Tipp: Bei nicht ganz so großen Abbildungsmaßstäben z.B. 1:1 benutzen Sie die größte ge-
rasterte Schrittweite (Einstellung 2:1) und machen später die Aufnahmen nicht bei jedem,
sondern jedem 2, 3, oder vierten Rastpunkt. Für noch größere Schrittweiten wechseln Sie in
den ungerasteten Betrieb und zählen die Markierungen oder Umdrehungen, z.B. machen
die Aufnahmen mit Hilfe der Skala alle 0,1 mm oder nach jeder vollen Umdrehung (0,8 mm).
Wahl der Schrittweite durch Berechnen
1 +
∆ = 2
2
∆ = Schärfentiefe
= zulässiger Zerstreuungskreis
= Blendenzahl
= Abbildungsmaßstab
• Zulässiger Zerstreuungskreis
Der noch zulässige Zerstreuungskreisdurchmesser wird üblicherweise mit 1/1500 der Film-
oder Sensordiagonalen der Kamera beziff ert. Für das Kleinbildformat ergibt sich somit ein
zulässige Zerstreuungskreisdurchmesser von 0,0288 mm, für das APS-C Format 0,0178 mm.
Kleinere Werte kann man einsetzen, wenn das Ergebnis stark vergrößert werden soll. Dies ist
sinnvoll, wenn mit einer hochaufl ösenden Kamera fotografi ert wird.
• Blendenzahl
Die Blendenzahl stellen Sie an Ihrer Kamera
oder direkt am Objektiv ein. Zu starkes Ab-
blenden sollte wegen der damit eintretenden
Beugungsunschärfe vermieden werden.
• Abbildungsmaßstab
Der Abbildungsmaßstab ist das Verhältnis
zwischen der Abbildungsgröße und der realen
Gegenstandsgröße. Um ihn zu ermitteln muss
Ihnen die Sensorgröße Ihrer Kamera (die Ab-
bildungsgröße) bekannt sein.
Um genügend Überlappung zwischen den einzelnen Schärfeebenen zu erzeugen, benutzen
Sie als Schrittweite nur einen Bruchteil der so ermittelten Schärfentiefe. Dividieren Sie also
das Ergebnis für die Schärfentiefe z.B. durch 2 oder 3.
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Um eine geeignete Schrittweite mit einer alter-
nativen, eher wissenschaftliche Methode zu er-
mitteln, berechnen Sie zunächst die Schärfentiefe
in Abhängigkeit des Abbildungsmaßstabes, der
verwendeten Blende und des noch zulässigen Zer-
streuungskreisdurchmessers Ihres Kamerasensors.
Hierfür nutzen Sie diese Formel oder eine daraus
errechnete Tabelle.
Die links stehende Formel gilt streng genommen
nur für annähernd symmetrische Objektive mit ei-
nem Pupillenmaßstab von ca. 1:1, was für die meis-
ten Makroobjektive zutriff t.
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Produktbeschreibung
Der CASTEL-M unterscheidet sich von unseren klassischen, mechanischen Einstellschlitten
durch eine hochpräzise Spindel (3), die das Gleitstück (5) mittels des hinteren Fokusrads (1) an-
treibt. Dank der geringen Gewindesteigung lassen sich extrem kleine Abstände reproduzierbar
einstellen. Der CASTEL-M ist daher besonders gut für große Abbildungsmaßstäbe und für das
Focus Stacking geeignet.
Das Fokusrad lässt sich in der Stellung des blauen Schrittweitenhebels (10) auf X komplett frei
bewegen und mit Hilfe der Skala auf dem Umfang des Fokusrads präzise und wiederholge-
nau einstellen. Eine komplette Umdrehung im Uhrzeigersinn bewegt das Gleitstück um 0,8 mm
nach vorne. Ein Teilstrich entspricht einer Bewegung des Gleitstücks um 0,01 mm.
Für das Focus Stacking mit Abbildungsmaßstäben größer als 1:1 kann die Bewegung gerastet
erfolgen, d.h. das Fokusrad rastet beim Drehen immer nach einem voreingestellten Abstand ein,
an dem die Einzelaufnahmen erfolgen.
Für das Focus Stacking mit Abbildungsmaßstäben von 2:1; 3:1; 4:1 und 5:1 stehen geeignete
Schrittweiten zur Verfügung, die am Schrittweitenhebel auf der Vorderseite des Fokusrads ein-
gestellt werden. Die Abstände wurden für Kameras mit einem Sensor im KB-Vollformat (zuläs-
siger Zerstreuungskreisdurchmesser 0,025 mm), sowie einer Schärfentiefe bei Blendenöff nung
F4 am Objektiv optimiert. Die große Blendenöff nung wurde gewählt, um das Einsetzen von
Beugungsunschärfe möglichst zu vermeiden. Zusätzlich wurde eine für den Stackingprozess
notwendige Überlappung der Einzelaufnahmen mit einbezogen.
Zur Grobfokussierung lässt sich der Schlitten wahlweise auf einen zweiten Schlitten aufsetzen,
oder das Gleitstück mit Hilfe des auf der Rückseite angebrachten Verriegelungshebels (4) aus
der Spindel auskuppeln und händisch verschieben.
Mit Hilfe der Libelle (8) und einer Nivelliereinheit unterhalb des Einstellschlittens kann das Sys-
tem exakt horizontal, z.B. für Reproduktionen, ausgerichtet werden.
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