Einführung
Raid steht für: Redundant Array of Independent Disks - wobei man anstatt
"independent" auch "inexpensive" verwenden könnte - bedeutet nichts anderes, als
dass der Ausfall eines Einzellaufwerks weder zu einem Ausfall des Gesamtsystems
noch zur Betriebsunterbrechung oder sogar zum Datenverlust führt. Dies wird
erreicht, indem man mehrere Techniken einsetzt wie
Mirroring (Spiegelung von zwei oder mehreren Platten an dem selben Controller)
Duplexing (dito, jedoch mit verschiedenen Controllern) und
Striping (Zusammenfassen von mehreren Laufwerken als ein logisches Laufwerk
sowie blockweises Verteilen der darauf befindlichen Daten auf alle Datenträger).
Des weiteren gibt es noch unterschiedliche Typen eines RAID-Systems, die man
vorher sorgfältig abwägen sollte, denn von ihnen hängt später die
Gesamtperformance des Systems ab. Man nennt die Typen auch Level, was aber
irreführend ist, da Level 1 nicht unbedingt auf Level 0 aufbaut.
Raid 0
Ein typischer Level für Striping. Üblicherweise fasst man hierbei mehrere Platten zu
einem großen logischen Laufwerk zusammen, wobei der Stripe-Faktor die
Blockgröße angibt, welche auf den einzelnen Laufwerken verteilt werden. Man kann
in der Regel davon ausgehen, dass das "scheibchenweise" Verteilen der Daten auf
mehrere Platten zu einem Leistungsgewinn führt, da der Controller parallele Schreib-
und Lese-Operationen durchführen kann. Das Problem bei diesem Level ist jedoch,
dass er keine erhöhte Datensicherheit bietet, denn es werden ja alle Daten auf die
jeweiligen Einzelplatten verteilt. Fällt nun eine Platte aus, ergibt sich dadurch, dass
alle Daten verloren sind.
Raid 1
Beim Level 1 spricht man in der Regel vom sogenannten Mirroring, sprich:
Spiegelung, und erreicht eine quasi hundertprozentige Redundanz. Hierbei werden
alle Daten der Masterplatte auf die jeweiligen RAID-Platten geschrieben. Klarer
Vorteil gegenüber RAID-0 liegt auf der Hand. Bei einem Ausfall der Datenplatte
können die Daten wieder hergestellt werden. Es können, anders als beim RAID-Level
0, keine weiteren Platten als die Masterplatte selbst für Datenbestände benutzt
werden, da alle weiteren Sets zur Sicherung benötigt werden. Es geht hier also
enormer Speicherplatz verloren. Mirroring wird von einzelnen Betriebssystemen als
Softwarelösung angeboten (auf Einzelplatten), zum Beispiel von Windows NT. Wird
außerdem ein zweiter Controller für das Mirroring verwendet, spricht man von
"duplexing" und erzielt damit eine noch höhere Ausfallsicherheit. Der
Geschwindigkeitszuwachs hält sich bei dieser Lösung jedoch in Grenzen, da
höchstens beim Lesezugriff Performance-Gewinne erreicht werden können.
Raid 10 (0+1)
Wird häufig auch als Level-10 bezeichnet und vereint die beiden ersten Level,
nämlich Striping und Mirroring. Auf dem ersten Set werden die Daten verteilt
(Striping) und auf einem zweiten Set, der logischerweise aus gleich vielen Platten
bestehen muss wie Set Nummer 1, die Daten gespiegelt (Mirroring). Bei dieser
Methode werden sowohl die hohe Sicherheit von RAID-Level 1 mit der
Geschwindigkeit von RAID-Level 0 gepaart. Empfohlen wird natürlich ein zweiter
Controller, der die Spiegelung übernimmt.