ASO
die Achillessehnen-Lauforthese
nach Dr. Zerbian / Dolezal
HMV-POS. 23.06.01.1007
ALLGEMEINES
Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Mit einer Länge von 10-12 cm
und einem Durchmesser von 0,5 - 1,0 cm bildet sie die Vereinigung und den gemeinsamen Ansatz der
Endsehnen des dreiköpfigen Wadenmuskels am Fersenbeinhöcker.
AUFBAU/VERSORGUNG
Die kleinste Einheit sind sogenannte "Kollagen-Fasern". Mehrere Kollagen-Fasern bilden ein "Primär-
bündel", wobei mehrere Primärbündel eine Faszie bilden, welches vom Endotenon umhüllt ist. Diese
Endotenon-Schicht ermöglicht Bewegungen der Faszien untereinander. Desweiteren beinhaltet sie
Gefäße, Nerven und Lymphbahnen. Elastische Fasern zwischen den Faszien sind verantwortlich für die
wellenförmige Struktur der Bündel. Die Sehne im ganzen wird umhüllt vom sogenannten "Paratenon",
dem Sehnengleitgewebe.
MECHANISCHES VERHALTEN
Die Sehne ist sehr reißfest, elastisch und von geringer Dehnfähigkeit.
BELASTBARKEIT
Statisch ca. 400 kp, dynamisch ca. 500 bis 900 kp, im Extremsport, z.B. bei Hochspringern 1.200 bis
1.500 kp. Dabei erfährt sie eine Dehnung von 7 bis 15% der Ausgangslänge. Beim Ausdauertraining erhöht
sich die Zugfestigkeit der Achillessehne bei gleichzeitiger Abnahme der Dehnungsfähigkeit.
PATHOGENESE-PATHOPHYSIOLOGIE (KRANKHEITSURSACHEN)
1. Degenerative Veränderungen; z.B. durch entzündliche Prozesse, durch eine reduzierte Durchblutung,
durch Cortisongaben über einen längeren Zeitraum
2. Mechanische Ursachen; Überdehnung bei maximaler Muskelkontraktion (Zusammenziehung des
Muskels) und/oder Schlag auf Sehne oder Muskel
3. Zivilisationsschäden, z.B durch falsche Ernährung, durch übertriebenen Freizeitsport ungeübter
Personen, Trauma
4. Hochleistungssport, Überbelastung
Pro Jahr sind etwa 4.000 bis 5.000 Achillessehnen-Rupturen (Risse) dokumentiert, bezogen auf die alten
Bundesländer. Statistisch gesehen ist der klassische Achillessehnen-Patient 30 - 50 Jahre alt, wobei die
Männer 3-4 mal häufiger betroffen sind als die Frauen. Die klassische Rupturstelle liegt 3-5 cm oberhalb
der Ansatzstelle des Fersenbeinhöckers.
HEILUNG
Obwohl im Vergleich zur Muskulatur die Achillessehne nur spärlich durchblutet ist, zeigt sie eine gute
Heilung und Regeneration nach Ruptur. Im Sehnengleitgewebe kommt es ab dem 5. Tag zu höchsten
Aktivitäten mit Vermehrung und Einsprossung von Blutgefässen im Rupturbereich. Von den oberflächen-
nahen Schichten werden neue kollagene Fasern gebildet, welche den Rupturbereich durchziehen
(ca. 4. Woche). Die deutliche Vermehrung von Blutgefäßen zur Heilung des Rupturbereichs führt zur
Ausbildung eines erheblichen Regenerats mit Verbreiterung der Sehne. Dies kann man sehen und auch
tasten. Im weiteren Verlauf kommt es zur Verödung dieser Blutgefäße mit zunehmender Ausrichtung der
Kollagenfasern. Dieser Prozeß ist etwa nach dem 5. Monat abgeschlossen.
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