Betriebsanleitung
Triebwagen BR Stettin
Nachdem sich die Erprobung der hydrodynamischen Kraftübertragung in Triebwagen
mit kleinerer Leistung bewährt hatte, beschaffte die DRG ab 1935 erstmals Trieb-
wagen größerer Leistung mit hydrodynamischen Getrieben. Darunter waren auch
kurzgekuppelte Fahrzeuge für den Vorortverkehr in Ballungsräumen. Neben 3-teiligen
Triebwagen, die im Ruhrgebiet und im Saarland zum Einsatz kommen sollten, bestellte
man 6 und später nochmals 10 Doppeltriebwagen für den Vorortverkehr im Raum
Stettin. Während der Fahrzeugteil aller Wagen von der WUMAG in Görlitz gefertigt
wurde, kamen die Motoren für die erste Serie von Humboldt-Deutz und DWK und die
Getriebe lieferte Voith. Bei der zweiten Lieferung wurden die Motoren von MAN und
Daimler-Benz und die Getriebe von AEG gefertigt. Als letzte Triebwagenkonstruktion
der Reichsbahn erfolgte die Fertigstellung aller Fahrzeuge erst nach Kriegsbeginn.
Entsprechend den neuen Lackiervorschriften der DRG erhielten die Triebwagen nicht
den 2-farbigen Anstrich, sondern eine sehr elegante dunkelrote Lackierung mit hellen
Zierstreifen. Ausgerüstet mit der RZA-Vielfachsteuerung Bauart 1936 waren die VT
137 „Stettin" mit allen Triebwagen mit dieser Steuerung mehrfachtraktionsfähig. Au-
ßerdem wurden für den Einsatz mit ihnen bei Lindner in Ammendorf 16 Steuerwagen
mit Postabteil beschafft. Zuständig für die Instandhaltung war das RAW Wittenberge.
Nach dem Ende der zivilen Einsätze, aufgrund der Rationierung flüssiger Kraftstoffe,
standen die Triebwagen nun der Wehrmacht zur Verfügung. Diese nutzte sie als
Reserve und hinterstellte die Triebwagen in Wittenberge, Jädickendorf und Bütow.
Der VT 137 327 war 1944 bereits ausgebrannt und nicht mehr im Bestand. Nach
Kriegsende fanden sich in der Sowjetischen Besatzungszone und in der Britischen
Triebwagen. Von den beiden verschollenen VT 137 330 und 372 tauchte der 137
372 bei der SD auf, der andere blieb unauffindbar.
Operating Instructions
Railcar BR Stettin
After a successful trial with hydrodynamic power transmission in lower-performance
railcars, the Deutsche Reichsbahn Gesellschaft (DRG) purchased higher-performance
railcars with hydrodynamic gear units for the first time since 1935. Among them were
short-coupled vehicles for suburban services in conurbations and metropolitan areas.
In addition to 3-piece railcars which were to be used in the Ruhr area and Saarland,
6 twin railcars were ordered for suburban transport in the area of Szczecin, and an
additional 10 were ordered later. While the vehicle part of all cars was manufactured
by WUMAG in Görlitz, the engines for the first series came from Humboldt-Deutz and
DWK, and Voith delivered the gear units. In the second shipment, the engines were
manufactured by MAN and Daimler-Benz and the gear units were manufactured by
AEG. The completion of all vehicles in the final railcar construction of the Reichsbahn
didn't occur until after the beginning of the war. According to the new paint speci-
fications, the DRG no longer received railcars with the two-coloured coat, but rather
a very elegant dark red with bright pinstripes. All the VT 137 "Stettin" railcars had
multiple traction capable control, equipped with the RZA multiple-unit control, type
1936. Moreover, 16 control cars with a mail compartment were procured for use
with them at Lindner in Ammendorf. The Wittenberge repair depot was responsible
for their maintenance. After the end of civilian operation due to the rationing of
liquid fuels, the VT railcars were now available to the Wehrmacht. It used them only
as a reserve and kept the railcars in Wittenberg, Jädickendorf and Bütow. The VT
137 327 had already burned out in 1944 and was no longer in the inventory. After
the end of the war, railcars were in the Soviet occupation zone and in the British.
Of the two missing VT 137 330 and 372, 137 372 was discovered with the SD, and
the other was never found.
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