Allgemeines zur Hauttemperatur
Die Temperatur der Hautoberfläche ändert sich in Abhängigkeit davon, wieviel Blut durch das
Gewebe fließt. Die feinen Blutgefäße (Arteriolen), die das Gewebe durchziehen, sind umgeben von
Fasern der glatten Muskulatur, die vom sympathischen Nervensystem gesteuert werden.
Bei erhöhter Anspannung bzw. Erregung (Stress) kommt es zur Kontraktion dieser Muskulatur und
damit zu einer Verengung der Blutgefäße. Die Hauttemperatur sinkt, da eine geringere
Gewebedurchblutung stattfindet. In entspanntem Zustand dagegen entspannt sich auch die
Muskulatur; die Blutgefäße erweitern sich und die Hauttemperatur steigt.
Mentale Belastung und Stress führen fast immer zu einem Absinken der Fingertemperatur bzw. einer
schlechteren Durchblutung, verursacht durch ein hohes Erregungsniveau unseres sympathischen
Nervensystems. Dies hat evolutionsbedingt durchaus einen Sinn, denn Anspannung und Erregung
dienten ursprünglich der Vorbereitung auf eine bevorstehende Flucht oder einen Angriff. Dadurch
steht möglichst viel Blut in der Arbeitsmuskulatur zur Verfügung, was durch eine Verengung von
Gefäßen in den Händen, Füßen und dem Unterarm erreicht wird.
Diese Art der Anspannung und Erregung ist bei vielen Dingen, die uns in der modernen Welt
„anstrengen" (geistige Arbeit, Sorgen, Ängste, Stress), nicht hilfreich oder sogar hinderlich. Eine
bewusste Kontrolle dieser körperlichen Reaktionen kann Ihnen helfen, entspannter und
wirkungsvoller auf viele Situationen zu reagieren. Mit Biofeedback können Sie diese bewusste
Kontrolle erlernen.
Wie verwende ich die Hauttemperatur als Biofeedback-Training?
Das Hauttemperaturfeedback wird meistens zu Entspannungsübungen eingesetzt. Es ist einfach in
der Anwendung und leicht zu erlernen. Dabei zeigt sich eine hohe Erfolgsrate und Verbesserung des
allgemeinen Wohlbefindens.
Eine
besonders
effektive
und
häufig
verwendete
Trainingsmethode
ist
das
„Handerwärmungstraining", als einfachste Biofeedback-Methode. Hierbei wird der eSense
Temperatur-Sensor an einem Finger (Zeigefinger, Mittelfinger) angebracht oder einfach zwischen
Daumen und Zeigefinger festgehalten. Beim Handerwärmungstraining lernen Sie über ein Feedback
Ihrer Fingertemperatur, diese gezielt zu erhöhen und damit Ihre Durchblutung in den Händen zu
steigern.
Unsere eigenen Biosensoren in unseren Händen vermitteln nur ein sehr ungenaues Gefühl und
lassen nur grobe Unterscheidungen zwischen heiß, warm, kühl, kalt usw. zu. Das genaue Feedback
mittels eines präzisen Temperatursensors, wie dem eSense, gibt Ihnen eine wesentlich exaktere
Auskunft über die momentane Temperatur und damit auch über die Durchblutung.
Das Ziel des Handerwärmungstrainings liegt darin, ein Gefühl für die eigene Hauttemperatur zu
bekommen und damit auch eine direkte Kontrolle über die Durchblutung der äußeren Extremitäten
zu erlangen.