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Jahre bis zur Fertigstellung des ersten Prototypen gearbeitet. In dieser Zeit gab es auch meh- rere evolutionäre Mutationen von der ersten Idee bis zu ‚ebbe und flut’ . Das Zentrum dieser Maschine sollte ein Filter sein. Ich hatte derzeit eine „Klangvision“ von einem VCF’s und parallel dazu eine Schal- tungsidee, die ich kurz vor Studiumsbeginn auf ein Stück Papier geschrieben habe.
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Gerät in mehrere unabhängige Audio- und Modulationsmodule zerfallen, was zu einer besonders hohen Flexibilität führt. An ‚ebbe und flut’ ist auch nichts billig, alles ist in best möglicher und noch bezahlbarer Qualität umge- setzt. Auch wenn alle Audio- und Modulationsmodule abgeglichen und voll temperaturkompensiert sind, kann es nach dem Einschalten innerhalb der ersten 3 bis 10 Minuten zu einer leichten Drift der eingestellten Parameter kommen.
I NH A LTS V ER ZE I C HNIS 1. GARANTIE 1.1 Garantieleistung 1.2 Garantieberechtigung 1.3 Übertragbarkeit der Garantieleistung 1.4 Schadensersatzansprüche 2. NORMKONFORMITÄT 3. ENTSORGUNG 4. SICHERHEITSHINWEISE 5. REINIGUNG 6. VORBEREITUNGEN 6.1 Auspacken 6.2 Aufstellen 6.3 Anschluss und Inbetriebnahme 6.3.1 BEVOR SIE EINSCHALTEN ! 6.3.2 Netzspannungen 6.4 Audio-Anschlüsse...
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9.7 Das Noisegate 9.8 Gesamtverschaltung Teil II 10. TUTORIUM 10.1 Vorbereitungen 10.2 Die Filter 10.2.1 Der VCF 1 10.2.2 Der VCF 2 10.2.3 Die „inverse Allpass“-Funktion von VCF 1 10.2.4 Filterübersteuerungen 10.3 Die Distortion unit 10.4 Der signalflow-Schalter 10.5 Der VCA und das Noisegate 10.6 Die Modulatoren 10.6.1 Der LFO 10.6.2 Die S&H...
1. GARANTIE 1.1 Garantieleistung Schippmann electronic musical instruments gewährt für elektronische und mechanische Bauteile des Produkts nach Maßgabe der hier beschriebenen Bedingungen, eine Garantie von 2 Jahren. Treten in- nerhalb dieser Garantiefrist berechtigte Mängel auf, so werden diese wahlweise durch Ersatz oder Reparatur des Gerätes behoben. Es gelten grundsätzlich die allge- meinen Geschäftsbedingungen der Firma Schippmann electronic musical instruments.
2. NORMKONFORMITÄT Dieses Gerät wurde in Übereinstimmung mit der für Europa gültigen Norm DIN EN 60065 (Sicher- heitsanforderungen für Audio-, Video- und ähnliche elektronische Geräte) konstruiert und gemäß die- ser Norm in der Schutzklasse II ausgelegt und verfügt daher nicht über einen Schutzleiteranschluß (Erdungskabel) am Netzstecker.
VERMEIDEN SIE ZU HOHE KRAFTEINWIRKUNG AUF DIE ANSCHLUSSBUCHSEN UND DIE BEDIENUNGSELEMENTE • SCHÜTZEN SIE IHRE LAUTSPRECHER VOR ZU HOHEN LAUTSTÄRKEN; ‚EBBE UND FLUT’ KANN SOWOHL EXTREM TIEFE ALS AUCH SEHR HOHE (ULTRASCHALL) FREQUENZEN ERZEUGEN. BEIDES KANN ZERSTÖRERISCH SEIN! 5. REINIGUNG •...
NÖTIGTE SPANNUNG IST AUF DER RÜCKSEITE AM TYPSCHILD GEKENNZEICHNET. 6.3.2 Netzspannungen Ebbe und flut funktioniert überall auf der Welt. Im Geräteinneren befindet sich ein Netzwahlschalter zum Angleichen an verschiedene Länderspannungen. Das Gerät darf jedoch nur von geschultem und autorisiertem Fachpersonal geöffnet werden. Bitte kontaktieren Sie Ihren Händler oder Schippmann electronic musical instruments.
Wenn Sie einmal die Sicherung wechseln müssen, ziehen Sie vorher den Netzstecker. Verwenden Sie einen passenden Schlitz-Schraubendreher. Führen Sie den Schraubendreher in den Schlitz und drü- cken Sie leicht auf die Kappe während Sie langsam nach links drehen. Die Kappe mit der Sicherung tritt dann heraus.
7. EINLEITUNG Auch wenn das Lesen von Bedienungsanleitungen grundsätzlich eine lästige Angelegenheit ist, so würde ich Dir dennoch empfehlen, alles zu lesen. Es gibt an diesem Gerät einiges, das man unmöglich erahnen kann, ohne diese Anleitung gelesen zu haben. Die Anleitung enthält darüber hinaus 51 Ab- bildungen, die das Verständnis erleichtern und komplizierte Sachverhalte vereinfachen sollen.
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[compression] Kompressions-Regler – regelt die Kompression, Threshold und Pegel des Kompressors [slow/fast] Kompressor-Umschalter – wählt zwischen zwei festen Attack/Release-Zeiten des Kompessors aus: slow 40/300 ms – fast 20/150 ms [distortion] Distortion-Regler – regelt den Grad der Verzerrung [low/high] Distortion-Umschalter – wählt zwischen zwei Übernahmefrequenzen des Zwei bandverzerrers aus: low 96 Hz / high 1050 Hz [frequency] Frequenz-Regler –...
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[frequency] Frequenz-Regler – regelt die Eckfrequenz von VCF 2 [resonance] Resonanz-Regler – regelt die Resonanz von VCF 2 [pedal] Regler mit Mittelrastung – regelt positiv/negativ (rechts/links) den Einfluß des Pedals an Buchse 5 auf die Frequenz von VCF 2 [depth] - Regler mit Mittelrastung – regelt positiv/negativ (rechts/links) den Einfluß des Hüll- kurvengenerators ENV 2 auf die Eckfrequenz von VCF 2 [env-mod2] Umschalter –...
7.2 Kurzbeschreibung der rückseitigen Bedienelemente und Buchsen fuse – Sicherungshalter für Feinsicherung Typ 5 x 20, 80/160 mA T Power Inlet C8 – Netzkabeleingang für Netzkabel mit C7 Outlet Netzschalter – zweiphasig an (ON) [POLARITY] Umschalter – vertauscht für die Nutzung verschiedener Pedalfabrikate den CV- Eingang und den Quellspannungsausgang an TIP und RING von Buchse (5) LFO OUT/TRIG S&H(Tip/Ring) 6,3 mm Stereo-Klinke –...
Die nachfolgenden Grafiken geben einen ersten Überblick über die Audio- und Modulationsstrukturen und die Signalflusswege von ‚ebbe und flut’ . Schriftzüge in weißen Feldern bezeichnen Funktionen, die sich auf der Frontseite, dunkel gegraute Felder solche, die sich auf der Rückwand befinden. In Klam-...
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• S&H (Sample & Hold) • Dynamic (Voltage Follower) (linear oder logarithmisch skalierbar) • Dynamischer Audiotrigger • Noisegate Die meisten dieser Module lassen sich also über die festen Verschaltungen hinaus als separate und für sich stehende Funktionseinheiten einsetzen. Im Rahmen der festen Signalverschaltung können z.B. die Hüllkurven auf die Filterfrequenzen (cutoff ), Resonanzen und auf den VCA zugreifen.
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Die Abb. 7.3.1 zeigt die Audiomodule in einer Übersicht als modulare Einheiten, wobei der Übersicht- lichkeit wegen die meisten Bedienelemente der Filter weggelassen wurden. Hinsichtlich der Audiowe- ge ist diese Grafik aber beinahe vollständig, nicht zu sehen ist die innere Verdrahtung der beiden in- ternen Filtereingänge über den [signalflow]-Schalter (2) und deren Verknüpfung mit dem Ausgang der Distortion unit (s.
T EIL I In diesem Kapitel sollen jetzt die einzelnen Module und ihre Bedienelemente erstmal ganz systema- tisch erläutert werden. Neben erklärende Texte wird auf die Bedienelemente einzeln Bezug genom- men. 8. DIE AUDIOMODULE 8.1 Der Eingangsteil Der Eingangsteil umfasst die Bedienelemente [level] (1) auf der Frontseite und die Elemente (22), (23) und (24) auf der Rückwand.
8.2 Der Kompressor Der Kompressor beinhaltet die Bedienelemente [compression] (3) und [slow/fast] (4) auf der Front- seite und die Elemente „DIST OUT“ (21) auf der Rückwand. Um den Kompressor besser zu verstehen, soll noch einmal auf die Wirkungsweise eingegangen wer- den.
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diesen Pegelverlust auszugleichen, wird dem Kompressor dann eine Grundverstärkung (z.B. +20 dbu) aufgeschlagen. Auch dieser Pegel wird mit dem Regler [compression] (3) mit verändert. Die Grafik Abb. 8.2.1 soll verdeutlichen, was mit zunehmenden Drehwinkel –von links nach rechts- des [compression]-Reglers (3) geschieht. Abb.
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verstärkt wird. Da die Kompression sehr groß ist, ist der Pegelzuwachs am Ausgang nach dem Knie- punkt bereits sehr flach und deshalb nur gering. front: (4) [low/high] Ein weiteres Merkmal eines Kompressors ist sein Ansprechverhalten. Hier geht es um die zeitliche Trägheit des oben erwähnten Detektors, mit der der Kompressor auf Pegeländerungen -unterschie- den nach Pegelanstiegen und Pegelabfällen- reagiert, bevor er seinen Endzustand einnimmt.
back: (21)(TIP) COMP OUT Der Kompressor hat einen separaten Direktausgang „COMP OUT“ (21) auf der Rückwand. Dies ist eine Stereobuchse, wobei der Kompressor auf dem Tip liegt. Benutze hier bitte kein Monokabel, da sonst der Ausgang des Verzerrers, der auf dem Ring liegt, nach Masse kurzgeschlossen werden würde.
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Position „F1-D-F2“ (oben) Hier speist der Compressor direkt das VCF 1, der Verzerrer liegt hinter dem Filter VCF 1 und speist das VCF 2. Die Filter liegen also zusammen mit dem Verzerrer dazwischen in Reihe. Aber auch hier werden die beiden Filterausgänge mit dem [balance]-Regler gemischt und auf den VCA gegeben. Abb.
8.4 Die Distortion unit Zur Distortion unit gehören die Bedienelemente [distortion] (5) und [low/high] (6) auf der Front und der Audioausgang „COMP OUT“ (21) auf der Rückwand. Die Distortion unit dient dazu, Signale in einer bestimmten Weise mehr oder weniger stark zu verzerren, also ihr Oberwellenspektrum zu verän- dern.
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Bei kleinen Drehwinkeln setzt also bei zunehmenden Eingangsspannungen eine weiche Sättigung ein, die mit zunehmendem Drehwinkel immer härter wird bis sie fast einem Clipping entspricht. Abb. 8.4.2 zeigt noch mal exemplarisch, wie sich ein Dreiecksignal mit zunehmender Verzerrung ver- ändert. Die ‚Signal Output Voltage’ ist jetzt für verschiedene Stellungen des [distortion]-Reglers (5) über die Zeit abgetragen.
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Position „low“ (unten): Übernahmefrequenz = 96 Hz Position „high“ (oben): Übernahmefrequenz = 1050 Hz In der „high“-Stellung wird das Signal etwas klarer und mittenbetonter klingen, weil die mittleren und hohen Frequenzen von den Bässen getrennt sind und nicht, wie sonst bei starken Verzerrungen, von ihnen „verschluckt“...
8.5 Die Filter VCF 1 und VCF 2 Die beiden Filter VCF 1 und VCF 2 bilden das Herz von ‚ebbe und flut’ . Sie sind nicht identisch und ha- ben auch verschiedene Vorzüge. Die anwählbaren Charakteristiken sind auch nicht genau gleich. In Ihrer Bedienung und Funktionsweise sind sie aber völlig gleichwertig, weshalb die nachfolgenden Er-...
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Abb. 8.5.1 VCF 1 und VCF 2 front: (16) [curve] Die folgenden Abbildungen zeigen die 12 verschiedenen Frequenzgänge (jeweils obere Grafik) des VCF 1, die mit dem [curve]-Drehschalter (7) angewählt werden können. Diese Verläufe werden für je vier verschiedene Einstellungen der Resonanz dargestellt (keine bis sehr hohe Resonanz). Die ersten sechs Filtertypen sind Tiefpässe mit immer geringer werdender Dämpfung, dann folgen zwei Band- pässe, zwei Hochpässe, ein Notch und ein spezieller Allpass.
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Abb. 8.5.4 LP1 12db 12 db/Okt. Abb. 8.5.5 LP2 12db 12 db/Okt. Abb. 8.5.6 LP1 6db 6 db/Okt. Abb. 8.5.7 LP2 6db 6 db/Okt. Bandpässe: Bandpässe haben gemeinsam, dass sie Frequenzen oberhalb und unterhalb der Eck- oder besser Mitt- enfrequenz bedämpfen. Auch hier wird die Dämpfung in db/Oktave angegeben, allerdings sind es hier zwei Dämpfungswerte rechts und links von der Mittenfrequenz.
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Hochpässe: Hochpässe bedämpfen alle Frequenzen unterhalb der Eckfrequenz. Wieder wird die Dämpfung in db/ Oktave angegeben. Je höher die Dämpfung, desto „schärfer“ ist der Klang. Steigende Resonanz führt ebenfalls zur Betonung der Eckfrequenz. Abb. 8.5.10 HP 6db 6 db/Okt. Abb. 8.5.11 HP 12db 12 db/Okt. Bandsperre (Notch): Bandsperren sind auch ‚Kerbfilter’...
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inverse Allpass: Ein Allpass lässt eigentlich alle Frequenzen gleichermaßen passieren. Außer einem leichten Phasen- schiebungseffekt beim Ändern der Eckfrequenz ist kaum was zu hören. Steigende Resonanz jedoch führt auch wieder zur Ausbildung einer Betonung bei der Eckfrequenz. Eine Besonderheit lässt sich aber schon am Phasengang (untere Grafik von Abb.
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Abb. 8.5.16 LP2 12db 12 db/Okt. Abb. 8.5.17 LP1 6db 6 db/Okt. Abb. 8.5.18 LP2 6db 6 db/Okt. Abb. 8.5.19 LP3 6db 6 db/Okt. Bandpässe: Die Bandpässe hier haben zwar dieselben Dämpfungen, klingen aber dennoch verschieden. Der Bandpass (Abb. 8.5.21) klingt, obwohl er weniger Dämpfung hat, trotzdem ähnlich dem 12/6 db-Band- pass des VCF1, also etwas „schärfer“.
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Hochpässe: Im Gegensatz zum VCF 1 klingt der 12db-Hochpass hier (Abb. 8.5.23) deutlich voller. Abb. 8.5.22 HP 6db 6 db/Okt. Abb. 8.5.23 HP 12db 12 db/Okt. Bandsperre (Notch): Steigende Resonanz führt zur Ausbildung einer Betonung bei der Eckfrequenz, während auch hier die Kerbfrequenz um den Faktor 0,6 unterhalb der Eckfrequenz liegt.
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Allpass: Dieser Allpass lässt alle Frequenzen nahezu gleichermaßen passieren. Außer einem leichten Phasen- schiebungseffekt beim Ändern der Eckfrequenz ist kaum etwas zu hören. Steigende Resonanz jedoch führt auch wieder zur Ausbildung eines ‚Peaks’ bei der Eckfrequenz. Abb. 8.5.25 allpass Allpass Es folgt wieder eine Beschreibung der zu den Filtern gehörenden Bedienelemente.
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Empfindlichkeit nur noch mit aktiven Mitteln (spannungsgespeiste Elektronik) erhalten, was also Bat- terie- oder Netzteilbetrieb erforderlich machen würde. front: (9)/(30) [pedal] Die Regler (9)/(30) haben eine Mittelrastung. Sie modulieren die Eckfrequenz des VCF 1/2. Mit ihnen lässt sich der Einfluss der Steuerspannung der Buchse „PEDAL“ (5) einstellen. Nach links gedreht wird eine ansteigende Steuerspannung das Filter invertiert modulieren, d.h.
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front: (13/34) [reso-mod1/2] Die Umschalter (13)/(34) erlauben die Wahl zwischen zwei Modulationsquellen für die eben beschrie- benen Regler (12)/(33). Position “S&H” (unten): S&H (Sample & Hold) Position “ENV1” (oben): Hüllkurvengenerator ENV 1 back: (14/15)(RING) RESO 1 / RESO 2 Die Rückwandbuchsen „RESO1“ (14)(RING) und „RESO2“ (15)(RING) sind externe Steuereingänge für die Resonanz der jeweiligen Filter.
8.6 Der VCA und die BYPASS-Funktion Ein VCA ist ein spannungsgesteuerter Verstärker (Voltage Controlled Amplifier), er bietet die Möglich- keit zur Amplitudenmodulation. Man kann also Signalen Lautstärkeverläufe mit ihm aufprägen. Die zugehörigen Bedienelemente sind der [vca-mod]-Schalter (39), der [balance]-Regler (41) sowie die Rückwandbuchse „OUTPUT“...
9. DIE MODULATIONSMODULE In diesem Abschnitt werden die verschiedenen Modulationsmöglichkeiten beschrieben. Der wesentli- che Teil der Modulationssektion auf der Frontseite ist in der Mitte angesiedelt. 9.1 Die Dynamic-Funktion Die Dynamic-Funktion umfasst die Bedienelemente [slow/fast] (4) und [dynamic] (20) auf der Front und „DYN OUT“...
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Abb. 9.1.1 Dynamic-Skalierung Die obere Grafik in Abb. 9.1.1 stellt ein linear anschwellendes Audiosignal dar, das plötzlich auf einen kleinen Pegel zurückfällt, dann auf seinen alten Pegel wieder hinaufspringt, um nach einer Weile wie- der linear abzufallen. Der mittlere Graph zeigt das Ergebnis der Dynamic-Funktion bei linearer Ausga- be.
Position „LOG“: +100 mV/dbV; Untergrenze: 0 V output bei -50 dbV input, Obergrenze: 6.6 V output bei 16 dbV input 2. „level“-Regler (1) auf Rechtsanschlag, Gain-Schalter (22) in Position +20 db: Position „LIN“: +10.5 V/Vrms; Untergrenze: 0 V output bei 0 Vrms input, Obergrenze: 6.8 V output bei 650 mVrms input Position „LOG“: +100 mV/dbV;...
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schwankungen werden vom Trigger übersehen. Die Empfindlichkeit ist ein Maß, das man als Pegelan- stieg in [db/s] (Dezibel pro Sekunde) angeben könnte. Der Trigger wird im unteren Graphen als kurze Spannungspulse mit fester Breite (40 ms) angedeutet, die immer dann auftauchen, wenn es einen „plötzlichen“...
9.3 Die S&H (Sample & Hold) Die S&H umfasst die Bedienelemente [gate] (21) und [source] (22) auf der Front und „TRIG-S&H“ (4) auf der Rückwand. Eine Sample & Hold besitzt einen Eingang (source), einen Ausgang und ein Steuer- eingang (gate). Am Eingang kann irgendein veränderliches Spannungssignal (Audio oder Modulation) anliegen.
Die Buchse „TRIG-S&H“ (4)(RING) stellt einen externen Eingang für das Gate bereit. Es kann grund- sätzlich jedes Wechselsignal (Audio, Modulation) für das Gate verwendet werden, es ist jedoch eine Mindestspannung von ca. +3 Volt nötig. Eingang: 0 Volt bzw. keine Aktion: inaktiv Eingang: Übergang 0 Volt auf+3 Volt: aktiv (sample &...
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front: (23) [wave] Mit dem [wave]-Schalter (23) kann eine von drei Wellenformen ausgewählt werden. Position „TRI“ (links): Dreieck Position „SAW“ (mitte): Sägezahn fallend Position „RECT“ (rechts): Rechteck (50 %) back: (6)(RING) SPEED Die Rückwandbuchse „SPEED“ (6)(RING) bietet einen Steuerspannungseingang zur Frequenzmodu- lation der LFO-Frequenz.
Anfangszustände für die Wellenformen nach einem Sync (Restart): Dreieck: +5 Volt Sägezahn: +5 Volt Rechteck: -5 Volt back: (4)(TIP) LFO OUT An der Rückwandbuchse „LFO OUT“ (4)(TIP) lässt sich das LFO-Signal abnehmen, mit einer Aus- gangsamplitude von ±5 Volt. front: (23a) LED Die blaue LED verfolgt die aktuell eingestellte Wellenform mit augengerechtem Helligkeitsverlauf.
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Abb. 9.5.2 zeigt den prinzipiellen Verlauf einer AHR-Hüllkurve. Die Zeitangaben gelten für die Einstell- bereiche mit den Bedienelementen [attack 1] (17), hold 1 (18), [release 1] (19) für den ENV 1 bzw. [attack 2] (25), [hold 2] (26), [release 2] (27) für den ENV 2 auf der Frontseite. Abb.
9.5.1 Der Re-Trigger-Modus Re-Trigger-Modus bedeutet, dass beim Erscheinen eines Triggers während die Hüllkurve gerade ihren Weg beschreibt, diese unverzüglich gestoppt, auf Null gesetzt und mit der Attackphase neu gestartet wird, wie in Abb. 9.5.3 dargestellt. Abb. 9.5.3 AHR-Hüllkurve im Re-Trigger-Modus 9.5.2 Der Gate-Modus Im Gate-Modus gibt es keine Holdphase und kein abruptes Neustarten.
9.5.3 Der Hüllkurvenmultiplizierer Jeder der beiden Hüllkurvengeneratoren hat einen eigenen Multiplizierer, der im Grunde auch als ein- geschränkten VCA verstanden werden kann. Er dient dazu, die Hüllkurve in ihrer Höhe, also in Ihrem Endwert mittels einer Modulationsspannung zu beeinflussen. Abb. 9.5.5 zeigt wie der Endwert der Hüllkurve vom „AMT“-Eingang des Multiplizierers gesteuert wird.
An der Rückwandbuchse „ENV OUT“ (20) können beide Hüllkurven bipolar (weil in beide Richtungen polarisierbar), so wie in Abb. 9.5.6, abgenommen werden. Der Endwert der Hüllkurve lässt sich hier also in beide Richtungen, positiv nach oben oder negativ nach unten verschieben. Wie man an der Abb. 9.5.6 erkennen kann, wird also hier bei Null Volt am Multiplikationseingang „AMT“...
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Die 25 ms Öffnungszeit des „Tores“ (Torzeit) ermöglichen es, auch im oberen Beispiel noch einen ver- nünftigen Ausgangswert zu bekommen. Denn bei einem erstmaligen Erscheinen eines Audiosignals (hier Bassdrum) am Eingang (24) muss noch die Attackzeit des Detektors abgewartet werden, bis sich der Detektor eingepegelt hat.
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back: (8/9)(RING) A(H)R1/2 Der RING der Buchsen (8) und (9) ermöglicht die Umschaltung zwischen den beiden oben erklärten Modi AHR (Re-Trigger) und AR (Gate). Diese Buchsen haben einen Schalter. Ist die Buchse unbenutzt (kein Stecker drin), sind die Hüllkurvengeneratoren im AHR-Modus. Wird ein Kabel eingesteckt, dies aber einfach nur offen gelassen (floating), wird im AHR-Modus verblieben.
Spannung: 0 V: Endwert an ENV1/2 OUT = -5 V (invertiert); Endwert an Regler (10)/(31) Null (inaktiv) Die Skalierungen lassen sich auch den Abbildungen Abb. 9.5.5 und Abb. 9.5.6 entnehmen. Es haben nur positive Spannungen am AMT-Eingang Wirkung! back: (20)(TIP/RING) ENV1/2 OUT Am TIP und RING der Buchse (20) stehen die Hüllkurven ENV 1 bzw.
9.7 Das Noisegate Das Noisegate umfasst nur den Regler [threshold] (38). Mit dem Schalter (39) in Mittelstellung steuert es den VCA in Abhängigkeit von der Größe des Eingangspegels an der Buchse (24) und in Abhängig- keit von der Stellung des Reglers (38). Es kann dazu nützen, stark verrauschte Eingangssignale oder erhöhtes Ausgangsrauschen aufgrund von Einstellungen, die hohe Verstärkungen mit sich bringen, zu eliminieren.
Der obere Graph beschreibe einen beliebigen Pegelverlauf des Eingangssignals an Buchse (24); gera- de hindurch geht eine Linie, die den Threshold (level) angibt. Sobald der Signalpegel den Threshold übersteigt, geht der Ausgang des Noisegates innerhalb etwa 1 ms in den on-Zustand über. Solange der Signalpegel über dem Threshold bleibt oder für weniger als 200 ms diesen unterschreitet, ver- bleibt das Noisegate in der on-Phase.
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Abb. 9.8.2 Gesamtverschaltung reduziert, [signalflow]-Schalter in den übrigen beiden Positionen Bei Benutzung der Rückwandbuchsen zerfällt das gesamte Konzept in einzelne Audio- und Modulati- onsmodule, die völlig getrennt und unabhängig voneinander benutzt werden können. Wenn z.B. beide Filter über ihre separaten Eingänge betrieben werden, bestimmt der [signalflow]- Schalter nur noch, von welchem Modul -dem Kompressor, dem VCF1 oder dem VCF2- die Distortion unit gespeist wird.
Anfang bis zum Ende durchzuarbeiten. Es erscheint vielleicht etwas trocken und diszipliniert, aber ich denke, am Ende wirst Du ganz neue Eindrücke über ebbe und flut gesammelt haben. Es geht hier auch darum, einmal mit allen Bedienelementen auf dem Frontpanel zu tun gehabt zu haben. Die Einzelan- schlüsse auf der Rückwand sollen hier nicht behandelt werden, sie sind relativ leicht zu bewältigen,...
10.2 Die Filter 10.2.1 Der VCF 1 Drücke jetzt eine Taste des Synthesizers und halte sie gedrückt. Wähle zunächst einen tiefen Ton (z.B. C1 bei 65 Hz). Da das Gerät im Moment noch im Bypass-Modus arbeitet, hast Du jetzt die Möglichkeit, eine angemessene Pegeleinstellung an Deinem Synthesizer vorzunehmen.
10.2.3 Die „inverse Allpass“-Funktion von VCF 1 Wir wollen den Effekt der „inverse Allpass“-Funktion erfahren und üben. Drehe dazu den [balance]- Regler (41) in Mittelstellung, beide [resonance]-Regler (8) und (29) auf Linksanschlag, den [curve]- Schalter (16) auf „inverse allpass“, den [curve]-Schalter (37) auf „LP 24db“, den [frequency]-Regler (7) auf Linksanschlag und den [frequency]-Regler (28) auf Rechtsanschlag.
entstehen Signale. Jetzt stelle den [resonance]-Regler (29) auf 1 Uhr. Spiele wieder mit dem [fre- quency]-Regler (28); am Linksanschlag ist maximale Auslöschung während rechts das Signal maximal wird. Lass den [frequency]-Regler (28) jetzt rechts und drehe den [balance]-Regler (41) auf etwa 2 Uhr, bis das Signal wieder verschwindet. Spiele erneut mit dem [frequency]-Regler (28);...
10.4 Der signalflow-Schalter Von der Grundeinstellung ausgehend ([bypass] auf „ON“) stelle die [frequency]-Regler (7) und (28) ganz nach rechts und den [resonance]-Regler (8) auf 12 Uhr. Die Abbildungen Abb. 8.3.1 bis 8.3.3 aus Kapitel 8.3 illustrieren den jeweiligen Signalfluss. Jetzt bring den [signalflow}-Schalter (2) in die obere Position „F1-D-F2“ (deutet die Reihenschal- tung Filter1-Distortion-Filter2 an);...
Wellenformen mit dem [wave]-Schalter (23) aus und wiederhole die Übung. Experimentiere auch mit dem [speed]-Regler (24). Bei Auswahl der „Sägezahnwellenform“ für den LFO wirst Du eine ungefähre Frequenzverdopplung bemerken. Stelle den [balance]-Regler (41) auf 12 Uhr, so dass beide Filter zu hören sind. Wenn die [modula- tion]-Regler (14) und (35) in die gleiche Richtung gedreht werden, schwingen die Eckfrequen- zen gleichphasig auf und ab.
Stelle die [frequency]-Regler (7) und (28) auf 3 Uhr, die [modulation]-Regler (14) und (35) auf Linksanschlag und den [dynamic]-Schalter (20) zunächst wieder in Stellung „LIN“. Das Filter rea- giert auf Änderungen am [level]-Regler (1) jetzt genau umgekehrt und öffnet zum Linksan- schlag hin.
Stelle den [source]-Schalter (22) nun auf „LFO“. Mit jedem Audiotrigger hält die S&H nun den momentanen LFO-Wert fest. Du kannst an der LED verfolgen wie das Filter sprunghaft dem Hel- ligkeitsverlauf folgt. Spiele mit dem [speed]-Regler (24). Stelle den [source]-Schalter (22) jetzt auf „DYN“ und den [dynamic]-Schalter (20) auf „LOG“. Mit jedem Audiotrigger hält die S&H den Dynamic-Wert bei Erscheinen des Sägezahns fest.
11. TIPPS UND ANREGUNGEN Hier sollen in einem Textfluss verschiedene Tipps und Anregungen zur Anwendbarkeit der einzelnen Module gegeben werden, insbesondere auch im Hinblick auf die modulare Struktur von ebbe und flut. 11.1 Rückkopplungen Es sei grundsätzlich immer angeraten die Audioquellen Niederohmig zu halten. Mit einer E-Gitarre kann es z.B.
11.3 LFO als Audiooszillator Bei Benutzung des CV-Eingangs (Buchse (6), Ring) lässt sich der LFO nun über den weiten Audiobe- reich steuern. Der externe Sync-Eingang (Buchse (6), Tip) kann z.B. von einem gestimmten Synthesizer getriggert werden. Das Ergebnis ist dann der typische Sync-Sound. Der Sync-Eingang kann eigentlich alles verarbeiten, typische (rechteckige) Triggersignale sind nicht nötig, entweder es wird ein Restart veranlasst oder nicht.
12. TECHNISCHE DATEN UND GRENZWERTE 12.1 Technische Daten (allgemein): Betriebsspannung: je nach Ausführung (siehe Etikett auf der Rückwand) 100 V~ – 125 V~ /50 Hz – 60 Hz 200 V~ – 250 V~ /50 Hz – 60 Hz Feinsicherung: 80 mA T (200 V~ - 250 V~) 160 mA T (100 V~ - 125 V~) Leistungsaufnahme:...
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Verhältnis von Ausgangspegel an Buchse (17) zu Eingangspegel an Buchse (16) im Tief-/Hochpass- Modus, Filter offen/zu, Resonanz = 0: -10 dB maximale Eingangsspannung an Buchsen (14) und (15): ±15 V Eingangsimpedanz an Buchse (14)/Tip und (15)/Tip: 60 kOhm Scale an Buchse (14)/Tip und (15)/Tip, vorausgesetzt der Quellwiderstand ist 0 Ohm: 0.5 V/Oct.