Mammut BARRYVOX Handbuch

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HANDHABUNG DES BARRYVOX®

Wie alle Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS-Geräte) enthält das Barryvox® stoßempfindliche Ferritantennen. Daher sollten Sie es mit größter Sorgfalt behandeln!

Lagern Sie das Gerät und das Tragesystem an einem trockenen Ort, der vor extremer Kälte oder Hitze und direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Überprüfen Sie immer das Ergebnis des Selbst- und Batterietests, achten Sie auf Warnmeldungen und führen Sie den Gruppencheck durch. Es liegt in Ihrer Verantwortung, Ihr Barryvox® regelmäßig auf mechanische Gehäuseschäden, die ordnungsgemäße Funktion des Hauptschalters, die Abdeckung des Batteriefachs sowie auf Sauberkeit und mechanische Unversehrtheit der Batteriekontakte zu überprüfen. Um die einwandfreie Leistung des LVS-Geräts zu gewährleisten, wird dringend empfohlen, Ihr Gerät alle drei Jahre für einen Funktionstest an ein offizielles Barryvox® Service Center einzusenden. Das empfohlene Datum der nächsten Überprüfung kann unter «Maintenance» (Wartung) in der Ausschaltsequenz des Geräts eingesehen werden. (Siehe "Periodic check by a Barryvox® Service Center" (Regelmäßige Überprüfung durch ein Barryvox® Service Center) in Kapitel "Additional Information" (Zusätzliche Informationen).)

Störungen

Vermeiden Sie immer, dass andere elektronische Geräte (z. B. Mobiltelefone, Radios, Stirnlampen, Kameras), Metallobjekte (Taschenmesser, Magnetknöpfe) oder andere LVS-Geräte in der Nähe (20 cm im SEND-Modus; 50 cm im SUCH-Modus) Ihres eingeschalteten Lawinenverschüttetensuchgeräts sind.

Sie sollten keine Kleidung mit Magnetknöpfen tragen! Trägern von Herzschrittmachern wird geraten, das Gerät in einer sicheren Hosentasche (keine Vitaldatenerfassung) zu tragen. Beachten Sie die Herstelleranweisungen bezüglich der Auswirkungen auf Herzschrittmacher.

Information BarryTip: Halten Sie das Gerät beim Suchen mindestens 50 cm von diesen Objekten entfernt und schalten Sie, wenn möglich, alle elektronischen Geräte aus. Es wird dringend empfohlen, Mobiltelefone auszuschalten!

ERSTEINRICHTUNG

Batterien

Verwenden Sie ausschließlich Alkalibatterien (LR03/AAA) desselben Typs. Setzen Sie immer 3 neue Batterien desselben Typs ein. Falls diese Batterien entfernt werden müssen, müssen dieselben 3 Batterien oder 3 neue Batterien wieder eingesetzt werden. Verwenden Sie niemals wiederaufladbare Batterien und ersetzen Sie immer alle Batterien gleichzeitig. Stellen Sie sicher, dass der Deckel richtig geschlossen ist und dass das Gerät und die Batterien trocken bleiben.
Ersteinrichtung - Batterien
Schieben Sie die Batteriefachabdeckung mit einem Fingernagel oder dem Leinenclip nach links, und sie öffnet sich.

Überprüfen Sie regelmäßig das Batteriefach. Reinigen oder trocknen Sie es bei Bedarf, da Feuchtigkeit Korrosion verursachen kann.

Vermeiden Sie es, die Kontakte mit den Händen zu berühren; verwenden Sie ein sauberes Tuch. Eine zuverlässige Stromversorgung ist entscheidend für den sicheren Betrieb.

Bei längerer Lagerung oder Nichtgebrauch des LVS-Geräts (Sommer, Reisen, Versand) die Alkalibatterien entfernen. Die Garantie erlischt, wenn Batterien ausgelaufen sind!


Beschädigungsgefahr bei Verwendung des falschen Batterietyps.

Der Hauptschalter befindet sich auf der Oberseite des Geräts. In der linken Position AUS ist das Gerät ausgeschaltet, in der mittleren Position SENDEN befindet sich das Gerät im SEND-Modus und in der rechten Position SUCHEN befindet sich das Gerät im SUCH-Modus. Aus Sicherheitsgründen muss der aufklappbare Entriegelungsknopf gedrückt werden, um den SEND-Modus zu verlassen. Um vom SUCH-Modus in den SEND-Modus zurückzukehren, schieben Sie den Hauptschalter einfach seitlich.

Stellen Sie immer sicher, dass der Schalter mechanisch einrastet, um einen unerwünschten Moduswechsel zu vermeiden.
ERSTEINRICHTUNG - Hauptschalter AUS / SENDEN / SUCHEN

Benutzeroberfläche und Tastenbedienung
Die Bedienung des Barryvox® ist einfach und unkompliziert. Die gesamte Benutzerinteraktion erfolgt über die Taste auf der Vorderseite. Um Ihre Auswahl zu bestätigen, verwenden Sie die orangefarbene Taste. Die durch Drücken der Taste ausgelöste Aktion wird unten links auf dem Bildschirm angezeigt.

Beispiele: Drücken Sie die Taste, um... ...den Gruppencheck zu aktivieren.

GERÄT-ZU-GERÄT-UPDATE

Dank des Gerät-zu-Gerät-Updates können Sie die neuen Funktionen Ihrer Firmware mit älteren Barryvox® Geräten teilen.

Voraussetzungen für das Gerät-zu-Gerät-Update:

  • Batterieladung in beiden Geräten über 30 %.
  • Es kann jeweils nur ein Upgrade in demselben Gebäude oder innerhalb eines Radius von 50 m durchgeführt werden.
  • Nur Geräte derselben w-link-Region (kein Gerät-zu-Gerät-Upgrade für in Japan gekaufte Geräte).
  • Befolgen Sie die Anweisungen auf dem Bildschirm.
  1. Schalten Sie beide Geräte AUS
  2. Halten Sie die Taste am Gerät mit der neueren Firmware gedrückt und schieben Sie gleichzeitig den Hauptschalter von AUS auf SENDEN. Halten Sie die Taste gedrückt, bis dieser Bildschirm erscheint:
  3. Das Gerät ist nun bereit, das Update zu übertragen. Drücken Sie dieTaste, falls Sie das Update nicht durchführen möchten.
  4. Halten Sie die Taste am Gerät, das aktualisiert werden soll, gedrückt und schieben Sie gleichzeitig den Hauptschalter von AUS auf SENDEN. Lassen Sie die Taste nach 2 Sekunden los.
  5. Die Firmware wird auf dem Gerät installiert. Der Fortschritt wird in Prozent oben links angezeigt

SELBST- UND BATTERIETEST

Inbetriebnahme / Selbst- und Batterietest


Beim Start führt das Gerät einen Selbsttest durch. Das Ergebnis des Selbsttests wird angezeigt, sobald das Gerät zum ersten Mal in den SEND-Modus wechselt.

Fällt die Batterieleistung unter 30 % (Alkalibatterien) oder wird das Batteriesymbol angezeigt, müssen die Batterien so schnell wie möglich ersetzt werden!

Batterietest und Batteriestandsanzeige

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen Durchschnittswerte für die Batteriestände. Der verbleibende Batteriestand kann nur korrekt angezeigt werden, wenn die Batterien gemäß dem Kapitel «Batteries» (Batterien) verwendet werden. Niedrige Temperaturen, Alter und Marke können sich negativ auf die Batterielebensdauer und die Genauigkeit der Batteriestandsanzeige auswirken.

Information BarryTip: Da das Risiko eines Batterieausfalls gegen Ende der Batterielebensdauer steigt, empfehlen wir, die Batterien bereits 10 % vor Erreichen der Notreserve der normativen Anforderung zu ersetzen. Bitte ersetzen Sie die Batterien bei 40 %.

100 %:
Normative Anforderung (=Mindestanforderung):
min. 200 Std. im SEND-Modus bei 10°C gefolgt von 1 Std. im SUCH-Modus bei -10°C. Typische Werte für das Barryvox® mit Alkalibatterien: 300 Std. im SEND-Modus bei 10°C (gemessen mit PULS Power).

weniger als: 30 % / 0 %
Die Batterien müssen so schnell wie möglich ersetzt werden!
Notreserve bei 30 %:
Max. 20 Std. im SEND-Modus bei 10°C und max. 1 Std. im SUCH-Modus bei -10°C verbleibend.

Das LVS-Gerät gibt eine Warnung aus, wenn der Batteriestand beim Start im Notreservebereich liegt.

TRAGEPOSITIONEN

Passen Sie das BarryMount an Ihren Körper an. Unabhängig von der Trageweise sollte das Display immer zum Körper zeigen!
TRAGEPOSITIONEN

BarryMount (Empfohlene Trageweise)
Das BarryMount sollte vor Antritt der Tour über der innersten Kleidungsschicht angelegt werden (siehe Abbildung) und muss während der gesamten Tour am Körper getragen werden. Das LVS-Gerät muss immer von einer Kleidungsschicht bedeckt bleiben. Das Gerät selbst wird gemäß der Abbildung in das BarryMount eingesetzt. Es sollte immer mit dem Clip der BarryLeash am Holster befestigt bleiben.
TRAGEPOSITIONEN - BarryMount (Empfohlen)

Tragen des LVS-Geräts in einer Tasche
Wenn Sie das Barryvox® in einer Hosentasche tragen, muss der Reißverschluss während der gesamten Tour geschlossen bleiben. Verwenden Sie immer eine gesicherte Tasche (siehe Abbildung). Die Handschlaufe sollte an Ihrer Hose oder um Ihren Gürtel befestigt werden.
TRAGEPOSITIONEN - Tragen des LVS-Geräts in einer Tasche

COCKPIT – FUNKTIONSÜBERSICHT

Gerät EIN- und AUSSCHALTEN

Gerät EIN- und AUSSCHALTEN

Gruppencheck

COCKPIT – FUNKTIONSÜBERSICHT - Gruppencheck

SENDEN

COCKPIT – FUNKTIONSÜBERSICHT - SENDEN

GRUPPEN-CHECK

Einzel-Gruppen-Check

Einzel-Gruppen-Check

Bevor eine Gruppe aufbricht, müssen die LVS-Geräte aller Gruppenmitglieder überprüft werden. Die Teilnehmer schalten ihr Gerät in den SEND-Modus (Senden).

Der Gruppenleiter aktiviert den Gruppen-Check, indem er sein Gerät von OFF (Aus) auf SEND (Senden) schaltet und die Taste innerhalb der ersten Sekunden drückt.

Der Test ist erfolgreich, wenn deutliche Pieptöne von den LVS-Geräten jedes Teilnehmers im auf dem Display angezeigten Bereich zu hören sind.

Die Gruppenmitglieder müssen ausreichend verteilt sein, um gegenseitige Störungen zu vermeiden.

Der angegebene Testabstand darf nicht verkürzt werden, da der Gruppen-Check sonst sehr unzuverlässig wird.

Nachdem alle Geräte der Teilnehmer getestet wurden, ist der Gruppen-Check abgeschlossen. Das LVS-Gerät des Gruppenleiters muss in den SEND-Modus (Senden) geschaltet werden.

Wenn im angegebenen Bereich kein Ton zu hören ist, darf das Gerät nicht verwendet werden.
Weiteres Vorgehen:

  1. Überprüfen Sie, ob das Gerät auf SEND (Senden) geschaltet ist.
  2. Batterien wechseln.
  3. Lassen Sie das Gerät vom Hersteller überprüfen.

Kapitel «Wartung und Reparatur».

Wenn Ihr Barryvox® feststellt, dass die Sendefrequenz des getesteten Geräts außerhalb der Toleranz liegt, wird eine Warnmeldung angezeigt. Solche Geräte müssen vom Hersteller überprüft werden.

SEND-Bestätigung

GRUPPEN-CHECK - SEND-Bestätigung
Falls ein regulärer Gruppen-Check aufgrund von Platzmangel nicht möglich ist, kann eine grundlegende Überprüfung durchgeführt werden, ob die LVS-Geräte aller Teilnehmer eingeschaltet sind.

Der Leiter hält sein LVS-Gerät beim Gruppen-Check so nah wie möglich an das LVS-Gerät jedes Teilnehmers.

Dabei muss die Distanzanzeige so weit abnehmen, dass eine Verwechslung des Ergebnisses aufgrund der Anwesenheit anderer Teilnehmer in unmittelbarer Nähe ausgeschlossen ist.

Da der Testabstand für einen regulären Gruppen-Check zu kurz ist, gibt es keine eindeutige Bestätigung. Führen Sie beim nächsten Gruppen-Check einen regulären Gruppen-Check durch, um die einwandfreie Funktion der LVS-Geräte der Teilnehmer zu bestätigen.

Falls die angezeigte Distanz in unmittelbarer Nähe zum LVS-Gerät eines Teilnehmers nicht auf einen Wert sinkt, der die Verwechslung des Ergebnisses mit dem eines anderen Teilnehmers in unmittelbarer Nähe mit Sicherheit ausschließt, muss die einwandfreie Funktion des Geräts durch einen regulären Gruppen-Check überprüft werden.

Doppel-Gruppen-Check

Doppel-Gruppen-Check
Wir empfehlen, einen Doppel-Gruppen-Check einmal pro Woche und generell, wenn eine neue Gruppe zusammenkommt, durchzuführen. Der Doppel-Gruppen-Check testet individuell die SEND- (Senden) und SEARCH-Funktion (Suchen) aller Geräte. Die Gruppenmitglieder aktivieren den Gruppen-Check an ihren LVS-Geräten oder stellen sie auf eine niedrige Empfangslautstärke ein. Der Leiter schaltet sein LVS-Gerät in den SEND-Modus (Senden) und stellt sicher, dass alle Gruppenmitglieder empfangen können.

Anschließend schalten die Gruppenmitglieder ihre LVS-Geräte auf SEND (Senden), und der Leiter aktiviert den Gruppen-Check oder stellt das LVS-Gerät auf eine niedrige Empfangslautstärke ein. Der SEND-Modus (Senden) aller LVS-Geräte wird überprüft, und schließlich schaltet der Leiter sein LVS-Gerät auf SEND (Senden).

SEND (Senden)

Der SEND-Modus (Senden) ist der normale Betriebsmodus im Freien oder in allen anderen Situationen, in denen ein Lawinenrisiko besteht.

Jedes Mal, wenn der SEND-Modus (Senden) aktiviert wird, wird dies durch einen aufsteigenden Dreifach-Piepton bestätigt.

Jeder einzelne Signalimpuls wird getestet. Ist der Test erfolgreich, wird dies durch ein Blinken der roten SEND-Kontroll-LED bestätigt.

Wenn das Gerät feststellt, dass die SEND-Funktion (Senden) beeinträchtigt ist, hört die rote SEND-Kontroll-LED auf zu blinken und der Bildschirm zeigt eine Warnmeldung an.

Um Batteriestrom zu sparen, wird der LCD-Bildschirm im SEND-Modus (Senden) automatisch deaktiviert, kann aber jederzeit durch Drücken der Taste aktiviert werden.

Obwohl das LVS-Gerät einfach zu bedienen ist, erfordert seine effektive Nutzung eine entsprechende Schulung. Wir empfehlen Ihnen, die LVS-Suche regelmässig zu üben.

Beachten Sie, dass elektronische Geräte, einschliesslich Mobiltelefone, die von anderen Rettern verwendet werden, die Suche stören können. Daher wird dringend empfohlen, nicht unbedingt benötigte Telefone auszuschalten!

Achten Sie zu Beginn und während der Suche genau darauf, dass die LVS-Geräte der Retter nicht senden und nicht unbeabsichtigt in den SEND (Senden)-Modus wechseln. Es ist nicht sinnvoll, den Rucksack abzunehmen und Schaufel und Sonde am Rand des Lawinenkegels zusammenzusetzen. Behalten Sie Ihren Rucksack mit der gesamten Ausrüstung am Körper! Die zusammengebaute Schaufel und Sonde ist nur ein Hindernis während der Signal- und Grobsuche. Nehmen Sie Ihren Rucksack erst ab, um Sonde und Schaufel zusammenzusetzen, wenn Sie die Feinsuche erfolgreich abgeschlossen haben.

Der 457-kHz-Sender des LVS-Geräts besitzt eine nierenförmige Sendecharakteristik, die in der Abbildung unten mit Feldlinien visualisiert ist. Der Pfeil des suchenden LVS-Geräts führt den Retter entlang der Feldlinien und somit meist in einer Kurve zum Verschütteten.

Suche entlang der Feldlinie: Flusslinien-Suche

Suchphasen

SUCHE - Suchphasen - Teil 1
SUCHE - Suchphasen - Teil 2

  1. Signalsuche
  • BarryTip: Schnell bewegen.
  • Notfallplan, Suchstrategien und Suchstreifenbreiten: siehe Rückseite des Geräts.
  • Lawinenoberfläche systematisch absuchen.
  • Während der Signalsuche hat der Retter seinen visuellen Fokus auf die Oberfläche des Lawinenkegels gerichtet, um nach visuellen Hinweisen auf der Schneeoberfläche zu suchen. Das erste Signal wird durch einen deutlichen Doppelpiepton angezeigt.

Vom Start der Suche, bis Sie den ersten Ton klar hören, befinden Sie sich in der Signalsuche.

Signalsuche
Die Lawinenoberfläche wird systematisch abgesucht, bis Sie ein Signal empfangen. Während der akustischen Signalsuche hat der Retter den visuellen Fokus auf die Oberfläche des Lawinenkegels gerichtet, um Körperteile oder Gegenstände, die aus der Schneeoberfläche ragen, sehen zu können.

Wenn Ihr Barryvox® erkennt, dass die Signalsuchstreifenbreite aufgrund von Störungen oder aufgrund eines ausserhalb der Standardfrequenz sendenden Geräts reduziert werden muss, wird die reduzierte Suchstreifenbreite angezeigt.

Reduzierte Signalsuchstreifenbreite aufgrund von Störungen.
Reduzierte Signalsuchstreifenbreite aufgrund von Störungen.

Reduzierte Signalsuchstreifenbreite aufgrund eines ausserhalb der Standardfrequenz sendenden Geräts.
Reduzierte Signalsuchstreifenbreite aufgrund eines ausserhalb der Standardfrequenz sendenden Geräts.

Unabhängig vom Betriebsmodus gelten folgende Suchstrategien:
Suchstrategie, wenn der zuletzt gesehene Punkt bekannt ist. Der Signalsuchstreifen erstreckt sich vom zuletzt gesehenen Punkt talabwärts in Richtung des Rutschbereichs.
Suchstrategie bei bekanntem zuletzt gesehenen Punkt

Suchstrategie, wenn der zuletzt gesehene Punkt unbekannt ist.

Zuletzt gesehener Punkt unbekannt, ein Retter.
Zuletzt gesehener Punkt unbekannt, ein Retter.

Zuletzt gesehener Punkt unbekannt, mehrere Retter.
Zuletzt gesehener Punkt unbekannt, mehrere Retter.

  1. Grobsuche
  • BarryTip: Schnell bewegen, der Pfeilrichtung folgen.
    Pfeilrichtung folgen
  • Halten Sie das LVS-Gerät mit ausgestrecktem Arm waagerecht vor sich.
  • Wenn der Abstand zunimmt, entfernen Sie sich vom Verschütteten. Setzen Sie die Suche in die entgegengesetzte Richtung fort.
    Abstand nimmt zu, Suche in Gegenrichtung fortsetzen.

Abstand unter 10

  • BarryTip: Suchgeschwindigkeit reduzieren, dem Pfeil genau folgen.
    Suchgeschwindigkeit reduzieren, Pfeil folgen.
  1. Feinsuche
  • BarryTip: Dem Pfeil folgen! Langsam vor- und zurückgehen, bis der Punkt mit der niedrigsten Distanzanzeige gefunden ist. Gerät auf Kniehöhe halten.

Halten Sie das LVS-Gerät während dieser Suchphase auf Kniehöhe! Das Barryvox® zeigt Ihnen die erste Achse der Feinsuche an, die im Lehrmodell "Airport Approach" (Flughafenanflug) als "runway" (Landebahn) bezeichnet wird.

Für unerfahrene Kameradenretter ist es in der Regel schneller, mit der Sonde fortzufahren, sobald sie die niedrigste Distanzanzeige auf der ersten Achse gefunden haben.

Für fortgeschrittene und erfahrene Benutzer empfiehlt es sich, ein klassisches Gittersuchmuster anzuwenden.

Das Suchen in einem streng senkrechten Kreuz verkürzt die Suchzeit und erhöht die Suchpräzision. Versuchen Sie daher immer, das Gerät und Ihren Körper während der Feinsuche in derselben Ausrichtung zu halten.

Je grösser der verbleibende Abstand zum Verschütteten (Verschüttungstiefe) ist, desto mehr Wiederholungen von Feinsuchkreuzen können erforderlich sein, um eine ausreichende Suchpräzision zu erreichen. Suchen Sie systematisch fein, bis Sie den Punkt mit der niedrigsten Distanzanzeige gefunden haben.

Platzieren Sie sofort eine Markierung, z.B. einen Skistock an dieser Stelle, als wichtige Referenz bei der Anwendung der Sondierspirale. Öffnen Sie jetzt Ihren Rucksack und setzen Sie Sonde und Schaufel zusammen. Es wird empfohlen, den Rucksack sofort wieder auf die Schultern zu nehmen, insbesondere wenn Sie einen Rucksack mit Airbag verwenden. Im ungewöhnlichen Fall einer Sekundärlawine können Sie so die Sicherheitsausrüstung nutzen. Indem Sie die Ausrüstung (z.B. Erste-Hilfe-Set, Funkgerät oder Mobiltelefon) stets im Rucksack bei sich tragen, haben Sie diese immer verfügbar, wenn Sie sie zur Rettung weiterer Verschütteter benötigen.

  1. Punktortung
  • BarryTip: Platzieren Sie eine visuelle Referenz an dem Punkt, an dem Sie die niedrigste Distanzanzeige gefunden haben. Die visuelle Referenz ist wichtig, um systematisch zu sondieren.
  • Wenn der Verschüttete mit der Sonde getroffen wird, lassen Sie die Sonde im Schnee stecken.

Verstauen Sie das Gerät im Suchmodus am Körper (z.B. Tasche), um beide Hände zum Sondieren frei zu haben. Beginnen Sie mit dem Sondieren in einer Spirale im 90°-Winkel zur Schneeoberfläche. Besonders bei hartem Lawinenkegel führen Sie die Sonde mit zwei Händen, eine drückt von oben, die andere führt die Sonde näher an die Schneeoberfläche, um ein Verbiegen der Sonde zu vermeiden. Beachten Sie, dass die auf dem Bildschirm angezeigte Restdistanz die maximal mögliche Distanz zum Verschütteten angibt. D.h. wenn Sie 1.1 auf dem Bildschirm sehen, muss der Verschüttete innerhalb von 1.1m Sondiertiefe und Sondierspiralradius liegen. Falls es in diesem Bereich keinen Sondentreffer gibt, haben Sie den Verschütteten verfehlt. Wiederholen Sie das Sondieren mit einem leicht versetzten Sondierschema (Kapitel «Pinpointing with Transceiver and Probe Pole» (Punktortung mit LVS-Gerät und Sonde)).

Markieren
Markieren Sie den Verschütteten als «found» (gefunden), indem Sie die Taste drücken, nachdem Sie ihn erfolgreich mit einem Sondentreffer geortet haben!

Automatischer Rückfall in SEND (Senden)

Zur Sicherheit der Retter wechselt das Gerät nach 4 Minuten ohne Benutzerinteraktion oder Bewegung automatisch in den SEND (Senden)-Modus.

Suchmodus verlassen

Nach 4 Sekunden wechselt das Gerät automatisch in den SEND (Senden)-Modus.

Mehrfachverschüttungen

Die Markierfunktion ermöglicht es, die Suche nach weiteren Verschütteten fortzusetzen, indem die zuvor georteten als gefunden markiert werden. Graben Sie die bereits gefundenen Verschütteten aus, während die Suche fortgesetzt wird, es sei denn, die Verschüttungstiefe ist besonders gross.
Mehrfachverschüttungssymbol

Wenn das Signal des aktuell gesuchten Verschütteten vorübergehend mit einem anderen Signal überlappt, versucht das Gerät, Sie entlang des optimalen Suchpfads zu führen. Wenn die Signale über einen längeren Zeitraum überlappen, ist eine zuverlässige Führung eingeschränkt. Das Gerät zeigt dies mit einer blinkenden Distanzanzeige an. Verlangsamen Sie die Suche drastisch, bis die Distanzanzeige aufhört zu blinken, was anzeigt, dass die Signalüberlappung behoben ist.

Suche nach mehreren Verschütteten

Das LVS-Gerät versucht, alle erkennbaren Signale zu analysieren und die Anzahl der Verschütteten zu bestimmen. Dies ist möglich, da die Signale jedes Senders Eigenschaften aufweisen, die von den Signalen anderer Sender unterscheidbar sind. Je einzigartiger die Signalcharakteristiken sind, desto genauer können die Signale unterschieden und getrennt werden (Mustererkennung). Durch die automatische Zuordnung der Signale zu ihren jeweiligen Quellen können Mehrfachverschüttungssituationen ohne Anwendung spezieller Suchtaktiken gelöst werden. LVS-Geräte, die auch W-Link-Informationen senden, können besonders schnell und zuverlässig erkannt werden. Die W-Link-Informationen umfassen eine eindeutige Identifikation sowie das Sendemuster.

Liste der Verschütteten

Die Verschütteten, deren Sendemuster identifiziert werden können, werden basierend auf ihrer Signalstärke, die normalerweise der Distanz entspricht, in die Liste der Verschütteten eingefügt. Der nächstgelegene Verschüttete auf der Lawine wird unten, der entfernteste oben in der Liste angezeigt. Die Liste der Verschütteten kann jeweils nicht mehr als 3 Verschüttete anzeigen. Falls die Anzahl der erkannten Verschütteten grösser ist, weisen Pfeilsymbole darauf hin, dass die Liste weitere Einträge nach unten oder oben enthält. Normalerweise führt Sie das Gerät so, dass die Liste von unten nach oben abgearbeitet wird. Der untere, bereits verborgene Teil der Liste der Verschütteten enthält daher die Verschütteten, die bereits als gefunden markiert wurden, und der obere, noch nicht sichtbare Teil der Liste Pfeil nach oben, um weitere Verschüttete anzuzeigen, die Verschütteten, die noch nicht gefunden wurden und sich noch vor Ihnen auf der Lawine befinden.

Unabhängig von der Position eines Verschütteten in der Liste wird das Gerät Sie immer versuchen, so schnell wie möglich zu führen, bis alle erkannten Verschütteten gefunden sind.

Vorgehensweise bei Mehrfachverschüttungen

SUCHE - Vorgehensweise bei Mehrfachverschüttungen

  1. Das Gerät bevorzugt zuerst den nächstgelegenen Verschütteten. Orten Sie die verschiedenen Verschütteten mit dem LVS-Gerät und der Sonde.
    Gerät führt zum nächstgelegenen Verschütteten
  2. Sobald Sie einen einzelnen Verschütteten markieren, führt Sie das LVS-Gerät zum nächstgelegenen, unmarkierten Verschütteten.
    Nach Markierung zum nächsten Verschütteten
  3. Setzen Sie dieses Verfahren fort, bis alle Verschütteten geortet und markiert sind.
    Alle Verschütteten geortet und markiert
  4. Der Retter sucht nun nach zusätzlichen Verschütteten, während das Display das Symbol für die Signalsuchphase anzeigt, um darauf hinzuweisen, dass der Rest der Lawinenoberfläche abgesucht werden muss (Kapitel «Signal Search» (Signalsuche)).
    Signalsuchsymbol und Suche nach weiteren Verschütteten

Grenzen der automatischen Signalerkennung und alternative Suchsysteme

Eine grosse Anzahl von Verschütteten oder Störungen führt zu komplexen Suchszenarien:

  • Je mehr Signale vorhanden sind, desto länger können die Signalüberlappungen dauern.
  • Störungen können schwache Signale von Verschütteten überdecken oder als Signale eines Lawinenverschüttetensuchgeräts interpretiert werden.

Bei komplexen Suchszenarien kann die Fähigkeit, Signale in der Liste der Verschütteten automatisch zu erkennen und zu isolieren, daher eingeschränkt sein.

Bei komplexen Suchszenarien, die durch Signalüberlappung oder Störungen verursacht werden, muss eine näherungsbasierte alternative Suchmethode angewendet werden. In diesem Fall sollte der Suchende versuchen, die verbleibenden Verschütteten durch Anwendung alternativer Suchsysteme wie der Mikrosuchstreifen oder der 3-Kreis-Methode zu finden. Auch wenn das Barryvox® Gerät für die Suche im digitalen Suchmodus optimiert ist, führt eine Verringerung der Suchstreifenbreite und eine Reduzierung der Suchgeschwindigkeit zu einer Erhöhung der Wahrscheinlichkeit der Detektion.

Suche mit mehreren Rettern

Wenn die Suche mit mehreren Rettern gleichzeitig durchgeführt wird, vermeiden Sie es, nach demselben Verschütteten wie ein anderer Retter zu suchen.

Situation 1:
Suchsituation 1: Zwei Retter, zwei Verschüttete

  1. Zwei Retter empfangen zwei Verschüttete.
  2. Ein Retter setzt die Suche nach dem ihm nächstgelegenen Verschütteten fort,
  3. der andere Retter sollte direkt nach dem zweiten Verschütteten suchen, ohne den ersten markieren zu müssen. Die Suche wird daher im aktuellen Signalsuchmuster fortgesetzt
  4. bis das LVS-Gerät offensichtlich zu einem anderen Verschütteten führt.

Situation 2:
Suchsituation 2: Zwei Retter, ein Verschütteter

  1. Die beiden Retter empfangen nur einen Verschütteten.
  2. Ein Retter setzt die Suche nach dem ihm nächstgelegenen Verschütteten fort,
  3. der andere Retter sollte den Rest der Lawine nach weiteren Verschütteten absuchen. Die Suche wird daher im aktuellen Signalsuchmuster fortgesetzt –
  4. auch bei zunehmenden Distanzanzeigen –
  5. bis das LVS-Gerät offensichtlich zu einem anderen Verschütteten führt.

ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN

Verwendung bei Dunkelheit

Wenn Sie das LVS-Gerät im Dunkeln verwenden, wird das Display automatisch beleuchtet.

W-Link Regionen

  • EU Europa und angrenzende Länder
    (W-Link Region A)
    [= hellgrau]
  • US US-, kanadische, neuseeländische und australische Version
    (W-Link Region B)
    [= dunkelgrau]
  • keine Länder ohne W-Link [= schwarz]
  • Länder mit unbekannter Regionalzuweisung [= weiß]

Frequenzbestimmungen erlauben es nicht, dass der Benutzer die Frequenzeinstellung ändert. Damit der Benutzer sein Barryvox® auf Reisen in eine andere Region mitnehmen kann, ist es möglich, den W-Link auszuschalten und bei der Rückkehr nach Hause wieder einzuschalten.

Bitte beachten Sie, dass die W-Link-Einstellung keinen Einfluss auf das Signal hat, das zur Ortung eines Verschütteten verwendet wird.

Drücken Sie die Taste, um auf die Geräte- und Wartungsinformationen zuzugreifen, während das Gerät herunterfährt.

Sobald der Bildschirm "Maintenance" (Wartung) angezeigt wird, halten Sie die Taste gedrückt, um den W-Link ein- oder auszuschalten. Wenn die Einstellung "no" (aus) ist, ist der W-Link ausgeschaltet; im aktivierten Zustand wird die vorprogrammierte W-Link-Region angezeigt.

Fehlerbehebung

LVS-Gerät schaltet sich nicht ein
Kein Selbsttest beim Start

  1. Batterien prüfen und ersetzen.
  2. Wenn dies nicht hilft, lassen Sie das Gerät vom Hersteller überprüfen.

Warnmeldungen

Batterien schwach!
Die Batterien müssen so schnell wie möglich ersetzt werden. Beachten Sie die Anweisungen in den Kapiteln «Batteries» (Batterien) und «Battery Test and Battery Level Indicator» (Batterietest und Batteriestandsanzeige).

Sensorfehler!

  1. Schalten Sie das LVS-Gerät aus und nach ordnungsgemäßem Herunterfahren wieder ein.
  2. Wenn dies nicht hilft, lassen Sie das Gerät vom Hersteller überprüfen.

Warnung «Check SEND» (SEND prüfen)!
SEND-LED blinkt nicht

  1. Diese Warnmeldung wird in der Regel durch externe Störungen ausgelöst. Stellen Sie sicher, dass sich keine Metallobjekte oder elektronische Geräte in der Nähe des Senders befinden.
  2. Batterien prüfen und ersetzen.
  3. Schalten Sie das LVS-Gerät aus und nach ordnungsgemäßem Herunterfahren wieder ein.
  4. Wenn dies nicht hilft, lassen Sie das Gerät vom Hersteller überprüfen.

Warnung «Check Search» (Suche prüfen)!

  1. Stellen Sie sicher, dass sich keine Metallobjekte oder elektronische Geräte in der Nähe des Senders befinden.
  2. Schalten Sie das LVS-Gerät aus und nach ordnungsgemäßem Herunterfahren wieder ein.
  3. Wenn dies nicht hilft, lassen Sie das Gerät vom Hersteller überprüfen. Im Notfall versuchen Sie trotzdem zu suchen, jedoch mit reduzierter Suchstreifenbreite.

Wartung und Reparatur

Barryvox® LVS-Geräte, die trotz voller und korrekt eingelegter Batterien nicht richtig funktionieren (z. B. kein Signal während des Gruppenchecks, mechanische Defekte), müssen an ein zu Beginn dieses Handbuchs aufgeführtes Servicezentrum geschickt werden.

Wartung

Das Jahr der nächsten Überprüfung kann unter «Info» (Informationen) in der Abschaltsequenz des Geräts eingesehen werden.

Verwendung in Kombination mit der Barryvox® Wartungssoftware

Die Barryvox® Wartungssoftware ermöglicht die effiziente Verwaltung und Wartung von LVS-Geräteflotten mit einem Computer. Das Barryvox® verbindet sich automatisch mit einem Servicegerät (Barryvox® Tester, W-Link Adapter/Stick) innerhalb der W-Link-Reichweite (ca. 50m). Im Servicemodus ist der SEND-Modus deaktiviert und die rote SEND-Kontroll-LED blinkt doppelt.

Regelmäßige Überprüfung durch ein Barryvox® Service Center

Um die einwandfreie Funktion des Geräts zu gewährleisten, wird dringend empfohlen, das Gerät alle 3 Jahre oder nach Erreichen von 3000 Betriebsstunden an ein Barryvox® Service Center zu senden oder es von einem Barryvox® Service Point überprüfen zu lassen (es fallen Servicegebühren an). Der Funktionstest ist wesentlich umfassender und präziser als der Selbst- und Gruppencheck. Im Rahmen dieses Services werden die Elektronik und die mechanischen Komponenten wie Gehäuse, Hauptschalter und Seitentaste, Batteriekontakte, Batteriefach und -abdeckung sowie die Handschlaufe überprüft. Sollte die Überprüfung einen abnormalen Verschleiß aufgrund unsachgemäßer oder langer, sehr intensiver Nutzung zeigen, kann das Service Center einen Austausch des Geräts empfehlen.

Wir empfehlen Ihnen, Ihr Gerät in den Sommermonaten überprüfen zu lassen, damit Ihr Barryvox® zu Beginn der nächsten Wintersaison getestet und einsatzbereit ist. Das Jahr der nächsten Überprüfung kann unter «Info» (Informationen) in der Abschaltsequenz des Geräts eingesehen werden.

Technische Daten

Gerät: Digitales Drei-Antennen-Gerät.

Sendefrequenz
LVS-Gerät: 457 kHz (Internationaler Standard).
W-Link Region A: 869,85 MHz (Europa)
W-Link Region B: 915... 926 MHz (Nordamerika)

Feldstärke / Sendeleistung
LVS-Gerät: max. 7 dBμA/m (2,23 μA/m) in 10 m Entfernung
W-Link Region A: max. 5 mW / E.R.P.
W-Link Region B: max. 5 mW / E.R.P.

Stromversorgung: 3 x LR03 1,5 V Alkaline (AAA)

Batterielebensdauer: typisch 300 h SEND (Senden), min. 200 h im SEND (Senden)-Modus gefolgt von 1 h im SEARCH (Suchen)-Modus.

Maximale Reichweite: bis zu 70 m

Suchstreifenbreite: 70 m.

Betriebstemperaturbereich: –25° bis +45°C.

Abmessungen (L x B x H): 115 x 67 x 27 mm.

Gewicht: 210 g (inkl. Batterien).

KAMERADENRETTUNG

Kameradenrettung bedeutet, dass Verschüttete unmittelbar nach dem Lawinenabgang von Mitgliedern ihrer Gruppe geortet und ausgegraben werden. Lawinenrettung ist ein Wettlauf gegen die Zeit! Während die meisten Verschütteten innerhalb der ersten 18 Minuten gerettet werden können, sinken die Überlebenschancen danach rapide. Die Kameradenrettung bietet daher die größten Überlebenschancen für einen Verschütteten.

Wenn eine Lawine abgeht

Als Verschütteter:

  • Zur Seite fliehen
  • Ski, Snowboard und Stöcke abwerfen
    • Ankereffekt
  • Versuchen, oben zu bleiben
  • Mund schließen; Hände vor das Gesicht legen
    • freie Atemwege, wenn die Lawine stoppt

Für die Verwendung von spezialisierten Sicherheitsausrüstungen, wie dem hocheffizienten Lawinenairbag, gelten gesonderte Anweisungen.

Als Zeuge:

  • Den zuletzt gesehenen Punkt sowie die Lawinenrichtung merken
    • Signalsuchstreifen (Siehe Kapitel «Signal Search» (Signalsuche)).

Persönliche Rettungsausrüstung

Das Mitführen der richtigen persönlichen Sicherheitsausrüstung ist entscheidend für eine effektive Kameradenrettung. Ein LVS-Gerät, eine Schaufel und eine Sonde sind notwendig, um einen Verschütteten schnell und effizient zu orten und auszugraben.

Mammut bietet eine Vielzahl geeigneter Sonden und Schaufeln an. Die Verwendung eines Airbag-Systems (Auftriebskörper) reduziert das Risiko einer vollständigen Verschüttung erheblich und führt somit zu deutlich höheren Überlebenschancen.

Der Einsatz des LVS-Geräts geht dem Einsatz der Sonde voraus und der Einsatz der Sonde geht dem Einsatz der Schaufel voraus. Das Mitführen eines Funkgeräts oder Mobiltelefons, um Hilfe zu rufen, wird dringend empfohlen.

Notfallplan

Notfallplan

HILFE RUFEN

  1. Lagebeurteilung
  2. Wenn möglich, die Schneesportausrüstung bis zur Feinsuche nutzen. Rucksack mit Ausrüstung immer bei sich behalten.
  3. Ich suche mit meinem LVS-Gerät: SEARCH (Suchen)
    Ich suche nicht: OFF (Aus)
  4. Mindestens ein Retter beginnt sofort mit der LVS-Suche (SEARCH), während gleichzeitig Ausschau gehalten und gelauscht wird.
  5. Sonde und Schaufel erst nach Abschluss der Feinsuche zusammenstecken
  6. LVS-Suche beendet: alle LVS-Geräte auf SEND (Senden)
  7. Ausgraben – Erste Hilfe

Der Notfallplan zeigt die elementaren Schritte für eine erfolgreiche Kameradenrettung.

Je nach aktueller Situation muss das Vorgehen angepasst werden.

Kein Sonden-Treffer

Wenn der Verschüttete mit der Sonde nicht gefunden werden kann, platzieren Sie die Sonde ca. 1,5 Meter oberhalb des Punktes mit der geringsten Entfernungsanzeige. Beim Graben wird nun genügend Platz geschaffen, um eine weitere Fein- und Punktsuche innerhalb der Ausgrabungsstelle zu ermöglichen.

Ausgraben des Verschütteten

Der erste Retter positioniert sich direkt an der Sonde. Die ersten beiden Retter positionieren sich in einer Schaufellänge Abstand, alle weiteren Retter in zwei Schaufellängen Abstand zueinander.

Der Retter an der Spitze des Förderbands gräbt direkt der Sonde folgend zum Verschütteten, um so ein Verfehlen zu vermeiden.

  • BarryTip: In hartem Schnee Blöcke mit der Schaufel schneiden. Bei Mehrfachverschüttungen die LVS-Geräte der Verschütteten so schnell wie möglich ausschalten.

Ausgraben des Verschütteten

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Referenzen

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Hier können Sie die vollständige PDF-Version des Handbuchs herunterladen. Sie kann zusätzliche Sicherheitsanweisungen, Garantieinformationen, FCC-Regeln usw. enthalten.

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