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Inhaltsverzeichnis
Betriebsanleitung
für
Motorrad Simson
AWO - 425
VEB Fahrzeug- und Gerätewerk Simson, Suhl
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Inhaltszusammenfassung für simson AWO - 425 1952

  • Seite 1 Betriebsanleitung für Motorrad Simson AWO - 425 VEB Fahrzeug- und Gerätewerk Simson, Suhl...
  • Seite 2 Vorwort...
  • Seite 3: Vorwort

    Zeitaufwand nicht zu erledigen sind. Vergessen Sie auch nicht, dass jedes Kraftfahrzeug wertvolles Volksvermö- gen darstellt, das möglichst lange zu erhalten nicht nur einen persönlichen Vorteil bringt, sondern auch eine nationale Pflicht darstellt! VEB Fahrzeug- und Gerätewerk Simson, Suhl...
  • Seite 4: Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Vorwort............................3 Inhaltsverzeichnis ........................4 1. Technische Daten.......................7 1.1. Motor ..........................7 1.2. Kupplung ........................9 1.3. Getriebe.........................9 1.4. Hinterradantrieb......................9 1.5. Fahrgestell........................9 1.6. Elektrische Anlage.......................10 1.7. Gesamtabmessungen und Leistungen................10 1.8. Füllmengen........................12 1.9. Motorkennlinien ......................13 2. Beschreibung ........................14 2.1. Motor ...........................14 2.1.1. Allgemeine Beschreibung..................14 2.1.2.
  • Seite 5 Inhaltsverzeichnis 2.3.1. Allgemeine Beschreibung..................38 2.3.2. Vordergabel ......................39 2.3.3. Hinterradfederung....................41 2.3.4. Räder........................41 2.3.5. Bremsen .......................42 3. Bedienungsanweisung ....................44 3.1. Anordnung der Bedienungselemente ................44 3.2. Betätigung der Bedienungselemente ................45 3.2.1. Gasdrehgriff......................45 3.2.2. Kupplungshebel....................45 3.2.3. Handbremshebel ....................45 3.2.4. Bremsfußhebel .....................45 3.2.5. Fußschalthebel, Handschalthebel ................45 3.2.6.
  • Seite 6 Inhaltsverzeichnis 5.1. Bordwerkzeug ......................66 5.2. Gruppe Motor ......................68 5.2.1. Zündung einstellen ....................68 5.2.2. Motor-Getriebe-Block aus dem Fahrgestell ausbauen .........69 5.2.3. Zylinderkopf und Zylinder abnehmen ..............70 5.2.4. Ventile einschleifen....................71 5.2.5. Kolben ausbauen....................72 5.2.6. Kolben einbauen....................74 5.2.7. Kupplungsscheibe bzw. Kupplungsdruckfedern ausbauen ........76 5.2.8.
  • Seite 7: Technische Daten

    Technische Daten 1. Technische Daten 1.1. Motor Baumuster Typ 425 Arbeitsverfahren Viertakt 68mm Bohrung 68mm Zylinderzahl, Anordnung Einzylinder, stehend 247cm Hubraum 6,7 : 1 Verdichtungsverhältnis Höchstleistung 12PS bei 5.500U/min Höchstes Drehmoment 1,68kgm bei 4.500U/min Kühlungsart Luft (Fahrtwind) Schmierung Druck-Umlaufschmierung Ölpumpe Zahnradpumpe Öldruck 1,8atü...
  • Seite 8 Technische Daten Leerlaufdüse Nadeldüse Nadelstellung Stellung der Leerlaufluftschraube 3 ... 4 Umdrehungen geöffnet Gasschieberausschnitt Luftfilterdurchmesser 110mm Zündungsart Magnetzündung, Magnetzünder ZS 3 Zündkerze Isolator MC 10-14/225 Elektrodenabstand 0,4mm Unterbrecherkontaktabstand 0,4mm selbsttätig durch Fliehkraftregler Zündzeitpunktverstellung 28° (Kurbelwinkel) Verstellbereich der Zündung Zündzeitpunkt bei Spätzündung 10°...
  • Seite 9: Kupplung

    Technische Daten 1.2. Kupplung Bauart Einscheiben-Trockenkupplung Belagwerkstoff Cosid (aufgepresst) Anzahl der Druckfedern 1.3. Getriebe Bauart Zahnradgetriebe Anzahl der Gänge Schaltungsart Fußschaltung und 1 Hilfs-Handschalthebel Getriebeübersetzungen 1. Gang 4,59 : 1 2. Gang 2,88 : 1 3. Gang 2,11 : 1 4.
  • Seite 10: Elektrische Anlage

    Technische Daten 180mm Bremstrommeldurchmesser 25mm Bremsbackenbreite Handbremse wirkt auf Vorderrad Bremstrommeldurchmesser 180mm Bremsbackenbreite 25mm Belagwerkstoff Cosid-Bremsbelag Räder (Bauart) Drahtspeichenräder Befestigung durch Steckachse Felgengröße 1,85 B x 19 (alte Bezeichnung: 2 1/2 x 19) Bereifung Stahlseilreifen 3,25-19 Reifengröße 1.6. Elektrische Anlage Lichtmaschine IKA Typ 6/45/60 Leistung...
  • Seite 11 Technische Daten 3,50m Wendekreis 125mm Bodenfreiheit Anzahl der Sitze Leergewicht, betriebsfertig, ohne Kraftstoff 140kg Zulässiges Gesamtgewicht 300kg Nutzlast 160kg Kraftstoffnormverbrauch Solo 3,3l/100km Fahrbereich etwa 300 ... 350km Ölverbrauch (Motor) 0,1l/100km 12m aus 50km/h Bremsweg Steigungsvermögen 1. Gang 2. Gang 3. Gang 4.
  • Seite 12: Füllmengen

    Technische Daten 1.8. Füllmengen Motor (Motorenöl) im Sommer Markenöl 10° ... 12° E bei 50° C im Winter Markenöl 6° ... 8° E bei 50° C Ölmenge 1,5l Getriebe (Motorenöl) Markenöl 6° ... 8° E bei 50° C (z.B. EP 80, EP 85) Ölmenge 1,1l Hinterradantrieb (Motorenöl)
  • Seite 13: Motorkennlinien

    Technische Daten 1.9. Motorkennlinien Bild 1. Motorkenn- linien...
  • Seite 14: Beschreibung

    Beschreibung 2. Beschreibung 2.1. Motor 2.1.1. Allgemeine Beschreibung Als Antriebsquelle für das Modell 425 dient ein Einzylinder-Viertaktmotor mit einem Hubraum von 250cm , bei dem Zylinderbohrung und Kolbenhub gleich groß sind. Die Achse der Kurbelwelle liegt nicht, wie bei fast allen Kettenmaschinen, quer zur Fahrtrich- tung des Motorrades, sondern längs dazu.
  • Seite 15: Motorgehäuse

    Beschreibung 2.1.2. Motorgehäuse Das Motorgehäuse ist aus Leichtmetall gegossen und dient zur Aufnahme des Kurbeltrie- bes mit Schwungscheibe und Kupplung, der Steuerwelle und deren Antriebsrädern sowie des erforderlichen Schmierölvorrats und der Ölpumpe. Das Motorgehäuse wird nach unten durch einen mit Kühlrippen versehenen Deckel abgeschlossen, wobei eine dazwischen lie- gende Dichtung volle Öldichtheit gewährleistet.
  • Seite 16: Zylinder

    Beschreibung Bild 4. Querschnitt durch den Motor Zylinder und Zylinderkopf werden durch vier Zuganker auf dem Motorgehäuse festgezogen. 2.1.3. Zylinder Der Zylinder besteht aus Spezial-Zylindergrauguss. An der linken Seite desselben sind zwei Kanäle eingegossen, die im Zylinderkopf weitergeführt werden, wo sie in den Ventilkammern enden.
  • Seite 17 Beschreibung Zylinder Kolben Zylinder Ø D Kolben Ø d Größe Normalkolben 67,98 68,00 67,94 Abmaßkolben 68,00 68,02 67,96 Abmaßkolben 68,02 68,04 67,98 Übergrößenkolben 68,48 68,52 68,44 Übergrößenkolben 68,98 69,00 68,94 Bild 5. Zusammengehörigkeit von Kolben und Zylinder Dieser Zylinder ist in der Dichtfläche durch eine eingeschlagene 1 gekennzeichnet, während der Kolbendurchmesser auf dem Kolbenboden eingeschlagen ist.
  • Seite 18: Zylinderkopf

    Beschreibung Übermaßkolben sind in zwei Größen vorhanden, und zwar mit 67,96mm und 67,98mm Durchmesser. Die dazugehörigen zwei Zylindergrößen sind in der Dichtfläche durch einge- schlagene arabische Zahlen 2 bzw. 3 gekennzeichnet. Die Übermaßkolben sind zu unterscheiden von den Übergrößenkolben mit Durchmessern von 68,44 und 68,94mm, die beim Ausschleifen des Zylinders in Frage kommen.
  • Seite 19: Kolben

    Beschreibung 2.1.6. Kolben Der Kolben besteht aus einer Leichtmetall-Kolbenlegierung und ist als so genannter Voll- schaftkolben ausgebildet. Der Kolbenboden ist gewölbt und hat zwei Aussparungen, um bei OT-Stellung des Kolbens den geöffneten Ventilen Platz zu geben. Die Abdichtung erfolgt durch zwei Verdichtungsringe aus Sondergusseisen. Außerdem ist noch ein Ölabstreifring vorgesehen.
  • Seite 20: Einstellen Des Ventilspiels

    Beschreibung Die im Gesenk geschmiedete Nockenwelle ist oberflächengehärtet und geschliffen. Zwi- schen den beiden Steuernocken befindet sich eine Schneckenverzahnung, die zum Antrieb der Ölpumpe dient. Die hohlgebohrten Ventilstößel aus Hartguß gleiten in Führungsbuchsen aus Stahl. Diesel- ben sind in das Es bedeuten: EÖ...
  • Seite 21 Beschreibung Besonders bei neuen Maschinen ist während der Einfahrzeit ein häufiges Nachprüfen des Ventilspiels wichtig. Das Ventilspiel soll so klein wie möglich sein, womit jedoch nicht gesagt ist, dass ein großes Ventilspiel unbedingt schädlich ist. Zu großes Ventilspiel äußert sich jedoch deutlich durch unerwünscht lauten Gang (Rasseln).
  • Seite 22: Motorschmierung

    Beschreibung einiges Gefühl und Vertrautheit mit der Maschine voraussetzt. Bei neuen Maschinen geht man mit dem Ventilspiel zunächst an die obere Grenze, da die Ventile in ihren Sitzen noch etwas einhämmern und dadurch das Spiel eventuell wieder et- was geringer wird. Danach wird kontrolliert, ob sich das Spiel beim Anziehen der Gegenmutter etwa wieder ver- ändert hat, und gegebenenfalls wird nochmals nachgestellt.
  • Seite 23: Obenschmierung

    Beschreibung stab. Nachdem das Öl (bei warmem Motor) vollkommen abgelaufen ist, spült man mit dün- nem Spülöl durch, um alle Fremdkörper zu entfernen. Auf keinen Fall darf zum Spülen Petro- leum oder Benzin verwendet werden. Nach dem Durchspülen füllt man den Motor wieder mit frischem Motorenöl in der vorgeschriebenen Menge.
  • Seite 24 Beschreibung Zunächst muss der Kraftstoff, der vom höher liegenden Kraftstoffbehälter unter Gefälle zum Vergaser fließt, in der Nadeldüse auf gleicher Höhe gehalten werden. Dazu dient das Schwimmergehäuse mit Schwimmer und Schwimmernadel. Wenn der Kraftstoffstand im Schwimmergehäuse steigt, hebt sich der Schwimmer und sperrt dabei den Zufluss ab;...
  • Seite 25 Beschreibung üblichen Nadeldüsenvergasern in U-Form aus Messingblech gebogen, weshalb man den Vergaser als Flachschiebervergaser bezeichnet. Besondere Anforderungen stellt der Motor an den Vergaser im Bereich des Leerlaufs. Beim Anwerfen des Motors sind die Wände des Vergasers noch kalt und die Anwurfdrehzahl ge- ring.
  • Seite 26: Leerlaufeinstellung

    Beschreibung Die günstigsten Größen von Hauptdüse, Leerlaufdüse, Nadeldüse, Gasschieberausschnitt usw. für den BVF-Vergaser N 22-2 wurden auf Grund eingehender Versuche festgelegt, so dass in der Praxis kaum Veränderungen vorgenommen werden müssen. Allenfalls ist einmal eine Korrektur der Leerlaufeinstellung und der Nadelstellung vorzuneh- men, nur in Ausnahmefällen ist die Hauptdüsengröße zu ändern.
  • Seite 27: Behandlung Des Vergasers, Abnutzungserscheinungen

    Beschreibung einiges tun, jedoch muss man sich darüber im klaren sein, dass dies nur unter Verzicht auf Höchstleistung geschehen kann. Außerdem wird sich dies auf Übergang und Beschleuni- gung nachteilig auswirken und können sich eventuell Vergaserpatschen einstellen. Auf die Vergasereinstellung hat auch die Kraftstoffqualität einen Einfluss. Minderwertige Kraftstoffe verlangen meist eine fettere Vergasereinstellung.
  • Seite 28: Lichtmaschine 6V, 45/60W

    Beschreibung 2.1.14.1. Lichtmaschine 6V, 45/60W Die Lichtmaschine (Bild 16 unten) erzeugt den erforderlichen Strom für die Beleuchtung und das Signalhorn und lädt gleichzeitig, die über den Rückstromschalter parallel geschaltete Batterie auf. Sie ist ein Gleichstrom-Nebenschlussgenerator und spannungsregelnd. Der aufgebaute Reglerschalter hält, unabhängig von der Motorendrehzahl und der Anzahl der eingeschalteten Verbraucher, die Spannung der Lichtmaschine auf annähernd gleicher Höhe.
  • Seite 29: Wartung

    Beschreibung 2.1.14.2. Wartung Vor Beginn jeder Arbeit an der Lichtmaschine ist das Minus-(Masse-)Kabel der Batterie ab- zuklemmen. Alle 5.000km sind die Bürsten und der Kollektor auf Abnutzung und Sauberkeit zu überprü- fen; dazu ist der Elektrikdeckel abzunehmen. Die Bürsten (Bild 16, a) müssen sich in ihrer Führung leicht bewegen lassen. Verschmutzte Bürsten und Bürstenhalter sowie der Kollektor sind mit einem sauberen Tuch zu reinigen.
  • Seite 30: Wartung

    Beschreibung Schaltplan Die normale Ladung muss spätestens dann vorgenommen werden, wenn bei der Entladung die Klemmenspannung 1 Volt je Zelle beträgt. Wenn der Betrieb es erfordert, kann die La- dung jederzeit unterbrochen werden. Eine Ausgleichsladung, d. h. eine Ladung mit doppelter Ladezeit und Nennladestromsstärke, muss vorgenommen werden •...
  • Seite 31: Magnetzünder Zs 3

    Beschreibung Werkzeuge, die zur Wartung von Bleibatterien verwendet werden, dürfen nicht für alkalische Batterien benutzt werden. Es empfiehlt sich, Blei- und alkali- sche Akkumulatoren nicht im gleichen Raum aufzustellen oder gar zu laden. Es ist notwendig, dass die Zellendeckel, Polstutzen und Zel- lenverbinder immer sauber- und trocken gehalten werden.
  • Seite 32: Wartung

    Beschreibung Bild 19. Magnetzünder 2.1.14.7.1. Wartung Um ein einwandfreies Arbeiten des Magnetzünders zu gewährleisten, ist der Zustand des Unterbrechers (Bild 19) von Wichtigkeit. Alle 2.000km ist nach Abheben des Unterbrecher- deckels der Abstand zwischen den Kontakten des Unterbrechers zu prüfen. Er soll, wenn das Anlaufklötzchen des Unterbrecherhebels (3) auf dem höchsten Punkt des Nockens steht, 0,4mm betragen.
  • Seite 33: Licht- Und Signalanlage

    Beschreibung Wichtig ist, dass die Kerzen innen und außen sauber sind. Die Reinigung einer verschmutz- ten Kerze erfolgt mittels einer Drahtbürste. Der Elektrodenabstand ist durch Einklopfen oder Aufbiegen der Masseelektrode auf das rich- tige Maß von 0,4mm zu bringen. Zum Prüfen des Elektrodenabstandes benutzt man die im Werkzeug enthaltene Einstellehre, die auch zur Kontrolle des Unterbrecher- Kontaktabstandes dient.
  • Seite 34: Triebwerk

    Beschreibung Bild 21. Einstellen des Scheinwerfers Bild 22. Nachstellen des Horns 2.2. Triebwerk 2.2.1. Allgemeine Beschreibung Das an der Kurbelwelle entstehende Drehmoment wird auf die Schwungscheibe und von da über die Kupplung mit einem elastischen Zwischenglied (Stoßdämpfer) auf die Getriebean- triebswelle übertragen.
  • Seite 35: Getriebe

    Beschreibung Beim Anziehen des Kupplungshandhebels drückt die Kupplungsstange die innere Druckplat- te zurück, wodurch der Kraftfluss unterbrochen wird. Die Druckstange überwindet dabei die Federkraft der drei Kupplungsdruckfedern. Diese Federkraft wird durch ein besonderes Kupplungsdrucklager am anderen Ende Bild 23. Nachstellen des Kupplungsbowden- zuges Bild 24.
  • Seite 36 Beschreibung Bild 25. 4-Gang-Getriebe (Schieberäder in Leerlauf- stellung) Der vordere Wellenstumpf der Getriebeantriebswelle hat eine Keilwellenverzahnung, die in eine entsprechende Nabe der Kupplungsscheibe eingreift. Auf der Antriebswelle läuft auf 2 x 27 Lagernadeln die Hohlwelle. Diese hat außen auf ihrer ganzen Länge ebenfalls ein Keil- wellenprofil, auf dem vier Getrieberäder angeordnet sind.
  • Seite 37: Hinterradantrieb

    Beschreibung Der Kickstarterhebel hat einen Außenanschlag. Am linken unteren Rahmenrohr ist eine Blechaufnahme angeschweißt, die einen Gummipuffer aufnimmt. Beim Loslassen des Kick- starterhebels schlägt dieser mit einer Nase an diesen Gummipuffer an. Zur Schmierung der Lagerstellen und Zahnflanken der Getrieberäder wird dünnflüssiges Mo- torenöl verwendet (Zähigkeit 6°...
  • Seite 38: Fahrgestell

    Kenntnis der Wirkungsweise voraus. Von größter Wichtigkeit ist dabei die richtige Einstellung des Tragbildes. Diese erfolgt unter Verwendung von entsprechenden Prüf- und Einstellvorrichtungen. Die Simson-Dienste erhal- ten vom Herstellerwerk die zur einwandfreien Ausführung von Reparaturen, Auswechseln von Ritzeln und Tellerrädern usw. erforderlichen Anweisungen.
  • Seite 39: Vordergabel

    Beschreibung Die Verbindung der oberen und der unteren Rahmenrohre wird in der Mitte des Rahmens durch ein eingeschweißtes geprägtes Verbindungsblech hergestellt, an das sich der hintere Kotflügel anlegt. Dieser hat ein Scharnier, wodurch sich nach dem Lösen der Befestigungs- schrauben für die Schutzblechstreben der hintere Teil des Kotflügels hochklappen lässt. Durch Aufklappen einer Lasche lässt es sich in dieser Stellung festhalten.
  • Seite 40 Beschreibung Bild 27. Schnitt durch die Teleskopgabel Das Ablassen des Öles erfolgt durch Herausschrau- ben der Ablassschrauben an den beiden Gabelfüßen. Beim Wiedereinschrauben darf das Zwischenlegen der entsprechenden Dichtungen nicht vergessen werden. Im normalen Fahr- betrieb wird die Gabel bei einwandfreiem Zustand der Abdichtelemente praktisch kein Öl verlieren.
  • Seite 41: Hinterradfederung

    Beschreibung 2.3.3. Hinterradfederung Aufbau und Wirkungsweise der Hinterradfederung gehen aus dem gezeigten Schnittbild (Bild 28) hervor. Die Hinterradfederung ist eine Geradweg-Teleskopfederung mit einem Fe- derweg von 70mm. Die Abfederung erfolgt durch zwei Schraubenfedern. Diese sind jeweils oben auf entspre- chenden Gewindestücken aufgeschraubt, die in die Rahmenenden eingepresst und mit die- sen verschweißt sind.
  • Seite 42: Bremsen

    Beschreibung Die Abdichtung der Lager geschieht durch Filzringe und Dichtscheiben. Die Hinterradnabe ist mit einer Innenverzahnung versehen. Diese greift in eine entsprechen- de Gegenverzahnung der Tellerradnabe ein und bewirkt auf diese Weise die Mitnahme des Hinterrads. Die hintere Steckachse hat einen Durchmesser von 20mm. Sie wird in die beiden Achsauf- nahmen eingeschoben und mit einer Sechskantmutter festgezogen.
  • Seite 43 Beschreibung Die Bremstrommeln sind aus Tiefziehblech gezogen und mit den Naben verschweißt. Die Bremsbacken bestehen aus Leichtmetall. Der Jurid-Belag ist in einem Spezialverfahren auf- geklebt. Der Bremsnocken der Vorderradbremse hat einige Fettrillen, die bei der Montage mit Fett gefüllt werden. Diese Fettmenge reicht für längere Zeit zur Schmierung vollkommen aus. Auf die Anbringung eines besonderen Fettschmiernippels zur Schmierung des Bremsnockens wurde verzichtet, da an dieser Stelle erfahrungsgemäß...
  • Seite 44: Bedienungsanweisung

    Bedienungsanweisung 3. Bedienungsanweisung 3.1. Anordnung der Bedienungselemente Die Mehrzahl der Bedienungselemente ist in der üblichen Weise am Lenker untergebracht. Am rechten Lenkerende befindet sich der Handhebel für die Betätigung der Vorderradbrem- se sowie der Gasdrehgriff. Am linken Lenkerende sind der Handhebel für die Kupplungsbetätigung sowie der Signal- druckknopf und der Abblendschalter angebracht.
  • Seite 45: Betätigung Der Bedienungselemente

    Bedienungsanweisung 3.2. Betätigung der Bedienungselemente 3.2.1. Gasdrehgriff Der Gasdrehgriff ist durch einen Bowdenzug mit dem Gasschieber des Vergasers verbun- den. Durch Linksdrehen, also nach dem Fahrer hin, wird der Vergaser geöffnet. Beim Rechtsdrehen wird der Vergaser geschlossen, indem eine über dem Gasschieber sitzende Druckfeder denselben zurückdrückt.
  • Seite 46: Zünd- Und Lichtschalter

    Bedienungsanweisung Zum Schalten des 1. Ganges tritt man unter Auskuppeln den Fußschalthebel aus der Nor- malstellung bis zum Anschlag nach unten (Bild 33). Danach kehrt er von selbst wieder in seine Normallage zurück, während der Handschalthebel in der jeweiligen Stellung stehen bleibt (Bild 34).
  • Seite 47: Abblendschalter

    Bedienungsanweisung Bild 35. Schalterstellungen des Zünd-Licht-Schalters Zündung eingeschaltet, Stand- und Schlusslicht eingeschaltet, Schlüssel nicht ab- Stellung 3: ziehbar (Stadtfahrt bei Dunkelheit). Zündung eingeschaltet, Haupt- und Schlusslicht eingeschaltet, Schlüssel nicht ab- Stellung 4: ziehbar (Fahrt bei Dunkelheit). Zweckmäßigerweise wird man das Fernlicht nicht ohne laufenden Motor brennen lassen (Stellung 4), weil sonst in kurzer Zeit die Batterie entleert ist.
  • Seite 48: Anwerfen Des Motors

    Bedienungsanweisung Der Lenker muss mit leicht gewinkelten Armen zu erreichen sein, wenn man sich ganz leicht nach vorn neigt. Die Stellung der Handhebel für Kupplung und Vorderradbremse ist ebenfalls sehr wichtig. Oftmals sieht man Maschinen, bei denen die Hebel nach oben zeigen. Diese Hebelstellung ist durch nichts begründet, sie bewirkt höchstens, dass man in Gefahrenmomenten erst un- nötige Handbewegungen machen muss und dadurch wertvolle Zeit verliert.
  • Seite 49: Anhalten

    Bedienungsanweisung bremse erreicht. Man beginnt hierbei zweckmäßigerweise mit der Handbremse und lässt die Fußbremse folgen. Zügig bremsen und größte Vorsicht bei schlüpfriger Straße! Liegt Gefahr vor, so nehme man das Gas weg und betätige, ohne auszukuppeln, gleichzeitig beide Bremsen! Wird so stark gebremst, dass das Hinterrad rutscht, so kostet das nur Gummi und verlängert den Bremsweg.
  • Seite 50 Bedienungsanweisung Wenn man jedoch ein Seitenwagengespann vollkommen beherrscht, wozu einige Fahrpraxis gehört, so bietet es nicht zu unterschätzende Vorteile. Das sind vor allem seine große Fahr- sicherheit und Lenksicherheit, die besonders auf winterlich glatten und regennassen Straßen zur Geltung kommen. Daneben spielt auch die größere Beförderungsmöglichkeit für Personen und Gepäck bei gleichen Ausgaben für Steuer und Versicherung eine Rolle.
  • Seite 51: Pflegeanweisungen

    Garantiebestimmungen. Demzufolge sind Arbeiten an der fahr- zeugelektrischen Anlage nur von den IKA-Kundendienstwerkstätten auszuführen. Ein Abdruck der Simson- und der IKA-Garantiebestimmungen sowie der zur Zeit bestehen- den Simson-Dienste und IKA-Vertragswerkstätten findet, sich in der Kundendienstbeilage - Ersatzteilbeschaffung und Technischer Dienst -.
  • Seite 52 Pflegeanweisungen Stolz darin suchen, dass man seine Maschine etwa mit Vollgas im großen Gang einen Berg hinaufquält und sich dann freut, dass man gerade noch hinaufgekommen ist, sondern man soll lieber auf den nächst kleineren Gang zurückschalten und wird dann bei vielleicht 2/3 Gas die Steigung spielend nehmen.
  • Seite 53: Die Einfahrkerze

    Pflegeanweisungen Bild 38. Ölstand im Getriebe prüfen Man soll deshalb den Motor nicht unnötig lange im Stand laufen lassen, sondern ihn gleich nach dem Anwerfen mit mäßiger Geschwindigkeit »warm fahren«. 4.2.1. Die Einfahrkerze Für den normalen Betrieb ist eine Zündkerze mit einem Wärmewert 225 vorgeschrieben. Damit wird man normalerweise auch bei anhaltendem scharfem Fahren auskommen.
  • Seite 54: Schmierplan

    Pflegeanweisungen Bild 39. Ölstand im Hinterradantrieb prüfen 3. Man schmiere alle Schmierstellen der Ma- schine laut Schmierplan nochmals ab. 4. Man untersuche noch einmal aufmerksam das ganze Fahrzeug, insbesondere die Wirkung der Bremsen und die Funktion der Licht- und Signalanlage. 4.4.
  • Seite 55 Pflegeanweisungen 3. Ventilspiel nachstellen (siehe Kapitel 2.1.8.). 4. Alle Schrauben und Muttern am Motor-Getriebe-Block nachziehen, insbesondere die Befestigungsschrauben für das Getriebe und den Elektrikdeckel sowie die Vergaser- befestigung, ferner die Befestigungsschrauben für den Ölwannendeckel, die beiden Verschlussschrauben für die Kipphebellagerbolzen, die Überwurfmutter für das Aus- puffrohr usw.
  • Seite 56 Pflegeanweisungen 9. Schrauben und Muttern am Fahrgestell nachziehen, insbesondere die Mutter am Be- festigungsarm der Hinterradfederung, die Schrauben am Gummigelenk und die Mut- tern am Hinterrad-Antriebsgehäusedeckel und am Deckel zum Kreuzgelenk. Um die Muttern am Antriebsgehäusedeckel nachziehen zu können (Bild 44), sind nach Herausnehmen des Hinterrades die Bremsbacken abzunehmen.
  • Seite 57: Wartung Und Pflege Nach Je 1.000Km Fahrtstrecke

    Pflegeanweisungen 4.5. Wartung und Pflege nach je 1.000km Fahrtstrecke 1. Motorenöl wechseln. 2. Motorenöl im Getriebe und im Hinterradantrieb wechseln. 3. Stoßdämpferöl der Vordergabel wechseln. 4. Zuganker für Zylinderkopf nachziehen. 5. Ventilspiele nachstellen. 6. Alle Schrauben und Muttern am Motor-Getriebe-Block nachziehen. 7.
  • Seite 58: Wartung Und Pflege Nach Je 5.000Km Fahrtstrecke

    Pflegeanweisungen 11. Schmierfilz im Unterbrecher mit einigen Tropfen Öl tränken. Hierzu ist der Leichtme- talldeckel am Elektrikgehäuse nach dem Lösen der fünf Innensechskantschrauben abzunehmen und der Schutzdeckel am Magnetzünder zu entfernen. 12. Schrauben und Muttern am Fahrgestell nachziehen. 13. Batterielaugestand prüfen, evtl. destilliertes Wasser nachfüllen. 14.
  • Seite 59: Wartungsplan

    Pflegeanweisungen 17. Bremsen prüfen und nachstellen. 4.9. Wartungsplan alle alle alle alle Überprüfungsarbeit 250km 1.000km 2.000km 5.000km 1. Motor: Zugankermuttern für Zylinderkopf- und Zylinderbefes- tigung, Zündkerze, alle Schrauben und Muttern, Mo- tor-, Getriebe- und Elektrikbefestigung nachziehen Ventilspiel nachstellen (Einlass 0,1mm; Auslass 0,15mm) Kolben, Kolbenringe, Ventilsitze und Zylinderkopfdich- tung prüfen...
  • Seite 60: Schmierplan

    Pflegeanweisungen Muttern am Gehäusedeckel und Deckel am Kreuzge- lenk nachziehen Schrauben am Gummigelenk nachziehen 6. Fahrgestell: Schrauben und Muttern nachziehen Lenkerbefestigung überprüfen Befestigung der Betätigungshebel am Lenker überprü- Spiel der Lenkungslager prüfen Spiel in den Gleitlagern der Vordergabel prüfen Spiel in den Gleitlagern der Hinterradfederung prüfen Seitliches Lagerspiel der Räder prüfen Speichen prüfen 7.
  • Seite 61: Ratgeber Bei Störungen

    Pflegeanweisungen Bremsnocken der Vorderradbremse herausnehmen und Lagerung fetten Fettfüllung der Vorder- und Hinterradnabe erneuern alle 10.000km Öle und Schmiermittel Motor: Im Sommer Markenöl 12° ...15° E bei 50° C im Winter Markenöl 8° ...10 E bei 50° C. Getriebe: Markenöl 6° ...8° E bei 50° C oder EP 80, EP 85 Dickes Getriebeöl (Ambroleum usw.) ist ungeeignet! Hinterradantrieb: Motorenöl 6°...
  • Seite 62: Motor Springt Nicht An

    Pflegeanweisungen 4.11.1. Motor springt nicht an 4.11.1.1. Beim Niederdrücken des Vergasertupfers läuft kein Kraftstoff über a. kein Kraftstoff im Kraftstoffbehälter, b. Kraftstoffhahn geschlossen bzw. nicht auf Reserve geschaltet, c. Kraftstofffilter im Kraftstoffhahn verschmutzt; Filter ausbauen und reinigen, d. Kraftstoffzuleitung vom Kraftstoffhahn zum Schwimmergehäuse verstopft: Kraftstoff- leitung abnehmen und reinigen.
  • Seite 63: Motor Springt Schwer An

    Pflegeanweisungen fenform im Verbrennungsraum niederschlägt, wobei unter Umständen auch die Zündkerze nass wird und somit überhaupt keine Zündung mehr erfolgen kann. Dann muss folgendes geschehen: Bei geschlossenem Kraftstoffhahn und voll geöff- netem Gasschieber ist der Starter mehrfach zu betätigen, um eine gewisse Leicht- gängigkeit der gleitenden und drehenden Teile zu erreichen.
  • Seite 64: Motor Schlägt Beim Antreten Zurück

    Pflegeanweisungen 4.11.5. Motor schlägt beim Antreten zurück a. Fliehgewichte der selbstregelnden Zündverstellung hängen: Magnetzünder vom IKA- Elektrodienst überprüfen lassen, b. Zündung verstellt: Zündpunkt neu einstellen. (siehe Kapitel 5.2.1.), 4.11.6. Motor setzt auf der Fahrt stoßweise aus a. Motor erhält keinen Kraftstoff: Umschalten auf »Reserve«, Vergaser, Düsen, Kraft- stoffleitungen und Filter reinigen, b.
  • Seite 65: Ladekontrolllampe Im Scheinwerfer Leuchtet Während Der Fahrt Auf Oder Flackert

    Pflegeanweisungen 4.11.11. Ladekontrolllampe im Scheinwerfer leuchtet während der Fahrt auf oder flackert Die Ladekontrolllampe muss bei Fahrt ohne Licht bei folgenden Geschwindigkeiten erlöschen: 1. Gang: 9km/h, 2. Gang: 18km/h, 3. Gang: 24km/h, 4. Gang: 32km/h. Bei Seitenwa- genübersetzung im 4. Gang bei 27km/h. Bei Fahrt mit Licht muss sie spätestens verlöschen: 1.
  • Seite 66: Instandsetzungsanweisungen

    Instandsetzungsanweisungen 5. Instandsetzungsanweisungen In den nachfolgenden Abschnitten sind die wichtigsten Instandsetzungsarbeiten beschrie- ben, die von vielen Fahrern auch selbst ausgeführt werden können. Jedoch erfordern diese Arbeiten schon ein gewisses technisches Verständnis, Kenntnisse im Umgang mit den ge- bräuchlichsten Werkzeugen und die Möglichkeit der Anfertigung von einigen einfachen Hilfswerkzeugen.
  • Seite 67 Instandsetzungsanweisungen Doppelschraubenschlüssel 9X11 DIN 895 Doppelschraubenschlüssel 8X10 DIN 895 Sechskantstiftschlüssel 5 DIN 911 Sechskantstiftschlüssel 6 DIN 911 Dorn für Steckachse Zündkerzenschlüssel 14/21 Steckschlüssel 32 Sechskantstiftschlüssel 10/14 Lehre für Unterbrechereinstellung Düsenschlüssel zum Vergaser Senkschraube zur Nummernschildbefestigung Mutter zur Nummernschildbefestigung Zündschlüssel Bild 49a. Bordwerkzeug...
  • Seite 68: Gruppe Motor

    Instandsetzungsanweisungen 5.2. Gruppe Motor 5.2.1. Zündung einstellen Das Einstellen der Zündung wird durch die auf die Schwungscheibe aufgeschlagenen Mar- kenstriche erleichtert. Diese Markenstriche werden sichtbar, wenn man den Gummiver- schlussstopfen an der linken Seite des Motorgehäuses entfernt und den Motor langsam durchdreht.
  • Seite 69: Motor-Getriebe-Block Aus Dem Fahrgestell Ausbauen

    Instandsetzungsanweisungen Bild 52. Einstellung der Zündung mittels Prüf- lampe Die Prüflampe verlöscht, wenn bei langsamem Durchdrehen des Motors der Unterbrecher abhebt, wobei der Stromkreis unterbrochen wird. Die Stellung, bei der die Prüflampe verlöscht, in der also der Unterbrecher gerade abhebt, ist der Zündzeitpunkt.
  • Seite 70: Zylinderkopf Und Zylinder Abnehmen

    Instandsetzungsanweisungen 5. Kabel für Leerlaufanzeigelampe und Massekabel am Getriebe abklemmen. 6. Sechskantschraube M6x35 am Tachoantrieb entfernen und Tachowelle herauszie- hen. 7. Batterie abnehmen. 8. Leitungen des Kabelbaums II im Elektrikgehäuse abklemmen (Kabel 2, Kabel 51 und Kabel 61). Überwurfmutter an der Kabeldurchführung abschrauben und Kabelbaum herausziehen.
  • Seite 71: Ventile Einschleifen

    Instandsetzungsanweisungen 5.2.4. Ventile einschleifen Nach einer gewissen Betriebszeit, etwa alle 5.000km Fahrtstrecke, ist es vorteilhaft, wenn man einmal den Zylinderkopf abnimmt, die Ölkohle im Verbrennungsraum und am Kolben- boden entfernt, die Ventilsitze prüft und die Ventile eventuell leicht einschleift. Bild 54. Ventile ausbauen Um die Ventile einschleifen zu können, müssen sie zunächst ausgebaut werden.
  • Seite 72: Kolben Ausbauen

    Instandsetzungsanweisungen Undichte Ventile sind meist die Folge falscher Einstellung des Ventilspiels, falscher Zünd- oder Vergasereinstellung. Wird das Ventilspiel zu knapp eingestellt, so dass die Ventile nicht dicht schließen, blasen die heißen Gase durch und überhitzen die Ventile, wodurch diese sich verziehen und anschmoren. Bild 55.
  • Seite 73 Instandsetzungsanweisungen Bild 56. Kolbenbolzen ausdrücken Ein zu großes Spiel des Kolbenbolzens im Pleuelauge führt zum sogenannten Kolbenbolzen- ticken. Die Kolbenringe müssen sich in den Nuten rundum klemmfrei abrollen lassen (Bild 57). Wenn die Ringe in den Nuten fest gebrannt sind, löst man sie vorsichtig heraus, säubert die Ringnuten und zieht am besten einen Satz neuer Ringe auf.
  • Seite 74: Kolben Einbauen

    Instandsetzungsanweisungen Bild 58. Kolbenringstoß prüfen Muss der Kolbenringstoß noch etwas vergrößert werden, so spannt man den Kolbenring zwischen zwei Brettchen in den Schraubstock ein und nimmt mit der Feile noch etwas weg. Nachdem man den Kolben abgenommen hat, prüft man gleichzeitig, ob das Pleuellagerspiel noch in zulässigen Grenzen liegt.
  • Seite 75 Instandsetzungsanweisungen Bild 60. Einbau des Kolbenbolzens mittels Hilfsdorn sitzen kommt, so dass man die beiden Seeger-Ringe leicht einsetzen kann. Nach dem Einsetzen der Kolbenbolzensicherungen sind diese auf einwandfreien Sitz in den Nuten zu prüfen. Wenn man einen neuen Kolben einbaut, ist es gleich, in welcher Stellung man ihn einbaut, da der Kolben vollkommen symmetrisch ist.
  • Seite 76: Kupplungsscheibe Bzw. Kupplungsdruckfedern Ausbauen

    Instandsetzungsanweisungen 5.2.7. Kupplungsscheibe bzw. Kupplungsdruckfedern ausbauen nächster Punkt vorheriger Punkt 1. Getriebe ausbauen (siehe Kapitel 5.3.1.). 2. Sechs Sechskantmuttern M6 abschrauben (Bild 61). 3. Äußere Druckplatte, Kupplungsscheibe und innere Druckplatte abnehmen (Bild 62). 4. Kupplungsdruckfedern auf gleichmäßige Federspannung prüfen. Bild 62. Einzelteile der Kupplung 5.2.8.
  • Seite 77: Lichtmaschine Ausbauen

    Instandsetzungsanweisungen 5.2.9. Lichtmaschine ausbauen 1. Elektrikdeckel nach dem Herausschrauben der fünf Innensechskantschrauben ab- nehmen. Bild 64. Lichtmaschinenanker abdrücken 2. Anschlusskabel 51 und 61 an der Lichtmaschine abklemmen. 3. Beide Befestigungsschrauben für die Lichtmaschine herausschrauben. 4. Lichtmaschinengehäuse abnehmen. 5. Ankerbefestigungsschraube durch Rechtsdrehen herausschrauben (Linksgewinde!). 6.
  • Seite 78: Kickstarterfeder Spannen

    Instandsetzungsanweisungen 5.3.2. Kickstarterfeder spannen Zum Spannen der Rückholfeder für den Kickstarterhebel ist zunächst die Batterie abzuneh- men. Die Kickstarterfeder ist eine Wickelfeder. Das hintere Ende derselben ist in die Bild 65. Kickstarterfeder spannen Kickstarterwelle eingehängt, während das vordere Ende in die Lagerbuchse für die Kickstar- terwelle eintritt.
  • Seite 79: Gruppe Fahrgestell

    Instandsetzungsanweisungen Wenn ein neuer Hinterradantrieb eingebaut wird, ist vor dem Anschließen des Gummitro- ckengelenks zu untersuchen, ob zwischen dem Ende der Gelenkwelle und dem Ende der Getriebeabtriebswelle ein genügendes Spiel vorhanden ist. Infolge des Ein- und Ausfederns des Hinterrades schiebt sich die Gelenkwelle in der Verzah- nung des äußeren Mitnehmers hin und her, wodurch sich der Abstand zwischen Gelenkwelle und Abtriebswelle verändert.
  • Seite 80: Vorderrad Einbauen

    Instandsetzungsanweisungen 5.5.3. Vorderrad einbauen Der Einbau des Vorderrades wird in umgekehrter Reihenfolge wie der Ausbau desselben vorgenommen. Hierbei muss beachtet werden, dass die Bremshalterklauen richtig in die Nu- ten der rechten Gabelfaust eintreten. Außerdem ist die Steckachse nur in sauberem, leicht gefettetem Zustand einzuführen.
  • Seite 81: Hinterradschutzblech Ausbauen

    Instandsetzungsanweisungen Bild 68. Vorderradschutzblech ausbauen (mittlere Schutzblechstreben aus den Halte- schrauben herausheben) Bild 69. Vorderradschutzblech ausbauen (Gleitrohre nach außen drehen) 3. Sechskantmuttern für die je zwei Flachrundschrauben für die Schutzblechbefestigung an den Gleitrohren lösen. 4. Die mittleren Schutzblechstreben mittels Schraubenziehers und unter Drehen der Gleitrohre aus den Schrauben herausheben (Bild 68).
  • Seite 82: Vordergabel Aus Dem Fahrgestell Ausbauen

    Instandsetzungsanweisungen Bild 70. Widerstandsblech des Steuerungs- dämpfers ausbauen (Lösen der Innensechs- kantschraube) 5.5.8. Vordergabel aus dem Fahrgestell ausbauen 1. Vorderrad herausnehmen. 2. Vorderradschutzblech ausbauen. 3. Sterngriffschraube des Lenkungsdämpfers herausschrauben, nachdem der Splint entfernt ist. Es ist dabei auf die Rastscheibe, das Gleitstück, die Druckplatte und die Federscheibe zu achten.
  • Seite 83: Gleitbuchsen Der Vordergabel Auswechseln

    Instandsetzungsanweisungen Bild 71. Vordergabel herausnehmen Der Einbau der Gabel erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge. Vor dem Anziehen der Klemmschraube für die Steckachse ist die Gabel mehrmals kräftig durchzufedern! 5.5.9. Gleitbuchsen der Vordergabel auswechseln 5.5.9.1. Federbeine ausbauen 1. Vorderrad ausbauen. 2. Vorderradschutzblech ausbauen. 3.
  • Seite 84 Instandsetzungsanweisungen Bild 72. Steckschlüssel für die Schlitzmutter im Gabelfuß 13 Klemmschrauben an der unteren Gabelführung lösen. Federbeine nach unten herausziehen. Bild 73. Schlitzmutter im Gabelfuß abschrauben...
  • Seite 85: Federbeine Demontieren

    Instandsetzungsanweisungen 5.5.9.2. Federbeine demontieren 1. Stoßdämpferöl aus den Federbeinen ablassen. 2. Federbein in den Schraubstock einspannen (jedoch nicht auf die Lauffläche der Gleitbuchse) und Schlitzmutter im Gabelfuß abschrauben. Hierzu dient der in Bild 72 skizzenmäßig dargestellte Steckschlüssel (Bild 73). 3. Mutter zum Gleitrohr herausschrauben. 4.
  • Seite 86: Federbeine Einbauen

    Instandsetzungsanweisungen 7. Nunmehr können die Tragrohre auf Verschleiß an den Gleitstellen und evtl. auf Durchbiegung (bei Unfallmaschinen) untersucht werden. Die unteren Gleitbuchsen, die auf die Tragrohre aufgepresst werden, haben Übermaß und müssen nach dem Aufpressen mit dem Tragrohr überdreht werden. Die oberen Gleitbuchsen, die in die Gleitrohre eingesetzt werden, brauchen jedoch nach dem Einsetzen nicht nachbearbeitet zu werden.
  • Seite 87: Bremsbacken Auswechseln

    Instandsetzungsanweisungen 6. Nachdem die Führungshülse nach oben herausgezogen wurde, nimmt man die unte- re Schutzhülse mit den Gummipuffern heraus. Dazu wird der Führungskörper seitlich herausgedrückt. 7. Führungskörper mit der Schraubenfeder nach hinten herausdrehen und sodann die Feder vom Führungskörper abschrauben. Bild 77.
  • Seite 88: Reifen Abnehmen

    Instandsetzungsanweisungen Bild 78. Bremsbacken abnehmen Das Abnehmen der Bremsbacken der Hinterradbremse geschieht in derselben Weise wie bei der Vorderradbremse, jedoch ist hier zunächst die Sicherungsscheibe vom Bremshalterbol- zen abzunehmen und die dahinter liegende Scheibe zu entfernen. 5.5.12. Reifen abnehmen Das Abnehmen eines Stahlseilreifens geschieht folgendermaßen: Die Luft wird (falls sie nicht durch einen Defekt entwichen ist) vollständig abgelassen, indem man den Ventileinsatz niederdrückt oder den ganzen Einsatz herausschraubt.
  • Seite 89: Schlauch Flicken

    Instandsetzungsanweisungen stellen mit einer Drahtbürste oder Schmirgelleinen und lackiert diese Stellen wieder nach. Kleine Beulen sind ebenfalls zu entfernen. Hat die Felge übermäßigen Schlag, so tut man gut, dieselbe gegen eine neue auszuwech- seln. Eine schlagende Felge kann die Maschine leicht ins Schleudern bringen und zum Sturz füh- ren.
  • Seite 90: Seitenwagen Anbauen

    Reifen ins Tiefbett einzudrücken, und ihn an der dem Ventil gegenüberliegenden Seite über den Felgenrand drücken. 5.5.15. Seitenwagen anbauen Ein Teil der Motorräder Simson Typ 425 wird direkt ab Werk mit angeschlossenem Seiten- wagen geliefert. Wer sich von vornherein für eine Seitenwagenmaschine entschieden hat, erhält das 'Simson-Gespann' komplett geliefert.
  • Seite 91 Instandsetzungsanweisungen Seitenwagens, also von Sturz und Vorspur. Daneben spielt auch die Voreilung eine Rolle, das ist der Betrag, um den die Achse des Seitenwagenrades gegenüber der Achse des Hin- terrades nach vorn verschoben ist (Bild 81). Als Sturz (Bild 82) bezeichnet man die Neigung des Seitenwagenrades zu der in A und der des Kraftradhinterrades zu der in B errichteten Senkrechten.
  • Seite 92 Instandsetzungsanweisungen tung der bremsenden Kräfte, und drückt gewissermaßen gegen die Maschine. Dadurch tritt ein Ausgleich ein, und die Maschine läuft geradeaus. Der Sturz verstärkt diese Wirkung und verringert außerdem das durch die Vorspur bedingte Radieren des Reifens. Der Sturz kann durch Verstellen der Knebelmutter am mittleren Ausleger verändert werden. Neigt das Gespann dazu, nach dem Seitenwagen einzubiegen, so gibt man mehr Sturz, zieht es vom Wagen weg, so gibt man weniger Sturz.
  • Seite 94: Schnitt Durch Den Hinterradantrieb

    Hinterradantrieb 7. Schnitt durch den Hinterradantrieb Bild 26. Schnitt durch den Hinterradantrieb...

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