Auf Basis der OCCU-Software wurden in den letzten Jahren unterschied-
liche Open-Source-Lösungen realisiert. Neben sehr speziellen Lösungen
wie zum Beispiel dem Homematic Manager
die die Software der CCU2 auf einer anderen Hardwareplattform zur Ver-
fügung stellen. Gerade bei sehr großen Installationen wirkt die Web-
oberfläche der CCU2 träge und lässt sich auf Systemen wie z. B. dem Ras-
pberry Pi 3 flüssiger bedienen.
Um die Software der CCU2 auf einem Raspberry PI zu betreiben gibt es
zwei unterschiedliche Ansätze:
1.) Auf einem vorhandenen Betriebssystem wie Raspbian wird die CCU2-
Software in einem VM-Container (LXC) zur Verfügung gestellt. Dieser
Ansatz wird zum Beispiel von YAHM
sung ist, dass neben der CCU2-Software ein Raspberry PI auch andere
Aufgabe wie Fileserver übernehmen kann. Nachteil ist eine komple-
xere Installation, die nur von Anwendern mit entsprechendem Linux-
Know-how durchgeführt werden kann.
2.) RaspberryMatic verfolgt zum Beispiel den Ansatz, das Betriebssys-
tem der CCU2 nachzubauen. Es bleibt aber nicht bei einer Kopie der
CCU2-Software, vielmehr werden aktuelle Versionen der Programme
und des Linux-Kernels eingesetzt und zusätzliche Erweiterungen wie
z. B. die Unterstützung von USV-Anlagen integriert. Nähere Details
werden auf der Projektseite des Rasp berryMatic Projekts
schrieben.
RaspberryMatic
Mit Erscheinen dieser Ausgabe des ELV Journal unterstützt die Rasp-
berryMatic neben dem GPIO-basierten Funkmodul
HmIP-RFUSB Stick. Dies ist besonders für Anwender interessant, die die
GPIO-Erweiterungsleiste des Raspberry Pi für andere Hardware benö-
tigen. Mit dem HmIP-RFUSB Stick und einem Homematic LAN-Gateway
stehen somit die gleichen Funktionen zur Verfügung wie mit einem
HM-MOD-RPI-PCB.
Steckt man einen HmIP-RFUSB an einen der USB-Anschlüsse seines
unter RaspberryMatic betriebenen Raspberry Pi und startet diesen neu,
erkennt das System selbstständig dessen Existenz, indem es, wie weiter
oben beschrieben, in der Start-up-Datei:
/etc/init.d/S00eQ3SystemStart
mittels der folgenden Anweisungen das entsprechende Kernelmodul in-
itialisiert:
if lsusb | grep -q 1b1f:c020; then
modprobe cp210x
echo 1b1f c020 >/sys/bus/usb-serial/drivers/cp210x/new _ id
if [[ -e /dev/ttyUSB0 ]]; then
HMIP _ DEV="HMIP-RFUSB"
HMIP _ DEVNODE="/dev/ttyUSB0"
fi
fi
Wie zu erkennen ist, wird nach dem Laden des Kernelmoduls eine glo-
bale Variable HMIP_DEV gesetzt, die im späteren Verlauf in eine tem-
poräre Datei /var/mode abgespeichert wird, damit bei weiteren Starts
anderer Prozesse diese ihr Startverhalten darauf anpassen können.
Ist dieser initiale Schritt erledigt und der HmIP-RFUSB korrekt erkannt
und initialisiert, startet RaspberryMatic wie gewohnt die notwendigen
Systemprozesse, um eine Kommunikation mit den Homematic IP Geräten
zu ermöglichen.
Allen voran sei hier der Java-basierte HMIP Server genannt, der vorher
auf das entsprechende /dev/ttyUSB0 Device mittels Anpassung der /var/
etc/crRFD.conf Datei umgestellt wurde.
Darüber hinaus unterbindet RaspberryMatic den Start von multimacd,
eines Dienstes, der lediglich für die gemeinsame Funkkommunikation von
Homematic und Homematic IP mit demselben Funkmodul notwendig ist.
Um jedoch weiterhin, auch mit Einsatz eines HmIP RFUSB, Homema-
tic Geräte ansteuern zu können, kann man hierfür entweder ein LAN-
[4]
gibt es auch Lösungen,
[5]
verfolgt. Vorteil dieser Lö-
[6]
[1]
ebenfalls den
Bau- und Bedienungsanleitung 5
Gateway von eQ-3 (HM-LGW-O-TW-W-EU) oder einen
zweiten Raspberry Pi (z. B. auf Basis des kompakten
Raspberry Pi Zero) mit RaspberryMatic einsetzen. In
diesem Fall regelt RaspberryMatic dann selbstständig,
dass Homematic Funkanfragen entsprechend über das
LAN-Gateway bzw. Homematic IP Anfragen über den
HmIP-RFUSB geleitet werden.
Neben der RaspberryMatic gibt es ein zweites,
recht neues Projekt, das auf Basis des HmIP-RFUSB
eine alternative Plattform zur CCU2 in Form eines
Docker-Containers für X86-Systeme zur Verfügung
stellt. Docker ist eine Virtualisierungslösung, die z. B.
von einigen NAS-Herstellern unterstützt wird. Die
X86-Plattform bietet noch einmal einen Geschwindig-
keitsvorteil gegenüber einem Raspberry Pi.
Docker-Container
Aufgrund der großen Vielfalt beim Einsatz von Do-
cker-Containern und der daraus resultierenden Kom-
plexität kann an dieser Stelle leider nur exemplarisch
auf eine Installation eingegangen werden. Weiterge-
be-
hende Hilfestellungen erhält man auf der Projektseite
[7]
und im Homematic Forum [8].
An dieser Stelle beschreiben wir die Installation
unter dem zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses
aktuellen Debian-Linux 9.1. Voraussetzung ist, dass
Linux installiert und betriebsbereit ist und ein Inter-
netzugang besteht.
Zur Vereinfachung der Anleitung gehen wir da-
von aus, dass man alle Befehle als root-User aus-
führt. Wenn man dies nicht macht, ist den Befehlen
eventuell ein „sudo" voranzustellen. Installieren Sie
zunächst die usbutils, um wichtige Verwaltungspro-
gramme für USB zu installieren:
apt-get install usbutils
Nach der Installation muss man ein Update der USB-
IDs durchführen, damit der USB-Stick korrekt erkannt
wird:
update-usbids
Jetzt ist sicherzustellen, dass das Modul des USB-
Treibers cp210x für den HmIP-RFUSB Stick ist und der
Treiber sich für den Stick verantwortlich fühlt:
modprobe cp210x
echo 0x1b1f 0xc020 >/sys/bus/usb-serial/drivers/
cp210x/new _ id
Dann ist der HmIP-RFUSB Stick an den PC anzuschlie-
ßen und herauszufinden, über welches Device der
USB-Stick angesprochen werden kann:
dmesg |grep tty
In diesem Beispiel ist der USB-Stick an das Device tty-
USB0 angeschlossen. Dies merkt man sich, wir kom-
men darauf später zurück.
[981363.260109] usb 3-1: cp210x converter now
attached to ttyUSB0
Jetzt ist die Docker-Community-Edition (CE) für das
verwendete Betriebssystem
der sehr guten Dokumentation dazu
tallation für das jeweilige Betriebssystem erklärt.
[9]
zu installieren. In
[10]
ist die Ins-
www.elv.com