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Pflege- und Betriebsanleitung
SikaPlan
-
®
Schwimmbeckenabdichtungen
Inhaltsverzeichnis
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Inhaltszusammenfassung für Sika Plan

  • Seite 1 Pflege- und Betriebsanleitung SikaPlan ® Schwimmbeckenabdichtungen...
  • Seite 3: Inhaltsverzeichnis

    Inhaltsverzeichnis   1. Allgemeines    2. Inbetriebnahme und allgemeine Pflege    3. Grundreinigung im Frühling    4. Urlaubspflege    5. Überwinterung    6. Physikalische Wasseraufbereitung    7. Chemische Wasseraufbereitung/Desinfektion    8. Algen    9. Der pH-Wert  10. Die Wasserhärte  11. Chemikalien und Sicherheit  12. Häufigste Probleme und Gegenmaßnahmen  13. Werterhaltung – Tipps und Tricks  14. Gesetze und Empfehlungen  Vorbehaltserklärung bezüglich unserer Pflege- und Betriebsanleitung für SikaPlan WP-Schwimmbecken ® Sämtliche Angaben in dieser Broschüre, die der Pflege (Unterhalt) und dem Betrieb  von SikaPlan  WP-Schwimmbädern dienen, basieren auf unseren derzeitigen  ® Erfahrungen und Kenntnissen im Normalfall. Sie befreien den Anwender wegen  der Fülle möglicher Einflüsse nicht vor einer eigenen, sorgfältigen Überprüfung  unserer Empfehlungen und – bei Verwendung von Chemikalien und anderen ...
  • Seite 4: Allgemeines

    1. Allgemeines Einführung Diese Pflege- und Betriebsanleitung gilt speziell für Beckenauskleidun- gen mit SikaPlan  WP Kunststoffabdichtungen auf PVC Basis. ® Damit Sie ungetrübte Badefreuden genießen können, machen wir Sie  mit einigen Grundbegriffen der Schwimmbadpflege vertraut. Badende  tragen Schmutzstoffe und Mikroorganismen in das Wasser ein. Zusätz- liche Beckenwasserbelastungen gibt es insbesondere durch Umwelt- Schmutzeinträge wie z. B. Staub, Ruß, Vogelkot, Blätter, Algensporen  etc. Dieser o. g. Schmutzeintrag ist durch fachgerechte Wasseraufbe- reitung und Beckenwasserpflege nachhaltig zu beseitigen um eine gu- te, gleichbleibende Beschaffenheit des Beckenwassers in Bezug auf  Hygiene und Ästhetik jeder Zeit sicher zu stellen. Hierbei ist eine Schä- digung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheits- erreger, zu vermeiden. Durch eine fachgerechte Wasseraufbereitung  und Wasserpflege wird eine optimale Wasserqualität gewährleistet.  Wesentliche Bestandteile einer fachgerechten Wasseraufbereitung sind: - Beckenhydraulik (gleichmäßige Beckendurchströmung) - Desinfektion, Oxydation und pH-Wert-Regulierung - Flockung und Filterung - Frischwasserzusatz Um die genannten Beckenwasser-Qualitätsparameter zu erreichen ist  eine auf das Schwimmbecken bzw. auf die Schwimmbeckenbelastung  abgestimmte Aufbereitungsanlage in Verbindung mit geeigneten Pflege- mitteln notwendig. Geltungsbereiche Diese Pflege- und Betriebsanleitung gilt sowohl für öffentliche Schwimm- ...
  • Seite 5: Inbetriebnahme Und Allgemeine Pflege

    2. Inbetriebnahme und allgemeine Pflege Beckenbefüllung Nach Fertigstellung der Abdichtungsarbeiten ist eine Abschlussreinigung  der SikaPlan  WP Abdichtung mit sauberem Wasser durchzuführen. Vor  ® der Erstbefüllung ist die Abdichtung mit im Fachhandel erhältlichem, für  PVC-P Abdichtungen geeignetem Desinfektionsmittel nach Vorgaben  des Herstellers, zu behandeln. Im Bedarfsfall können Sie sich auch an  den technischen Service der Sika wenden. Ein anschließendes Einsprühen mit einer 20%igen Algizid Lösung (keine  kupfer-und silberhaltigen Algizide verwenden) verhindert eine Algenbil- dung auf der Abdichtung. Verwenden Sie zum Füllen des Schwimmbeckens nur Wasser aus dem  Trinkwassernetz. Brunnenwasser kann, je nach chemischer Zusammen- setzung und/oder mikrobiologischer Belastung, u. a. zu Verfärbung,  Schädigungen o. ä. negativen Beeinträchtigungen der Abdichtung führen. Der erste Füllvorgang sollte vom Auskleidungsunternehmen kontrolliert  erfolgen. Die Beckenwasser-Füllgeschwindigkeit sollte nicht schneller  als 5 cm Höhe/h  betragen. Beim Füllen können sich im Bodenbereich kleine Falten bilden. Diese  Falten können zu Beginn des Füllvorganges sehr leicht geglättet wer- den, indem sie von Hand oder mit einer Stabbürste an den Beckenrand  hinausgeschoben werden. Der Füllvorgang ist deshalb so lange zu be- obachten, bis der ganze Beckenboden mit mindestens 10 cm Wasser  überflutet ist. Beginnen Sie so früh als möglich (sobald der Pool gefüllt ist) mit der  Wasseraufbereitung: –  pH-Wert Korrektur –  Chlorierung –  Flockung –  evtl. Algizid zudosieren Überprüfen Sie in den ersten Wochen nach Inbetriebnahme mehrmals  pro Woche die Wasserwerte, insbesondere Chlor und pH-Wert. Wenn sich das Wasser zu erwärmen beginnt, kann es ohne die o. g.  erwähnten Maßnahmen zu Kalkausscheidungen, Algenbildung etc.
  • Seite 6: Grundreinigung Und Desinfektion Im Frühjahr

    3. Grundreinigung und Desinfektion im Frühjahr Becken entleeren Schwimm- und Badebecken sollten, falls nicht andere Umstände es er- fordern einmal jährlich entleert und gründlich gereinigt und desinfiziert  werden. Das Wasser ist bei der Entleerung in die Kanalisation zu leiten, da die  im Wasser enthaltenen Chemikalien von der Wasseraufbereitungs-,  Desinfektions- und Überwinterungsmitteln nicht in natürliche Gewässer  (Teiche, Bäche, Flüsse oder Seen etc.) gelangen dürfen. Ggf. ist eine  diesbezügliche Klärung mit dem zuständigen Entwässerungswerk hin- sichtlich der Chlorbelastung etc. notwendig. Witterung Am besten reinigen Sie das Becken bei bedecktem Himmel. Lose Ver-  schmutzungen an Wänden und Boden sowie Reinigungsmittel trocknen  weniger schnell ein und lassen sich daher leichter entfernen bzw. be- seitigen. Vorreinigung –  Becken entleeren –  Wände und Boden mit Wasserstrahl abspülen –  Grobschmutz entfernen (Blätter und dgl.) –  Becken intensiv reinigen Hinweise: Das Reinigungs- und Nachspülwasser ist so zu entsorgen,  dass keine Rückstände im Rohrsystem verbleiben, da sie das neue Füll- wasser unhygienisch belasten. Eine zusätzliche Flächendesinfektion mit  einer Reinigungslösung von ca. 1,5 mg/l Chlor ist sinnvoll, unter Berück- sichtigung der Unfallverhütungs- und Entsorgungsvorschriften.  Arbeiten mit dem ACHTUNG: Dampfstrahlreinigungsgeräte dürfen wegen der hohen Tem- Hochdruckgerät peraturbelastung der Folie nicht verwendet werde. Auch handelsübliche  Hochdruckreiniger können die Dichtungsbahnen beschädigen! Verwen- den Sie ausschließlich eine Fächerstrahl-Düse. Die Düse nicht näher als ...
  • Seite 7 Beckenreinigung Die regelmäßige Unterhaltsreinigung ist entscheidend für die Sauber- keit, Werterhaltung und gutes Aussehen der Schwimmbadabdichtung. Reinigungsmittel-Lösung auf Wände und Boden auftragen. Nur Lappen,  Schwamm oder weiche Bürsten einsetzen. Um anhaftenden Kalk zu  entfernen eine Grundreinigung mit säurehaltigen Mitteln durchführen. In  hartnäckigen Fällen ist der Einsatz alkalischer Mittel notwendig. An-  schließend mit viel Wasser gründlich spülen, bis keine Schaumbildung  mehr sichtbar ist. Nicht eintrocknen lassen: Die Reinigungsmittel-Lösung nicht eintrock- nen lassen und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Große Becken  in Sektoren unterteilen und Abschnitt für Abschnitt reinigen.  Reinigungsintervalle: Die DIN 19643 für den öffentlichen Bäderbereich  fordert für Schwimmbecken folgende Reinigungsintervalle mit Saugge- räten und Bürsten: Beckenboden:  mind. 2 x wöchentlich Beckenwände:  mind. alle 2 Wochen Überlaufrinnen mit   Abdeckroste etc.:  mind. wöchentlich Wasserspeicher:  mind. halbjährlich Gesamtes Becken:    m ind. 1 x jährlich mit Desinfektion,   wie bereits erwähnt. Sinnvollerweise sollten die o. g. Reinigungsintervalle – entsprechend    m odifiziert – auch weitergehend für Privatbecken gelten, um die Be- ckenwasseraufbereitung einschließlich Beckenwasserhygiene kosten- sparend und umweltschonend zu entlasten.   Schmutzrand Im Beckenkopfbereich von Schwimmbecken bilden sich Schmutz- ränder. Diese bestehen insbesondere bei Freibädern hauptsächlich   aus atmosphärischer Verschmutzung (Ruß) etc. Während des Badebe- triebs gibt es bei Frei- und Hallenbädern weitere zusätz-liche Becken- wasserbelastungen z. B. durch Sonnencreme, Körperfett und son ...
  • Seite 8: Urlaubspflege

    Nun ist das Becken sauber gereinigt und zum Füllen bereit. Füllen Sie  das Becken kontinuierlich ohne Unterbrechung. Bei Freibecken gibt es  im Frühling neben evtl. Ruß-Eintrag auch noch zusätzliche organische  Umweltbelastungen wie z. B. Blätter, Gräser, Blütenstaub etc. Dieser  „Schmutz-Cocktail“ setzt sich bevorzugt im Schwimmbecken ab. Wenn  der Füll-Vorgang unterbrochen wird, bildet sich an der Wasserkante  ggf. ein hartnäckiger nachhaltig negativ wirkender Folien-Schmutzstrei- fen. Wird dieser nicht kurzfristig entfernt, resultiert hieraus nicht nur    e ine zusätzliche unhygienische Beckenwasserbelastung sondern es  kommt schlimmstenfalls zu irreparablen Folienverfärbungen.  4. Urlaubspflege Vor einer längeren Abwesenheit sollte das Schwimmbadwasser „präpa- riert” werden, um es keimfrei und klar zu halten. Dazu eignen sich  Desinfektionsmittel mit lang anhaltender Wirkungsdauer. Die Umwäl- zung des Beckenwassers kann ggf. reduziert werden. Der Beckenwas- serinhalt sollte jedoch mindestens 1 x täglich umgewälzt werden. Wenn  vorhanden, sollte man die Schwimmbeckenabdeckung schließen.  Grundsätzlich sind die Betriebs-, Wartungs- und Pflegeanleitung der  Schwimmbadfirma zu beachten. 5. Überwinterung Es ist empfehlenswert, das Vorteile: Schwimmbecken im gefüllten –  Schutz vor Witterungseinflüssen Zustand zu überwintern –    S chutz vor Beschädigung durch drückendes Grund- oder    S chichtenwasser –  Schutz vor Verfärbung durch Laub etc.
  • Seite 9 Vorbereitung der –    D as gesamte Becken einschl. Überlaufrinne mit Schwallwasserbe- Überwinterung hälter bzw. Skimmer etc. gründlich mittels Pool-Reinigungsgerät und  intensiver Bürstenanwendung reinigen –  pH-Wert auf ca.7,0–7,4 einstellen –  Flockungsmittel beigeben (sofern vorhanden) –  Chlorwert auf ca. 1,5 mg/l einstellen –  Filteranlage 1–2 Tage durchlaufen lassen Durch die o. g. Reinigungsarbeiten werden an Wänden und Boden  Schmutz und Mikroorganismen entfernt, da diese andernfalls während  der Überwinterung das Beckenwasser und die Filteranlage mit Rohrsys- tem unnötig  belasten. Mit der Flockung, Chlorierung und Filtration wer- den diese Verunreinigungen wirksam entfernt. Überwinterungsanleitung Sandfilteranlagen o. ä. Filtersysteme sind solange zu spülen, bis alle  Verunreinigungen aus dem Filtermaterial entfernt sind. Schmutzreste  im Filtermaterial bilden einen guten Nährboden für Mikroorganismen  etc. Außerdem können Schmutzreste das Filterbett verkleben («verba- cken») und so die Funktion des Filters negativ beeinträchtigen. –  Das Wasser bis unter den Skimmer absenken –  Rohrleitungen entleeren (Frostgefahr) –  Filteranlage entsprechend den Herstellerangaben entleeren –  Einstiegsleitern, Handläufe, Aufrollvorrichtungen demontieren –  Einströmdüsen mit speziellen Stopfen verschließen –    Ü berwinterungsmittel in der entsprechenden Menge gleichmäßig   über die Wasseroberfläche verteilen (Dosierung gemäß Hersteller- angaben) –  Winterplane kindersicher über dem Schwimmbecken befestigen –    D ie Beckenwände sind gegen Eisschub etc. mittels handelsübliche  Eisdruckpolster o. ä. zu stützen. –    E ine Schwimmbecken-Abdeckung verhindert bei Freibecken u. a.  Schmutzeintrag aus der Atmosphäre bzw. Umgebung durch Lauban- fall usw.  ...
  • Seite 10: Physikalische Wasseraufbereitung

    6. Physikalische Wasseraufbereitung Einleitung Die physikalische Wasseraufbereitung eines Schwimmbeckens besteht aus  der Filteranlage und dem hydraulischen Beckenwasser-Umwälzsystem. Bei der Auswahl der o. g. Schwimmbadwasseraufbereitung wenden Sie  sich bitte an eine kompetente ausführende Schwimmbadfachfirma. Wasserumwälzung Durch die Umwälzung des Beckenwassers wird eine gleichmäßige und  ausreichende Verteilung der Pflegemittel im Becken sichergestellt. Dies  ist notwendig, um eine Vermehrung von Algen und Mikroorganismen  vorzubeugen. Die Wasserqualität hängt neben der Filteranlagenkon- struktion bzw. Aufbereitungsleistung mit optimaler Filtratwasserqualität  von einer fachgerechten Beckenhydraulik und Beckenwasser-Umwälz- geschwindigkeit ab. Gemäß den aktuellen Richtlinien des Bundesver- bandes Schwimmbad & Wellness und den einschlägigen Regelwerken  ist die Beckenwasseraufbereitung für Privatschwimmbäder je nach Be- ckenbelastung bzw. -nutzung so zu dimensionieren, dass der Becken- inhalt mindestens in 4 – 6 Stunden einmal umgewälzt wird. Bei der  Auswahl der Filteranlage und Leistung sowie dem hydraulischem Be- ckenwasser-Umwälzsystem wenden Sie sich bitte an Hersteller solcher  technischer Anlagen bzw. ausführenden Schwimmbadfirmen. Filterung Die Filterung dient zur physikalischen bzw. mechanischen Reinigung  des Schwimmbeckenwassers. Alle sichtbaren Schmutzstoffe, ein- schließlich der durch Flockungsmittelzusatz gebildeten Flocken, werden  auf der Filterbettoberfläche und zum Teil auch in der Tiefe des Filterbet- tes zurück gehalten. Bei der Wahl des Filters spielt die Art des Filters,  seine Leistungsfähigkeit und die Filtergeschwindigkeit eine wichtige  Rolle. Der Filter muss durch eine fachgerechte Rückspülung mit ent- sprechender Rückspülgeschwindigkeit periodisch gereinigt werden. Die  Häufigkeit der Reinigung richtet sich nach der Belastung des Wassers.  Bei privaten Schwimmbecken soll spätestens nach einer Woche, unter  Einhaltung der Reinigungsweise durch den Hersteller bzw. der  Schwimmbadfirma, eine vorschriftsmäßige  Rückspülung erfolgen. Filter-Rückspülung Durch Umkehr der Wasserfließrichtung im Filter werden die im Filter- material ausgefilterten Schmutzstoffe aus dem Filter gespült und in die  Kanalisation geleitet. Diese Rückspülung sollte unabhängig vom Bela- dungszustand des Filters, spätestens nach einwöchiger Betriebsdauer, ...
  • Seite 11 Spülwasser-Geschwindigkeit und die Spüldauer. Diese soll in der Regel  ca. 5 Minuten dauern. Nur durch eine vorschriftsmäßige Filterrückspü- lung ist sichergestellt, dass die angesammelten Schmutzteilchen im  Filtermaterial weitestgehend aus dem Filter entfernt werden. Hierdurch  wird die Gefahr einer Wiederverkeimung des Reinwassers oder «Verba- ckung» des Filtermaterials verhindert. Ferner soll hier ein Aspekt ange- sprochen werden, der leider oft übersehen wird: Ein Filter hält nur die sichtbaren Schmutzstoffe zurück (z. B. Haare,  Schuppen o. ä.). Solange diese nicht durch die Rückspülung entfernt  werden, befinden sie diese Belastungsstoffe nach wie vor im Wasser- kreislauf. Das Chlor reagiert mit den im Filter angereicherten Schmutz- stoffen und führt somit zur Bildung von unerwünschtem Chlorgeruch  bedingt durch Chloramine (gebundenes Chlor).  Praxishinweise: Schwimmbeckenwasser sollten 1 bis 2 mal pro Woche  (je nach Verschmutzung) durch fachgerechte Rückspülung vorschrifts- mäßig gereinigt werden. Dieses sichert nicht nur eine optimale Becken- wasserqualität sondern reduziert u. a. gleichzeitig auch nachhaltig die  Betriebskosten (Wasser, Energie Chemikalien usw.). Flockung In das Beckenwasser gelangen nicht nur sichtbare Schmutzstoffe wie   z. B. Haare, sondern auch solche, die sich im Wasser für das Auge un- sichtbar fein verteilen (so genannte Kolloide), z. B. Bakterien, Körperfet- te einschließlich Kosmetika etc. Diese feinsten Schmutzstoffe können  auch durch hochwirksame Filter nur unvollständig zurückgehalten wer- den. Setzt man jedoch dem Wasser so genannte Flockungsmittel zu,  werden viele dieser feinst verteilten Schmutzstoffe entstabilisiert (elek- trisch entladen). Die Schmutzstoffe werden hierdurch in filtrierbare Vo- lumina vergrößert um sie anschließend aus dem Filterkreislauf zu ent- fernen bzw. im Filtermaterial zurück zu halten. Wichtig ist, dass das Flockungsmittel dem Wasser ständig zudosiert  wird. Denn nur im Augenblick der Zusammenmischung des Flockungs-  mittels mit dem Wasser finden die entscheidenden Entstabilisierungs- vorgänge statt. Bereits gebildete und auf dem Filterbett befindliche Flo- cken verbessern zwar das Filtrationsergebnis, lassen jedoch die nicht  gebundenen Schmutzstoffe, d. h. nicht entladenen Kolloide, passieren.  Die Wirkungsweise von Flockungsmitteln ist stark pH-Wert abhängig.  Bei nicht sachgerechter Anwendung kann es zu einer Nachflockung im  Beckenwasser kommen, die sich durch Verfärbung und schlimmsten-  falls starke Eintrübung des Wassers zu erkennen gibt. Flockungsmittel  können nur bei geeigneten Filtern mit entsprechenden Sand o. ä. Filter- materialien und Schichthöhen eingesetzt werden. Daher muss eine evtl. ...
  • Seite 12 Frischwasserzuführung Selbst die wirksamste Schwimmbeckenwasser-Aufbereitungsanlage  kann nicht verhindern, dass sich das im Kreislauf befindliche Wasser  während des Betriebs mit Störstoffen (meistens Salze) anreichert, da  sich diese wegen ihrer Wasserlöslichkeit den Flockungs- und Filtrati- onsmaßnahmen entziehen. In der Schwimmbad-Norm DIN 19643 für  öffentliche Bäder ist, pro Badegast und Tag mindestens 30 Liter Be- ckenwasser gegen Frischwasser auszutauschen. Diese Menge ist ge- gebenenfalls zu erhöhen, wenn die Anforderungen an das Schwimmbe- ckenwasser nicht anderweitig eingehalten werden können. Im Privatschwimmbadbereich ist ebenfalls ein gewisser Beckenwasser- Zwangsaustausch notwendig um aggressive Salz- bzw. Chloridbelas- tungen etc. durch Schwimmbadwasser-Aufbereitungschemikalien, Urin- kontraktion von Badenden usw. durch Wasserverdünnung entgegenzu- wirken. Eine gewisse Frischwasserzugabe bzw. Beckenwassererneue- rung ergibt sich z. B. zwangsläufig durch regelmäßige Filterrückspülun- gen, Verdunstung, Spritzwasserverlust usw. Hinweis: Wie aus den vorstehenden Erläuterungen ersichtlich, reicht es  nicht aus das Schwimmbeckenwasser ständig chemisch und mecha- nisch zu reinigen. Andernfalls ist das Beckenwasser verbraucht („ab- gebadet“), auch in korrosionstechnischer Hinsicht. Folglich trägt ein  entsprechend definierter Frischwasserzusatz maßgeblich für stabile    B eckenwasserverhältnisse. Füllwasser Die chemische Zusammensetzung des Trink- und Beckenwassers hat  einen sehr großen Einfluss auf die spätere Beckenwasser-Qualität und  auf die Wahl der richtigen Pflegemittel, so dass die Berücksichtigung  der eingangs genannten Trinkwasseranalyse als Grundlage zur fachge- rechten Planung und späteren vorschriftsmäßigen Ausführungsgrundla- ge dringend erforderlich ist. Füllrespektives Beckenwasser, das Eisen  und/oder Mangan enthält, kann zu dunklen unästhetischen Wasserver- färbungen führen. Damit die unerwünschten Metallhydroxide möglichst  vollständig entfernt werden, sollte wie folgt vorgegangen werden: 1. Stoßchlorung, um Eisen und Mangan zu oxidieren. 2. Einstellen des pH-Wertes in der Regel auf 7,0–7,4. 3. Ausflocken der Hydroxide bei laufender Filteranlage. Nach ca. 3 Tagen rückspülen. Häufig enthält Brunnenwasser hohe Ei- sen- und Mangananteile. Eisen- und Mangananteile im Wasser lassen  sich durch Zugabe handelsüblicher Spezial-Chemikalien ohne Ausfäl- lungen oder Verfärbungen entfernen. Bei erhöhtem Kupfergehalt im Be- ckenwassers (z. B. durch Metallkorrosionen) kann es zu schwarzen, ...
  • Seite 13: Chemische Wasseraufbereitung/Desinfektion

    7. Chemische Wasseraufbereitung Einleitung Die Desinfektion des Badewassers dient vorrangig zur raschen Abtötung  und/oder Inaktivierung von im Beckenwasser gelangender Erreger über- tragbarer Krankheiten sowie auch Algensporen, die bekanntlich als Nah- rungsquelle für Mikroorganismen dienen können. Folglich muss sicher  gestellt sein, dass für den Badenden kein Infektionsrisiko o. ä. gesund- heitsschädigende Gefahr besteht. Außerdem soll die Wasseraufbereitung  und -desinfektion dafür Sorge trage, dass das Beckenwasser ästhetisch  klar aussieht und hierbei auch gleichzeitig dem Wohlbefinden dient. Es stehen unterschiedliche Desinfektionsmöglichkeiten zur Auswahl.  Die Wahl des Desinfektionsmittel und -verfahren richtet sich u. a. auch  nach der Beckennutzung und -größe sowie den Betriebsbedingungen  und den Ansprüchen des Schwimmbadbesitzers. Bei der Wahl des rich- tigen Desinfektionsmittels und -verfahren sowie Anwendung, respektive  der analytischen Mess- und Regelung für die fachgerechte Dosierung  der Aufbereitungschemikalien (manuell oder automatisch) wendet man  sich an einen Fachplaner bzw. eine kompetente Schwimmbad-Fach- firma. Chlor Im öffentlichen Bäderbereich dürfen neben Chlorgas und Ozon nur an- organische Flüssig- und Granulat-Chlorprodukte verwendet werden,  nicht zuletzt auch wegen der Funktionssicherheit  der automatischen  Messwasser-Analytik (Messung – Regelung – Dosierung). Im Privatbe- reich sind hingegen auch organische Chlorprodukte zulässig, obwohl  diese bekannterweise automatische Mess-Analytiken verfälschen. Wenn  die Wasseraufbereitung fachgerecht funktioniert und der empfohlene  Chlorgehalt im Beckenwasser in Verbindung mit dem pH-Wert eingehal- ten wird, ist die Verwendung von praxisbewährtem Chlor unproblema- tisch und zugleich sehr effizient. Sind die vorstehenden anlagentechni- schen Funktionskriterien nicht vorhanden, kann es zur Bildung von un- angenehmen Chlor-Nebenreaktionsprodukten kommen. Aufgrund von  zu geringem Chlorgehalt im Beckenwasser entstehen in Verbindung mit  organischen Beckenwasserbelastungen Chlornebenprodukte (Chlorami- ne) als Ursache für den unangenehmen typischen Hallenbadgeruch.  Steht keine ausreichende chemische Oxydation im Beckenwasser zur  so genannten nassen Verbrennung der organischen Belastungsstoffe  zur Verfügung kommt es bedingt durch zu geringem desinfizierendem  Chlorgehalt oder anderen Beckenwasseraufbereitungs-Unzulänglichkei- ten zu der o. g. unzulässigen Chloramin-Geruchsbildung mit evtl. zu- sätzlichen Haut- und Augenreizungen etc. Dieser Mangel lässt sich häu-...
  • Seite 14 Maßnahmen zur Vermeidung –  Vor dem Baden Körper reinigen von Chloraminen –  Genügend Frischwasser zuführen –  Filter regelmäßig rückspülen –  Saubere Filteranlage (Filtersand) –  Gute Beckendurchströmung (weitgehend totzonenfrei) –  Permanente Flockung soweit möglich –  Becken regelmäßig reinigen mit Sauggeräten und Bürsten –  Optimaler pH-Wert –  Optimaler Chlorwert –  Stimmende Karbonathärte bzw. Säurekapazität Hinweis: Chloramine verursachen Chlorgeruch, Augenbrennen, Schleim- hautreizungen etc. nicht hingegen fachgerechte Chloranwendung! Natriumhypochlorit (anor- Das Natriumhypochlorit-Verfahren ist wohl die älteste Chlormethode. In  ganisches Chlorprodukt) den Handel gelangt Natriumhypochlorit – auch Chlorbleichlauge ge- nannt – in Form einer alkalischen, ätzenden Lösung, mit einem Gehalt  von ca.13% wirksamem Chlor. Bei einer manuellen Beckenwasser- desinfektion wird die handelsübliche Natriumhypochloritlösung vor der  Zugabe ins Beckenwasser im Verhältnis 1:3 mit Frischwasser verdünnt.  Das genaue Verdünnungsverhältnis und die unfallsichere Handhabung  mit entsprechender Schutzkleidung muss aus den Produktdatenblättern  und Bedienungsanleitungen der Chemikalienhersteller entnommen wer- den. Bei einer automatischen Chlordosierung erfolgt die Chlorentnahme ...
  • Seite 15 Elektrolyse-Verfahren Mit stationären Elektrolyseanlagen wird mit Kochsalz  (NaCI) ggf. auch  Meerwasser oder Salzsäure (HCI) durch elektrolytische Spaltung über  Elektroden Natriumhypochlorit (NaOCI) erzeugt und dem Beckenwasser  direkt oder mittels Chargenanlage und Vorratsbehälter indirekt zudosiert.  Es gibt auch direkte Elektrolyseverfahren als sogenannte Durchlaufelektro- lyse für Meerwasserbecken oder Beckenwasser mit Salzanreicherung von   mind. 0,4 %  bei der das Beckenwasser im Bypass durch ein Elektrolyse- gerät  bzw. durch eine kompakte Elektrodenzelleneinheit fliest und hierbei  messwertabhängig mittels Hypochlorit die Beckenwasser-Desinfektion  erfolgt. Im privaten Schwimmbadbereich werden auch stationäre Elektro- lysegeräte verwendet, bei denen eine Direktdesinfektion mittels Chlorgas  erfolgt. Im Gegensatz zur flüssigen Hypochlorit-Beckenwasserdesinfektion,  bei der der pH-Wert kontinuierlich ansteigt, sinkt bei einer Chlorgas-Be- ckenwasserdesinfektion der pH-Wert. Wenn das Füllwasser bzw. das Be- ckenwasser keine ausreichende Härte (Säurekapazität) als so genannte  Pufferkapazität hat kann es beim o. g. Chlorgasverfahren sehr schnell zum  plötzlichen pH-Wert absinken Beckenwasser kommen mit den hinlänglich  bekannten, folgenschweren Auswirkungen, wie z. B. Werkstoffverfärbungen  bei Kunststoffmaterialien, Metall-Korrosionen o. ä. (teilweise irreparablen  Mängeln). Daher ist bei dem vorstehend beschriebenen Chlorgas-Desinfek- tionsverfahren vor der Planung eine Trinkwasseranalyse hinsichtlich der  Wasserqualitätsparameter erforderlich sowie regelmäßige analytische Hand- messung der Säurekapazität ggf. zur Einstellung der Säurekapazität  Ks 4,3  über 0,7 mmol/m³ mit Natriumkarbonat oder Natriumhydrogencarbonat. Calciumhypochlorit (anor- Das handelsübliche anorganische Calciumhypochlorit enthält mindestens  ganisches Chlorprodukt) 65% Chlor, also bedeutend mehr als Natriumhypochloritlösungen. Calci- umhypochlorit ist in fester Form erhältlich, üblicherweise als Granulat  oder Tabletten. Für die Dosierung als Lösung empfiehlt sich eine 1–2%-  ige Lösung herzustellen, die dann etwa 6,5 bis 13 g wirksames Chlor  pro Liter enthält. Höher konzentrierte Lösungen sind wie Natriumhypo- chloritlösungen weniger beständig und der somit höhere Trübstoffgehalt,  bedingt durch den Anteil des wasserunlöslichen Calciumcarbonates,  kann die Dosierpumpe verstopfen. Calciumhypochlorit reagiert alkalisch,  d. h. bei fortgesetzter Anwendung kommt es zu einem pH-Wert-Anstieg  im Beckenwasser, vor allem wenn dieses weich bis mittelhart ist. Isocyanurate (organische Natriumdichlorisocyanurat (schnell löslich) und Trichlorisocyanursäure (lang- Chlorprodukte)
  • Seite 16 Sauerstoff-Methode Die sauerstoffabspaltenden Verbindungen, wie z. B. Wasserstoffperoxid  (Wasserstoffperoxid) werden bevorzugt im Privat-Schwimmbadbereich als Oxidations- bzw.  Desinfektionsmittel eingesetzt und sind allerdings im öffentlichen Bä- derbereich nicht erlaubt.  Bei sauerstoffabspaltenden Verbindungen wirkt Sauerstoff nicht wie ihn  unsere Atemluft enthält, sondern ein Sauerstoffradikal (ebenfalls eine  Chemikalie), welches sehr schnell in normalen Sauerstoff umgewandelt  wird und hierdurch auch seine desinfizierende Wirkung verliert.  Um trotzdem eine sichere Desinfektion gewährleisten zu können, lässt  sich die Sauerstoff-Methode mit Chlor und/oder Algiziden ergänzen. Ein  beigemischtes Algizid aktiviert die Desinfektionswirkung um auch Algen  wirkungsvoll abzutöten. Bei Aktivsauerstoff in Tablettenform kann je- derzeit Chlor zugegeben werden, wobei sich allerdings Wasserstoffper- oxid und Chlor gegenseitig neutralisieren. Bei der Sauerstoff-Methode  ist zu beachten, insbesondere bei Freibädern o. ä. Hochbelastungspara- metern, dass ihre Desinfektionswirkung gegenüber Chlor zweifelsohne  geringer ist.  Chlor - Ozon Verfahren Ozon ist ein sehr starkes Oxidationsmittel und darf wegen seiner Giftig- keit daher nur innerhalb der Wasseraufbereitung eingesetzt werden.  Nach dem desinfizierenden Wasserkontakt muss das Ozon anschließend  wieder mittels Aktivkornkohle-Adsorption aus dem Filtrat entfernt wer- den, so dass kein giftiges Ozongas in die Schwimmhalle gelangt bzw.  nicht von Badenden eingeatmet werden kann. Aufgrund der vorstehend  beschriebenen Ozongas-Adsorption innerhalb der Filter-Aufberei- tungstreckecke ist z. B. im öffentlichen Bäderbereich eine zusätzliche  Chlorung als sogenannte Depot-Desinfektion zwingend gefordert. Der  Vorteil von Ozongas ist u. a. auch seine wirksame Keimtötung und die  Oxidation wasserlöslicher, organischer Verschmutzungsstoffe, so dass  sich die Chlorzehrung im Beckenwasser erheblich reduziert und folglich  die Wasserqualität nachhaltig verbessert wird. Brom-Verfahren Das Brom-Verfahren darf nicht im Öffentlichen Bäderbereich verwendet  werden. Brom ist wie Chlor ein Halogen und wird in sogenannten  Brom-Stiks (Tabletten) angeboten. Vorteile des Broms: Brom enthält ca.  30 % Chlor. Anders als die Chloramine (gebundenes Chlor) sind Brom- amine geruchlos und reizen die Schleimhäute nicht. Die Desinfektions- wirkung von Brom hängt nicht so stark vom pH-Wert ab. Die Oxidati-...
  • Seite 17 und algizide Wirkung haben, benötigen die im Beckenwasser gelösten  Schwermetalle allerdings eine längere Kontaktzeit, die mehreren Stun- den betragen kann, wobei auch keine schnelle exakte Messanalytik  möglich ist. Da es beim o. g. Verfahren durch fotochemische Prozesse  zu dunklen Verfärbungen auf Kunststoffoberflächen kommen kann, ist  eine vorherige Klärung mit dem Produkthersteller notwendig. Die Me- tallverfärbungen lassen sich in der Regel mit Salpetersäure beseitigen.   UV-Verfahren Das kurzwellige UV-Desinfektionsverfahren basiert auf physikalischem  Wege durch elektromagnetische UVC-Strahlung bei einer definierten  Wellenlänge von λ = 254 nm. Die Anwendung erfolgt in einem soge- nannten separaten Bestrahlungs-Reaktor innerhalb des Beckenwasser- Aufbereitungssystems, d. h. in Fließrichtung hinter dem Filter, mittels  Bestrahlungsintensivität von mind. 40 J/m² (4mJ/cm²). Im Privatbereich  verwendet man in der Regel kostengünstige Niederdruck- UV-Strahler  und im öffentlichen Bäderbereich wesentlich teurere Mitteldruckstrah- ler. Im Strahlungs-Reaktor erfolgt die Desinfektion, in dem bei im Be- ckenwasser befindliche Mikroorganismen ohne Chemikalien, d. h. rein  physikalisch mit dem o. g. ultravioletten Licht die lebensnotwendigen  Zellstrukturen zerstört werden. Da das Wasser im Schwimmbecken kei- ne sogenannte Depotwirkung besitzt, verwende man zusätzliche Desin- fektionsmittel, allerdings in geringeren Dosiermengen. Fazit Achten Sie darauf, dass die notwendigen Desinfektionsmittelmengen  gemäß den Herstellerangaben eingesetzt werden. Vermischen Sie aus  Gründen des Unfallschutzes weder unterschiedliche Chemikalien noch  Produkte verschiedener Hersteller.  Bei sachgemäßer Handhabung ist  die im öffentlichen Bäderbereich zwingend vorgeschriebene traditionel- le Chlor-Desinfektion zur Aufbereitung und Desinfektion von Schwimm-  und Badewasser ein praxisbewährtes hochwirksames Verfahren, das  nicht so ohne weiteres zu ersetzen ist. Bei chlorhaltigen Produkten soll  der Gehalt an freiem, wirksamem Chlor zwischen 0,3 und 0,6 mg pro  Liter im Beckenwasser betragen. Die desinfizierende Wirkung von Chlor  ist ph-Wert abhängig. Je höher der pH-Wert um so geringer ist die  Chlorwirkung und um so größer der Chlorverbrauch (bei pH 6,5 halbiert  sich bereits die desinfizierende Chlorwirkung). Schwimmbadwasser, das nach „Chlor” riecht, enthält nicht zu viel,  sondern in der Regel zu wenig freies Chlor und kann daher neben dem  unangenehmen Chlorgeruch obendrein auch noch zu Schleimhaut- und  Augenreizungen etc. führen. Deshalb darf der Gehalt an gebundenem  Chlor im Beckenwasser öffentlicher Bäder auch nicht über 0,2 mg/Liter ...
  • Seite 18: Algen

    Folien-Verfärbungen oder Ausbleichungen auftreten können. Wenn bei  sogenannten Chlortabletten-Schwimmern, aufgrund von unsachge- mäßer Überfüllung o. ä. Bedienungsfehlern Chlorgranulat austritt, kann  es auf Folien-Beckenböden zu weißen Verfärbungen kommen oder  schlimmstenfalls Folienschäden geben.  Achten Sie bei der Verwendung von chlorhaltigen Desinfektionsmitteln  darauf, dass es sich um metallfreie Mittel handelt.  Im Handel gibt es  nach wie vor Chlor-Produkte, die z. B. Kupfer enthalten. Diese Schwer- metalle können auch Verfärbungen bei SikaPlan -Abdichtungen verur- ® sachen, die sich meistens nicht wieder fachgerecht entfernen lassen.  Elektrophysikalische kombinierte Silber- und Kupferverfahren in Verbin- dung mit Kunststoffabdichtungsmaterialien können folgenschwere Ver- färbungsmängel verursachen. 8. Algen Algenwachstum Algen benötigen für ihr Wachstum warmes Wasser, Sonnenlicht, Koh- lendioxid und Nährstoffe wie Nitrat (aus dem Abbau der Chloramine)  oder Phosphat. Damit kein Phosphat über das Füllwasser in das  Schwimmbeckenwasser gelangt ist bei vorhandener Gebäude-Phos- phatanlage zur Korrosionsvermeidung im Trinkwassersystem, das Füll- wasser vor der besagten Anlage zu entnehmen. Im öffentliche Bäderbe- reich kann man mittels verfahrensgerechter Flockungsfiltrationen ggf.  Phosphat aus dem Beckenwasser entfernen um Algen den Nährstoff zu  entziehen. Mit optimaler Flockungsfiltration und fachgerechter Becken- hydraulik gibt es in der Regel in Schwimm- und Badebecken kein Al- genwuchs. Das Algenwachstum beginnt meistens durch ungünstige Witterungsein- flüsse (Wetterumschwung), bei intensiver direkter Sonneneinstrahlung  in Verbindung mit entsprechend hoher Beckenwassertemperatur und/ oder ungenügender Beckendurchströmung mit Totzonen. Algenwachstum lässt sich durch die bereits erwähnte Hochchlorung  (1,2 bis 1,5 mg/l Chlor) verhindern oder bei chlorresistenten Algen mit    hochwirksamen Algizidprodukten. Bei hartnäckigen schwarzen (blau- grünen) Algenflecken ist in der Regel eine zusätzliche mechanische Be- seitigung mit Hilfe einer Bürste möglich. Algizide An schlecht durchströmten Stellen, bei unregelmäßiger Wasserpflege, ho- hem Gehalt an Kohlendioxyd und Phosphaten sowie Wärme des Wassers, ...
  • Seite 19: Der Ph-Wert

    Algenbekämpfung:  Algen sollten mit einer weichen Bürste entfernt, der pH-Wert sollte auf  7,0–7,2 eingestellt und ein Chlorstoß (1,2 bis 1,5 mg/l Chlor) durchge- führt werden. Am darauf folgenden Tag sind die abgetöteten Algen mit  einem handelsüblichen Bodensauggerät zu entfernen. Bei Algenbefall  aufgrund von Chlorresistenz ist die Verwendung von o. g. Algiziden    s innvoll. Kupfersulfat sollte aufgrund der Gefahr von Folienverfärbungen  nicht verwendet werden. Schaumbildung Schaumbildung kann durch Überdosierung von Algizid (Algenvernichter)  entstehen. Ist dies der Fall sollte man das Beckenwasser teilweise ab- lassen und durch Frischwasser ersetzen. Ggf. wäre die Algizid-Dosie- rung zu reduzieren oder man verwendet schaumfreie Produkt. 9. pH-Wert Einleitung In der Badewasser-Aufbereitung ist der pH-Wert eine der wichtigsten  Kriterien, sollte regelmäßig kontrolliert werden und steht in engem Zu- sammenhang mit Desinfektionsproblemen sowie dem Wohlbefinden. Der Begriff pH-Wert ist die Abkürzung für potentia hydrogenii (Stärke  des Wasserstoffs). Ein pH-Wert von 7 bedeutet, dass es sich um ein neutrales Medium  handelt. Liegt er darunter, gilt das Medium als sauer, liegt er darüber  wird das Medium als alkalisch bezeichnet (DIN 19643). pH-Wert im Schwimmbad Die sorgfältige Einhaltung des pH-Wertes im Beckenwassers in Verbin- dung mit der Trinkwasseranalyse ist unerlässlich, um einerseits die ver- schiedenen Aufbereitungsmaßnahmen optimal durchführen zu können  und andererseits das Wohlbefinden und die Gesundheit der Badenden  nicht negativ zu beeinträchtigen. Weiterhin gilt es, pH-bedingte Korrosio- nen und Kalkausscheidungen zu vermeiden. Generell kann gesagt wer- den, dass frisches, nicht abgebadetes Wasser über eine ausreichende  Pufferkapazität verfügt, um pH-Wert hebende oder senkende Einflüsse  durch Flockungs- und Desinfektionsmittelzusätze aufzufangen. Zu sauer   < 6,7          ...
  • Seite 20: Die Wasserhärte

    Kritisch      7,5–7,7        D esinfektionswirkung, insbesondere  des Chlors, nimmt ab. Bei diesem   pH-Wert müsste viel mehr Chlor    e ingesetzt werden, welches die Chlor- amin-Bildung fördert. Zu alkalisch     >7,8             K alkausfällungen. Zerstörung des    n atürlichen Säuremantels der Haut  nimmt zu. Dadurch mehr organische  Stoffe wie Körperfett, Hauteiweiß etc.  im Wasser. Im Handel sind verschiedene pH-Wert Heber bzw. pH-Wert Senker er- hältlich. Grundsätzlich sind die jeweiligen Bedienungsanleitungen der  Herstellerfirmen für Wasseraufbereitungsanlagen zu beachten. 10. Die Wasserhärte Einleitung Unter der Wasserhärte versteht man den Gehalt an Calcium- und Mag-  nesiumsalzen im Wasser. Dabei wird unterschieden in Gesamt-, Carbo- nat- und Nichtcarbonathärte. Für die Badewasseraufbereitung interes- siert uns primär die Carbonathärte bzw. die Hydrogen- Carbonathärte  und insbesondere die in der Schwimmbad-Norm DIN 19643 Teil 2 ge- nannte Säurekapazität als Teil der Wasserhärtebildner. Die Gesamthärte ist die Summe aller im Wasser vorhandenen Calcium-  und Magnesiumsalze. Carbonathärte Summe des an Kohlensäure gebundenen Calciums und Magnesiums (Car- bonate und Bicarbonate).  Bei Wasser mit einer Härte von mehr als 15 TH oder dH besteht auch bei ...
  • Seite 21: Chemikalien Und Sicherheit

    11. Chemikalien und Sicherheit Einleitung Immer wieder gibt es unerfreuliche Vorfälle, welche im Zusammenhang  mit Schwimmbadchemikalien stehen. Doch ohne diese Chemikalien  kann ein Schwimmbad nicht betrieben werden. Entscheidend für den sicheren Umgang mit Chemikalien sind die richti- ge Lagerung, Handhabung sowie Arbeitsschutzmaßnahmen, und dass  Sie über die nötigen Produktkenntnisse verfügen. Folgende Chemikalien können im Bäderbereich zur Wasserpflege An- wendung finden: –  Desinfektionsmittel –  pH-Wert Senker und Anheber –  Härtestabilisatoren –  Flockungsmittel (soweit im Privatbereich möglich) –  pH-Wert Heber und pH- Wert Senker –  Schwimmbadreinigungsmittel –  Algizide  Lagerung Chemikalien dicht verschlossen im Originalgebinde sowie für Kinder  und Unbefugte unzugänglich kühl in belüfteten Räumen lagern. Chlor  und chlorhaltige Produkte von anderen Chemikalien getrennt lagern  (dürfen nicht mit anderen Chemikalien in Kontakt kommen). Alle Chemikalien müssen so gelagert und eingesetzt werden, dass kei- ne Schädigungen bei Menschen, Tieren, der Umwelt und bei Werkstof- fen entstehen. Chemikalien-Liefergebinde müssen in vorgeschriebenen Schutzbehäl- tern gelagert werden. Achten Sie darauf, wenn Sie mit Chemikalien arbeiten, dass Kinder und  Tiere nicht damit in Berührung kommen. Umwelt Schädliche bzw. aggressive Chemikalien dürfen nicht in die Umwelt  bzw. in das Abwassersystem gelangen. Nehmen Sie sich Zeit für eine  diesbezügliche Sicherheitsprüfung über die Örtlichkeiten. Kurzes Studium Machen Sie sich zuerst mit den Chemikalien vertraut. Lesen Sie auf- merksam die Produkt-Datensicherheitsblätter der Chemikalien-Herstel- ler sowie die Angaben auf den Verpackungsbeschriftungen respektive ...
  • Seite 22 Chemikalien Auflösung Bestimmte Granulat-Chemikalien müssen vor der Zugabe ins Becken- oder Verdünnung wasser aufgelöst werden oder Chemikalien sind vor der Anwendung zu  verdünnen. Verwenden Sie dazu immer ein Kunststoffgebinde (verzink- tes Metall o. ä. reagiert z. B. mit Chlor sehr aggressiv). Grundsätzlich mit  Unfallsicherheitsbekleidung und unter Beachtung der Produkt-Hersteller- hinweise  Chemikalien in das Wasser zugeben und nicht umgekehrt, an- dernfalls kann es schädliche Reaktionen geben. Um bei der Handhabung  unerwünschte Chemikalienvermischungen zu vermeiden, ist grundsätz- lich für jede Chemikalie ein separates, anders farbiges Gebinde zu ver- wenden. Nach dem Gebrauch sind alle Gebinde und Rührwerkzeuge etc.  gründlich bzw. sorgfältig mit Wasser zu reinigen und zu trocknen. Chemikalien niemals mischen Verschiedene Chemikalien von angebrochenen Gebinden, zwecks Platz- einsparung etc., niemals zusammenschütten. Derartige Chemikalien- Vermischungen haben bekanntlich zu folgenschweren Chemieunfällen  geführt. Also: Niemals Chemikalien vermischen oder zusammenschüt- ten, auch wenn Sie glauben die besagten Chemikalien respektive die  chemische Reaktion zu kennen. Chlorprodukte Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Chlorproduktarten für die Bade- wasser-Aufbereitung, anorganische für den öffentlichen und privaten  Bäderbereich  und nur für den Privatbereich zulässige organische Chlor- produkte (siehe auch Kapitel: Desinfektions-Chemikalien). Diese Chlor- produkte sind, sobald sie miteinander in Kontakt kommen, chemisch  unkontrolliert sehr reaktiv. Es braucht häufig nur geringe Produktanteile  wie z. B. einige Chemikalien-Spritzer oder kleine Granulatanteile, und es  kann zu Explosionen und/oder Brandausbruch kommen. Entscheiden Sie  sich daher aus Sicherheitsgründen nur für eine der beiden Chlorarten. Außerdem reagiert Chlor mit säurehaltigen Produkten (Entkalker,  pH-Wert Senker etc.) zu lebensgefährlichem Chlorgas. Arbeitsschutz und In Räumen mit Chemikalien müssen zwingend übersichtlich an Wänden  Arbeitssicherheit befestigte Unfallverhütungshinweis-Beschilderungen vorhanden sein. ...
  • Seite 23: Häufigste Probleme Und Gegenmaßnahmen

    12. Probleme und Gegenmaßnahmen Problem Ursache Gegenmaßnahme Trübes Wasser -    U ngenügende Filtration oder  -    F ilteranlage rückspülen  möglicher mikrobieller Befall  -    p H-Wert auf 7,0–7,4 einstellen durch mangelnde Desinfekti- -    S toßchlorung durchführen onswirkung  -    F lockung bei Sandfiltern -    V iele Belastungsstoffe im  -    C hlorgehalt prüfen, auf    W asser 0,2–0,4mg/l einstellen -    C hlorgranulat oder schnell lösliche  Chlortabletten und ggf. auch Algi- zid zudosieren.
  • Seite 24: Werterhaltung - Tipps Und Tricks

    Problem Ursache Gegenmaßnahme Kalkausfällungen -    z u hartes Wasser -    m it saurem Reiniger Ablagerun- gen entfernen -  Härtestabilisator zugeben -    p H-Wert auf 7,0–7,4 einstellen Weiße oder graue Verschleimung -    m angelnde  -  pH-Wert überprüfen   D esinfektionswirkung  -  Stoßchlorung durchführen* -  Reinigung mit Bürste -  Flockung bei Sandfiltern -  kontinuierliche Filterung -  Filterrückspülung dunkle Fleckenbildung -    M aterialunverträglich-  -  (meist grau-schwarz) keiten bei Polyester-  -  pH-Wert auf 7,0–7,4 einstellen untergrund -  Stoßchlorung durchführen* -    B efall durch Laub -  Reinigung der Abdichtung -   ...
  • Seite 25 Becken nicht unnötig entleeren Entleeren Sie Ihr Bad nicht unnötig. Gefüllte Becken sind vor UV-Strah- lung, mechanischer Beschädigung, Umgebungsschmutz (Blätter, Steine  etc.) und atmosphärischem Schmutz (Ruß) besser geschützt. Über Win- ter kann das Becken gemäss separater Anweisung «wintersicher» ge- macht werden. Dadurch bleibt das Wasser auch sauber. Sollten Sie das  Becken trotzdem ganz entleeren (Frühlingsputz), achten Sie darauf,  dass es so bald wie möglich wieder gefüllt werden kann. Das kann Ihre SikaPlan Wegen möglicher Verletzungsgefahr der Dichtungsbahnen darf nicht  ® Abdichtung beschädigen mit folgenden Werkzeugen oder Chemikalien gereinigt werden: – Harte Schrubber – Chlorabspaltende Chemikalien – Abrasive Stoffe (grüne Scotch- Schwämme, Poliermittel etc.) – Lösungsmittel – Beschichtende Produkte – Draht- oder Stahlbürste Geräte, welche im und um das Becken verwendet werden, sollen we- gen möglicher Verletzung der Dichtungsbahn aus Vollkunststoff sein. ...
  • Seite 26: Reinigung

    Reinigung Zur laufenden Unterhaltsreinigung eignen sich schwach alkalische Allzweck- reiniger und Neutralreiniger. Sie lösen Körperfette und Oberflächenver- schmutzungen. Im Anschluss an die Reinigung ist gründlich mit Wasser  nachzuspülen. Sowohl für die Grund- als auch für laufende Reinigung dür- fen nur Mittel verwendet werden, die für PVC SikaPlan  WP-Auskleidungen  ® geeignet sind. Anwendung, Konzentration und Einwirkzeit sind den jeweili- gen Herstellervorschriften zu entnehmen und genauestens einzuhalten. Kei- nesfalls dürfen Haushaltsreiniger, Scheuer- und Lösungsmittel Anwendung  finden. Generell sollte darauf geachtet werden, dass nur wenig Reinigungs- mittel ins Beckenwasser gelangt. Reinigungsmittel verschlechtern die Was- serqualität und können zu Schaumbildung führen. Verwenden Sie zur Rei- nigung weiche Lappen, weiße Pads oder Padschwämme mit weißem Vlies. Wasser hinter der Abdichtung Hinter die Abdichtung gelangtes Wasser kann die Verbreitung von Mik- roorganismen hervorrufen, und dies wiederum zu Verfärbungen der Ab- dichtung führen. Die Ursache der Hinterläufigkeit ist festzustellen und  das Wasser durch geeignete Maßnahmen abzuleiten. Wenden Sie sich an Die Dichtungsbahnen dürfen nicht mit Schuhen betreten werden. Wir  Fachleute empfehlen saubere Gummistiefel mit nicht färbenden Sohlen. Bei Un- klarheiten keine Experimente wagen. Am besten wenden Sie sich an  eine Fachperson. Informationspflicht Der Verarbeiter von SikaPlan  WP-Schwimmbadbahnen ist verpflichtet,  ® den Bauherren über alle Punkte die das Material, die Inbetriebnahme,  Reinigung und spätere Wasserpflege betreffen, zu informieren. Ein Ori- ginal-Etikett der verwendeten Charge muss der Verarbeiter zu seinen  Unterlagen nehmen und für die Garantiedauer aufbewahren.
  • Seite 27: Gesetze Und Empfehlungen

    14. Gesetze und Empfehlungen Für den öffentlichen -    D IN 19643 – Teil 1 bis 5    Bäderbereich Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser -    K OK - Bäderrichtlinie von der DGfdB  -    H ygieneanforderungen an Bäder und deren Überwachung    Empfehlung des Umweltbundesamtes 2006 -    I nfektionsschutzgesetz (IfSG vom 20.Juli 2000) Anforderungen an die  Beschaffenheit von Schwimm- und Badebeckenwasser Für den privaten Bäderbereich „Planung der Wasseraufbereitung für Privatschwimmbäder“   Bundesverband Schwimmbad & Wellness (bsw) Quellenangabe 1.   D as Schwimmbad und der Hot-Whirl-Pool. Das Lovibond®- Hand- buch der Schwimmbeckenwasser-Aufbereitung und -Analytik.  Autor: Hugo Wehrli, Kurt Wehrli Zürich AG 2.   S chwimmbäder Planung-Ausführung-Betrieb  Autor: Christoph Saunus, Krammer Verlag, Düsseldorf AG...
  • Seite 28 Internet: www.sika.de Brandschutz Boden- beschichtungen Korrosionsschutz Bauwerksabdichtungen Betontechnologie Bei allen hier genannten technischen Prüfungen handelt es sich um Prüfungen unter Laborbedingungen. Für technische Werte im Normalfall der Praxis- anwendung  unserer  Materialien  sind  unsere  Angaben  in  den  jeweils  aktuellsten  Produktdatenblättern  maßgeblich.  Diese  können  bei  uns  angefordert  oder im Internet unter www.sika.at eingesehen werden. Sika Österreich GmbH  FundamentbisDach_regelkreis.indd 1 15.01.2010 11:23:22 Uhr Geschäftsbereich Roofing  Senderstraße 10, A–6960 Wolfurt Tel. +43 (0)5 0610-0, Fax: +43 (0)5 0610-2901  www.sika.at; roofing@at.sika.com...

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