WAS
SIE NICHT TUN SOLLTEN
Wir müssen uns einer Sache bewusst sein: Wenn es beim ersten Anhören den Anschein hat, dass die Anpassung den
Gesamtbass reduziert hat, dann sind im Frequenzgang auftretende Spitzen besser als Absenkungen zu hören. Das
ARC-System ebnet nicht nur die Spitzen ein, sondern auch die Absenkungen. Bei eingeschalteter ist es mitunter sofort
ersichtlich, dass die Pegelspitzen und -absenkungen beseitigt sind. Es kann aber länger dauern, bis Sie feststellen, dass
die Basstöne, welche die ganze Zeit verborgen waren, hörbar geworden sind. Aus diesem Grunde kann es schon eine
Woche dauern, bis Sie sich an den neuen Klang gewöhnt haben. Wenn Sie erst einmal an den dichten Bass im gesam-
ten Bereich beim Abspielen mit gleichem Pegel gewöhnt haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie niemals
mehr zum aufgeblähten eintönigen Bass zurückkehren wollen.
Beim Vergleich zwischen aktiviertem und deaktiviertem ARC-System gilt: Beachten Sie bitte, dass der Pegel des Subwoo-
fers entsprechend dem Aktiviert-Zustand des ARC-Systems kalibriert ist. Wenn dann das ARC-System deaktiviert wird,
dann muss der Subwoofer-Pegel möglicherweise neu eingestellt werden.
Wenn Sie die Diagramme das erste Mal anschauen, sind Sie möglicherweise versucht, die Zielkurve sofort zu verändern.
Es gibt aber keinen guten fachlichen Grund, dies zu tun. Wenn Sie mit den Anfangsergebnissen nicht zufrieden sind,
analysieren Sie bitte die rote Vor-der-Korrektur-Messkurve. Diese Messkurve zeigt, wie Ihr System die ganze Zeit ohne
Raumkorrektur arbeitete. Spiegelt diese die allgemeine, von Ihren Lautsprechern erwarte-te Leistung wider (gilt vor
allem für den Bass)? Wenn dies nicht der Fall ist, versuchen Sie bitte nicht, die relative schlechte Leistung durch eine
elektronische Korrektur auszugleichen. Eine elektronische Korrektur ist kein Ersatz für eine korrekte Lautsprecherpositi-
onierung. Des Weiteren kann eine solche Korrektur auch nicht zuverlässig erzwingen, dass Ihre Lautsprecher etwas tun,
auf das sie nicht ausgelegt sind. Ihr Anwendungszweck besteht darin, dass sie im Vergleich zur bereits guten Situation
vor Anwendung der Raumkorrektur auf einem noch höheren Niveau arbeiten.
Im Folgenden wird ein klassischer Fall dafür, was Sie nicht tun dürfen, aufgezeigt. Es handelt sich um den Versuch, den
Tieftöner eines "Vollbereichs"-Lautsprechers in einen Subwoofer umzuwandeln, indem manuell die Anpassungs-Cut-
off-Frequenz von 35 Hz auf 25 Hz abgesenkt wird und die Neigung von der vierten Ordnung auf eine allmählichere dritte
Ordnung reduziert wird. Solche Veränderungen gehen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht gut aus. Die Belastungs-
steigerung des Lautsprechers von ca. 20 Hz auf 30 Hz kann ganz schnell zu einer Tieftöner- und/oder Weichen-Beschä-
digung führen, die durch eine Überbelastung bzw. Überhitzung verursacht werden (+ 6 dB entsprechen der vierfachen
Geräteleistung). Der Verstärker erzeugt außerdem auch eine größere Hitze, was für kein elektronisches Gerät gut ist.
Vermeiden Sie es stets zu erzwingen, dass die grüne Kurve höher als die rote oder die violette Kurve sein soll (siehe
folgendes Diagramm):
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