Bei normaler Stützlast tritt eine elastische Verformung der Elemente im Kontaktbereich des Lagers auf.
Dieses resultiert in eine gleichmäßige elliptische Spannungsverteilung. Durch Unebenheiten auf der
Lagerlauffläche ändert sich diese Spannungsverteilung. Schmiermittel reduziert die Unebenheiten der
Lagerlauffläche, und wirkt dämpfend auf die Spannungsverteilung. Das emittierte Lagergeräusch ist gering.
Ist das Lager nicht genug geschmiert worden, so dass die oben beschriebene elliptische
Spannungsverteilung nicht mehr vorhanden ist, kommt es zum Kontakt zwischen den Unebenheiten der
Lagerlauffläche und den anderen Laufflächen. Die Lagergeräusche nehmen zu. Durch diese
mikroskopischen Vorformungen kommt es zu kleinen Rissen und Lagerverschleiß. Das Lager befindet sich
in der Vorausfall-Stufe. Aus diesem Grund hängt die Lebensdauer eines Lagers stark vom Menge und
Qualität des Schmierfilms ab.
Schmiermittelmangel
Um einen Schmiermittelmangel zu vermeiden, ist folgendes zu beachten:
1. Mit Abnahme des Schmiermittelfilms steigt der Ultraschallpegel. Ein Anstieg um zirka 8 dB im
Vergleich zum Ausgangsmesswert und gleichmäßiges Rauschen weisen auf einen
Schmiermittelmangel hin.
2. Es sollte nur so viel Schmiermittel verwendet werden, dass der Ultraschallpegel auf das Level des
Ausgansmesswertes sinkt.
3. Bei der Schmierung ist Vorsicht geboten. Einige Schmiermittel benötigen eine gewisse Zeit, um die
Lagerlaufflächen gleichmäßig zu überziehen. Es sind daher immer nur geringe Mengen des
Schmiermittels auf einmal zu verwenden. ÜBERSCHMIERUNG SOLLTE VERMIEDEN WERDEN
Überschmierung
Eine der häufigsten Ursachen für Lagerschäden ist Überschmierung. Der Überdruck durch das Schmiermittel
führt häufig zum Brechen oder "Platzen" von Lagerdichtungen, oder verursacht einen Temperaturanstieg, der
Spannungen und Verformungen zur Folge haben kann.
Zur Vermeidung von Überschmierungen:
1. Kein Schmiermittel hinzufügen, wenn sich der Messwert und die Geräuschqualität auf dem Level des
Ausgangswertes befinden.
2. Beim Schmieren ist nur gerade so viel Schmiermittel zu verwenden, dass der Ultraschallpegel auf
dem Level des Ausgangswertes ist.
3. Wie bereits erwähnt, ist bei der Schmierung Vorsicht geboten. Einige Schmiermittel benötigen eine
gewisse Zeit, um die Lagerlaufflächen gleichmäßig zu überziehen.
Niedriggeschwindigkeitslager
Das Überwachen von Niedriggeschwindigkeitslagern ist mit dem Ultraprobe möglich. Aufgrund
des Empfindlichkeitsbereichs und der Frequenzabstimmung ist es durchaus möglich, die akustische Qualität
von Lagern abzuhören. Bei extrem langsamen Lagern (weniger als 25 rpm) ist es häufig erforderlich, die
Displayanzeige außer Acht zu lassen und nur das Geräusch des Lagers abzuhören. In diesen
Extremsituationen sind die Lager gewöhnlich groß (12,7 mm und mehr) und mit einem hochviskosen
Schmiermittel geschmiert.
Meistens ist ein Geräusch mit niedrigem Pegel zu hören, da das Schmierfett einen Großteil der akustischen
Energie absorbiert. Wenn ein Geräusch mit hohem Pegel, gewöhnlich ein prasselndes Geräusch, zu hören
ist, ist dieses ein Zeichen dafür, dass eine Verformung auftritt.
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