4.5 RISC OS auf dem Raspberry PI
Seit Ende Oktober 2012 gibt es RISC OS in einer "released" Ausgabe für den RPI.
RISC OS wurde ursprünglich für den Acorn Archimedes und dessen Nachfolger Risc PC
geschrieben. Das Betriebssystem lief damals auf den ersten Typen der ARM Prozessoren
vom Typ ARM2 bis zum StrongArm.
Die Vorteile von RISC OS sind schnell erklärt:
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resourcenschonend, die meisten RISC OS Programme stellen keine hohen
Anforderungen an den Prozessor, den Arbeitsspeicher und die Festplatte
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RISC OS bootet in etwa 10 Sekunden einen grafischen Desktop
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zur Bedienung wird eine 3 Tastenmaus unterstützt, die drei Tasten haben dabei die
Funktion Auswahl, Menu und einstellen. Die mittlere Maustaste bzw. Menu stellt
dabei bei einem Mausklick eine kontext sensitive Auswahl zu Verfügung. Das heißt
im Abhängigkeit vom verwendet Programm wird mit der mittleren Maustaste ein
passendes Menu aufgeschaltet.
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Die Konfiguration des Betriebssystems erfolgt vollständig über die
Benutzeroberfläche. Über die Anwendung Configure kann zum Beispiel das
Tastaturlayout eingestellt werden.
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RISC OS ist ein single user, multi tasking Betriebssystem. Es wird ein sogenanntes
cooperatives Multitasking verwendet. Das bedeutet das einzelne Programme in der
Regel nur soviel Rechenzeit verwenden wie notwendig und dann das nächste
Programm an die Reihe kommt. Es bedeutet aber auch, das schlecht geschriebene
Programme eventuell zu viel Rechenzeit verbrauchen können und andere
Programme blockieren könnten.
Release Note und Download:
https://www.riscosopen.org/news/articles/2012/10/26/risc-os-pi-released-risc-os-for-the-raspberry-pi
http://downloads.raspberrypi.org/images/riscos/
Die Installation des Betriebssystems auf die SD Karte erfolgt so wie im Kapitel 4.1 bis 4.3.
RISC OS bringt einige nützliche Anwendungen mit wie:
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den schlanken Webbrowser Netsurf (Youtube geht damit leider nicht)
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Draw, Paint und Edit zum zeichnen und editieren von Texten
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SwiftJPEG, ChangeFSI zum betrachten und konvertieren von Bildern
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Omniclient zum Zugriff auf Fileshares (Samba bzw. CIFS)
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einen Paketmanager und ein App Store (in Entwicklung) names Store.
Über den Paketmanager und das App Store können viele zusätzliche
Programme installiert werden, viele davon sind kostenlos.
Wofür sich RISC OS weniger eignet:
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Das Abspielen von Videos ist sehr langsam weil die GPU des RPI
nicht unterstützt wird.
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Kontakt: peba@inode.at
Edition 1