Bedienung des Fahrtreglers (Abb. 1)
Der Servonaut-Fahrtregler unterscheidet sich in seiner Funktion
grundlegend von anderen handelsüblichen Reglern. Mit dem Steuer-
knüppel wird nicht direkt die Geschwindigkeit, sondern die Be-
schleunigung und die Bremswirkung gesteuert. Steht der Knüppel in der
Mittelstellung, hält der Servonaut die Fahrgeschwindigkeit konstant. Zum
Beschleunigen wird der Knüppel nach oben, zum Abbremsen nach unten
betätigt. Dies gilt selbst dann, wenn rückwärts gefahren wird! Zum
Einlegen des nachgebildeten Rückwärtsgangs wird bei den M-Reglern
der Knüppel unten gehalten (volle Bremse, das Modell muss stehen) und
dann kurz nach links betätigt. Der Rückfahrscheinwerfer wird dadurch
wie in der Realität eingeschaltet, bevor rückwärts gefahren werden kann.
Zum erneuten Vorwärtsfahren wird wieder die Bremse betätigt und dann
mit dem Kreuzknüppel kurz nach rechts getastet. Ist der Betrieb mit
Leerlauf gewählt, wird entsprechend zwischen 3 Stellungen Vorwärts,
Leerlauf, Rückwärts geschaltet. Die Bremse und damit auch das
Bremslicht kann sowohl im Stand als auch während der Fahrt betätigt
werden.
Bitte betätigen Sie den Steuerknüppel nicht diagonal. Lassen Sie den
Knüppel auch nicht über seine Feder in die Mittelstellung einfach
zurückschnellen. Ansonsten wird u.U. eine ungewünschte Funktion
ausgelöst.
Bedienung der Lichtanlage (Abb. 1)
Die Blinker werden aus der Mittelstellung des Kreuzknüppels heraus
durch kurzes Tasten nach links bzw. rechts an- und ausgeschaltet. Je
nach Einstellung schalten die Blinker nach 5s automatisch ab oder
müssen durch erneutes kurzzeitiges Tasten des Knüppels nach links
oder rechts abgeschaltet werden. Der Pannenblinker wird durch langes
Tasten nach links ein- und ausgeschaltet.
Zum Schalten von Stand- und Fahrlicht wird der Knüppel dagegen rechts
gehalten. Im Wechsel von etwa 1s werden dann zunächst das
Standlicht, dann Stand- und Fahrlicht eingeschaltet, danach beide
Funktionen wieder abgeschaltet.
Bedienung von Aufliegerstütze und Servo
Der Servoausgang wird gleichzeitig mit einer an der Aufliegerelektronik
AMO angeschlossenen Aufliegerstütze am Servoausgang 4 geschaltet.
Dazu wird erst die Bremse betätigt (Knüppel nach unten halten) und der
Knüppel dann solange links oder rechts unten gehalten, bis die Funktion
ausgelöst ist. Die Stellung des Servos beim Einschalten ist einstellbar
(Menüpunkt 8).
Zubehör zum M20+
Der M20+ kann mit Modulen aus dem Servonaut-Programm leicht zu
einer vollständigen Anlage für Zugmaschine und Auflieger bzw.
Anhänger erweitert werden:
Servonaut-Soundmodule
Servonaut-Soundmodule werden direkt am M20+ (oberer Stecker, neben
der Betriebs-LED, schwarzes Kabel zum Rand des Moduls)
angeschlossen. Ist der Betrieb mit Leerlauf gewählt (Menüpunkt 6), kann
man den "Motor" (d.h. strenggenommen das Motorgeräusch) auch im
Stand aufheulen lassen. Der Motor bleibt dann auf erhöhter
Leerlaufdrehzahl und simuliert so einem Nebenantrieb. Ein kurzes
Antippen der Bremse schaltet den Nebenantrieb ab und der Motor fällt
wieder auf die normale Leerlaufdrehzahl.
Mini-Multiswitch MM4
Der Mini-Multiswitch MM4 stellt vier Schalt- und zwei Servoausgänge zur
Verfügung, die alternativ verwendet werden können. Drei der vier Aus-
gänge arbeiten als Schalter (Memoryswitch), d.h. sie werden bei jeder
Betätigung abwechselnd an- und wieder ausgeschaltet. Ein Ausgang
kann über eine Steckbrücke auch als z.B.
Lichthupe/Fernlicht-Kombination betrieben werden, d.h. sowohl tast- als
auch schaltbar. Servo 1 ist als Stellantrieb ausgelegt (z.B. für Rampen,
Türen) , Servo 2 dreht dagegen ununterbrochen im Sekundentakt von
Vollausschlag links nach rechts (z.B. für Scheibenwischer). Der MM4
belegt einen Kanal.
Aufliegermodul AMO
Mit dem Infrarot-Sender AIR oder dem Sender AIR4 (überträgt zusätzlich
zwei Proportional-Kanäle) können die Signale vom M20+ drahtlos zu
einem Auflieger bzw. Anhänger übertragen werden. Für den Auflieger
wird das Modul AMO benötigt.
4/2006 Servonaut M20+ Software V2.00
Wichtige Hinweise und Tipps
•
Wenn der Abgleich des Servonaut-M20+ nicht gelingt, überprüfen Sie
die Zuordnung von Fahrkanal und Schaltkanal. Wahrscheinlich sind
die Kanäle vertauscht.
•
Wenn das Modell nach dem Einschalten beim Gasgeben rückwärts
fährt, vertauschen Sie die Motordrehrichtung über Menüpunkt 9.
•
Blinkt der Servonaut-M20+ nach dem Einschalten nur einmal,
überprüfen Sie Sender und Empfänger und die Neutralstellung des
Kreuzknüppels. Eventuell muss neu abgeglichen werden.
•
Schalten Sie bei Multiplex-Sendern die beiden verwendeten Kanäle
auf das Signalformat UNI.
•
Schalten Sie nach dem Abgleich nicht vorzeitig den Servonaut ab. Die
Einstellungen werden erst beim Verlassen des Einstellmodus
gespeichert.
•
Blinkt der Pannenblinker gleich nach dem Einschalten, ist entweder
die Akkuspannung zu niedrig oder der Empfang stark gestört.
Überprüfen Sie den Akku auf seinen Ladezustand, die Steckbrücke
für die Akkuspannung und die gesamte Verdrahtung.
•
Nimmt das Modell nach längerer Fahrt kein Gas mehr an und bremst
von selber ab, ist wahrscheinlich der Akku entleert oder der Regler
überhitzt. Überprüfen Sie den Akkuzustand und die Temperatur des
Reglers. Ist das Modul sehr heiß, bitte für bessere Kühlung im Modell
sorgen und die Antriebsauslegung überdenken. Eventuell wurde auch
das BEC durch blockierte Servos überlastet.
•
Bremst das Modell auf Grund eines entleerten Akkus ab, kann meist
trotzdem mit geringer Geschwindigkeit noch etwas gefahren werden.
Der Servonaut verhindert dabei eine Tiefentladung des Akkus, indem
er rechtzeitig den Fahrtregler vollständig blockiert.
•
Nimmt das Modell an Steigungen kein Gas an, ist entweder der Akku
überlastet oder leer oder die Strombegrenzung des Servonaut-M20+
wirksam.
•
Bremst das Modell in größerer Entfernung von selbst ab, liegen
wahrscheinlich Empfangstörungen vor. Platzieren Sie den Empfänger
soweit wie möglich von Motor und Regler entfernt. Führen Sie die
Antenne auf dem kürzesten Weg aus dem Modell. Überprüfen Sie
auch die Entstörung des Motors. Zielen Sie nicht mit der
Sendeantenne auf das Modell, sondern halten Sie die Antenne
möglichst seitlich.
•
Bremst das Modell, sobald ein anderer Sender in unmittelbare Nähe
kommt, so liegen ebenfalls Empfangsstörungen vor. Diese Art der
Störungen lassen sich jedoch in der Praxis kaum vermeiden. Unser
Tipp: Fahren viele Modellbauer z.B. auf einem Parcours, sollten sich
alle Sender an derselben Seite befinden und möglichst nicht über den
Parcours verstreut. Die Sender sollten untereinander einen Abstand
von mindestens 1m einhalten.
•
Bei allen stärkeren Störungen wird zusätzlich der Pannenblinker
eingeschaltet. Das Blinken kann, wenn die Störung behoben ist,
manuell wieder abgeschaltet werden.
•
Bitte zum Anhalten des Modells die Bremse auch nach dem Stillstand
noch einen Moment festhalten und damit sicherstellen, daß der
Regler vollständig abschaltet. Auf Grund der hohen Taktfrequenz ist
es nicht hörbar, wenn noch Restspannung am Motor anliegt und
dadurch unnötig Strom verbraucht wird.
•
Zum Schalten des Vor- und Rückwärtsgangs bitte die Bremse erst voll
betätigen bis das Modell steht, dann vom unteren Anschlag aus kurz
nach links bzw. rechts tasten. Den Knüppel nicht diagonal bewegen!
•
Es muss manchmal mehr als nur ein Kabel in einer Klemme
angeschlossen werden. Dies gelingt am Besten, wenn alle Kabel die
gleiche Stärke haben. Verwenden Sie wenn möglich immer Litze.
Verlöten bzw. verzinnen Sie die Litze vor dem Einklemmen nicht oder
verwenden Sie so wenig Lot wie möglich. Lötzinn ist weich und gibt
mit der Zeit nach. Kontaktprobleme sind die Folge.
•
LEDs müssen im Gegensatz zu Glühlampen richtig gepolt
angeschlossen werden, d.h. die Kathode an Minus, die Anode an
Plus. Verbinden Sie jedoch eine LED zum Testen niemals direkt mit
einer Batterie, sondern verwenden Sie einen geeigneten
Vorwiderstand von z.B. 1kOhm.
•
LEDs können problemlos in Serie geschaltet werden. Dabei muss
lediglich die zur Verfügung stehende Betriebsspannung ausreichen.
Als Anhaltspunkt lassen sich bei 7.2V zwei LEDs, bei 12V vier
normale LEDs in Serie betreiben. Ein Vorwiderstand ist immer
erforderlich.
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