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Dachentwässerung Mit Druckströmung - Planung Und Hydraulische Auslegung; Funktionsweise - Wavin Intensio Handbuch

Inhaltsverzeichnis
Druckentwässerungssystem Wavin QuickStream
Wavin QuickStream Dachabläufe
2.3. Dachentwässerung mit Druckströmung
– Planung und hydraulische Auslegung

2.3.1. Funktionsweise

Grundsätzlich kann eine Dachfläche auf zwei Arten entwässert
werden.
Freispiegelsystem
Dachentwässerung mit Druckströmung (Wavin QuickStream)
Bei beiden Systemen handelt es sich um Schwerkraftentwäs-
serungsanlagen. Die Aufgabe einer Dachentwässerung ist es,
anfallen des Regenwasser und Tauwasser (Schneeschmelze)
vom Dach an einen bestimmten Übergabepunkt (Kanalsystem,
Regenrück haltung oder Versickerungsanlage) zu transportieren.
Bei dem Transport des Regenwassers, entstehen durch notwen-
dige Einbauten wie z. B. Dachabläufe, Formteile oder Rohrlei-
tungen Druckverluste.
In Schwerkraftentwässerungsanlagen (Freispiegel und Druckent-
wässerungsanlagen) wird die Energie zur Überwindung dieser
Druckverluste (Formteile, Dachabläufe und Rohrreibung) aus der
Wasserspiegeldifferenz zwischen Anfangs- und Endpunkt des
Rohrnetzes (Wassersäule) gewonnen.
In einer Freispiegelentwässerung steht zur Überwindung der
Druckverluste nur eine sehr geringe Energiehöhe zur Verfügung.
Die Wasserspiegeldifferenz (Energiehöhe) resultiert lediglich aus
dem vorgeschriebenen Rohrleitungsgefälle (siehe Abb. 2). Zudem
ist nachteilig, dass die wichtige Forderung der Be- und Entlüftung
des Freispiegelentwässerungssystems eingehalten werden muss.
Die DIN 1986-100 schreibt vor, dass zur ausreichenden Be- und
Entlüftung von Regen-Freispiegelentwässerungen innerhalb von
Gebäuden, ein maximaler Füllungsgrad von 0,7 vorzusehen ist.
Somit stehen 30 % der Rohrleitung nicht für den Transport des
Regenwassers zur Verfügung, da in diesem Rohrbereich die Be-
und Entlüftung des Rohrsystems ausgeführt wird.
Bei Druckentwässerungsanlagen wird durch spezielle Dach-
abläufe verhindert, dass während des Betriebs Luft durch die
Dachabläufe eindringen kann. Somit wird die Sammelleitung
nach und nach immer weiter mit Regenwasser gefüllt. Im Umlen-
kungsbereich in die Fallleitung entsteht durch die planmäßige
Über lastung der Sammelleitung ein „Wasserpfropfen" der durch
die Fallleitung nach unten fällt. Durch das Herabfallen des
Wasserpfrop fens entsteht im Entwässerungsnetz Unterdruck.
Durch diesen Unterdruck wird das Regenwasser mit hohen
Geschwindigkeiten vom Dach „abgesaugt". Das gesamte Rohr-
netz, vom Dachablauf bis zum Übergang auf die Entspannungs-
leitung ist voll gefüllt (h/d = 1). Somit kann die gesamte Wasser-
spiegeldifferenz (Energiehöhe) zur Überwindung von Druckver-
lusten genutzt werden. Pro Meter voll gefüllter Rohrleitung stehen
ca. 98 mbar Energie zur Verfügung. Die Rohrleitungen können
im Vergleich zu einer Freispiegelentwässerung wesentlich kleiner
dimensioniert werden, da die zur Verfügung stehende Energie zur
Überwindung der Druckverluste erheblich größer ist.
Technisches Handbuch Druckentwässerungssystem Februar 2015
www.wavin.com
DN 40
DN 50
Abb. 1: Energiehöhe Druckentwässerung
DN 110
DN 160
Abb. 2: Energiehöhe Freispiegelsystem
2.3.2. Hauptplanziel
Die Regenentwässerungsanlage muss so dimensioniert und
installiert werden, dass alle Regenereignisse bis zu einem Jahr-
hundertregenereignis die statischen Sicherheitsreserven der Trag-
werkskonstruktion des Daches nicht beanspruchen. Die Summe
der einzelnen Funktionshöhen darf die maximale Dachbelastung
nicht überschreiten.
Das Entwässerungssystem wird in eine Hauptentwässerung und
in eine Notentwässerung aufgeteilt.
1
H2
H1
1. Dachablauf Hauptentwässerung
2. Dachablauf Notentwässerung (alternativ
Attika öffnung)
H1 = erforderliche Anstauhöhe am Hauptablauf
H2 = erforderliche Anstauhöhe am Notablauf
(Überlauf)
H3 = maximale Anstauhöhe
Abb. 3: Funktionshöhen
GEBÄUDETECHNIK
Technisches Handbuch
DN 75
DN 110
DN 200
DN 315
2
Attika-
H3
öffnung
r
-r
(5,100)
(5,5)
freier Auslauf
r
(z. B. Kanalnetz)
(5,5)
9
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