RAUMAKUSTIK
Ihr Raum
Hier handelt es sich um einen der Bereiche, wo es eines gewissen Hintergrundwissens für das Verständnis, etwas Zeit und
eines Experimentierens bedarf, um die bestmögliche Leistung aus Ihrem System herauszuholen. Ihr Raum verkörpert im
Grunde genommen eine Komponente und damit einen wichtigen Bestandteil Ihres Systems. Diese Komponente ist eine sehr
große Variable, welche das musikalische Erlebnis in einem erheblichen Maße verbessern oder verschlechtern kann.
Sämtlicher Klang setzt sich aus Wellen zusammen. Jede Note hat eine eigene Wellengröße, wobei die tieferen Bassnoten in
einem Bereich von 3 m bis 12 m liegen. Ihr Raum ist an diesem "Wellenerlebnis" wie ein dreidimensionales Bassin beteiligt, wo
die Wellen in Abhängigkeit von der Größe des Raumes und der Beschaffenheit der Flächen im Raum reflektiert und verbessert
werden.
Denken Sie bitte daran: Ihr System kann sämtliche Informationen erzeugen, die für die Nachbildung eines Musikereignisses in
Bezug auf Zeit, Raum und Tonbalance benötigt werden. Im Idealfall sollte Ihr Raum nicht zu diesen Informationen beitragen.
Jeder Raum trägt jedoch in einem gewissen Maße zum Klang bei. Glücklicherweise hat MartinLogan Ihren Lautsprecher so
ausgelegt, dass diese Anomalien minimal sind.
Lassen Sie uns nun über einige wichtige Begriffe sprechen, bevor wir mit dem Setup fortfahren.
Terminologie
Stehwellen
Die parallelen Wände Ihres Raumes werden bestimmte Noten auf den Punkt verstärken, dass sie lauter als der Rest des
Audiospektrums klingen und einen "Einzelnoten-Bass", einen "aufbrausenden Bass" bzw. einen "aufgeblasenen Bass"
bewirken. Zum Beispiel: 100 Hz verkörpern eine Wellenlänge von 3 m. Ihr Raum wird diese spezielle Frequenz verstärken,
wenn eine der dominanten Abmessungen 3 m beträgt. Große Gegenstände wie z.B. Möbelstücke im Raum können dabei
behilflich sein, dieses mögliche Problem gering zu halten. Einige ausgeprägte Audiophile werden sich möglicherweise extra
einen "Spezialraum" schaffen, der keine parallelen Wände hat, nur um die Eliminierung dieser Erscheinung zu unterstützen.
Reflektierende Flächen (Nahbereichsreflexionen)
Die harten Flächen Ihres Raumes (vor allem dann, wenn Sie sich nahe dem Lautsprechersystem befinden) werden immer
wieder einige Wellen in den Raum zurück reflektieren und damit die Klarheit und die Abbildung Ihres Systems
durcheinanderbringen. Die kleineren Klangwellen werden hier meistens beeinträchtigt, was in den mittleren und den höheren
Frequenzen auftritt. Dies ist die Stelle, wo Stimmen und Frequenzen auftreten, die so hoch wie bei Zymbalen sind.
Mitschwingende Flächen und Gegenstände
Alle Flächen und Gegenstände in Ihrem Raum sind den Frequenzen ausgesetzt, die von Ihrem System erzeugt werden. Sie
werden ganz wie ein Musikinstrument schwingen, in Synkopation mit der Musik "weitertragen" und die Musik beeinträchtigen.
Dabei können ein Überschwingen, ein Aufbrausen und sogar eine Aufhellung auftreten. Grund hierfür ist, dass die Flächen und
Gegenstände mit Ihrer Musik mitschwingen.
Resonanzhohlräume
Kleine Nischen oder Einbauschränke in Ihrem Raum können Kammern sein, die eigene "Stehwellen" erzeugen und eigene
"Einzelnoten"-Töne erklingen lassen.
Klatschen Sie in die Hände. Können Sie ein sofortige Echo hören? Wenn das so ist, dann haben Sie Nahbereichsreflexionen.
Stampfen Sie mit dem Fuß auf den Fußboden. Können Sie ein dröhnendes Geräusch hören? Wenn das so ist, dann haben Sie
Stehwellen oder Resonanzen von großen Flächen wie z.B. einer schlecht gestützten Wand. Stecken Sie Ihren Kopf in einen
kleinen Hohlraum und sprechen laut. Können Sie ein dröhnendes Geräusch hören? Wenn das so ist, dann haben Sie gerade
eine Hohlraumresonanz wahrgenommen.
Faustregeln
Vergleich zwischen harten und weichen Flächen
Wenn die vordere oder die hintere Wand Ihres Hörraumes weich beschaffen ist, dann könnte es von Vorteil sein, gegenüber
dieser eine harte bzw. reflektierende Wand zu haben. Die Decke und der Fußboden sollten auf der gleichen Grundregel
basieren. Die seitlichen Wände sollten jedoch ungefähr gleich beschaffen sein, um ein fokussiertes Abbild zu haben.
Bei dieser Regel wird davon ausgegangen, dass eine geringe Reflexion gut ist. Es ist aber auch eine Tatsache, dass einige
Räume so übermäßig mit Fußbodenbelägen, Vorhängen und schallschluckenden Elementen gedämpft sein können, dass das
Musiksystem dumpf und leblos klingen kann. Andererseits können die Flächen von Räumen auch so hart sein, dass das
System wie eine Turnhalle mit zu viel Reflexion und Aufhellung klingen kann. Die Sache ist die, dass die Balance eine optimale
Umgebung ausmacht.
Gegenstände zur akustischen Auflösung
Gegenstände mit komplexen Formen wie z.B. Bücherregale, Schrankmöbel und mehrfach geformte Wände können dabei
behilflich sein, die "Klangteufel" aufzulösen und alle dominanten Frequenzen zu zerstreuen.
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