Einleitung
Seit 1971 entwickelt Nelson Pass auf professionelle Art und Weise Audioelekt-
ronik. Das begann bei ESS (vielleicht erinnern Sie sich an die Heil Air Motion-
Transformatoren?!). Im Jahre 1975 gründete er die eigene Firma Threshold.
Threshold bereitete den Weg für Klasse-A-Verstärker und später dann für
Hochleistungsverstärker unter Anwendung der Nur-lokal-Rückkopplung (Stasis-
Serie).
Im Jahre 1991 verkaufte Pass die Firma Threshold und gründete die Firma
Pass Laboratories, wo er sich zunächst darauf konzentrierte, die unsymmetri-
schen Klasse-A-Verstärker auf ein neues Klangniveau anzuheben (Aleph-
Serie).
Dabei fand er die Zeit, äußerst erfolgreiche Verstärker-Produktreihen für solche
Firmen wie z.B. Adcom und Nakamichi zu entwickeln, und hat mit bisher ca. 60
Entwürfen einen Beitrag für die öffentliche "Do-It-Yourself"-Audiobastlergemein-
schaft geleistet.
Nelson Pass hat über die Jahre Power, Einfachheit und Leistungsfähigkeit zu
seinen charakteristischen Entwurfsmerkmalen gemacht. Die Hardware scheint
schwer bei hoher Betriebstemperatur zu laufen, holt aber eine hohe Leistung
und Zuverlässigkeit aus einfachen Schaltungen heraus, und das bei einer ge-
ringen oder gar keiner Rückkopplung.
Im Jahre 1998 brachte Pass Labs auf der Grundlage der mit einem Markenzei-
chen geschützten "SuperSymmetric"-Topologie (US-Patent Nr. 5,376,899) die
X-Serie von Audioleistungsverstärkern heraus, die eine starke Power und eine
hohe Leistungsfähigkeit aus einfachen Schaltungen bei einer minimalen Rück-
kopplung herausholen.
Der X1000 als erster X-Verstärker sollte als erstes Beispiel für die Power die-
ses Prinzips dienen, indem er 1000 W (Effektivwert) in 8 Ω bei einer geringen
Verzerrung lieferte. Das stellte an sich noch kein Wunder dar. Sie müssen aber
bedenken, dass Produkte mit einer vergleichbaren Leistungsfähigkeit kompli-
zierte Schaltungen mit bis zu neun aufeinanderfolgenden Verstärkungsstufen
und sehr viel negative Rückkopplung haben. Der X1000 hatte nur zwei Stufen
und es kam eine minimale negative Rückkopplung zur Anwendung.
Der Unterschied bestand in der einzigartigen Schaltungstopologie, bei der
Schaltungsfehler an beiden Ausgangsklemmen repliziert werden, so dass sie
über den Lautsprecherklemmen annulliert werden und verschwinden. Die hohe
Klangqualität spiegelt sowohl die geringe Verzerrung als auch die Einfachheit
des Verstärkungsweges wider.
Die SuperSymmetric-Schaltung besteht aus zwei identischen angepassten
Schaltungen, die wie die Flügel eines Schmetterlings angeordnet sind, eine
Symmetrie von links nach rechts aufweisen und symmetrisch zum Lautsprecher
arbeiten. Das verstärkte Signal erscheint mit entgegengesetzter Phase und
gleichem Potential über dem Lautsprecher. Die meiste Verzerrung und das
meiste Rauschen tritt in der Phase über dem Lautsprecher auf und ist nicht zu
erkennen.
Wir beginnen mit einfachen FET-Schaltungen, die bereits eine geringe Verzer-
rung und ein geringes Rauschen haben, und ordnen diese in zwei symmetri-
schen Hälften an. Die beiden Hälften des Verstärkerkanals sind stark ange-
passt und eliminieren damit einen Großteil der Verzerrung und des Rauschens
ohne Rückkopplung. Außerdem wir auch eine geringe Rückkopplung ange-
wendet, und zwar nicht so sehr zum Zwecke der Verringerung der Verzerrung,
sondern vielmehr zur Realisierung einer möglichst identischen Verzerrung bei
beiden Polaritäten des symmetrischen Ausganges.
Bedienungsanleitung für INT-150
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