Herunterladen Inhalt Inhalt Diese Seite drucken
Gebrauchsanleitung für den Multi-Schiefspiegler,
Typ WolterScope 140 und 150 f/11
Allgemeine Bedienungshinweise
Das Teleskop ist sofort einsatzbereit, es sollte jedoch für Erd- oder Himmelsbeobachtungen
auf einem stabilen Stativ und einer geeigneten Montierung befestigt werden.
Hinweise zur Montage des Geräts auf verschiedenen Montierungen finden sie weiter unten.
Wir empfehlen Ihnen vor dem ersten Gebrauch des Geräts die Bedienungsanleitung zu
lesen, um sich mit dem Geräteaufbau vertraut zu machen.
Stellen Sie nach der Lieferung zunächst fest, ob die Ausrüstung unbeschädigt und
vollständig ist. Bewahren Sie die Originalverpackung und die Rechnung für eventuelle
Reklamationen/Reperatursendungen auf. Ein Versand bzw. Transport des Geräts sollte
immer in dem mitgelieferten Transportkoffer mit Schaumstoffeinlage erfolgen. Achten sie
dabei darauf, dass der Okularauszug ganz eingeschoben ist und alles Zubehör wie Sucher
usw. vorher abmontiert wurde. Die am Koffer montierten Clips sollten für einen Versand migt
Drahtschlaufen gesichert werden, die durch entsprechende Bohrungen in den Clips gezogen
werden. Die Clips koennten sonst bei Erschütterungen aufspringen.
Folgende Ausstattung ist im Lieferumfang enthalten:
Optischer Tubus WolterScope 140 f/11 oder 150 f/11
- wahlweise Telradfinder oder 8 x 50 Sucherfernrohr in justierbarer Fassung
- 2" Präzisions- Okularauszug, 1.25" Reduzierung
100 mm Auszugslänge, 2" Verlängerungshülse, 20 mm Plösll Okular
- Verschlussdeckel für Öffnung
-Aluring an der Öffnung für Sonnenfilter (nur optional)
-Justierlaser und Spiegelkappen
-Bedienungs- und Justieranleitung
-Transportkoffer (optional)
Für erste Beobachtungen in der Umgebung stellen Sie das Gerät zunächst auf eine
stabile Unterlage.
Entfernen sie nun die vorderseitige runde Schutzkappe und stecken zunächst ein schwach
vergrösserndes Okular (Brennweite 20-30 mm) in den Auszug. Richten Sie das Teleskop auf
ein entferntes Objekt in der Erdumgebung aus (Distanz mindestens etwa 20 m, keinesfalls in
die Sonne richten) und schauen Sie durch das Okular. Mit dem Feintrieb des Okularauszugs
können Sie das Objekt dann scharfstellen. Das Bild wird seitenverkehrt und auf dem Kopf
stehend erscheinen. Dies entspricht der astronomisch üblichen Bildorientierung. Bei
terrestischen Einsatz empfiehlt sich die Anschaffung eines Amici-Prismas, welches die
Bildorientierung korrigiert. Ein Zenitprisma oder Zenitspiegel erzeugt zwar ein aufrecht
stehendes Bild, allerdings erscheint dieses spiegelverkehrt (siehe auch Kapitel Zubehör).
1
Inhaltsverzeichnis
loading

Inhaltszusammenfassung für Wolter Systems WS 140f/11

  • Seite 1 Gebrauchsanleitung für den Multi-Schiefspiegler, Typ WolterScope 140 und 150 f/11 Allgemeine Bedienungshinweise Das Teleskop ist sofort einsatzbereit, es sollte jedoch für Erd- oder Himmelsbeobachtungen auf einem stabilen Stativ und einer geeigneten Montierung befestigt werden. Hinweise zur Montage des Geräts auf verschiedenen Montierungen finden sie weiter unten. Wir empfehlen Ihnen vor dem ersten Gebrauch des Geräts die Bedienungsanleitung zu lesen, um sich mit dem Geräteaufbau vertraut zu machen.
  • Seite 2: Beobachtung Der Sonne

    ! Beobachtung der Sonne ! Wir möchten Sie ausdrücklich davor warnen mit dem Teleskop oder dem mitgelieferten Sucherfernrohr in die Sonne zu schauen ! Die energiereiche Strahlung kann ihre Augen irreparabel schädigen oder sogar zerstören. Zur Sicherheit sollten Sie ihr Teleskop überhaupt nicht in den Taghimmel richten.
  • Seite 3 Diese optische Anordnung wirkt sich vorteilhaft auf die Bildqualität aus, wie umfangreiche optische Berechnungen gezeigt haben. Eine Kompensation der Bildfehler wird damit auch bei relativ hohen Öffnungsverhältnissen (f/10) und selbst bei Großteleskopen mit bis zu 0.5 m Öffnung möglich. Zudem wird der Lichtweg mehrmals gefaltet, so daß...
  • Seite 4 Technische Merkmale des Multi-Schiefspieglers WS 150 f/11 und Ws 140 f/11 Eigenschaft: WS 150 f/11 WS 140 f/11 Öffnung/ Blende/Brennweite 150 mm / 11 / 1650 mm 140 mm / 11 / 1540 mm Tubusabmessungen (L x B1/B2 x T) (mm) 650 x 370/470 x 220 650 x 370/470 x 200 Theor.
  • Seite 5: Befestigung Des Teleskops An Montierungen

    Befestigung des Teleskops an Montierungen Der Multi Schiefspiegler sollte sich an nahezu allen Fremdmontierungen befestigen lassen. Dabei ist unbedingt zu beachten, daß die verwendete Montierung eine genügende Tragfähigkeit von etwa 12 kg beim WS 150 und WS 140 aufweist und es sich von der Bauart her um eine deutsche Montierung handelt.
  • Seite 6 2 x Gegengewichte von jeweils mindestens 5 kg aufsetzen. Dazu wird bei der EQ-6 die Stahlachse aus der Montierung ganz ausgezogen (Klemmschraube lösen). Am Ende der Gegengewichtsachse befindet sich eine Rändelmutter, diese abschrauben und die Gegengewichte auf die Achse schieben. Die Gegengewichte sollen ganz aussen sitzen und festgestellt werden.
  • Seite 7: Montage Und Justierung Eines Telradfinders Oder Eines Sucherfernrohrs

    Suchers befindet. Dann ein Okular in den Auszug stecken und festschrauben. Nun das Auszugsrohr nach aussen fahren bis ein scharfes Bild zu sehen ist. Nun sollte auch das Bild im Sucher (bei höherer Vergrösserung) im Okular sichtbar sein. Das Teleskop eventuell noch etwas in der Montierung drehen (beide Klemmschrauben an den Montierungsachsen dazu lockern).
  • Seite 8: Optische Leistung Und Justierung

    entfernt ist und ein schwach vergrößerndes Okular im Teleskop (25 – 40 mm Brennweite). Die Justierung kann später noch weiter präzisiert werden, indem man höher vergrößert (Okular mit etwa 10 mm Brennweite) und das Objekt wieder in die Bildmitte justiert. Peilen Sie nun das Objekt über die oberen beiden Schrauben der Justierringe an und richten Sie das Teleskop entsprechend darauf aus.
  • Seite 9 Damit die Optik schließlich ihre volle theoretische Leistungsfähigkeit entfalten kann, muß die Spiegelanordnung bei der Gerätemontage sorgsam justiert werden. Die Justierung wurde vom Hersteller in einem Autokollimationstest mit einem künstlichen Stern (Laserlichtquelle) optimal eingestellt. Alle Justierelemente sind so stabil gebaut, das ein optimaler Justierzustand über Jahre auch bei transportablen Einsatz erhalten bleibt.
  • Seite 10 Abb. 1 – Schräggestellter Astigmatismus Die Abb. 1 zeigt die Sternenellipse eines unscharf eingestellten Sterns bei infokaler und extrafokaler Einstellung des Okularauszugs. Die Ellipse ist gegenüber der Symmetrieebene des Teleskops (entspricht einer Ebene durch alle Spiegelmitten und der Öffnungsmitte, Abbildung von W. Rohr, Hassfurt) Dabei handelt es sich um den bekannten Bildfehler des Astigmatismus - dieser läßt sich durch eine kleine Drehung an den rückseitigen Justierschrauben vollständig beseitigen.
  • Seite 11 Minuten im Bildfeld des Okulars bleiben, ohne das Sie korrigieren müssen. Sie können die Justierung auch bei Tageslicht mit Hilfe eines künstlichen Sterns vornehmen. Diesen können Sie mit einfachen Hilfsmitteln selbst herstellen, entsprechende Anleitungen sind in der Literatur beschrieben. Eine Dejustage des Teleskops kann relativ leicht behoben werden. Zu diesem Zweck sind an der Rückfront des Geräts 3 Stellschrauben direkt zugänglich (S1, S3 und M1 siehe Abbildungen) eine weitere Justageschraube M2 befindet sich an der Vorderseite.
  • Seite 12: Die Justage Erfolgt In 2 Schritten

    Die Justage erfolgt in 2 Schritten: 1.Schritt (schräg liegende Ellipse wird waagerecht/senkrecht gedreht) : Zunächst erfolgt eine vertikale Verkippung der Spiegel anhand der Stellschrauben M1, M2 um die Sternenellipse (das heisst eine defokussierte Sternenscheibe, erzeugt durch Verstellen des Auszugs um wenige mm aus dem Schärfepunkt heraus) genau waagerecht bzw.
  • Seite 14 Kontrollieren Sie aber zunächst nach jedem kompletten Justierschritt die Orientierung/Lage der Sternellipse, indem Sie den Stern in beiden Richtungen leicht unscharf einstellen. Die Ellipse wird sich durch die Schraubenänderung etwas gedreht haben. Wenn sich die Ellipse entgegen der Waagerechte/ Senkrechten des Teleskops verdreht hat, so müssen Sie M1 und M2 genau in umgekehrter Drehrichtung verstellen.
  • Seite 15 Sie das Sternenscheibchen abschließend noch bei hoher Vergrösserung von 300 – 500 fach (Okular mit 5 - 10 mm Brennweite oder Okulare mit 10 –20 mm kombiniert mit 2-fach Barlowlinse). Wenn Sie die Stellschraube S1 zu weit in einer Richtung drehen, kann bereits der optimale Punkt der Kompensation überschritten sein und es erscheint wieder Astigmatismus.
  • Seite 16: Entstehung Von Bildfehlern

    Barlowlinse. Der scharf eingestellte Stern sollte als kleine, runde Lichtscheibe erscheinen (Airy-Scheibe), die von mehreren lichtschwachen, gleichmäßigen, konzentrischen Beugungsringen umgeben ist. Die Beugungsringe können allerdings nur bei sehr guten Luftbedingungen erkannt werden. Die graphische Kurzanleitung(siehe unten) beschreibt die Justierschritte und Drehrichtungen die erforderlich sind, wenn das infokale, unscharfe Sternenbild die jeweils gezeigte Form annimmt.
  • Seite 17 Kurzanleitung: Feinjustage des Astigmatismus anhand eines defokussierten Sterns im Okular: Anblick im Korrektur mit Stern in Bildmitte Okular: Stellschraube/ einstellen mit Sternenscheibe Drehrichtung Stellschraube/ intrafokal: Drehrichtung (Okular vom schärfsten Punkt - weniger als ¼ Umdrehung - weniger als ¼ Umdrehung einige mm nach innen drehen (Zweitspiegel, vorne-...
  • Seite 18: Sinnvolle Vergrößerungen Und Temperaturanpassung

    Sinnvolle Vergrößerungen und Temperaturanpassung Bei nächtlichen Beobachtungen ändert sich die Umgebungstemperatur oftmals beständig. Besonders in den frühen Abendstunden ist eine starke Abkühlung zu verzeichnen. Bei der Temperaturanpassung des Geräts kommt es dann zu turbulenten Luftströmungen im optischen Strahlengang, die die Bildqualität zeitweise beeinträchtigen können. Das Metallgehäuse erleichtert aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit diesen Adaptionsvorgang.
  • Seite 19: Lagern Des Geräts Und Spiegelreinigung

    Alternativ können Sie auch mit einer hochwertigen Barlowlinse (2 – 5 fach) ihre Teleskopbrennweite um diesen Faktor erhöhen und dann ein Okular mit entsprechend höherer Brennweite (gleicher Faktor 2 – 4) einsetzen. Es gibt auch eine kleinste sinnvolle Vergrößerung (Minimalvergrößerung). Diese wird erreicht wenn die Austrittspupille gleiche Größe wie die Pupillengröße des menschlichen Auges erreicht.
  • Seite 20 grossen Einfluß auf die Leistungsfähigkeit. Sollten Sie eine Spiegelreinigung für notwendig halten, so ist folgendes Vorgehen zu empfehlen: Schrauben Sie zunächst die Sucherhalterung und die obere und untere Deckplatte vom Tubus ab. Dazu ist ein grosser Kreuzschlizschraubendreher erforderlich. Entfernen Sie nun die Gummi-Schuttzringe von der vorderen und hinteren Tubuskante.
  • Seite 21: Zubehör Und Fokussierweg (Backfokus)

    Hersteller der Geräte bieten wir selbstverständlich diesen Service und alle anderen eventuell anfallenden Reparaturleistungen an. Zubehör und Fokussierweg (Backfokus) Der Okularauszug besitzt ein Standard-Steckmaß von 2” (50.8 mm) und eine reduzierung auf 1.25“ (31.8 mm). Daher lassen sich alle im Fachhandel angebotenen Zubehörteile mit diesem Anschlußmaß...
  • Seite 22: Anhang

    Literaturhinweise [1] A. Kutter, Der Schiefspiegler, Verlag F. Weichardt, Biberach /Riss 1953 [2] A. Kutter,Sky & Telescope, S.64, Dec. 1958 [3] H. Wolter, Kompaktes Multi-Schiefspiegler Teleskop, VDS-Journal, Ausgabe Sommer 2000, S. 97 – 102, weitere Informationen unter: http://www.wolterscope.de [4] H. Wolter, ATM-Journal issue 16, Oct. 2000, ATMA 2500, 15 th. Ave. W., Seattle, Washington 98119, [5] H.

Diese Anleitung auch für:

Ws 150f/11

Inhaltsverzeichnis