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SM Pro Audio EP-84 Bedienungsanleitung Seite 2

Vorschau ausblenden Andere Handbücher für EP-84:
Preamp in weniger als fünf Minuten
ohne Lötkolben gewechselt werden
kann. Eine große Platine an der Rück-
seite trägt die Ausgangsbuchsen und
die Ausgangspuffer bzw. –symmetrie-
rer. Die Verbindung aller Baugruppen
untereinander ist steckbar ausgeführt.
Alles in allem ein sauber aufgebautes
und sehr servicefreundliches Gerät.
Die Frontplatte wirkt aufgeräumt und
übersichtlich. Jeder Kanal hat hier seine
Eingangsbuchse, den Pegelsteller und
vier Tastenschalter. Außerdem signali-
siert eine Peak-LED pro Kanal eventuel-
le Übersteuerung. Die Eingangsbuch-
sen sind als Kombi-XLR/Klinke ausge-
führt, wobei sich XLR Stecker leider
nicht verriegeln lassen, so dass im Eifer
des Gefechts schon mal ein Stecker
herausrutschen kann. Neutrik-Stecker
sind dabei weniger problematisch, sie
ruhen satt in der Buchse, No-Name-
Stecker sitzen aber unter Umständen
recht locker.
Per Taster werden das 20-dB-Pad, die
Phantomspeisung , der Low-Cut sowie
der Phasenumschalter geschaltet, kom-
mentiert jeweils von einer LED, womit
wir beim Thema »Blaulicht« wären. Die
aktive Phantomspeisung wird nämlich
durch eine blaue LED signalisiert. Diese
ist jedoch so hell, dass sie in einem
etwas abgedunkelten Raum alle ande-
ren überstrahlt. Sicherlich auch Ge-
schmackssache, ich mag es jedoch lie-
ber etwas dezenter.
Die Einstellregler für die Verstärkung sind
als rastende Potentiometer ausgeführt
und suggerieren das Verhalten echter
Stufenschalter, ohne jedoch deren Vor-
teile wie Wiederkehrgenauigkeit oder
Präzision zu bieten. Im Gegenteil: Durch
die Rasterung ist eine feinfühlige Gain-
Einstellung nicht möglich; die Pegel-
sprünge von Raststellung zu Raststellung
Phantomspeisung selber prüfen!
Die Leistungsfähigkeit der Phantomspeisung zu prüfen ist eigentlich ganz simpel. Dazu benö-
tigt man nur ein Multimeter aus dem Baumarkt und das Ohmsche Gesetz. Es wird einfach der
Kurzschlussstrom gemessen, und zwar von Pin 2 oder 3 der XLR-Buchse nach Pin 1. Da ja die
– hoffentlich normgerechten – 6,81-kOhm-Vorwiderstände den Strom begrenzen, muss der
gemessene Kurzschlussstrom bei normgerechter Phantomspeisung pro Ader ca. 7 mA betra-
gen. Liegen hier zwischen 6,5 und 7,6 mA, so liegt auch die Phantomspannung, der Norm ent-
sprechend, zwischen 44 und 52 Volt. Läge die Phantomspannung nun z. B. nur bei 30 Volt,
würde man etwa 4,4 mA messen. An dem gemessenen Strom darf sich auch dann nichts
ändern, wenn bei weiteren Kanälen mit einem Stück Draht eine Brücke von Pin 2 und 3 nach
Pin 1 gelegt wird. Reduziert sich der Strom, wenn weitere Kanäle belastet werden, so geht die
zentrale Phantomspannungsversorgung in die Knie.
betragen teilweise bis zu 3 dB, wie unse-
re Messungen ergaben. Das ist eindeutig
zu viel. Eine Skala gibt es nicht, und
durch die etwas undeutliche Markierung
kann ich erst nach genauem Hingucken
erkennen, dass der Pegel auf 15 und
nicht etwa auf 9 Uhr steht.
Auf der Rückseite fallen sofort die zahl-
reichen Buchsen auf, besitzt doch jeder
Kanal neben einem symmetrischen
XLR-Ausgang (+4 dBu) auch noch eine
TRS-Buchse mit Consumerpegel (-10
dBV). Außerdem ist für jeden Kanal
eine Insert-Buchse zum Einschleifen ex-
terner Geräte vorhanden. Sehr lobens-
wert! Eine Blindplatte verdeckt den Ein-
bauplatz für einen achtkanaligen A/D-
Konverter mit ADAT-Lichtleiter-Ausgang
(110 Euro).
Nicht glücklich bin ich über das Fehlen
aussagekräftiger Aussteuerungsanzei-
gen: Die Peak-LEDs fangen nämlich erst
etwa 3 dB unter dem Begrenzungsein-
satz an zu glimmen, das heißt, der zur
Verfügung stehende Headroom ist
eigentlich keiner mehr. Die Bedie-
nungsanleitung sagt dazu: „Wenn die
LED bei sehr starkem Signal kurz auf-
leuchtet, haben Sie die richtige Einstel-
lung gefunden. " Dem möchte ich ener-
gisch widersprechen. Nur mit einer
Peak-LED, die mir sagt, dass kein Head-
room mehr zur Verfügung steht, möch-
te ich kein Konzert mitschneiden. Hier
sollte SM Pro Audio nachbessern, gute
Beispiele gibt es genügend.
Die Messungen
Ein möglicher Schwachpunkt bei Mikro-
fonvorverstärkern ist die Phantomspei-
sung. Es hat sich nämlich noch nicht bei
allen Herstellern herumgesprochen, dass
diese genormt ist (DIN EN 61938).
Diese Norm definiert seit 1997 eine
zulässige Stromaufnahme von Konden-
satormikrofonen von 10 mA pro Kanal
bei einer Speisespannung von 48 Volt
(+/- 4 Volt). Ein achtkanaliger Vorverstär-
ker müsste also 80 mA liefern können,
ohne dass die Speisespannung zusam-
menbricht. Bei vielen Geräten ist sogar
bei wesentlich kleineren Lasten bereits
Schluss. Einbrüche in der Versorgungs-
spannung, deutliche Erhöhung der
Netzbrummanteile und damit einherge-
hend eine deutliche Verschlechterung
der Mikrofondaten sind die Folgen.
Fälschlicherweise wird dann gerne die
Übersicht
Hersteller: SM Pro Audo
Modell: EP-84
Typ: Achtfach-Mikrofon-
vorverstärker
Anschlüsse:
8 x XLR/Klinke-In, 8 x XLR/
Klinke-Out, 8 x Insert
Bedienelemente pro Kanal:
Phantomspeisung, Phase, -
20-dB-Pad, Low-Cut (jeweils
mit farbiger LED), Gain-
Regler, Overload-LED
Impedanz Mikrofon-/
Line-Eingänge: 47 kOhm
Empfindlichkeit Mikrofon-
Eingänge: -60 dB
Empfindlichkeit Line-
Eingänge: -35 dB
Rauschabstand
(Werksangaben): >105 dB
Crosstalk rejection
(Werksangabe): > 120 dB
Frequenzgang
(Werksangabe):
20 - 20.000 kHz, +/- 0,5 dB
Maße: 2 HE
Listenpreis: 357 Euro
Verkaufspreis: 289 Euro
Info: www.smaudiopro.de
Acht Mikrofonvorverstärker zum
attraktiven Preis: der SM Pro
Audio EP-84
4.2007
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