Betriebsanleitung
Operating Instructions
Milchwagen K.Bay.Sts.E.B. und DB
Für den Milchverkehr und speziell für den Transport von Milchkannen
beschaffte die Königlich Bayerische Staatsbahn zweiachsige Wagen
bei der Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg. Die Wagen hatten ein ge-
nietetes Untergestell mit Fachwerkachshaltern und 4,50 m Achsstand.
Für ihren Einsatz in Reisezügen erhielten sie eine Luftdruckbremse der
Bauart Westinghouse. Zur optimalen Belüftung des Laderaumes hatten
die Wagen auf dem Dach angeordnete Growe-Lüfter und stirnseitig
Lüftungsschlitze in den Wänden. Der helle Anstrich sorgte dafür, dass
sich im Sommer die Temperaturen im Inneren in Grenzen hielten. Die
Wagen hatten auf jeder Seite zwei gegenläufige Schiebetüren, um
bei den kurzen Aufenthalten die anfallenden Ladearbeiten möglichst
schnell erledigen zu können. Um die Milchkannen der bayerischen
Milchbauern einzusammeln, die ihre Erzeugnisse mit dem Fuhrwerk
zum nächstgelegenen Bahnhof brachten, waren die Wagen in plan-
mäßigen Reisezügen eingestellt. Das ermöglichte den zur damaligen
Zeit schnellstmöglichen Transport der verderblichen Milch zu den
Molkereien in der Stadt.
Als nach dem Krieg auch der Milchtransport in Bayern auf den Kraft-
verkehr überging, waren die speziellen Wagen frei für andere Aufgaben.
Die Direktion München setzte sie im regionalen Stückgutverkehr ein,
für den sie durch jeweils zwei Türen pro Seite hervorragend geeignet
waren. Im Laufe des langen Einsatzzeitraums wurden die Wagen
mehrfach umgebaut und verloren so zum Beispiel die durchgehenden
Tritte sowie stirnseitige Aufstiege und Lüftungsschlitze.
Milk Car K.Bay.Sts.E.B. and DB
For milk transport and especially for transporting milk churns, the
Königlich Bayerische Staatsbahn purchased two-axle cars from
Maschinenfabrik Augsburg Nuremberg. The cars had a riveted sub-
frame with framework axle keep plate and a 4.50 m wheel base. For
use in passenger trains, they were equipped with a compressed air
brake of type Westinghouse. For optimum ventilation of the hold, the
cars had a Growe fan on the roof and ventilation slats on the front
walls. The light-coloured livery ensured that the inside temperatures
were kept at acceptable levels in summer. The cars had two sliding
doors running in opposite directions on each side, in order to be able
to carry out loading work as quickly as possible during short stops.
In order to collect the milk churns of the Bavarian dairy farmers, who
brought their products to the nearest station by wagon, the cars were
used in scheduled passenger trains. This enabled the fastest possible
transport at that time of perishable milk to the dairies in the city. When
after the war milk transport in Bavaria also moved to road transport, the
special cars were free for other duties. The Munich division used them
in regional package freight, for which they were ideally suited due to
the two doors per side. In the course of the long service life, the cars
were converted several times and lost, for example, their full-length
steps as well as front ascents and ventilation slats.
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