Bauanleitung zum
NF-Zweitongenerator
FA LESERSERVICE
Gegenstand dieser Bauanleitung ist ein NF-Zweitongenerator mit gerin-
gem Klirrfaktor, der zu Intermodulationsmessungen an Sendern, am Sen-
deteil von Transceivern sowie nachgeschalteten Endstufen nötig ist.
Einen NF-Zweitongenerator benötigt man
für Intermodulationsmessungen an SSB-
Sendern [1]. Da bei kommerziellen Geräten
keine andere Einspeisemöglichkeit besteht
als die Mikrofonbuchse, genügt hierfür ein
Generator auf NF-Ebene.
Die Grundschaltung der beiden Generator-
zweige ist aus dem Datenblatt des einge-
setzten Generatorschaltkreises hinlänglich
bekannt. Durch entsprechende Dimensio-
nierung der Bauelemente lassen sich die
Generatoreigenschaften gezielt ändern. Die
Platine des Bausatzes [2] ist großzügig aus-
gelegt und bietet somit reichlich Platz für
individuelle Experimente mit abweichen-
der Bestückung.
Der NF-Zweitongenerator verfügt über
zwei Generatorzweige, die sich durch Ste-
cken der Jumper JP1 (Generator 1) und
JP2 (Generator 2) einschalten lassen. Zur
Signalisierung, ob eine Versorgungsspan-
nung anliegt, wurde die Leuchtdiode VD1
vorgesehen. Die beiden Generatorzweige
werden über ein gemeinsames Potenzio-
meter auf eine Cinch-Buchse geführt. Hier
wird der Mikrofoneingang des zu untersu-
chenden Transceivers angeschlossen.
Zur Stromversorgung des NF-Zweitonge-
nerators ist eine beliebige Gleichspan-
nungsquelle geeignet, die zwischen 11 V
und 15 V liefern kann und mit mindestens
60 mA belastbar ist.
Der Bausatz besteht aus einer Platine und
sämtlichen benötigten Bauelementen. In
der Version BX-086G ist zusätzlich ein be-
drucktes und bearbeitetes Gehäuse enthal-
ten. Da ausschließlich bedrahtete Bauele-
© Box 73 Amateurfunkservice GmbH 2016
BX-086 – FA-NF-Zweitongenerator – 160708
mente sowie eine nur einseitig kupferbe-
schichtete Leiterplatte zum Einsatz kom-
men, sind die Anforderungen des Aufbaus
auch von Einsteigern gut zu bewältigen.
Für den Aufbau wird folgendes Werkzeug
benötigt:
Bild 1:
Vollständig aufge-
bauter NF-Zwei-
tongenerator im
Gehäuse
– temperaturgeregelter Lötkolben 60 W
bis 80 W mit Bleistiftlötspitze, Lötzinn
0,5 mm bis 1 mm mit Flussmittelseele,
– Elektronik-Seitenschneider,
– Flachzange, Schraubendreher,
– Multimeter,
– Labornetzgerät 12 V/≥ 200 mA mit ein-
stellbarer Strombegrenzung.
Bild 2:
Vollständig bestückte
Platine des FA-NF-
Zweitongenerators
Fotos, Screenshots:
Red. FA
www.funkamateur.de
Tabelle 1: Technische Daten
Bauteil
Wert/Bezeichnung
NF-Signale
2
NF-Ausgang
1
Frequenz
600 ... 2100 Hz
Klirrfaktor
≤ 0,5 %, justierbar
Ausgangsspannung
U
≤ 60 mV an 600 Ω,
SS
einstellbar
Versorgungsspannung 11...15 V
Stromaufnahme
≤ 60 mA
Für den präzisen Abgleich wird ein Klirr-
faktormesser benötigt. Zu einem ebenso
brauchbaren Ergebnis führt auch die Nut-
zung einer Software, mit der sich unter an-
derem der Klirrfaktor mithilfe der Sound-
karte eines PCs ermitteln lässt (siehe Ab-
schnitt Abgleich und Inbetriebnahme).
Vor dem Bestücken der Platine sollte der
Inhalt des Bausatzes mit der Stückliste
verglichen werden. Es hat sich bewährt,
die Widerstände vorher zu sortieren, um
Verwechslungen beim Einbau zu vermei-
den. Da deren Farbringe manchmal nicht
zweifelsfrei zu identifizieren sind, sollte
auf jeden Fall das Multimeter zu Hilfe ge-
nommen werden. Fehler, die aufgrund fal-
scher Widerstandsbestückung auftreten,
sind später oft nicht leicht zu finden. Die-
ses betrifft auch die Einstellwiderstände.
Hier führt eine Fehlbestückung dazu, dass
sich der betroffene Generatorzweig nicht
korrekt abgleichen lässt. Die Werte der
Einstellwiderstände sind auf deren gewölb-
ten Gehäuseseiten eingefräst.
Bestückung
Herzstück der Schaltung sind zwei iden-
tisch aufgebaute NF-Generatoren. Diese
werden mit den Schaltkreisen IC1 und IC2
realisiert. Beide Generatoren lassen sich
einzeln abgleichen. Zu diesem Zweck sind
je vier Einstellwiderstände vorgesehen.
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