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MERIDIAN MC-1004 / MI-4007 Gebrauchsanweisung für Gefällmesser-Instrumente Mode d‘emploi des instruments de clisimètres Operating Instructions for Clinometer-Instruments...
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Genauigkeit nicht einen Theodoliten oder ein Nivellierinstrument erfordern: zum Messen von Neigungen, Abstecken von Linien konstanter Neigung (Nulllinie), Nivellieren, Abstecken von Böschungen (nur MC-1004), Messen von Distanzen und Horizontalwinkeln, Ermitteln von Baumhöhen und zur Kontrolle des Anzuges einer Stützmauer (nur MC-1004). Gefällmesser MC 1004 Wyssen Universal Kompass...
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Handhabung Abb. 1 Funktionsprinzip Am oberen Teil des Gefällmessers (MC-1004) sowie des Wyssen-Universal-Kompasses (MI-4007) sind zwei Visierlupen mit rückseitig angebrachter Mikroteilung fest eingebaut. Indem man mit dem einen Auge gleichzeitig die Skala und den gewünschten Punkt im Gelän- de (das Zielbild) fixiert, kann man den gesuchten Wert in Prozenten, Grad, Neugrad, Meter oder im Böschungsverhältnis direkt ablesen...
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Aufhängung Abb. 2 MERlDlAN Gefällmesser werden mit Hilfe der kardanischen Aufhängung und aufgrund der Schwerkraft automatisch horizontiert. Dabei wird das Instrument entweder mit einer entspre- chenden Vorrichtung aufgehängt, oder man hält es am Haltering nahe vor das Auge. α Das Instrument wird an einen Fluchtstab gehängt, wenn man möglichst genau messen will. Dies bietet den Vorteil, dass das Instrument immer auf der gleichen Höhe ist (siehe «Vermei- dung von Messfehlern»).
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Anwendungsbeispiele Abb. 3 Abstecken von Linien konstanter Neigung (Nullinie) Variante 1: Der Beobachter lässt durch einen Assistenten die Latte so weit verschieben, bis der Visierindex auf der Gefällmesserskala im gewünschten Geländewinkel erscheint: z.B. 8%. Der so gefundene Punkt wird markiert und von diesem aus die nächste Messung vorgenommen.
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Variante 2 (Abb. 4): Die Messdistanz von blossem Auge ist relativ kurz. Es ist deshalb von Abb. 4 Vorteil wenn mit Rückblick und Vorblick gearbeitet wird. Rückblick ist die Visur zum vorherge- henden Punkt, Vorblick zum nächstgelegenen Punkt. Wir stellen uns mit dem Gefällmesser möglichst in die Mitte, damit der Einfluss eines allfälligen Ziellinienfehlers (siehe «Vermei- dung von Messfehlern») möglichst gering ist.
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Vorteil Variante 1: direkte Ablesung. Nachteil: weniger genau als Variante 2 und kleinere Abb. 5 Distanz zwischen den einzelnen Messungen; folglich mehr Messungen. Vorteil Variante 2: Grössere Distanzen zwischen den einzelnen Messpunkten. Ziellinienfeh- ler wird durch Vor- und Rückblick ausgeglichen. Nachteil: Der Höhenunterschied kann nicht direkt abgelesen werden.
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Abstecken einer Auftragsböschung (Abb. 6) Abb. 6 Nachdem man die Latte am oberen Pflock (1) (= gewünschter oberer Böschungsrand) befes- tigt hat, verschiebt sich der Messende‚ bis er den Schnittpunkt Latte/Pflock (1) im gewünsch- ten Böschungsverhältnis sieht (vorwärts- beziehungsweise rückwärtsgehend). Daraufhin verschiebt der Assistent den unteren Teil der Latte (2), bis die Linie Beobachter 1 und 2 auf der Gefällmesserskala im gewünschten Böschungsverhältnis erscheint.
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Verhältnis. Anzug einer Stützmauer (nur mit Gefällmesser MC-1004) Man verschiebt die geteilte, bewegliche Platte am Instrument bis zur Übereinstimmung mit der Marke des gewünschten Anzuges (z. B. 30, also 30 cm auf 1 m Höhe). Der Beobachter hält das Instrument an seinem Haltering ungefähr in 30-40 cm Entfernung vom Auge.
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Horizontalwinkelmessung (Abb. 8) Abb. 8 Man hält das Instrument waagrecht und zielt die beiden Punkte des gesuchten Winkels an; den ersten Punkt mit dem Nullstrich, beim zweiten Punkt liest man den Winkel in der ge- wünschten Teilung ab. Bessere Ergebnisse werden erzielt, wenn der Gefällmesser abgestützt oder aufgelegt wer- den kann.
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Variante 2 (Abb. 9): Mit Hilfe der Prozentteilung und eines frei gewählten Bezugsmasses. Abb. 9 Der Neigungsunterschied zwischen den Ziellinien zu beiden Enden des Bezugsmasses wird bestimmt. Ist der Neigungsunterschied bei einem Bezugsmass von 3 m 6%, so beträgt die Distanz 50 m.
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Höhenmessungen Abb. 10 Die Höhenmessung (z.B. Baumhöhen; Abb. 10) beruht auf der Formel Neigungsunterschied in % Fall b Fall b Fall a Fall a x Horizontaldistanz % x D Höhe = ----------------------------------------- / h = ------------- 100% 100% Zuerst begibt man sich in die gewünschte Distanz (horizontal) zum Baum. Diese kann, wie im Kapitel «Die Distanzmessung»...