ASO
die Achillessehnen-Lauforthese
nach Dr. Zerbian / Dolezal
HMV-POS. 23.06.01.1007
THERAPIEVERFAHREN
Rupturierte Achillessehnen können sowohl operativ als auch konservativ versorgt werden.
Ziel der Operation ist die Adaptation der Sehnenenden im ursprünglichen Spannungs-
verhältnis und die Fixierung bis zur Ausheilung. Die konservative Behandlung rupturierter
Achillessehnen ist ebenfalls möglich. Voraussetzung ist hierzu, daß bei sonographischer
Erstuntersuchung in Spitzfußstellung des Fußes sich die Sehnenenden adaptieren lassen.
Toleriert wird eine Distanz von 0,5 cm. Üblicherweise werden im Anschluß an eine
Achillessehnenoperation die Patienten für die Dauer von 6 Wochen mit einem Gips
versorgt. Diese doch recht lange Immobilisierung hat negative Konsequenzen:
• Teilgelenksteife bis zu Gelenkkontrakturen
• Schrumpfungen und Verklebungen kapsulärer und ligamentärer Strukturen
• Muskelatrophien
• ödematöse Schwellungen
• Thrombosen-Neigung bis hin zu Embolien
• Wundheilstörungen
• Gefahr der Reflexdystrophie
• mangelnde Hygiene
• unphysiologisches Gangbild mit rasch eintretenden Überlastungssymptomen anderer
Gelenke
Damit es erst gar nicht zu den negativen Nebenwirkungen kommt, muß sich der Patient mit
der ASO von Anfang an bewegen. Die ASO ist nach biomechanischen Gesichtspunkten konzi-
piert und konstruiert.Sie sichert ein Operationsergebnis und trägt zum optimalen Heilungs-
verlauf bei, auch im Sinne des funktionellen Ergebnisses, indem sie stabil und sicher führt. Die
Wadenschalen sind mit Klettbändern versehen. Dies ermöglicht ein optimales, individuelles
Anpassen an die jeweiligen Weichteilverhältnisse. Hinten, zwischen Fußschale und dem
ersten Klettband wurde Platz gelassen, da die Operationswunde in der Regel 10 bis 12 cm
lang ist. Dadurch entsteht keinerlei Druck, der die Wundheilung stören könnte. Die
2/3-Fußschale ist nach vorne so bemessen, daß sie vorne innen mit dem Grundgelenk der
großen Zehe und vorne außen mit dem Grundgelenk der 5. Zehe abschließt. Der gesamte
Vorfußbereich hat freies Bewegungsspiel in der physiologischen Abrollbewegung. Alle an der
Bewegung beteiligten Gewebe, die Muskulatur, Bandverbindungen, kapsuläre Anteile etc. wer-
den durch die phsyiologische Abrollbewegung gezwungen, weiterhin miteinander harmonisch
zu arbeiten. Für die regenerativen Kräfte des Körpers bedeuten diese physiologischen
Bewegungen, in Bezug auf die lädierte Achillessehne, eine klare Impulsgabe, an welcher Stelle
und in welcher Bewegungsrichtung sie neue kollagene Strukturen in den zerstörten Bereich
einzuarbeiten haben. Selbstverständlich muß aufgrund der Verletzung das Bewegungs-
ausmaß, bezogen auf das obere Sprunggelenk, eingeschränkt werden. Dies wird erreicht,
indem zwischen Wadenschale und Fußschale eine exakte Winkelfixierung vorgenommen
wird. Der Fuß steht in relativer Spitzfußstellung. Die Achillessehne ist entspannt, angenähert
und kann, ohne das Operationsergebnis zu gefährden und ohne den Heilungsprozess zu stö-
ren, alle Bewegungen problemlos mitmachen. Der Patient kann voll, ohne Unterarm-
Gehstützen, belasten. Durch die Aufbauhöhe der ASO entsteht ein Beckenschiefstand, der
kontralateral durch Schuhsohlenerhöhung ausgeglichen werden soll. Die ASO muß durch
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