Elektrolok
BR 252
DAS vorbilD
Die BR 252 ist die letzte E-Lok Entwicklung der DR. Als Lok für schwere
Güterzüge und Reisezüge sollte sie die Ablösung der in den siebziger
Jahren entwickelten BR 250 darstellen.
Geplant war eine Ausführung für die mit 50Hz elektrifizierte Rübeland-
bahn als auch eine Version für eine Höchstgeschwindigkeit von 160
km/h. Diese war für den Westberlin Transitverkehr auf der Verbindung
nach Hannover vorgesehen. Es war dort bereits Ende der Achtziger der
Ausbau der Strecke auf hohe Geschwindigkeiten geplant.
Allerdings kam die Fertigstellung der Entwicklung für die DR zu spät.
Erst im Frühjahr 1991 wurden die 4 Probemuster fertig gestellt. Nach
Erprobungsfahrten im Jahr 1991 wurden die Loks Anfang 1992 im BW
Dresden (Friedrichstadt) stationiert und vorwiegend im Güterverkehr
eingesetzt. Die Baureihenbezeichnung wechselte von 252 nach DR
Nummernschema zu 156 der einheitlichen DBAG Systematik. Weitere
Untersuchungen erfolgten 1994 im Bundesbahn-Zentralamt Minden
und in der Zentralstelle Maschinentechnik Halle.
Durch die geänderten politischen Verhältnisse wurde die bestehende
Strecke Berlin – Hannover durch eine Neubaustrecke ersetzt, für die eine
Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h nicht ausreichend war. Der Güter-
verkehr war nach der politischen Wende deutlich zurückgegangen und
die DB favorisierte 4 achsige Triebfahrzeuge. Technisch war die BR 252
in einer klassischen Wechselstromtechnik ausgeführt. Weil es bereits
gute Erfahrungen mit der damals relativ neuen Drehstromtechnik gab,
unterblieb auch aus wirtschaftlichen und technischen Gründen eine Be-
schaffung dieser Baureihe.
Der Einsatz der Loks erfolgte vorwiegend im schweren Güterverkehr auf
den sächsischen Hügelstrecken. Vor InterRegio Zügen kamen die Loks
im Personenverkehr auch ins brandenburgische Land nach Cottbus und
Frankfurt (O). Nach der Gründung der DB Cargo gelangten alle Lokomo-
tiven 1998 dorthin. Die Loks wurden im Oktober 2002 von der DBAG
aus dem Betrieb genommen. Sie wurden konserviert in Dresden Fried-
richstadt abgestellt. Ein Jahr später erfolgte der Verkauf der Loks an die
Mitteldeutsche Eisenbahn (MEG), wo sie noch heute im Einsatz stehen.
Der Einsatz bei der MEG erfolgt vor schweren Kesselwagenzügen und
vor Zementzügen von Rüdersdorf und Rostock Seehafen. Seit 2007 füh-
ren die Loks auch Züge des kombinierten Ladungsverkehrs.
Die Farbgebung der Lokomotiven war recht unterschiedlich und wech-
selte im Lauf der Einsatzzeit. Auch die Gestaltung der Kontrastfläche an
der Frontseite, die Farbgebung des Daches und des Langträgers und die
Anschriften der Baureihenbezeichnung waren recht unterschiedlich und
nie wirklich gleichzeitig einheitlich.
DAS MoDEll
Das Modell ist eine maßstäbliche Nachbildung mit entsprechend des
Nachbildungszeitraumes vorbildentsprechender Farbgebung und Be-
schriftung. Vier Achsen sind angetrieben, zwei davon sind mit je einem
Haftreifen versehen. Zwei Schwungscheiben auf der Motorwelle sor-
gen für ausgeglichene Fahreigenschaften. Die Stromabnahme erfolgt
von allen Achsen. Zusätzlich sind die Pantographen an der Leiterplatte
mittels Federkontakt stromführend verbunden. Einen Wahlschalter für
Oberleitungsbetrieb gibt es nicht. Stört im Falle eines echten Oberlei-
tungsbetriebes die Verbindung der Oberleitung mit einer Schiene, so ist
die vom Drehgestell an die Leiterplatte geführte Litze zu unterbrechen.
An beiden Seiten verfügt das Modell über eine fahrtrichtungsabhängige
Beleuchtung mit einem automatischen Lichtwechsel. Das Modell ist
für den Einbau eines Decoders vorgesehen. Dazu verfügt das Modell
über eine PluX12-Schnittstelle nach NEM 658. Das Modell erreicht nach
www.tillig.com
www.facebook.com/tilligbahn
einer Einlaufzeit von ca. 20 Minuten in beide Fahrtrichtungen seine
optimalen Fahreigenschaften. Ab Werk ist das Modell ausreichend ge-
fettet. Ein Nachfetten oder – ölen mit harz- und säurefreien Fett oder
Öl ist erst nach ca. 100 Betriebsstunden zu empfehlen. Dazu geeig-
netes Fett ist unter TILLIG Art.-Nr. 08973 erhältlich. Die Reinigung der
Radschleifer und Radsätze zur Erhaltung der Kontaktgabe ist jedoch je
nach Einsatz öfters zu empfehlen. Dazu geeignete Reinigungsflüssig-
keit ist unter TILLIG Art.-Nr. 08977 erhältlich.
Das Modell kann zur Wartung durch Abnehmen des auf den Rahmen
gerasteten Oberteiles geöffnet werden. Die Rastnasen befinden sich in
den oberen Trittstufenlöchern unter den Einstiegstüren des Oberteiles.
Um die Verbindung zu lösen, ist das Oberteil über den Drehgestellen
etwas zu spreizen und nach oben abzunehmen.
Dem Modell liegen zur weiteren Detaillierung Zurüstteile bei, die unter
Beachtung des Einsatzes des Modells angebracht werden können. Die
Teile sollten mit einem Tropfen Sekundenkleber gesichert werden.
Achtung: Bei Abnahme des Oberteils nicht an den Drehgestellen
!
ziehen.
DigitAliSiErung
Zur Digitalisierung ist das Modell mit einer zweireihigen Schnittstelle
PluX12 nach NEM 658 ausgestattet. In dieser Schnittstelle befindet sich
der Entstörsatz, der gegen einen Decoder ausgetauscht wird. Geeig-
net sind sowohl einreihige, sechspolige Decoder mit Schnittstelle nach
NEM 651 (z. B. TILLIG Art.-Nr. 66021) oder die 12-poligen PluX-Decoder
(z. B. TILLIG Art.-Nr. 66024).
Seitlich in einer Rahmenaussparung befindet sich die Decoderschnitt-
stelle. Wird der Entstörsatz komplett mit der 12-poligen Adapterlei-
terplatte abgezogen, kann ein PluX12-Decoder montiert werden.
Wird nur der Entstörsatz abgezogen, kann ein 6-poliger Decoder nach
NEM 651 eingesteckt werden. Mit sechspoligen Decodern ist der volle
Funktionsumfang, den die Leiterplatte bietet nicht erreichbar, da
den Decodern die erforderlichen zusätzlichen Funktionen fehlen. Mit
12-poligen PluX-Decodern ist das Licht eines Führerstandes komplett
abschaltbar. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Lautsprecher an
der Hauptleiterplatte anzuschließen. Der Einbau eines Rechtecklautspre-
chers ist unter dem Fahrzeug in der mittleren Gerätekastenabdeckung.
Der Anschluß des Lautsprechers erfolgt an den beiden seitlichen Kon-
takten der Hauptleiterplatte.
Zum Einbau des Decoders ist das Modell entsprechend der Anleitung
im vorigen Abschnitt zu öffnen.
Vorsicht: Bitte beachten Sie, dass Motoren im Digitalbetrieb
!
einem höheren Verschleiß unterliegen, da der Motor durch den
Impulsbetrieb beständig unter Vollast angefahren wird. Um diesen
Verschleiß nicht übermäßig zu erhöhen, empfiehlt sich eine Einstel-
lung der Gleisspannung von maximal 14 V. Auch die Leuchtdioden
und Vorwiderstände sind auf eine Betriebsspannung von 12 V für den
konventionellen Betrieb eingestellt. Bei höherer Gleisspannung tritt
eine größere Verlustleistung an den Bauelementen auf, die zu einer
größeren Erwärmung führt. Um Schäden vorzubeugen, empfiehlt sich
das Dimmen der Leuchtdioden entsprechend der Bedienungsanleitung
der Decoder.
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Art.-Nr. 04990
04991
04992
Abbildung zeigt Art.-Nr. 04991
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