Remote Radio Control over IP
RRC101-IP
Netzwerk
4. Netzwerk
Das Internet ist ein Verbund vieler Netze mit den unterschiedlichsten Technologien. Das Kernproblem
bei der Bereitstellung eines solchen Netzes ist die Adressierung der zu übermittelnden Informationen
und das Routing, also die Wegfindung durch das Netz. Um diese Kernprobleme kümmert sich das
Internet Protokoll, kurz IP. Dies beinhaltet die Adressvergabe, sowie eine verbindungslose,
unzuverlässige Datenübertragung vom Sender zum Empfänger. Unzuverlässig bedeutet in diesem
Fall, dass Pakete verloren gehen, verfälscht oder in verkehrter Reihenfolge das Ziel erreichen können.
Die Kommunikation geschieht im Internet paketorientiert und nicht, wie bei einem Telefonat,
verbindungsorientiert. Das bedeutet, dass die zu übertragenden Informationen auf der sendenden
Seite in kleine Pakete aufgeteilt, übermittelt und auf der empfangenden Seite wieder zusammengefügt
werden müssen. Die Quell- und Zieladresse wird bei jedem IP-Paket mit weiteren Informationen
vorneweg als Header übermittelt.
Damit der Sender und der Empfänger eindeutig adressiert werden kann, bekommt jeder Teilnehmer
eine eindeutige IP-Adresse zugewiesen. Diese IP-Adresse besteht bei IPv4 aus 4 durch einen Punkt
getrennte Zahlen zwischen 0 und 255. Daraus ergeben sich ca. 4,2 Milliarden Adressen. Um dem
Problem der IP Knappheit entgegen zu wirken, gibt es eine dynamische, zeitlich begrenzte IP-
Adressenvergabe. Zuständig ist das Dynamic Host Configuration Protocol, kurz DHCP. Ein Rechner
bekommt so von einem DHCP-Server eine IP-Adresse zugeordnet. Diese Dynamische IP-Adresse
erhält man in der Regel von seinem lokalen Internet Anbieter (ISP).
Da sich solche IP-Adressen nur schlecht merken lassen, verwendet man zur besseren Übersicht
aussagekräftige Namen. Diese Namen sind in verschiedene Zonen organisiert. Die Top Level Domain,
am Beispiel von
www.thiesen.com,
ist .com und steht für commercial. sie war ursprünglich für
Unternehmen gedacht, ist jetzt aber frei zugänglich. Wie .com gibt es noch diverse weitere, nicht
länderspezifische Top Level Domains, wie z.B .org für nicht kommerzielle Organisationen. Beinahe
jedes Land hat seine eigene Top Level Domain. Für Deutschland .de oder .fr für Frankreich. Die
Domain ist in diesen Beispiel dann thiesen.com. Vor der Domain können beliebig viele Sub Domains
gestellt werden. Die Abteilung Funktechnik ist so unter funktechnik.thiesen.com zu erreichen. Um die
Namensauflösung kümmert sich das Domain Name System, kurz DNS. Dieses System beantwortet
Anfragen mit dem Namen durch die entsprechende IP-Adresse.
Da auf einem Rechner mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen können, wird eine eindeutige
Kennung für jede Anwendung benötigt. Solch eine Kennung stellt das Betriebssystem mit
sogenannten Ports zur Verfügung. Diese Ports werden durch eine Zahl zwischen 0 und 65535
angesprochen. Eine Anwendung meldet sich an einem solchem Port an und erhält von da an alle
Pakete über diesen Port. Ebenso werden Pakete, die an eine bestimmte Anwendung adressiert sind,
direkt an diesen Port übermittelt.
Service-Handbuch RRC101-IP (Stand: 05.04.2013)
File: RRC101-IP-Service-Handbuch-20130405
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