B E T R I E B S A N L E I T U N G
Das Verriegeln einer trennenden beweglichen
Schutzeinrichtung bewirkt, dass ...
der Gefahr bringende Zustand der Maschine nur
i110 Lock QD
dann eingeschaltet werden kann, wenn die
Schutzeinrichtung geschlossen und verriegelt
ist,
Sicherheitszuhaltung
die Schutzeinrichtung bei laufender Maschine
nicht geöffnet werden kann.
Für die Steuerung bedeutet dies, dass ...
D
Einschaltbefehle, die gefährdende Zustände
hervorrufen, erst dann wirksam werden dürfen,
SICK AG • Industrial Safety Systems
wenn die Schutzeinrichtung in Schutzstellung
Erwin-Sick-Straße 1
und die Zuhaltung in Sperrstellung ist. Die Sperr-
D-79183 Waldkirch • www.sick.com
stellung der Zuhaltung darf erst dann aufge-
8016402/2013-06-10 • RV/XX
hoben werden, wenn gefährdende Zustände
Printed in Germany (2013-07) • Alle Rechte
beendet sind.
vorbehalten • Irrtümer und Änderungen
Vor dem Einsatz von Sicherheitszuhaltungen ist
vorbehalten
eine Risikobeurteilung an der Maschine durchzu-
119822-01-06/13
führen nach
EN 12 100, Sicherheit von Maschinen,
Grundbegriffe
Wichtig:
Der Anwender trägt die Verantwortung für die
sichere Einbindung des Sicherheitsschalters in ein
1
Geltungsbereich
sicheres Gesamtsystem. Dazu muss das Gesamt-
system z. B. nach EN ISO 13 849G2 validiert
Diese Betriebsanleitung ist gültig für die
werden.
Sicherheitszuhaltung i110 Lock QD.
Wird zur Validierung das vereinfachte Verfahren
Diese Betriebsanleitung ist eine Original-
nach Abschnitt 6.3 EN ISO 13 849G1 benutzt,
Betriebsanleitung.
reduziert sich möglicherweise der Performance
2
Zur Sicherheit
Level (PL), wenn mehrere Geräte hintereinander
geschaltet werden.
Dieses Kapitel dient Ihrer Sicherheit und der
Zur Bestimmung der erforderlichen Zuverlässigkeit
Sicherheit der Anlagenbenutzer.
(Perfomance Level PL, SIL) der Sicherheitsfunktion
Bitte lesen Sie dieses Kapitel sorgfältig, be-
sollten die entsprechenden Normen verwendet
vor Sie mit der i110 Lock QD oder der durch
werden.
die i110 Lock QD geschützten Maschine
EN ISO 13 849, Sicherheit von Maschinen,
arbeiten.
sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen.
Für Einbau und Verwendung der Sicherheitszu-
EN 62 061, Sicherheit von Maschinen, Funk-
haltung sowie für Inbetriebnahme und wieder-
tionale Sicherheit sicherheitsbezogener elek-
kehrende technische Überprüfungen gelten
trischer, elektronischer und programmierbarer
die nationalen/internationalen Rechtsvor-
Steuerungssysteme.
schriften, insbesondere
Zur bestimmungsgemäßen Verwendung gehört
die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG,
das Einhalten der einschlägigen Anforderungen
die Arbeitsmittelbenutzungsrichtlinie
für den Einbau und den Betrieb, insbesondere
2009/104/EG,
die Sicherheitsvorschriften sowie
– EN ISO 13 849G1, Sicherheit von Maschinen
Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen,
die Unfallverhütungsvorschriften/
– EN 1088, Verriegelungseinrichtungen in Ver-
Sicherheitsregeln.
bindung mit trennenden Schutzeinrichtungen,
Hersteller und Benutzer der Maschine, an der
– EN 60 204G1, Elektrische Ausrüstung von
die Schutzeinrichtungen verwendet werden,
Maschinen,
sind dafür verantwortlich, alle geltenden
Sicherheitsvorschriften/-regeln mit der für sie
– UL 508, Industrielle Regeleinrichtungen,
zuständigen Behörde in eigener Verantwortung
die regelmäßige Kontrolle der Schutzeinrichtung
abzustimmen und einzuhalten.
durch befähigte Personen entsprechend
Abschnitt 5.3.
2.1
Befähigte Personen
Die Sicherheitszuhaltung i110 Lock QD darf
2.3
Bestimmungsgemäße Verwendung
nur von befähigten Personen montiert, instal-
Die Sicherheitszuhaltung i110 Lock QD darf nur im
liert und in Betrieb genommen werden. Befähigt
Sinne von Abschnitt 2.2„Verwendungsbereiche der
ist, wer
Sicherheitszuhaltungen" verwendet werden. Die
über eine geeignete technische Ausbildung
Sicherheitszuhaltung darf nur an der Maschine
verfügt
verwendet werden, an der sie gemäß dieser Be-
triebsanleitung von einer befähigten Person mon-
und
tiert, installiert und erstmalig in Betrieb genommen
vom Maschinenbetreiber in der Bedienung
wurde.
und den gültigen Sicherheitsrichtlinien
unterwiesen wurde
Bei jeder anderen Verwendung sowie bei Verände-
rungen an der Sicherheitszuhaltung – auch im Rah-
und
men von Montage und Installation – verfällt jeglicher
Zugriff auf die Betriebsanleitung hat.
Gewährleistungsanspruch gegenüber der SICK AG.
2.2
Verwendungsbereiche der
Sicherheitszuhaltungen
Sicherheitszuhaltungen i110 Lock QD sind
elektromechanische Verriegelungseinrich-
tungen mit Zuhaltung.
2.4
Allgemeine Sicherheitshinweise und
3.2
Schutzmaßnahmen
Voraussetzung für eine dauerhafte und einwand-
freie Sicherheitsfunktion ist der Schutz des Betäti-
Sicherheitszuhaltungen erfüllen eine Personen-
gungskopfes vor eindringenden Fremdkörpern wie
schutzfunktion. Unsachgemäßer Einbau oder
Spänen, Sand, Strahlmitteln usw.
Manipulationen können zu schweren Verletzungen
Bei Lackierarbeiten den Betätigungsschlitz, den
von Personen führen.
Betätiger und das Typenschild abdecken.
Sicherheitszuhaltungen dürfen nicht um-
4
gangen (Kontakte überbrückt), weggedreht,
entfernt oder auf andere Weise unwirksam
Der elektrische Anschluss darf ausschließ-
gemacht werden. Beachten Sie hierzu ins-
lich von befähigten Personen durchgeführt
besondere die Maßnahmen zur Verringe-
werden.
rung der Umgehungsmöglichkeiten nach
EN 1088.
Bei der Auswahl von Isolationsmaterial bzw.
Anschlusslitzen auf die Übertemperatur im
Der Schaltvorgang darf nur durch speziell
Gehäuse (abhängig von den Betriebs-
dafür vorgesehene Betätiger ausgelöst wer-
bedingungen) achten!
den, die unlösbar mit der Schutzeinrichtung
verbunden sind.
Für den Einsatz und die Verwendung gemäß
3
Montage
den Anforderungen von cULus muss eine
class 2 Spannungsversorgung oder ein
class 2 Transformator nach UL 1310 oder
Die Montage darf ausschließlich von befä-
UL 1585 verwendet werden.
higten Personen durchgeführt werden.
Am Einsatzort installierte Anschlussleitungen
Sicherheitszuhaltung so anbauen, dass ...
von Sicherheitsschaltern müssen räumlich
sie für Bedienpersonal schwer zugänglich ist,
von beweglichen und fest installierten Leitun-
Bedienung der Hilfsentriegelung sowie Kontrolle
gen und nicht isolierten aktiven Teilen ande-
und Austausch der Sicherheitsverriegelung
rer Anlagenteile, die mit einer Spannung von
möglich sind,
über 150 V arbeiten, so getrennt werden,
dass ein ständiger Abstand von 50,8 mm ein-
die Fluchtentriegelung aus dem Gefahrbereich
gehalten wird. Es sei denn, die beweglichen
betätigt werden kann.
Leitungen sind mit geeigneten Isoliermateria-
lien versehen, die eine gleiche oder höhere
Sicherheitszuhaltungen und Betätiger dür-
Spannungsfestigkeit gegenüber den anderen
fen nicht als Anschlag verwendet werden.
relevanten Anlageteilen besitzen.
Nur in zusammengebautem Zustand
Nur die Kontakte 21/22 (Pin 3/4) und
befestigen!
41/42 (Pin 7/8) werden beim Ver- bzw. Ent-
riegeln der Sicherheitszuhaltung betätigt. In
Bei Umgebungstemperaturen von > 40 °C
Anwendung mit Gefahr bringenden Zustän-
muss die Sicherheitszuhaltung gegen
den (z. B. bei nachlaufenden Bewegungen)
Berührung mit brennbarem Material oder
müssen immer die Kontakte 21/22
gegen versehentliches Berühren durch
(Pin 3/4) und 41/42 (Pin 7/8) in den
Personen geschützt werden.
Sicherheitskreis eingebunden werden.
Betätiger in Betätigungskopf einführen.
Die Betriebsspannung für den Entriegelungs-
Sicherheitszuhaltung formschlüssig anbauen.
magneten muss der Angabe auf dem Typenschild
(z. B. US = AC/DC 24 V) entsprechen.
Betätiger dauerhaft und unlösbar mit der
Schutzeinrichtung verbinden, z. B. mit Einweg-
Kontaktbelegung siehe Abb. 2.
schrauben, durch Nieten oder Schweißen.
Zusätzlichen Anschlag für beweglichen Teil der
Schutzeinrichtung anbringen.
3.1
Betätigungsrichtung umstellen
C
D
A
B
Abb. 1: Betätigungsrichtung umstellen
Schrauben am Betätigungskopf lösen.
Betätiger einführen.
Gewünschte Richtung einstellen.
Schrauben mit 0,6 Nm anziehen.
Nicht benutzte Betätigungsschlitze mit bei-
liegenden Schlitzabdeckungen verschließen.
Abb. 2: Schaltelemente und Schaltfunktionen für
Ausführungen mit Steckverbindern
5
Inbetriebnahme
Schutz vor Umgebungseinflüssen
5.1
Funktion
Sicherheitszuhaltungen i110 Lock QD ermöglichen
das Zuhalten von beweglichen Schutzeinrich-
tungen.
Die Stellungsüberwachung der Schutzeinrichtung
und die Verriegelungsüberwachung erfolgt dabei
Elektroinstallation
über das gleiche Schaltelement.
5.1.1
Ausführung i110 Lock QD-M
(federkraftverriegelt)
Die Zuhaltung wird durch Federkraft in Sperrstel-
lung gehalten und durch elektromagnetische Be-
tätigung entsperrt. Die Zuhaltung arbeitet nach
dem Ruhestromprinzip. Bei Unterbrechung der
Magnetbetriebsspannung kann die Schutzein-
richtung nicht unmittelbar geöffnet werden.
Schließen und Verriegeln
Durch Einführen des Betätigers in die Sicherheits-
zuhaltung wird die Zuhaltung freigegeben. Der
Zuhaltebolzen geht federkraftbetätigt in Sperrstel-
lung (Schaltstellung „Betätiger gesteckt –
verriegelt", siehe Abb. 2).
Entriegeln
Durch Anlegen der Magnetbetriebsspannung ent-
sperrt die Zuhaltung den Betätiger/die Schutz-
einrichtung bis zur Schaltstellung „entriegelt"
(siehe Abb. 2).
Öffnen
Durch Herausziehen des Betätigers wird der Zuhalte-
bolzen blockiert (Schaltstellung „Betätiger gezogen",
siehe Abb. 2). Die Sicherheitskontakte 21/22
(Pin 3/4) und 41/42 (Pin 7/8) bleiben zwangs-
weise geöffnet.
5.1.2
Ausführung i110 Lock QD-E
(magnetverriegelt)
Anwendung nur in Sonderfällen nach
strenger Bewertung des Unfallrisikos!
Bei Unterbrechung der Betriebsspannung für
den Entriegelungsmagneten kann die Schutz-
einrichtung unmittelbar geöffnet werden!
Die Zuhaltung wird durch elektromagnetische
Betätigung in Sperrstellung gehalten und durch
Federkraft entsperrt. Die Zuhaltung arbeitet nach
dem Arbeitsstromprinzip.
Schließen
Betätiger gesteckt
Betätiger gezogen
Durch Einführen des Betätigers in die Sicherheits-
zuhaltung wird der Zuhaltebolzen freigegeben
Verriegelt
Entriegelt
(Schaltstellung „entriegelt", siehe Abb. 2).
Verriegeln
Der Zuhaltebolzen geht durch Anlegen der Betriebs-
spannung für den Entriegelungsmagneten in Sperr-
stellung (Schaltstellung „verriegelt", siehe Abb. 2).
Die Sicherheitskontakte 21/22 (Pin 3/4) und
41/42 (Pin 7/8) werden geschlossen.
Entriegeln
Durch Abschalten der Betriebsspannung für den
Entriegelungsmagneten entsperrt der Zuhaltebolzen
den Betätiger/die Schutzeinrichtung bis zur Schalt-
stellung „entriegelt" (siehe Abb. 2).
Die Sicherheitskontakte werden geöffnet.
Öffnen
Durch Herausziehen des Betätigers wird der
Zuhaltebolzen blockiert. Die Sicherheitskontakte
21/22 (Pin 3/4) und 41/42 (Pin 7/8) bleiben
zwangsweise geöffnet.
5.1.3
Hilfsentriegelung
Bei Funktionsstörungen kann mit der Hilfsent-
riegelung die Zuhaltung, unabhängig vom Zu-
stand des Elektromagneten, entsperrt werden
(siehe 6.2 „Maßbilder").
Sicherungsschraube herausdrehen.
Hilfsentriegelung mit Schraubendreher in
Pfeilrichtung um 180° drehen.
Anschließend die Hilfsentriegelung in
die Grundstellung zurückdrehen.
Sicherungsschraube eindrehen und
versiegeln (z. B. mit Sicherungslack).
5.2
Technische Prüfungen
5.2.4
Prüfungen vor der Erstinbetriebnahme
Mechanische Funktionsprüfung:
Der Betätiger muss sich leicht in den Betäti-
gungskopf einführen lassen. Zur Überprü-
fung Schutzeinrichtung mehrmals schließen.
Elektrische Funktionsprüfung:
Schutzeinrichtung schließen.
Zuhaltung aktivieren.
Schutzeinrichtung darf sich nicht öffnen
lassen!
Maschine starten.
Maschine ausschalten.
Zuhaltung deaktivieren.
Maschine darf bei geschlossener
Schutzeinrichtung aber deaktivierter
Zuhaltung nicht starten!
Schutzeinrichtung öffnen.
Zuhaltung aktivieren.
Maschine darf bei geöffneter Schutz-
einrichtung nicht starten!
Sollten Sie mehrere Sicherheitszuhaltungen in
Reihe geschaltet haben, wiederholen Sie die
Prüfung für jede Schutzeinrichtung einzeln.