Der M-Bus nutzt auf physikalischer Ebene Spannungs- und Strommodulation zur Übertragung von Daten. Der
Master überträgt Telegramme mittels Spannungsmodulation, der Slave überträgt Telegramme durch Strom-
modulation. Schematisch zeigt dies die folgende Abbildung (Strom- und Spannungswerte können abweichen):
Der M-Bus arbeitet nach dem Prinzip Anfrage-Antwort, d. h. der Master initiiert die Kommunikation durch
eine Anfrage/einen Befehl, der darauf hin vom Slave beantwortet/bestätigt wird. Spontane Datenübertragung
seitens der Slaves ist nicht zulässig.
In der M-Bus-Norm werden bestimmte Begrifflichkeiten genutzt. Die Grundlagen der Kommunikation stammen
aus der IEC 60870-5-101. Wesentliche Begriffe sind in der folgenden Tabelle erklärt:
Begriff
ACK
ACKnowledge, Bestätigung eines Befehls, beim M-Bus als Einzelzeichen-Telegramm mit
Inhalt 0xE5 übermittelt.
Application reset
Zurücksetzen des Applikationslayers, Befehl zum Rücksetzen des Zählers in den Standard-
Zustand und zum Rücksetzen des Zählers für aufeinanderfolgende Telegramme (Multipa-
ging).
Broadcast
Rundruf, Befehl oder Anfrage wird an alles Slaves gesendet, Spezial-Adressen 0xFE und
0xFF werden genutzt.
C-Feld
Command field, Code der beschreibt, in welche Richtung ein Telegramm ausgetauscht wird
und welche Bedeutung das Telegramm hat.
Checksumme
Prüfzahl zur Prüfung von Übertragungsfehlern, beim M-Bus ergibt sich die Checksumme
aus der Addition der übertragenen Daten (ohne Telegrammkopf, bis zu Checksumme).
Einzelzeichen
Eine der drei Telegrammformen beim M-Bus mit Länge von exakt 1 Byte, Telegrammkopf
und Ende aus Checksumme und 0x16 sind nicht vorhanden, beim M-Bus genutzt für ACK.
FCB
Frame Count Bit, Bit im C-Feld, welches bei aufeinanderfolgenden Telegrammen abwech-
selnd auf 1 oder 0 gesetzt ist, bzw. bei dessen Wechsel aufeinander folgende Telegramme
abgerufen werden können.
I
Sendestrom des Slaves bei logischer 1, üblicherweise 1 UL.
mark
I
Sendestrom des Slaves bei logischer 0, üblicherweise 12,5-21,5 mA.
space
Kurzrahmen
Eine der drei Telegrammformen beim M-Bus mit Länge von exakt 5 Bytes, wird nur vom
Master an den Slave gesendet (z. B. Befehle und Kommandos), der Telegrammkopf ist
0x10 und das Telegramm endet mit Checksumme und 0x16.
Langrahmen
Eine der drei Telegrammformen beim M-Bus mit variabler Länge, der Telegrammkopf be-
steht aus 0x68 LL LL 0x68 (LL ist jeweils die Länge des Telegramms), das Telegramm
endet mit Checksumme und 0x16.
Multipaging
Verfahren beim M-Bus, große Datenmengen auf mehrere logisch aufeinanderfolgenden Te-
legramme zu verteilen, Nutzung des FCB zur Ablaufsteuerung.
Primäradresse
Link layer Adresse beim M-Bus, hierüber erfolgt die Adressierung der Anfragen/Befehle,
Adressbereich 0-250, Spezial-Adressen 253 (0xFD), 254 (0xFE) und 255 (0xFF).
REQ_UD2
REQuest User Data type 2, Anfrage nach Verbrauchsdaten, beim M-Bus vom Master als
Kurzrahmen-Telegramm übermittelt.
RSP_UD
ReSPond User Data, Antwort auf Anfrage nach Daten am Zähler, beim M-Bus vom Slave
als Langrahmen-Telegramm übermittelt.
Sekundäradresse
Weltweit eindeutige Identifikationsnummer des Zählers, bestehend aus Herstellerkürzel,
8-stelliger Seriennummer, Medium-ID und Versionsnummer.
Slave select
Verfahren zur Erweiterung des Adressraums auf die Sekundäradresse des Zählers, Nutzung
des SND_UD zur Selektion des Zählers über den Applikationslayer, danach ist selektierter
Zähler über Spezial-Adresse 0xFD ansprechbar.
Standardlast
Definierter Ruhestrom, den ein Zähler vom M-Bus aufnehmen darf, laut Norm ist
1 UL=1,5 mA.
SND_NKE
Send Link Reset, Initialisierungskommando an den Slave (Rücksetzen FCB-Bit und Selek-
tion), beim M-Bus vom Master als Kurzrahmen-Telegramm übermittelt.
SND_UD
SeND User data, Senden von Daten oder Befehlen an den Zähler, beim M-Bus vom Master
als Langrahmen-Telegramm übermittelt.
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MBUS-REP - Benutzerhandbuch
Abbildung 2: Signalisierung beim M-Bus
Beschreibung
Version: 1.3
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Frank Richter, 1. August 2025
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