Bedienungsanleitung
für geschlossene, ortsfeste Bleibatterien
1. Inbetriebnahme gefüllter und
geladener Batterien
Vor der Inbetriebnahme sind alle Zellen/ Blöcke
auf mechanische Beschädigung, polrichtige Ver-
schaltung und festen Sitz der Verbinder zu prüfen.
Folgende Drehmomente gelten für Schraubver-
bindungen:
M 6 mit 5 Nm +/- 1 Nm
M 8 mit 10 Nm +/- 1 Nm
M 10 mit 20 Nm +/- 1Nm
Gegebenenfalls sind die Polabdeckkappen aufzu-
bringen. Der Elektrolytstand aller Zellen ist zu prü-
fen, falls erforderlich auf maximalen Stand mit
gereinigtem Wasser nach DIN 43 530 Teil 4 nach-
zufüllen. Batterie polrichtig bei ausgeschaltetem
Ladegerät und abgetrennten Verbrauchern an die
Gleichstromversorgung anschließen (positiver Pol
an positive Anschlußklemme).
Ladegerät einschalten und gemäß Pkt. 2.2 laden.
2. Betrieb
Für den Aufbau und Betrieb von ortsfesten Batte-
rie-Anlagen gilt Teil 1, VDE 0510 Teil 2, EN 50272-2.
2.1. Entladen
Die dem Entladestrom zugeordnete Entlade-
schlußspannung der Batterie darf nicht unter die
zulässige Entladeschlußspannung pro Zelle mal
Anzahl der Zellen absinken. Sofern keine beson-
deren Angaben des Herstellers vorliegen, darf
nicht mehr als die Nennkapazität entnommen
werden. Nach Entladung, auch Teilentladungen,
ist sofort zu laden.
2.2. Laden
Anwendbar sind alle Ladeverfahren mit ihren
Grenzwerten gemäß
DIN 41 773 (IU-Kennlinie)
DIN 41 774 (W-Kennlinie)
DIN 41 776 (I-Kennlinie).
Je nach Ladegeräteausführung und Ladekenn- li-
nie fließen während des Ladevorgangs Wechsel-
ströme durch die Batterie, die dem Ladegleich-
strom überlagert sind. Diese überlagerten Wech-
selströme und die Rückwirkungen von Ver-
brauchern führen zu einer zusätzlichen Erwär-
mung der Batterie und Belastung der Elektroden
mit möglichen Folgeschäden (siehe Pkt. 2.8). Anla-
STAND BY BULL
gebedingt kann bei folgenden Betriebsarten gela-
den werden:
a.) Bereitschaftsparallel- und Pufferbetrieb
Hierbei sind die Verbraucher, die Gleichstromquel-
le und die Batterie ständig gleich geschaltet. Da-
bei ist die Ladespannung die Betriebsspannung
und gleichzeitig die Anlagenspannung.
Beim Bereitschaftsparallelbetrieb ist die Gleich-
stromquelle jederzeit im Stande den maximalen
Verbraucherstrom und den Batterieladestrom zu
liefern. Die Batterie liefert nur dann Strom, wenn
die Gleichstromquelle ausfällt. Die einzustellende
Ladespannung beträgt 2,23 V ± 1% Zellenzahl ge-
messen an den Endpolen der Batterie.
Zur Verkürzung der Wiederaufladezeit kann eine
Ladestufe verwendet werden, bei der die Lade-
spannung 2,33 bis 2,4 V x Zellenzahl beträgt. (Be-
reitschaftsparallelbetrieb mit Wiederaufladestufe).
Es folgt eine automatische Umschaltung auf die
Ladespannung von 2,23 V ± 1% x Zellenzahl.
Beim Pufferbetrieb ist die Gleichstromquelle nicht
in der Lage jederzeit den maximalen Verbraucher-
strom zu liefern. Der Verbraucherstrom übersteigt
zeitweilig den Nennstrom der Gleichstromquel-
le. Während dieser Zeit liefert die Batterie Strom.
Sie ist nicht jederzeit voll geladen. Daher ist die La-
despannung verbraucherabhängig auf 2,25 bis
2,30 V x Zellenzahl einzustellen.
b.) Umschaltbetrieb
Beim Laden ist die Batterie vom Verbraucher ge-
trennt. Die Ladespannung der Batterie kann ge-
gen Ende der Ladung 2,6 bis 2,75 V/Zelle betra-
gen. Das Laden ist zu überwachen (Siehe Pkt. 2.4,
2.5 u. 2.6). Nach Erreichen des Vollladezustands ist
die Ladung zu beenden oder auf Erhaltungsladen
gemäß Pkt. 2.3 zu schalten.
c.) Batteriebetrieb Lade-/Entladebetrieb)
Der Verbraucher wird nur aus der Batterie ge-
speist. Hierbei kann die Ladespannung der Batter-
ie gegen Ende der Ladung 2,6-2,75 V/ Zelle betra-
gen. Das Laden ist zu überwachen (Siehe Pkt. 2.4,
2.5 u. 2.6). Nach Erreichen des Volladezustands
ist die Ladung abzuschalten. Die Batterie kann
je nach Bedarf auf den Verbraucher geschaltet
werden.
2.3. Erhalten des Volladezustands
Erhaltungsladen
Es können Geräte mit den Festlegungen nach DIN
41 774 benutzt werden. Sie sind so einzustellen,
daß die Zellenspannung im Mittel 2,23V ± 1% be-
trägt und die Elektrolytdichte über längere Zeit
nicht zurückgeht.
2.4. Ausgleichsladung
Wegen möglicher Überschreitung der zulässigen
Verbraucherspannung sind entsprechende Maß-
nahmen zu treffen, z.B. Abschalten der Verbrau-
cher. Ausgleichsladungen sind nach Tiefentladun-
gen und nach ungenügender Ladung erforderlich ;
sie können wie folgt durchgeführt werden:
-
mit konstanter Spannung von max. 2,4V/Zelle
bis zu 72 Stunden
-
mit I- oder W-Kennlinie mit konstantem Strom
bis max. 2,65V/Z.
Beim Überschreiten der maximalen Temperatur
von 55°C ist das Laden zu unterbrechen oder mit
vermindertem Strom fortzufahren bzw. vorüber-
gehend auf Erhaltungsladen zu schalten, damit
die Temperatur absinkt.
Das Ende der Ausgleichsladung ist erreicht, wenn
die Elektrolytdichte und die Zellspannungen in-
nerhalb von 2 Stunden nicht mehr ansteigen.
2.5. Temperatur
Der empfohlene Betriebstemperaturbereich für
Bleibatterien beträgt 10°C bis 30°C. Die techni-
schen Daten gelten für die Nenntemperatur 20°C.
Der ideale Betriebstemperaturbereich beträgt
20°C ± 5 K.
Höhere Temperaturen verkürzen die Brauchbar-
keitsdauer. Niedrigere Temperaturen verringern
die verfügbare Kapazität.
Das Überschreiten der Grenztemperatur von 55°C
ist unzulässig.
2.6. Temperaturabhängige Ladespannung
Innerhalb der Betriebstemperatur von 10°C bis
30°C ist eine temperaturabhängige Anpassung
der Ladespannung nicht erforderlich (Nenntem-
peratur 20° C).
Bei einem Temperaturbereich kleiner als 10°C oder
größer 30°C sollte eine temperaturabhängige
Anpassung der Ladespannung erfolgen. Der Tem-