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EB 6611-2 WT Originalanleitung Applikation Wärmetauscherfolge TROVIS 6611-2 Firmwareversion 3.60 Ausgabe Januar 2019...
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Î Für die sichere und sachgerechte Anwendung diese EB vor Gebrauch sorgfältig lesen und für späteres Nachschlagen aufbewahren. Î Bei Fragen, die über den Inhalt dieser EB hinausgehen, After Sales Service von SAMSON kontaktieren (aftersalesservice@samson.de). Die gerätebezogenen Einbau- und Bedienungsanleitungen liegen den Geräten bei.
Falls der Betreiber die Bedien- und Automationseinheit in anderen Anwendungen oder Um- gebungen einsetzen möchte, muss er hierfür Rücksprache mit SAMSON halten. SAMSON haftet nicht für Schäden, die aus Nichtbeachtung der bestimmungsgemäßen Ver- wendung resultieren sowie für Schäden, die durch äußere Kräfte oder andere äußere Einwir- kungen entstehen.
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Es ist keine Schutzausrüstung erforderlich. Änderungen und sonstige Modifikationen Änderungen und sonstige Modifikationen des Produkts sind durch SAMSON nicht autori- siert. Sie erfolgen ausschließlich auf eigene Gefahr und können unter anderem zu Sicher- heitsrisiken führen sowie dazu, dass das Produkt nicht mehr den für seine Verwendung erfor- derlichen Voraussetzungen entspricht.
Sicherheitshinweise und Schutzmaßnahmen Sorgfaltspflicht des Bedienpersonals Das Bedienpersonal muss mit der vorliegenden Bedienungsanleitung und mit den mitgelten- den Dokumenten vertraut sein und sich an die darin aufgeführten Gefahrenhinweise, Warn- hinweise und Hinweise halten. Darüber hinaus muss das Bedienpersonal mit den geltenden Vorschriften bezüglich Arbeitssicherheit und Unfallverhütung vertraut sein und diese einhal- ten.
Î Tropf-, Spritz- und Strahlwasser vermeiden. Manipulation der Einstellungen durch Fremdzugriff! Die Bedien- und Automationseinheit TROVIS 6611-2 unterstützt unterschiedliche Kom- munikationsprotokolle wie z. B. einen Web-Server. Dies ermöglicht einen Zugriff aus der Ferne. Zum Schutz vor Fremdzugriff (Vor-Ort-Bedienung und Bedienung aus der Ferne) ist die Bedien- und Automationseinheit passwortgeschützt:...
Inbetriebnahme der Applikation 2 Inbetriebnahme der Applikation Nach dem Einbau und dem elektrischen Anschluss der Bedien- und Automationseinheit TROVIS 6611-2 kann die Applikation Wärmetauscherfolge in Betrieb genommen werden. Î Einbau und elektrischen Anschluss nach u EB 6611-2 vornehmen. Î Danach wie im Folgenden beschrieben vorgehen. 1.
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Inbetriebnahme der Applikation 4. Module Î In das Hauptmenü wechseln (Taste zuweisen: Î Unter „Einstellungen“ den Menüpunkt „Modulzuweisung“ wäh- len. Es werden die softwareseitig vorgesehenen Module aufgelis- tet. Î Nacheinander jedem aufgelisteten Modul ein physikalisches Mo- dul zuweisen. Î Bei einem ausgewählten Modul blinken nacheinander die LEDs (Laufl icht).
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Inbetriebnahme der Applikation 8. Netzwerk Soll die Automationseinheit über ein Netzwerk angesprochen wer- einstellen den, müssen Netzwerkeinstellungen vorgenommen werden: (optional): Î In das Hauptmenü wechseln (Taste Einzelheiten, Î Unter „Einstellungen“ den Menüpunkt „Netzwerkeinstellungen“ vgl. u EB 6611-2 wählen. Î Unter „Schnittstellen“ den Parameter „LAN-Schnittstelle“ auf „Ein“ stellen.
Betrieb Info SAMSON empfi ehlt nach dem Zuweisen des Moduls den Wiederherstellungspunkt zu setzen (Menüpunkt „Anlage wiederherstellen“ unter „Einstellungen“). So sind die Einstellungen aus- fallsicher und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder hergestellt werden. 3 Betrieb Nach der Inbetriebnahme der Applikation Wärmetauscherfolge erfolgt die Regelung der Wärmetauscher gemäß...
Funktionen 4 Funktionen Die Einstellung von Funktionen erfolgt anhand von Parametern in unterschiedlichen Menü- punkten. Bild 1: Menüstruktur Die Menüpunkte, in denen die im nachfolgendenden, beschriebenen Funktionen eingestellt werden, sind mit gekennzeichnet. Je nach zugewiesener Benutzerrolle (vgl. u EB 6611-2) können nicht alle Funktionen eingestellt werden. Die für die Einstellung erforderliche Benut- zerrollen sind mit ...
Funktionen Wärmetauscherfolgeschaltung Die Wärmetauscherfolgeschaltung ist für die Reglung von bis zu vier Wärmetauscher mit ei- nem gemeinsamen Vorlauf ausgelegt. Die Regelung der primären Ventile bezieht sich auf die Sensoren der einzelnen Wärmetauscher. Der zu regelnde Sollwert bezieht sich auf den ge- meinsamen Vorlauf (VF gesamt 4.1 Folgebetrieb...
Funktionen 4.1.1 Außentemperaturabhängige Folge Die Wärmetauscher werden abhängig von der Außentemperatur freigegeben. Oberhalb des Grenzwerts 'GW AT-Freigabe Regelung' wird nur der Führungstauscher freigegeben. Der Grenzwert 'GW AT-Freigabe Regelung' muss auf den Energiebedarf und die Leistungsmög- lichkeit des Führungstauschers abgestimmt sein. Ein erhöhter Energiebedarf sollte durch eine längere Laufzeit des Führungstauschers ohne Komfortverluste erbracht werden können.
Funktionen 4.1.3 Parallelbetrieb Mit dieser Funktion arbeiten alle Wärmetauscher parallel (kein Folgebetrieb). Die Wärmetau- scher werden nacheinander in Betrieb genommen. Service oder Admin Anlage > Wärmetauscherfolge > Konfiguration > Grundkonfiguration > Folge Parameter Parameter Einstellbereich Bedingung Folgebetrieb = Außentemperatur Außentemperatur, Uneingeschränkt, Parallel- Parallelbetrieb...
Funktionen 4.3.2 Außentemperaturabhängiger Führungswechsel Der außentemperaturabhängige Führungswechsel ist nur dann sinnvoll, wenn Wärmetau- scher mit unterschiedlichem Leistungsvermögen eingesetzt werden. Das Leistungsvermögen der einzelnen Wärmetauscher wird im Parameter „Nennleistung Wärmeerzeuger“ festgelegt. Bei Außentemperaturen über dem Grenzwert 'GW AT-Führungswechsel' führt der kleinere Wärmetauscher, bei Außentemperaturen unter dem Grenzwert führt entsprechend der grö- ßere Wärmetauscher.
Funktionen Service oder Admin Anlage > Wärmetauscherfolge > Konfiguration > Grundkonfiguration > Folge Parameter Parameter Einstellbereich Führungswechsel = Leistung Außentemperatur, Leistung, Betriebsstunden, Aus GW P Führungswechsel 70 kW 5 bis 5000 kW 4.3.4 Betriebsstundenabhängiger Führungswechsel Durch den Parameter 'GW B-STD Führungswechsel' wird festgelegt, nach welcher Anzahl an Betriebsstunden der Führungswechsel erfolgt.
Funktionen 4.6 Witterungsgeführte Regelung Bei der witterungsgeführten Regelung stellt sich die Vorlauftemperatur abhängig von der Au- ßentemperatur ein. Die Heizkennlinie im Regler definiert den Sollwert für die Vorlauftempe- ratur als Funktion der Außentemperatur. Es kann gewählt werden zwischen Steigungskennli- nie (vgl. Bild 3), Vier-Punkte-Kennlinie und Regelung auf Festwert. ˚...
Funktionen 4.6.1 Steigungskennlinie Grundsätzlich besteht folgender Zusammenhang: Fällt die Außentemperatur, steigt die Vor- lauftemperatur an. Durch Variation der Parameter 'Steigung Vorlauf' und 'Niveau Vorlauf' kann die Kennlinie an individuelle Bedürfnisse angepasst werden. Eine erhöhte Steigung be- wirkt eine erhöhte Vorlauftemperatur. Eine geringere Steigung bewirkt eine niedrigere Vor- lauftemperatur.
Funktionen 4.6.2 Vier-Punkte-Kennlinie Mit Hilfe der Vier-Punkte-Kennlinie kann eine eigene Heizkennlinie definiert werden. Die Vier-Punkte-Kennlinie wird durch vier Punkte für die Außentemperatur, die Vorlauftemperatur und die reduzierte Vorlauftemperatur definiert. Es ergibt sich der gestrichelte Kennlinienver- lauf (Bild 4). Die Parameter „Minimale Vorlauftemperatur“ und „Maximale Vorlauftempera- tur“...
Funktionen Vorlauftemp. 2 reduziert 40 °C 5 bis 130 °C Vorlauftemp. 3 reduziert 20 °C 5 bis 130 °C Vorlauftemp. 4 reduziert 20 °C 5 bis 130 °C Minimale Vorlauftemperatur 20 °C 5 bis 130 °C Maximale Vorlauftemperatur 90 °C 5 bis 130 °C 4.6.3 Festwert Die Vorlauftemperatur kann während und außerhalb der Nutzungszeiten auf den jeweiligen festen Sollwert geregelt werden.
Funktionen User, Service oder Admin Anlage > Wärmetauscherfolge > Parameter > Allgemein > Witterungsgeführte Regelung Parameter Einstellbereich Außentemp. Tag Ausschaltwert 22 °C 0 bis 50 °C Außentemperatur Nacht Ausschaltwert Überschreitet die Außentemperatur während des Nachtbetriebs den Grenzwert „Außentemp. Nacht Ausschaltwert“, wird der Heizkreis unverzüglich außer Betrieb genommen. Bei Unter- schreitung des Grenzwerts wird der Heizbetrieb sofort wieder aufgenommen.
Funktionen 4.9 Dreipunktregelung Der Regelalgorithmus wird separat für die Wärmetauscher-Regelventile Rk1 bis Rk4 und für die Heizkreismischer HK1 bis HK4 eingestellt. Die Vorlauftemperatur kann mit einem PI-Algo- rithmus geregelt werden. Das Stellventil reagiert auf Impulse, die der Regler bei einer beste- henden Regelabweichung aussendet.
Funktionen Service oder Admin Anlage > Wärmetauscherfolge > Konfiguration > Grundkonfiguration > Externe Sollwertanforde- rung Skalierung Parameter Einstellbereich 0 °C 0 bis 130 °C 120 °C 0 bis 130 °C 4.11 Dampfanlagen „Auf-Signal“ begrenzen Um insbesondere das Anfahren von Kondensat-Anstauanlagen ohne problematische Über- temperaturen zu ermöglichen, kann das Auf-Signal durch Einstellen einer Dämpfungsstärke (zwischen 2 und 10 K) aktiviert werden.
Funktionen 4.13 Split-Range-Betrieb Info Der Split-Range-Betrieb wird nur unterstützt, wenn der Applikation genau ein I/O-Modul und zwei Wärmetauscher zugeordnet sind. Der Split-Range-Betrieb teilt einen Mediumsstrang in zwei auf, um die Lasten zu verteilen und die Regelgüte zu erhöhen. So werden für einen Wärmetauscher zwei Ventile mit zwei Antrieben verbaut.