Die RFA1 ist eine Empfangs-Antenne zur Verwendung an Empfängern mit 50 Ohm Koaxialeingang. Sie
arbeitet schmalbandig als abgestimmte Aktivantenne mit integriertem Antennenelement (Ferritstab) und
integriertem Verstärker. Die Speisung erfolgt über das HF-Kabel, eine Hohlstift-Gleichstrombuchse oder
eine einbaubare Batterie. Die Ein- / Ausschaltung sowie die Abstimmung der Antenne erfolgen über einen
Drehknopf am Gerät, oder per Fernsteuerung über das HF-Kabel. Zur Anzeige der Abstimmfrequenz
sowie weiterer Parameter ist ein beleuchtetes schwarz-weiß LC-Display vorhanden.
Die Antenne mit zugehöriger Elektronik ist in einem Kunststoffgehäuse eingebaut. Alle Bauteile inklusive
Ferritstab, dessen Wicklung und einer elektrostatischen Abschirmung der Wicklung und des Verstärkers
„Faradayscher Käfig") befinden sich auf einer Leiterplatte. Im Gehäuse ist ein von außen zugängliches
Batteriefach vorhanden, in das eine Batterie der Größe 6LR61 (auch 6F22 oder „9V Block" genannt)
eingesetzt werden kann. Vorteilhaft ist die Verwendung von NiMh- oder Li-Ion-Akkumulatoren. Es sind alle
Typen mit Spannungen ab minimal 5,7 V verwendbar.
Die RFA1 arbeitet mit dem Ferritstab als „Magnetantenne" mit vorwiegender Aufnahme der magnetischen
Komponente des EM-Feldes. Wie alle Magnetantennen weist sie eine bidirektionale 8-förmige
Richtungscharakteristik auf. Die Hauptempfangsrichtungen liegen quer zur Längsache des Gehäuses
(nach rechts und links), die Nullstellen in Längsrichtung (nach vorn und hinten). Nach oben und unten ist
annähernder Rundempfang, allerdings mit verringerter Empfindlichkeit, vorhanden. Die Antenne muss für
optimalen Empfang passend ausgerichtet werden. „Optimaler" Empfang kann dabei durch Maximierung
des gewünschten Nutzpegels, oder Minimierung eventuell vorhandener Störsignale erreicht werden.
Ferritantennen sind selektive Antennen (Schwingkreis). Sie müssen auf die gewünschte
Empfangsfrequenz abgestimmt werden. In der RFA1 ist dazu eine elektronische Schaltung vorhanden, die
mittels umschaltbarer bzw. variabler Kondensatoren sowie umschaltbarer Induktivität der Spule des
Ferritstabes die Abstimmung realisiert. Die Steuerung erfolgt durch einen Mikroprozessor. Zur Einstellung
der gewünschten Frequenz ist ein nichtrastender (optischer) Drehgeber vorhanden. Eine Drehung des
Drehgebers (Knopf „On/Off Tune") bewirkt die Änderung der Abstimmung zu höheren oder tieferen
Frequenzen.
Um trotz des relativ kleinen eingebauten Ferritstabes und des großen Frequenzbereichs eine genügende
Selektivität und Empfangsspannung zu gewährleisten, besitzt die RFA1 eine Güte-Vervielfacherschaltung
(„Q-Multiplier"). Die sogenannte Güte eines Schwingkreises bestimmt seine Bandbreite und seine
Resonanzspannung. Mit steigender Güte nimmt die Bandbreite ab und die Spannung zu. Zur
Güteerhöhung wird in der RFA1 eine Rückkopplung verwendet. Diese wird vom Mikroprozessor
automatisch immer so eingestellt, das eine hohe Güte vorhanden ist, ohne dass zuviel Signal
rückgekoppelt wird. Dies würde sonst zur Selbsterregung (Oszillation) führen und die Antenne würde
selbst zum Sender werden.
Die Güte kann mit dem Drehknopf von maximal (Anzeige „99%") bis minimal (Anzeige 0%") eingestellt
werden. Durch Verringerung der Güte kann die Bandbreite der Antenne erhöht werden (Nachstimmen bei
Frequenzwechsel nicht so oft notwendig). Allerdings geschieht dies auf Kosten der Empfangsspannung.
Mit der Empfangsspannung geht aber auch das Eigenrauschen bzw. das empfangene
Umgebungsrauschen zurück. Deshalb sind oft kleinere Güteeinstellungen sinnvoll, da sie das SNR kaum
oder gar nicht veschlechtern. Lediglich bei hohen Selektionsanforderungen oder bei sehr kleinen
Empfangssignalen in rausch- und störarmer Umgebung sind hohe Güteeinstellungen erforderlich.
Die Güte-Anzeigewerte sind relative Werte zwischen maximaler Güte (kurz vor Einsatz der
Selbsterregung) und kompletter Abschaltung der Gütevervielfachung. Ohne Gütevervielfachung (0%)
ergeben sich Empfangspegel und Bandbreite entsprechend den aktuell geschalteten Induktivitäten und
Kapazitäten der Abstimmung. Die Werte sind deshalb stark frequenzabhängig. Bei Güteeinstellung 99%
ergibt sich ebenfalls eine frequenzabhängige Bandbreite, aber der Empfangspegel ist so kalibriert, dass er
sich zwischen benachbarten Abstimmschritten nur um maximal ±2 dB ändert.
Bei hohen Güteeinstellungen wird die Bandbreite so schmal (ca. 2 – 6% der Frequenz), dass sich der
Einstellfehler der Abstimmung bemerkbar macht. Der Fehler ist exemplar- und temperaturabhängig und
verursacht eine Abweichung der Stelle mit dem höchsten Empfangspegel (Mitte der Bandbreite) von der
eingestellten Frequenz. Durch die Verwendung engtolerierter Bauteile (1%) und von
Abstimmkondensatoren mit angepassten Temperaturkoeffizienten zum Ausgleich der Abweichung des
AUSGABE
DATUM
1.2
15/12/20
Bedienungsanleitung
Grundlegende Funktion
K & M Burkhard Reuter
NAME
RFA1A
B. Reuter
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8
Seite
von