min. | max. | ||
| W5 | 2 und 4 | 2,296 | 5,047 |
| W6 | 1 und 3 | 30 | 250 |
Abb. 919 Sensorwiderstandswerte
Zusätzlich sind die Kurzschlüsse gegen Masse zum Metallgehäuse, Drahtverquetschungen und Verformungen der Plastikkappe der Sensoren zu prüfen.
HINWEIS
Die Sensoren dürfen zur Prüfung nicht ausgebaut werden.
Wasseranschlussstück
Es wird zwischen zwei verschiedenen Halteblechen unterschieden. Variante A – ohne Verriegelung und Variante B – mit Verriegelung des Anschlussstückes am Halteblech. Sollten Wasseranschlussstücke oder das Halteblech der Variante B defekt sein, dann ist der Ersatzteilsatz der Variante A zu bestellen und zu montieren.
HINWEIS
Halteblech und Wasseranschlussstücke niemals bei eingebautem Heizgerät montieren.

Abb. 920 Vergleich Haltebleche ohne (oben) und mit (unten) Verriegelung

Abb. 921 Halteblech zum Einbau Wasseranschlussstück
Wasseranschlussstück Variante A – ohne Verriegelung einbauen
- Die Dichtflächen der O-Ringe im Wärmetauscher müssen sauber und dürfen nicht beschädigt sein.
- Neue O-Ringe (A5) in die Öffnungen des Wärmetauschers einlegen.
- Wasseranschlussstück (A4) im Halteblech (A3) fixieren und als Baugruppe im Wärmetauscher (W1) positionieren. Wasseranschlussstück für den Einbaufall ausrichten.
- Schraube in die Bohrung führen und mit 7,5 Nm aufschrauben.
Beim Anschrauben des Haltebleches mit dem Wasseranschlussstück sowie der Sensoren darf der Gewindegang nicht mehrfach nachgeschnitten werden. Die Schraube muss vorsichtig in die bestehenden Gewindegänge angesetzt und handfest eingeschraubt werden.
Verpackung, Lagerung und Versand
Allgemeines
Wenn die Heizung oder deren Komponenten zu Webasto zur Prüfung oder Reparatur gesendet werden, muss sie gereinigt und so verpackt werden, dass sie bei Handhabung, Transport und Lagerung vor mechanischen Beschädigungen, Verschmutzungen und Umwelteinflüssen geschützt ist.
Die Temperaturen während des Transports und der Lagerung dürfen -40 °C nicht unterschreiten und 60 °C nicht überschreiten.
Lagerung
Position der Heizung:
Die Heizung kann in jeder Position gelagert werden. Hier gibt es keine Einschränkungen.
Heizgeräte müssen immer in der Lieferverpackung oder in ähnlich geeigneten Verpackungen in geschlossenen Räumen gelagert werden!
Nach der Entnahme aus der Lieferverpackung dürfen die Heizgeräte nur an den Aluminiumteilen aufliegen (zur Position siehe Abb. 1001). Das Typenschild und die Oberfläche des Heizgeräts müssen mit einer geeigneten Unterlage (z. B. Pappe) vor Beschädigungen geschützt werden.

Abb. 1001 Bevorzugte Position des Thermo Top Evo Heizgeräts für Lagerung und Transport
Während der Lagerung sollte das Heizgerät abgedeckt und vor Staub, Schmutz und Feuchtigkeit geschützt werden. Das Heizgerät darf nicht mit Chemikalien oder deren Dämpfen, z. B. Kraftstoff, Batteriesäuren oder Bremsflüssigkeiten, in Kontakt kommen.
Während der Lagerung darf kein Schmutz, Wasser oder Chemikalien in die Öffnungen der Heizung gelangen, siehe oben.
Die Kraftstoffleitung muss vor seitlichen Stoßbelastungen geschützt werden, die zu einer Verformung der Leitung führen.
Transport
Die Heizung kann in jeder Position transportiert werden und muss immer in einer geeigneten Verpackung verpackt werden.
Die elektrischen Kontakte und die Kraftstoffleitung müssen vor mechanischen Beschädigungen geschützt werden.
HINWEIS
Wird ein komplettes Heizgerät zurückgesendet, muss es vollständig von Betriebsflüssigkeiten entleert werden. Es muss sichergestellt werden, dass keine Kraftstoff- oder Kühlmittelreste während der Verpackung und/oder des Versands austreten können.
Der Kühlmittelanschlussstutzen und der Kraftstoffanschluss müssen mit Blindstopfen verschlossen werden.
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Die Telefonnummer jedes Landes finden Sie im Webasto Service Center Faltblatt oder auf der Webseite der jeweiligen Webasto Vertretung Ihres Landes.
Referenzen
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Hier können Sie die vollständige PDF-Version des Handbuchs herunterladen. Sie kann zusätzliche Sicherheitsanweisungen, Garantieinformationen, FCC-Regeln usw. enthalten.
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