Druckentwässerungssystem Wavin QuickStream
Wavin QuickStream Dachabläufe
2.3.8.3. Unterschiedliche Abflussverzöge-
rung/unterschiedlicher Höhen
Dachflächen mit unterschiedlichen Abflussverzögerungen (z. B.
Gründach/Foliendach) sowie Dachflächen mit unterschied-
lichen Höhen dürfen nicht an eine gemeinsame Fallleitung
angeschlos sen werden. Durch unterschiedliche Verzögerungen
bzw. Höhen können die Anlaufbedingungen stark unterschiedlich
sein. Auf den Dachflächen könnten zu unterschiedlichen Zeiten
Wassermengen vorhanden sein. In diesem Fall würde in Teil-
bereichen Luft in das System eindringen, welche zum Gesamt-
versagen der Anlage führen könnte. Es empfiehlt sich, die Dach-
flächen durch zwei unabhängige Rohrstränge zu entwässern.
2.3.8.4. Umlenkung in die Fallleitung
Die Umlenkung in die Fallleitung darf maximal in der Dimension
der Sammelleitung ausgeführt werden. Kleinere Dimensionen
sind möglich (siehe auch Beschreibung Anlaufvolumenstrom). Bei
Ausführung der Fallleitung in einer größeren Dimension als die
Sammelleitung kann das System nicht sicher anlaufen.
DN 160
DN 160
Abb. 13: Fallleitung dimensionsgleich
DN 160
DN 125
Abb. 14: Fallleitung reduziert
DN 160
DN 200
Abb. 15: Fallleitung größer (so darf nicht verbaut werden)
Technisches Handbuch Druckentwässerungssystem Februar 2015
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2.3.8.5. Fließgeschwindigkeit
Beim Betrieb der Druckentwässerung entstehen nicht selten
sehr hohe Fließgeschwindigkeiten. Hierdurch wird das Rohrnetz
mehrmals jährlich gereinigt. Ein Teil der Ablagerungen (z. B. Laub)
wird durch die hohen Fließgeschwindigkeiten durch das Rohrnetz
abtransportiert. Um die Selbstreinigung der Druckentwässerung
gewährleisten zu können, sollte eine Mindestfließgeschwindigkeit
von 0,5 m/s nicht unterschritten werden. Die Selbstreinigung der
Rohrleitung im Betrieb ersetzt nicht die normativen Anforderungen
an die Wartungsarbeiten.
2.3.8.6. Abstand der Dachabläufe
unter einander
Der Abstand zwischen zwei Dachabläufen sollte 20 m nicht über-
steigen. Zwischen zwei Dachabläufen entsteht ein natürlicher
Wasserhochpunkt (Fließverhalten zum Auslauf/Überlauf). Bis
zu einem Abstand von 20 m kann dieser Wasserhochpunkt als
unkritisch betrachtet werden.
Durch das natürliche Fließverhalten von Wasser ergibt sich
zwischen zwei Dachabläufen immer ein Wasserhochpunkt. Mit
Einführung der DIN 1986-100 (2008-05) ist dieser natürliche
Wasserhochpunkt unter bestimmten Umständen zu berücksich-
tigen. Bis zu einem Abstand von 20 m zwischen 2 Notüberläufen,
bzw. 10 m zum Überlauf (z. B. Attikaöffung) kann der natürlichen
Wasserhochpunkt vernachlässigt werden. Darüber hinaus muss
die zusätzlich resultierende Dachbelastung berücksichtigt werden.
In diesem Fall ist die tatsächliche, erforderliche Anstauhöhe
(siehe auch Beschreibung Dachabläufe) am Notüberlauf mit dem
doppelten Wert anzunehmen.
H1 = Anstauhöhe Hauptentwässerung
H2 = Anstauhöhe Notentwässerung
H3 = maximale Anstauhöhe
Abb. 16: Anstauhöhen (vgl. S. 27, Abb. 32)
2.3.8.7. Reduzierung der Fließgeschwindig-
keit vor Austritt
Vor Übergabe an das Kanalsystem (Übergangsbereich Druck-
entwässerung an die Freispiegelentwässerung) sollte die
Fließ geschwindigkeit deutlich reduziert werden. Empfohlen
wird eine Fließgeschwindigkeit von ca. 2 bis 2,5 m/s. Der
Grundleitungs anschluss muss so ausgeführt sein, dass die Reak-
tionskräfte (Auftreffen des Wasserstrahls auf die Umlenkung)
sicher aufgenommen werden.
GEBÄUDETECHNIK
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