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Inhaltsverzeichnis
Bedienungsanleitung
Schwingungs-
analysator
VM100
für Geräte ab Version 001.006
Manfred Weber
Metra Mess- und Frequenztechnik in Radebeul e.K.
Meissner Str. 58 - D-01445 Radebeul
Tel. +49-351 836 2191 Fax +49-351 836 2940
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Info@MMF.de
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Inhaltszusammenfassung für MMF VM100

  • Seite 1 Bedienungsanleitung Schwingungs- analysator VM100 für Geräte ab Version 001.006 Manfred Weber Metra Mess- und Frequenztechnik in Radebeul e.K. Meissner Str. 58 - D-01445 Radebeul Tel. +49-351 836 2191 Fax +49-351 836 2940 Email: Info@MMF.de Internet: www.MMF.de...
  • Seite 2 Meißner Str. 58 D-01445 Radebeul Tel. 0351-836 2191 0351-836 2940 Email Info@MMF.de Internet www.MMF.de Hinweis: Die jeweils aktuellste Fassung dieser Anleitung finden Sie als PDF unter https://mmf.de/produktliteratur Änderungen vorbehalten. © 2024 Manfred Weber Metra Mess- und Frequenztechnik in Radebeul e.K.
  • Seite 3: Inhaltsverzeichnis

    Inhalt 1. Verwendungszweck....................3 2. Eigenschaften......................3 3. Bedienung........................4 3.1. Anschlüsse und Bedienelemente..............4 3.2. Ein-/Ausschalten und Reset................5 3.3. Menüleiste......................5 3.4. Sensoren......................6 3.5. USB-Anschluss....................7 3.6. Laden des Akkumulators..................7 3.7. SD-Karte und Dateisystem................8 4. Messmodule......................9 4.1. Lizenzen......................9 4.2. Modul Amplitude/Zeit..................10 4.3. Modul Frequenzanalyse (FFT)...............15 4.4.
  • Seite 4 4.9.4. Messung....................74 4.10. Modul Ganzkörper-Schwingung..............77 4.10.1. Grundlagen....................77 4.10.2. Ganzkörper-Sensoren................79 4.10.3. Überprüfung am Einsatzort..............83 4.10.4. Messung....................84 4.11. Modul Ganzkörper-Schwingung mit 3 Sensoren.........87 4.11.1. Grundlagen....................87 4.11.2. Ganzkörper-Sensoren................87 4.11.3. Messung....................88 5. Messwertspeicherung und NFC-Funktion.............91 5.1. Ordner und Dateinamen.................91 5.2. NFC-Messstellenerkennung................93 5.3. Speichern als Bitmap-Bildschirmfoto............94 5.4.
  • Seite 5: Verwendungszweck

    Vielen Dank, dass Sie sich für ein Schwingungsmessgerät der Firma Metra entschieden haben! 1. Verwendungszweck Der Schwingungsanalysator VM100 eignet sich für viele Aufgaben der Schwin- gungsmessung. Dazu gehören: • Allgemeine Kennwertmessungen im Zeitbereich mit Aufzeichnung von Zeitverläufen • Frequenzanalyse (FFT) •...
  • Seite 6: Bedienung

    3. Bedienung 3.1. Anschlüsse und Bedienelemente An der oberen Schmalseite finden Sie ein kleines Tastenfeld mit der Einschalttaste, der Resettaste und einer Funktionstaste. Beim VM100A befindet sich hier außerdem der Infrarot-Temperatursensor (Bild 1 und Bild 2). Die Lade-LED leuchtet bei An- schluss an ein USB-Ladegerät oder einen PC rot.
  • Seite 7: Ein-/Ausschalten Und Reset

    3.2. Ein-/Ausschalten und Reset Das VM100 wird durch kurzes Drücken der roten Taste auf dem seitlichen Tasten- feld eingeschaltet (Bild 1 und Bild 2). Es startet immer mit den zuletzt gewählten Einstellungen und ist sofort einsatzbereit im Messbetrieb. Sollte die Akku vollstän- dig entladen sein, kann der Anschluss eines Ladegeräts zum Starten erforderlich...
  • Seite 8: Sensoren

    Bild 6: Sensormenü Es zeigt die Empfindlichkeiten der verbundenen Sensoren an. Wie in der gesamten Bedienoberfläche des VM100 werden je Eingangsbuchse („1“ bis „3“ beim VM100A bzw. „1“ beim VM100B) drei Eingänge (X/Y/Z) dargestellt. Bei Eingän- gen ohne Sensor erscheint „Kein Sensor“.
  • Seite 9: Usb-Anschluss

    USB-C-Buchse. Diese dient zum Laden der Batterie und zur Datenübertragung. Zum Übertragen der auf der SD-Karte gespeicherten Dateien schließen Sie das VM100 über ein USB-Kabel an einen PC an. Zum Aktivieren der Datenübertragung drücken Sie in der Menüleiste auf das USB-Symbol (Bild 7). Da- nach öffnet sich ein Fenster entsprechend Bild 8.
  • Seite 10: Sd-Karte Und Dateisystem

    ➔ Es wird dringend empfohlen, regelmäßig Sicherungskopien der auf der SD-Kar- te gespeicherten Daten anzulegen. ➔ Öffnen Sie von Ihrem PC aus die Dateien nicht direkt vom VM100. Beginnen Sie immer, indem Sie die Datei zunächst in einen Ordner auf dem PC kopieren.
  • Seite 11: Messmodule

    4. Messmodule 4.1. Lizenzen Das VM100 unterstützt eine Reihe von Aufgaben, die in Messmodule gegliedert sind. Bild 11 zeigt die verfügbaren Module. Bild 11: Messmodule Standardmäßig vorinstalliert sind Amplitude/Zeit (Amplitude/Time) und Frequenz- analyse (Frequency Analysis). Die anderen Funktionen können durch Erwerb von Freischaltcodes (Lizenzen) aktiviert werden.
  • Seite 12: Modul Amplitude/Zeit

    (Bild 12). Das Modul kann zusätzlich die Drehzahl messen und anzeigen. Voraussetzung dafür ist der Anschluss einer Reflex-Lichtschranke VM100-LS (vgl. Bild 68 auf Seite 48) an den Eingang „RPM“ des VM100. Das Schreiben der Amplitudenverlaufskurven beginnt erst nach 15 s nach Start des Moduls, um Einschwingvorgänge zu unterdrücken.
  • Seite 13 Bild 13: Kanaleinstellungen Bild 14: Einstellungen für alle Kanäle gleichzeitig Die Anzeigekanäle 1 bis 9 können frei mit den Sensoreingängen 1X, 1Y und 1Z beim VM100B bzw. den Sensoreingängen 1X bis 3Z beim VM100A verbunden werden. Die Auswahl im Menü Sensor verbindet den Anzeigekanal mit einem einem Sen- soreingang.
  • Seite 14 Unter Modus (Mode) wird der anzuzeigende Kennwert gewählt. Folgende Kenn- werte sind messbar: Effektivwert mit 1 s Mittelungsdauer RMS(T) Effektivwert mit unbegrenzter Mittelungsdauer Peak Spitzenwert (0 – Peak) mit 1 s Haltezeit Pk-Pk Spitze-Spitze-Wert (Peak – Peak) mit 1 s Haltezeit Pk hold Maximal-Spitzenwert (0 –...
  • Seite 15 10000 a: 10-1000 Hz a: 100-10000 Hz a: 0,2-4000 Hz a: 1000-24000 Hz 1000 v: 2-2000 Hz v: 10-200 Hz d: 2-300 Hz d: 5-300 Hz 0,01 0,001 1000 10000 100000 Bild 15: Amplitudenfrequenzgänge (Auswahl) Im Menü Verstärkung (Gain) kann zwischen automatischer Verstärkungseinstel- lung und den festen Verstärkungen 1, 10 und 100 gewählt werden.
  • Seite 16 Nach 24 Stunden wird die CSV-Datei geschlossen und automatisch eine neue er- stellt. Diese erhält den gleichen Dateinamen mit der Ergänzung „..._a.csv“, die nächste „..._b.csv“, bis die Aufzeichnung nach 27 Tagen bei „..._z.csv“ beendet wird. Die gespeicherten Dateien finden Sie auf der SD-Karte im Verzeichnis „AMP- TIME“.
  • Seite 17: Modul Frequenzanalyse (Fft)

    4.3. Modul Frequenzanalyse (FFT) Dieses Modul ist standardmäßig vorinstalliert. Es führt eine Fouriertransformation (FFT) durch und dient der Darstellung der spektralen Zusammensetzung des Be- schleunigungssignals der drei Kanäle von Sensoreingang 1. Im oberen Teile befindet sich die einheitliche Menüleiste, die in Abschnitt 3.3 beschrieben wird. Bild 17: Messwertanzeige im Modul Frequenzanalyse Der Frequenzbereich der Analyse erstreckt sich bis 22 kHz.
  • Seite 18 Mit den Tasten II bzw. ► kann die FFT-Berechnung gestoppt bzw. fortgesetzt wer- den. Über die Taste öffnen Sie das FFT-Menü (Bild 18). Bild 18: FFT-Menü Die Einteilung der Amplitudenachse (Ampl. axis) kann zwischen linear und loga- rithmisch umgeschaltet werden. Die Fensterung (Windowing).
  • Seite 19 Gute Trennung eng zusammen liegender Frequenzanteile Flattop Beste Amplitudengenauigkeit Bild 19: Im VM100 verwendete Fensterfunktionen (Grafiken: Wikimedia) Eine Mittelung (Averaging) von 2 bis 16 Spektren ist möglich. Damit kann der „Rauschteppich“ zufälliger Signalanteile deutlich verringert werden und die Schärfe der Darstellung verbessert werden. Nachteilig wirkt sich die Mittelung auf die Reak- tionszeit nach Signaländerungen aus.
  • Seite 20 Bild 20: FFT mit Maximalwerthaltung Im Menü Triggerung (Triggering) kann festgelegt werden, unter welchen Bedin- gungen eine Frequenzanalyse erfolgt. • Auto: Die Berechnung erfolgt fortwähren in dem durch die Frequenzauflösung bestimmten Zeitintervall • DIG1: Die Berechnung erfolgt, wenn am Drehzahleingang ein Impuls erfasst wurde.
  • Seite 21 Bild 21: FFT mit Wasserfall-Darstellung Die Wasserfall-Darstellung ist nur für einen Kanal möglich. Dieser wird im Menü ausgewählt. Die Zahl der dargestellten Spektren kann zwischen 10 und 50 eingestellt werden. Das Zeitintervall zwischen zwei benachbarten Spektren ist zwischen 5 und 50 s wählbar.
  • Seite 22 Bild 22: Spektrogrammdarstellung Zur Speicherung (Taste ) stehen folgende Optionen zur Verfügung:Als CSV-Da- tei wird das Spektrum in einer Wertetabelle gespeichert (Bild 23). In den Kopfdaten befinden sich Angaben zu Messgerät, Sensor und FFT-Einstellungen. Ab Zeile 20 folgen die Frequenzpunkte und die zugehörigen Amplituden der drei Kanäle. Die Zeilenzahl hängt von der gewählten Punktanzahl ab.
  • Seite 23 FREQUENCY ANALYSIS (FFT) Instr.: VM100A Serial no.: 123456 Comment: NFC Id: Sensor 1X: Serial no.: Sensit.: 10.313 mV/m/s² Sensor 1Y: Serial no.: Sensit.: 10.354 mV/m/s² Sensor 1Z: Serial no.: Sensit.: 10.879 mV/m/s² Date: 21.01.2022 Time: 07:36:50 Temp: °C Points: 2048 Window: Hann X: m/s²...
  • Seite 24: Modul Amplitude/Drehzahl

    Abschnitt 3.3 beschrieben wird. Voraussetzung für die Messung ist der Anschluss einer Reflex-Lichtschranke VM100-LS (vgl. Bild 68 auf Seite 48) an den Eingang „RPM“ des VM100, die als Drehzahlsensor dient. Die Schwingungsmessung kann auf 1 bis 9 Kanälen erfolgen.
  • Seite 25 Die Einstellung der Drehzahlrampe (RPM ramp) bestimmt, in welche Richtung sich die Drehzahl verändern muss, damit die zugehörigen Amplituden aufgezeichnet werden. Zur Auswahl stehen: • Unbestimmt (Undefined): Sowohl höher werdende als auch abfallende Drehzah- len werden berücksichtigt. • Hochlauf (Run-up): Nur sich erhöhende Drehzahlen werden berücksichtigt. •...
  • Seite 26 AMPLITUDE/ROTATION SPEED Instr.: VM100A Serial no.: 123456 Comment: NFC Id: Sensor 1X: KS903B10 Ser.: 20014 Sensit.: 10.313 mV/mm/s Sensor 1Y: KS903B10 Ser.: 20014 Sensit.: 10.354 mV/mm/s Sensor 1Z: KS903B10 Ser.: 20014 Sensit.: 10.879 mV/mm/s Sensor 2X: Ser.: Sensit.: 10.000 mV/m/s² Sensor 2Y: Ser.: Sensit.:...
  • Seite 27: Modul Maschinenschwingung

    Anzahl von Maschinen an den immer gleichen Messpunkten Schwingwerte erfasst werden. Das VM100 hat zwei Überwachungsmodi, die sich grundlegend unterscheiden: 1. Überwachung der Schwingstärke (Geschwindigkeit) in drei Richtungen (X/Y/Z) zur Beurteilung von Unwuchten und Laufruhe nach den oben genannten Normen 2.
  • Seite 28: Anlegen Von Messrouten

    4.5.2. Anlegen von Messrouten Die Messung von Maschinenschwingungen mit dem VM100 erfolgt ein- oder drei- achsig mit dem Beschleunigungsaufnehmer an Eingang 1, Kanal X bzw. X/Y/Z. Metra empfiehlt robuste, elektrisch isolierte Industrietypen, z.B. die einachsigen KS84.100 und KS74C100 oder den dreiachsigen KS813B.
  • Seite 29: Anlegen Von Messpunkten In Einer Route

    Überblick zu bewahren. Sie müssen dazu lediglich ein NFC-Tag am Messort anbringen. Berühren Sie Starten der Erkennung (Bild 29). Dazu halten Sie die linke obere Ecke des VM100 an das NFC-Tag (vgl. Abschnitt 5.2). Wurde das NFC-Tag erkannt, bestäti- gen Sie das Anlegen eines neuen Messpunkts. Als Messpunkt-ID erhält dieser die NFC-Seriennummer.
  • Seite 30 Eine Schwingungsmessung gewinnt an Aussagekraft und Vergleichbarkeit, wenn die Drehzahl mit erfasst wird. Das VM100 erlaubt den Anschluss einer Reflex- Lichtschranke VM100-LS (vgl. Bild 68 auf Seite 48) an den Eingang „RPM“ des VM100, die als Drehzahlsensor dient. Erforderlich dafür ist eine Reflexmarke am Rotor.
  • Seite 31: Assistent Für Iso-Normen Zur Schwingstärkemessung

    Nachdem Sie das Messpunktmenü mit geschlossen haben, erscheint der neu an- gelegte Messpunkt mit allen Einstellungen in der Messroutentabelle (Bild 33). • Bei jeder Änderung einer Messroutendatei (*.csv) wird die vorherige Datei unter gleichem Namen mit der Endung „bak“ gesichert. Durch Umbenennung der En- dung in „csv“...
  • Seite 32: Messung Von Maschinenschwingungen

    Bild 34: ISO-Normen-Assistent 4.5.5. Messung von Maschinenschwingungen 4.5.5.1. Messbildschirm öffnen Nachdem ein Messpunkt angelegt wurde, können Messwerte zur Trendüberwachung erfasst werden. Durch Berühren der Zeile mit dem gewünschten Messpunkt in der Routentabellle wird dieser ausgewählt. Die Hintergrundfarbe erscheint danach blau hinterlegt (Bild 35).
  • Seite 33: Messung Der Schwingstärke

    Wurde der Messpunkt mit einem NFC-Tag angelegt, können Sie den Messpunkt nach Berühren von und Einlesen der NFC-Seriennummer auch automatisch aus- wählen lassen. Über die Schaltfläche können Sie den gewählten Messpunkt nachträglich bear- beiten. Dies betrifft Ort, Maschine, Position, Kommentar, Drehzahl, Mittelung, Mes- sintervall und Grenzwerte.
  • Seite 34 Ergebnisse liefert, insbesondere bei Überlagerungen verschie- dener Schwingfrequenzen und verrauschten Signalen. Den Triggerimpuls lie- fern ein Drehzahlsensor VM100-LS (vgl. Bild 68 auf Seite 48) am Eingang „RPM“ des VM100 und eine Reflexmarke am Rotor. Das Häkchen bei aktiviert den Triggerimpuls. Bei Erkennung eines Drehzahlwerts (rechte obere Bildschirmecke) wird es automatisch gesetzt.
  • Seite 35: Kurzzeittrend Der Kennwerte

    4.5.5.2.2 Kurzzeittrend der Kennwerte In der oberen Bildschirmmitte wird der Kurzzeittrend der drei Schwingwerte der letzten 270 Sekunden grafisch dargestellt. Die Farbzuordnung entspricht der Mess- wertanzeige. Es handelt sich dabei um die ungemittelten Messwerte. Das Diagramm enthält auch die beiden Grenzwertlinien für Warnung (gelb) und Alarm (rot). Es wird automatisch so skaliert, dass sowohl der Maximalwert als auch die Grenzwerte dargestellt werden.
  • Seite 36: Anzeige Der Langzeittrends Von Schwingstärke Und Phase

    Bild 40: Frequenzspektrum und Hauptfrequenzen 4.5.5.2.4 Anzeige der Langzeittrends von Schwingstärke und Phase Durch Drücken von in der Messwertanzeige öffnet sich das Trenddiagramm der Schwingstärke bzw. des Phasenwinkels. Es veranschaulicht die Entwicklung der Messwerte und damit des Maschinenzustands über die gesamte Dauer der Überwa- chung.
  • Seite 37: Messung Von Wälzlagerschwingungen

    4.5.5.3. Messung von Wälzlagerschwingungen Neben der Schwingstärke können auch die Schwingungen an Wälzlagern gemessen werden. Das VM100 bietet hierzu eine Reihe von Analysefunktionen, mit denen oh- ne tiefgehende Kenntnis der Wälzlagerdiagnose eine Aussage zum Zustand des La- gers gemacht werden kann. Anders als bei der Schwingstärke werden hier einkanalig hohe Frequenzen im Kilohertzbereich betrachtet, wo sich die Schadensbilder haupt- sächlich äußern.
  • Seite 38: Anzeige Der Schwingungskennwerte

    Bild 43: Messung im Wälzlagermodus 4.5.5.3.1 Anzeige der Schwingungskennwerte Im linken Bildschirmteil, unterhalb der Messstellenangaben, werden die drei für Wälzlager relevanten Breitbandkennwerte Spitzenwert, Effektivwert und Scheitel- faktor der Beschleunigung angezeigt. Sie werden jeweils ab der eingegebenen Hoch- passfrequenz bis 24 kHz bestimmt (vgl. Kap. 4.5.3). Es wird die beim Anlegen des Messpunkts eingestellte Mittelung angewendet (Klammerwert in Sekunden).
  • Seite 39: Hüllkurvenspektrum

    wird der Kurzzeittrend gelöscht und die Aufzeichnung neu begonnen. Der Kurzzeittrend liefert überblicksartig Informationen über Stabilität und Plausibi- lität der Messwerte. 4.5.5.3.3 Hüllkurvenspektrum Die Hüllkurvenanalyse ist ein sehr leistungsstarkes Werkzeug in der Wälzlagerdia- gnose. In der unteren Bildschirmmitte sehen Sie das Spektrum der Hüllkurve. Die Hüllkurve wird gebildet, indem man das Signal gleichrichtet und tiefpassfiltert.
  • Seite 40: Frequenzbänder

    Bei der hier eingesetzten Hüllkurvenanalyse handelt es sich um ein vereinfachtes Werkzeug für Routenmessungen. Sie ist nicht dafür gedacht, Schäden im Detail zu diagnostizieren. Hierzu eig- nen sich spezielle Analysatoren, wie das Hüllkurven-Modul des VM100 (Abschnitt 4.6). Bild 47: Ampli- tudenliste 4.5.5.3.4 Frequenzbänder Dieser Anzeigebereich gibt einen Überblick, ob die dominanten...
  • Seite 41: Speicherung Von Messungen

    4.5.6. Speicherung von Messungen Im Messbildschirm finden Sie drei Möglichkeiten der Speicherung (Bild 50). • CSV: Alle angezeigten Messwerte werden mit Bild 50: Speicherfunktionen Zeitstempel in einer Tabelle des entsprechenden Messpunkts im CSV-Format auf SD-Karte im Verzeichnis TREND gespeichert, um eine Trendansicht zu ermöglichen. Die CSV-Dateien können Sie auch in ein Tabellenkalkulationsprogramm einlesen.
  • Seite 42 Das Datum der zuletzt als CSV gespeicherten Messung wird in der der Messroutentabelle für jeden Messpunkt angezeigt. Mit Hilfe des Datums stellt das VM100 fest, ob es noch innerhalb des festgeleg- ten Messintervalls (vgl. Abschnitt 4.5.3) liegt oder ob eine neue Messung fällig ist.
  • Seite 43: Modul Hüllkurvenanalyse

    4.6. Modul Hüllkurvenanalyse 4.6.1. Grundlagen Die Hüllkurvenanalyse ist ein Verfahren zur Wälzlagerdiagnose. Ein Wälzlager, be- stehend aus Außenring, Innenring, Wälzkörpern und Käfig, erzeugt bei Rotation be- stimmte charakteristische Überrollfrequenzen, die in einem durch die Konstruktion vorgegebenen Verhältnis zur Rotordrehfrequenz stehen. Aus einer erhöhten spektra- len Amplitude bei einer dieser charakteristischen Frequenzen lassen sich Rücksch- lüsse auf Schädigungen ziehen.
  • Seite 44 Bild 57: Messwertanzeige im Modul Hüllkurvenanalyse Zur Darstellung des Hüllkurvenspektrums wird die gesamte Bildschirmbreite von 800 Punkten genutzt. Rechts unten sehen Sie eine Zoomtaste zum Vergrößern bzw. Verkleinern des sichtbaren Frequenzbereichs. Im höher aufgelösten Frequenzbereich kann mit dem Scrollbalken navigiert werden. Die Skalierung der logarithmischen Amplitudenachse erfolgt über die Plus-/Minus-Tasten.
  • Seite 45 Wählen Sie Drehzahlsensor (RPM sensor), wenn Sie die Drehzahl messen können. Voraussetzung dafür ist der Anschluss einer Reflex-Lichtschranke VM-PS2 an den Eingang „RPM“ des VM100 und die Anbringung einer Reflexmarke auf dem Rotor. Ist die Drehzahl bekannt, kann sie statt einer Messung auch manuell eingetragen werden, nachdem das Häkchen entfernt wurde.
  • Seite 46 Bild 59: Wälzlagerliste Berühren Sie , um ein neues Wälzlager hinzuzufügen. Es öffnet sich ein Menü zur Eingabe der Schadfrequenzen (Bild 60). Bild 60: Eingabe der Schadfrequenzen Die Eintragung des Lagernamens und der Schadfrequenzen erfolgt nach Berühren des entsprechenden Eingabefelds über eine Bildschirmtastatur. Die Schadfrequenzen (vgl.
  • Seite 47 Mit der Taste können Sie die ausgewählte Zeile löschen. Durch Berühren der Schadfrequenzwerte im Einstellmenü (Bild 58) lassen sich de- ren Marker im Messbildschirm ausblenden. Zur Speicherung (Taste ) stehen folgende Optionen zur Verfügung: Als CSV- Datei wird das Hüllkurvenspektrum in einer Wertetabelle gespeichert (Bild 61). In den Kopfdaten befinden sich Angaben zu Messgerät, Sensor und Wälzlager.
  • Seite 48: Modul Auswuchtung

    4.7. Modul Auswuchtung 4.7.1. Grundlagen Unwuchten treten in Erscheinung, wenn Massen rotieren, deren Masseschwerpunkt nicht auf der Rotationsachse liegt. Es entsteht eine Fliehkraft in Richtung der Un- wuchtmasse (Bild 63). Diese Fliehkraft nimmt mit dem Quadrat der Rotationsge- schwindigkeit zu. Bild 62: Ausgewuchteter Rotor Bild 63: Rotor mit Unwucht Folge davon sind Vibrationen, die oft unerwünscht sind, weil sie die Produktqualität...
  • Seite 49 Neben ein oder zwei Beschleunigungsaufnehmern ist ein Drehzahlsensor erforder- lich, der die Winkelinformation zur Auswuchtung liefert. Das VM100 unterstützt die Auswuchtung im Betriebszustand. Der Rotor kann im eingebauten Zustand verbleiben und braucht nicht in eine Wuchtbank transportiert zu werden. Das Betriebswuchten verläuft in folgenden Schritten: 3.
  • Seite 50: Messung

    Fliehkräften sind die Beschleunigungen geringer, was den Einsatz empfindlicherer Sensoren erfordern kann. Die Sensoren werden radial zur Rotations- ache montiert, idealerweise direkt auf die Wellenlager. Am VM100 werden die Sen- soren an die Messkanäle 1X und 1Y angeschlossen. Im Bediendialog werden die Sensorpositionen als Ebene A und Ebene B bezeichnet.
  • Seite 51 bles Magnetstativ. Bei der Justierung auf die Reflexmarke hilft ein roter Leucht- fleck. Alle berechneten Winkel für die Mas- severänderungen sind entgegen der Drehrichtung zu verstehen (Bild 69) . Bezugswinkel oder Nullwinkel ist die Position der Testmasse beim Testlauf. Die Winkelposition der Reflexmarke ist in diesem Zusammenhang nicht re- levant.
  • Seite 52 Das Auswuchten beginnt im Urunwuchtlauf (Initial Run). Nachdem der Beschleu- nigungsaufnehmer und die Reflex-Lichtschranke montiert sind, starten Sie den Ro- tor. Das VM100 misst die Drehzahl und ihre Schwankungsbreite während der letz- ten zehn Sekunden. Liegt die Drehzahlschwankung unter der geforderten Toleranz, wird der Beschleunigungs- bzw.
  • Seite 53 Bild 71: Urunwuchtlauf (1 Ebene) ➔ Die Drehzahl muss während aller nachfolgenden Läufe konstant bleiben. In den weiteren Läufen wird daher die gemessene Drehzahl und deren Abweichung von der Drehzahl im Urunwuchtlauf angezeigt. Nach Stillstand wechselt das Gerät zum Testlauf (Test Run). Im Polardiagramm wird die gemessene Urunwucht als Markierung „O“...
  • Seite 54 Es kommt vor, dass die Änderung der Unwucht nach Anbringung der Testmasse zu gering ist. Sollte die Amplitudenänderung weniger als 20 % und gleichzeitig die Winkeländerung unter 10 % betragen, wird ein Warnhinweis angezeigt. Sie können selbst entscheiden, ob Sie fortfahren oder eine andere Testmasse anbringen möchten bzw.
  • Seite 55 Nach Stillstand werden Sie gefragt, ob die Testmasse am Rotor verbleiben (keep) oder wieder entfernt (remove) werden soll (Bild 74). Ein Verbleib kann beispiels- weise sinnvoll sein, wenn die Testmasse angeschweißt wurde. In diesem Fall wird sie in die nachfolgende Korrekturmassenberechnung einbezogen. Anderenfalls ent- fernen Sie die Testmasse und berühren Bild 74: Testmasse behalten oder entfernen (1 Ebene) Danach zeigt das Gerät die erforderlichen Korrekturen an (Bild 75).
  • Seite 56 Bild 75: Korrekturen (1 Ebene) Sind die Korrekturen am Rotor erfolgt, bestätigen Sie mit und starten den Rotor zum Kontrolllauf (Bild 76). Sie sehen den resultierenden Unwuchtvektor. Unter Amplitude und Winkel wird der Unterschied zum Urzustand in Prozent angezeigt. Er liefert die Aussage über den Auswuchterfolg. Falls im Einstellmenü der Rotorra- dius eingegeben wurde, sehen Sie die Restunwucht in Gramm-Millimeter.
  • Seite 57 Bild 76: Kontrolllauf (1 Ebene) Bild 77: Beenden oder Fortsetzen Sollten Sie einmal nicht zum gewünschten Auswuchtziel gelangen, können folgende Maßnahmen hilfreich sein: • Ändern Sie die Drehzahl, um möglichen Resonanzen auszuweichen. • Experimentieren Sie mit verschiedenen Massen und Winkelpositionen (Nullwin- kel) im Testlauf •...
  • Seite 58 Die Zweiebenen-Auswuchtung erfolgt in ähnlicher Weise. Hinzu kommt die An- bringung einer zweiten Testmasse sowie ein zweiter Testlauf in Ebene B. Nachfol- gend finden Sie einer Kurzbeschreibung des Ablaufs anhand eines Beispiels. Zunächst wird die Unwucht für beide Ebenen im Ist-Zustand gemessen (Bild 78). Bild 78: Urunwuchtlauf (2 Ebenen) Danach erfolgt die Anbringung einer Testmasse in Ebene A und ein erneuter Start der Rotation (Bild 79).
  • Seite 59 Die Ergebnisse des Testlaufs an Ebene A werden gespeichert (Bild 80) und die Ro- tation gestoppt. Bild 80: Testlauf Ebene A (2 Ebenen) Nun entscheiden Sie, ob Sie die Testmasse am Rotor belassen oder wieder entfernen möchten (Bild 81). Die Auswahl gilt später auch für Ebene B. Bild 81: Testmasse von Ebene A behalten oder entfernen (2 Ebenen)
  • Seite 60 Danach bringen Sie eine Testmasse in Ebene B an und starten die Rotation (Bild 82). Bild 82: Testmasse anbringen an Ebene B (2 Ebenen) Nach dem Start der Rotation erfolgt der Testlauf B. Nach der Speicherung und dem Stoppen der Rotation bestätigen Sie, dass Sie die Testmasse in Ebene B entfernt bzw.
  • Seite 61 Nun werden die berechneten Korrekturmassen und ihre Winkel für beide Ebenen an- gezeigt (Bild 84). Im Beispiel wurden 16 Winkelschritte (Festorte) gewählt. Bild 84: Erste Korrektur (2 Ebenen) Führen Sie die Korrekturen durch und bestätigen Sie dies. Starten Sie die Rotation zum ersten Kontrolllauf (Bild 85).
  • Seite 62 Nach dem Speichern des Ergebnisses und Anhalten der Rotation werden Sie gefragt, ob Sie die Auswuchtung hier beenden oder fortsetzen wollen (Bild 86). Bild 86: Auswuchtung nach erstem Kontrolllauf fortsetzen (2 Ebenen) Im Beispiel wird die Auswuchtung fortgesetzt. Es werden weitere Korrekturen für beide Ebenen angezeigt (Bild 87).
  • Seite 63 Im zweiten Kontrolllauf hat sich noch eine Verbesserung ergeben. In den Polardia- grammen werden neben der Urunwucht die nummerierten Vektoren der Kontrollläu- fe angezeigt (Bild 88). Bild 88: Zweiter Kontrolllauf (2 Ebenen) lassen sich die in die angebrachten Korrekturmassen je Ebene in eine bzw. bei Festorten in zwei Massen zusammenfassen (Bild 90).
  • Seite 64 Bild 90: Zusammenfassen von Korrekturmassen Durch Berühren von öffnet sich ein Textfenster mit der Zusammenfassung aller erfolgten Masseänderungen und der resultierenden Schwingungs- bzw. Unwucht- vektoren (Bild 91). Sie können damit alle vorher angebrachten Korrekturmassen ent- fernen und durch die berechnete(n) ersetzen. Bild 91: Auswuchtprotokoll Zur Speicherung des Protokolls berühren Sie und wählen CSV-Auswuchtbe-...
  • Seite 65 Alternativ kann der Anzeigeinhalt als BMP-Bildschirmfoto gespeichert werden. Die Dateien finden Sie auf der SD-Karte im Ordner „BAL“. BALANCING REPORT Instr.: VM100A Ser.: 123456 Sensor A: Ser.: Sensit.: mV/ms^-2 Date & Time: 10/02/22 13:55:52 Temp: °C Comment: NFC Id: Balancing mode: One plane Rotary speed: 2941...
  • Seite 66: Modul Terzbandanalyse (Vc- Und Nano-Kriterien)

    4.8. Modul Terzbandanalyse (VC- und Nano-Kriterien) 4.8.1. Grundlagen Dieses Modul dient für Schwingungsmessungen an sehr empfindlichen Ausrüstun- gen, z.B. Elektronenmikroskopen, Fotolithografieanlagen, Anlagen der Mikroelek- tronik und der Nanotechnologie. Zur Vereinheitlichung der Aufstellungs- und Be- triebsbedingungen dieser Anlagen wurden in den achtziger Jahren die VC-Grenz- werte (Vibration Criteria) entwickelt.
  • Seite 67 Schwingungs- Schwingpegel im Struktur- Anwendung kriterium Terzspektrum größe 1,6 µm/s Sehr schwer einzuhalten, für REM von 1 bis 5 Hz, der Nanotechnik, Obergeschosse mit Nano-D 1 nm 6,4 µm/s hohen Anforderungen an Steifigkeit von 20 bis 100 Hz und Eigenfrequenz Extremes Kriterium für REM der 0,8 µm/s Nanotechnik, nur auf sehr massiven...
  • Seite 68: Sensoren Für Vc- Und Nano-Kriterien

    4.8.2. Sensoren für VC- und Nano-Kriterien Diese Messung stellt höchste Anforderungen an die Auflösung der Schwingungsauf- nehmer. Nur piezoelektrische Beschleunigungsaufnehmer mit hoher Empfindlich- keit kommen in Betracht. Bild 95: Einachsiger Bild 94: Triaxial- Bild 96: Einachsiger Aufnehmer KS48C aufnehmer KS823B Aufnehmer KB12VD Der Triaxial- Beschleunigungsaufnehmer KS823B (Bild 94) und der einachsige KS48C (Bild 95) eignen sich für Messungen bis VC-D.
  • Seite 69: Messung

    80 % des Grenzwerts liegt. Zwischen 80 und 100 % ist der Indikator gelb, darüber rot. Amplituden außerhalb des Bereichs der Grenzwertlinie werden nicht berück- sichtigt. ➔ Trennen Sie bei hochempfindlichen Messungen immer das VM100 vom USB- Anschluss, um Störungen zu minimieren. ➔ Vermeiden Sie bei sehr empfindlichen Messungen Zugluft oder Temperatur- schwankungen an Sensor und Messgerät.
  • Seite 70 Über die Schaltfläche öffnen Sie das Einstellungsmenü (Bild 100). ld 100: Menü für Einstellungen Bild 101: Individuelle Grenzwerte Im Menü Grenzlinie (Limit line) wählen Sie das gewünschte Schwingungskriteri- um. Es besteht die Möglichkeit, neben den VC- und Nano-Kriterien auch eigene Grenzwerte festzulegen.
  • Seite 71 Bild 103: Terzspektrum mit gehaltenen Maximalamplituden Der Speichermodus (Save mode) erlaubt zwei Einstellungen: • Grenzlinie (Limit line): Bei jeder Überschreitung der Grenzlinie wird eine Mes- sung gespeichert. Um die Speicherung zu starten öffnen Sie durch Berühren von das Speichermenü und wählen CSV-Speicherung. Sie können hier den Datei- namen eingeben oder die Vorgabe aus Datum und Uhrzeit verwenden (Beispiel: “OCTAVE_220607_100645.csv”).
  • Seite 72 Bild 104: CSV-Datei mit Messwerten (Ausschnitt) Näheres zur Messwertspeicherung finden Sie in Abschnitt 5...
  • Seite 73: Modul Hand-Arm-Schwingung

    4.9. Modul Hand-Arm-Schwingung 4.9.1. Grundlagen Dieses Modul unterstützt die Messung von Hand-Arm-Vibrationen nach ISO 5349 und VDI 2057 an einem oder zwei Handgriffen. Es handelt sich dabei um Vibratio - nen, die über die Hand in den Körper eingeleitet werden. Diese können z.B. Durch- blutungsstörungen, Knochen- oder Gelenkschäden und Muskelerkrankungen hervorru- fen.
  • Seite 74 √ A(8)=a Gleichung 1 Dabei sind: A(8) der Tagesexpositionswert der energieäquivalente Mittelwert (Schwingungsgesamtwert) der frequenzbe- werteten Beschleunigung während der Einwirkungsdauer, das heißt, die Vektorsumme der mit dem Filter Wh frequenzbewerteten Effektivwerte in den Richtungen X/Y/Z. √ Gleichung 2 die Dauer der Schwingungsbelastung pro Arbeitstag die Bezugsdauer von 8 Stunden Der Tagesexpositionswert kann sich aus mehreren Belastungsabschnitten mit unter- schiedlichen Schwingamplituden zusammensetzen.
  • Seite 75: Hand-Arm-Sensor

    10,0000 Wh max Wh min Wh VM100 1,0000 0,1000 0,0100 0,0010 0,0001 1000 10000 Bild 105: Frequenzbewertung Wh 4.9.2. Hand-Arm-Sensor Metra empfiehlt für Hand-Arm-Messungen den Triaxial-Be- schleunigungsaufnehmer KS963B10. Wählen Sie einen Messpunkt aus, der sich möglichst dicht an den Greifpunkten der Hand befindet, ohne jedoch den normalen Arbeitsvorgang zu behindern.
  • Seite 76: Prüfung Am Einsatzort

    Darunter wird der energieäquivalente Mittelwert (Schwingungsgesamtwert) a bzw. angezeigt. Dieser wird zur Berechnung des Tagesexpositionswerts A(8) (vgl. Abschnitt 4.9.1) herangezogen. Das VM100 berechnet auf Basis des höheren der beiden energieäquivalenten Mittelwerte die Expositionszeit, bei der der Auslösewert und der Expositionsgrenzwert nach EU-Richtlinie 2002/44/EG erreicht würden. Au- ßerdem wird die abgelaufene Messzeit angezeigt.
  • Seite 77 Aufnehmer gemessen, muss dieser an Eingang 1 angeschlossen und die Messung für beide Hände separat durchgeführt werden. Die Anzeigewerte von Sensor 2 sind dann nicht relevant. Rechts werden die Messwerte X/Y/Z als Zeitverlauf grafisch dargestellt (Bild 12). Anders als bei den links angezeigten Zahlenwerten handelt es sich um die drei bzw. sechs Effektivwerte für X/Y/Z.
  • Seite 78 0.827 Bild 112: Beispiel für eine CSV-Messwertaufzeichnung Hinweis: Um Bedienfehlern vorzubeugen, erlaubt das VM100 keine unbewertete Messung im Hand-Arm-Modul. Sollte es zum Beispiel für die Kalibrierung erforder- lich sein, ohne das Bewertungsfilter Wh zu messen, wechseln Sie in die Betriebsart Amplitude/Zeit (Abschnitt 4.2) und machen dort folgende Einstellungen für die...
  • Seite 79: Modul Ganzkörper-Schwingung

    4.10. Modul Ganzkörper-Schwingung 4.10.1. Grundlagen Dieses Modul unterstützt die Messung von Ganzkörper-Vibrationen nach ISO 2631. Dabei handelt es sich um Vibrationen, die über Gesäß und Rücken des sitzenden Menschen, die Füße des stehenden Menschen sowie Kopf und Rücken des liegenden Menschen einwirken.
  • Seite 80 wie folgt. Für die Richtungen X/Y/Z werden drei separate Tagesexpositionswerte er- mittelt. Der größte der drei Werte wird zur Gefährdungsbeurteilung herangezogen, d.h. mit Grenzwerten nach nach der EU-Richtlinie verglichen. √ ∑ (8)= Gleichung 5 √ ∑ (8)= Gleichung 6 √ ∑...
  • Seite 81: Ganzkörper-Sensoren

    Für die Richtungen X/Y/Z werden drei separate Tagesexpositionswerte ermittelt. Der größte der drei Werte wird zur Gefährdungsbeurteilung herangezogen, d.h. mit den Grenzwerten nach der EU-Richtlinie verglichen. √ ∑ iexp (8)= ⋅ Gleichung 9 imeas √ ∑ iexp (8)= ⋅ Gleichung 10 imeas √...
  • Seite 82 Bild 114 zeigt die Anordnung der Koordinatenrichtungen gemäß ISO 2631. Es ist ersichtlich, dass immer die X-Achse in Blickrichtung und die Z-Achse längs der Wirbelsäule ausgerichtet ist. Der Schwingungsaufnehmer ist entsprechend auszu- richten. Eine Ausnahme bildet die Sensorausrichtung bei Messungen an der Rücken- lehne (vgl.
  • Seite 83 Rückenlehne platziert, liegt dessen Z-Achse jedoch senkrecht zur Rückenlehne und da- mit auch zur Wirbelsäule. Um die richtige Achsenzuordnung herzustellen, werden für Mes- sungen an der Rückenlehne im VM100 die Bewertungsfilter und -faktoren für X und Z ge- tauscht, wie in der Tabelle dargestellt..
  • Seite 84 10,000 Wk min Wkmax Wk VM100 1,000 0,100 0,010 0,001 0,000 1000 Bild 116: Bewertungsfilter Wk Wj min Wj max Wj VM100 0,01 0,001 0,0001 1000 Bild 117: Bewertungsfilter Wj...
  • Seite 85: Überprüfung Am Einsatzort

    Wd min Wd max Wd VM100 0,01 0,001 0,0001 1000 Bild 118: Bewertungsfilter Wc Für Kalibrier- und Testzwecke ist auch eine unbewertete Messung möglich. In die- Wm min Wm max Wm VM100 0,01 0,001 0,0001 1000 Bild 119: Bewertungsfilter Wm sem Fall wird nur die Bandbegrenzung von 0,4 bis 100 Hz (-3 dB) wirksam.
  • Seite 86: Messung

    Darunter wird der größte der drei Achsenwerte angezeigt, welcher nach ISO 2631 zur Berechnung des Tagesexpositionswerts A(8) herangezogen wird (vgl. Abschnitt 4.10.1). Das VM100 berechnet daraus die Expositionszeit, bei der der Auslösewert und der Expositionsgrenzwert nach EU-Richtlinie 2002/44/EG erreicht würden. Au- ßerdem wird die abgelaufene Messzeit angezeigt.
  • Seite 87 Alle Messwerte werden in der jeweiligen Kanalfarbe dargestellt. Rechts werden die Messwerte X/Y/Z als Zeitverlauf grafisch dargestellt. Anders als bei den Zahlenwerten links handelt es sich um Effektivwerte mit 1 s Mittelungsdau- er. Das hat den Vorteil, dass auch kurzzeitige Veränderungen sichtbar werden. So lassen sich zum Beispiel Störungen während der Messzeit erkennen oder Einzeler- eignisse detektieren, wie das Überfahren einer Schwelle mit einem Gabelstapler.
  • Seite 88 mit den Kanaleinstellungen, wie Filter und Maßeinheiten. Ab Zeile 20 folgen die aufgezeichneten Messwerte (Intervall-Effektivwerte) der drei Kanäle X/Y/Z mit Zeitstempel. WHOLE-BODY VIBRATION Instr.: VM100A Ser.: 123456 Comment: NFC Id: Sensor 1X: KS903B10 Ser.: 20014 Sensit.: 10.313 mV/ms^-2 Sensor 1Y: KS903B10 Ser.: 20014...
  • Seite 89: Modul Ganzkörper-Schwingung Mit 3 Sensoren

    4.11. Modul Ganzkörper-Schwingung mit 3 Sensoren 4.11.1. Grundlagen Dieses Modul dient zur Bewertung des Fahrkomforts in Kraftfahrzeugen nach GB/T 4970-2009. Grundlage ist die Messung von Ganzkörper-Vibrationen nach ISO 2631. In diesem Fall werden beim Befahren einer spezifizierten Teststrecke gleichzeitig die Vibrationen auf der Sitzfläche, der Sitzlehne und der Fußfläche ge- messen.
  • Seite 90: Messung

    4.11.3. Messung Bild 120 zeigt die Messwertausgabe im Modul Ganzkörper-Schwingung. Im oberen Teil befindet sich die einheitliche Menüleiste, die in Abschnitt 3.3 beschrieben wird. Bild 124: Messwertanzeige im Modul Ganzkörper-Schwingung - 3 Sensoren Links werden die Schwingwerte für die Messpositionen Sitz (Seat), Lehne (Back- rest) und Füße (Feet) für je drei Achsenrichtungen ausgegeben.
  • Seite 91 Rückenlehne platziert, liegt dessen Z-Achse jedoch senkrecht zur Rückenlehne und da - mit auch zur Wirbelsäule. Um die richtige Achsenzuordnung herzustellen, werden für Messungen an der Rückenlehne im VM100 die Bewertungsfilter und -faktoren für X und Z getauscht. Die Ausrichtung der Messachsen in den Messpositionen finden Sie in Bild 114 auf Seite 80.
  • Seite 92 Durch Berührung des Indikators öffnet sich ein Menü zur Eingabe der Grenzwerte. Die Vorbelegung entspricht GB/T 4970-2009. ➔ Eine Messung beginnt immer durch Berühren der Reset-Schaltfläche . Da- durch wird die Bildung der Intervall-Effektivwerte neu gestartet und die Mess- daueranzeige zurückgesetzt. Die Messwertspeicherung erfolgt als CSV-Datentabelle.
  • Seite 93: Messwertspeicherung Und Nfc-Funktion

    CSV (Character-Separated Values) wird für Messwerte benutzt. Trennzeichen ist das Semikolon. Die textbasierten Dateien können in Tabellenkalkulationspro- gramme eingelesen werden. WAV (WAVE) ist ein Format für Audiodateien. Es wird im VM100 für Rohdaten verwendet. WAV-Dateien können in Audioplayern abgespielt und in viele Si- gnalanalyseprogramme eingelesen werden.
  • Seite 94 ➔ Bitte fügen Sie keine Dateien oder Ordner mittels anderer Geräte hinzu. ➔ Öffnen Sie von Ihrem PC aus die Dateien nicht direkt vom VM100. Beginnen Sie immer, indem Sie die Datei zunächst in einen Ordner auf dem PC kopieren.
  • Seite 95: Nfc-Messstellenerkennung

    Speicher in Form von Plastikchips, die über Funk ausgelesen werden. Diese können zum Beispiel an Messorten befestigt werden, an denen wiederkehrende Mes- sungen stattfinden. Das VM100 liest NFC-Tags der Typen, A, B, F und V. Jedes NFC-Tag enthält eine eigene Seriennummer, die das VM100 ausliest. Sonstige NFC-Funktionen werden nicht genutzt.
  • Seite 96: Speichern Als Bitmap-Bildschirmfoto

    Format, das tabellierte Daten enthält und zum Beispiel in Tabellenkalkulationsprogrammen geöffnet werden kann. Die Kapitel zu den Messmodulen zeigen Beispiele hierfür. Das VM100 verwendet das Semikolon als Trennzeichen. Die Dateien bestehen immer aus einem Kopf, der Informationen zu den Sensoren, zum Gerät und gewählten Einstellungen enthält.
  • Seite 97: Rohdatenaufzeichnung Im Wav-Format

    5.6. Rohdatenaufzeichnung im WAV-Format Unabhängig vom gewählten Messmodul kann das VM100 Rohdaten aufzeichnen. Dabei handelt es sich um die ungefilterten Abtastwerte des Analog-Digital-Wand- lers. Die Aufzeichnung erfolgt im WAV-Format (Waveform Audio Format). WAV- Dateien werden von vielen Programmen zur Signalanalyse und von Audioplayern gelesen.
  • Seite 98: Voreinstellungen

    6. Voreinstellungen Sie können bis zu 10 Sätze von Einstellungen abspeichern, um schneller darauf zu- zugreifen. Dies geschieht im Hauptmenü unter „Voreinstellungen“ („Presets“). Dabei werden sämtliche Menüeinstellungen und Einstellungen des Messgrafik gesi- chert. Bild 132: Speichern und Abrufen von Voreinstellungen Im Auslieferungszustand sind alle Einträge leer.
  • Seite 99: Sonstige Einstellungen

    7. Sonstige Einstellungen 7.1. Anzeigeeinstellungen Öffnen Sie mit das Hauptmenü und wählen Sie Einstellungen (Settings) sowie Display (Bild 133). Bild 133: Menü für Anzeigeeinstellungen Mit Helligkeit (Brightness) öffnen Sie das Menü zur Einstellung der Anzeigehelligkeit (Bild 134). Der Anteil der Hintergrundbe- leuchtung kann bis zu 50 % vom Gesamts- tromverbrauch des Geräts betragen.
  • Seite 100: Datum Und Uhrzeit

    7.2. Datum und Uhrzeit Die Einstellung von Datum & Zeit (Date &Time) nehmen Sie durch Auf- bzw. Abwärtsbewegung im betreffenden Eingabefeld vor (Bild 137). Bild 137: Datum und Zeit 7.3. Anzeigesprache In Bild 138 sehen Sie, wie die Anzeigesprache (Language) des Geräts gewählt wird.
  • Seite 101: Firmware-Update

    8. Firmware-Update Eine Aktualisierung der Software des VM100 erfolgt über USB im DFU-Modus (Device Firmware Upgrade). Dieses Verfahren erlaubt die vollständige Neupro- grammierung aus jedem Zustand. Voraussetzung dafür ist die Installation des Programms STM32CubeProgrammer auf Ihrem PC. Das Programm steht zum Herunterladen auf unserer Webseite https://mmf.de/produkt/vm100a...
  • Seite 102 Bild 142: STM32CubeProgrammer mit geladener Firmwaredatei Wählen Sie den Reiter „Open file“ und laden Sie die Datei vm100.hex (Bild 142). Nun versetzen Sie das VM100 in den Update-Modus. Dazu schalten Sie das Gerät aus. Schrauben Sie die Abdeckung der Update-Schnittstelle ab (Bild 144) und schließen Sie ein USB-Kabel an, das Sie mit einem PC verbinden (Bild 143)
  • Seite 103 Update-Programm als Port „USB1“ (Bild 147). Zur Verbindung klicken Sie auf starten Sie die Übertragung der Firmware auf das VM100. Bild 148 zeigt den Ab- schluss der erfolgreichen Übertragung. Danach kön- Bild 147: DFU-Verbindung nen Sie das USB-Kabel abstecken und das Gerät...
  • Seite 104 Bild 148: Ende des Firmwareupdates...
  • Seite 105: Fehlerursachen

    9. Fehlerursachen Dateien werden nicht oder fehlerhaft ge- Daten der SD-Karte sichern, SD-Karte speichert. entnehmen und im PC neu formatieren oder Fehlerüberprüfung durchführen. Die Messwerte sind störbehaftet. Für empfindliche Messungen sollte das USB-Kabel abgesteckt werden. Im Modus Amplitude/Zeit wird keine In den gemeinsamen Einstellungen für Drehzahl angezeigt, obwohl ein Dreh- die Kanäle 1 bis 9 (Taste „ALL“) muss...
  • Seite 106: Technische Daten

    / 160 Hz am Eingang) Messmodule Amplitude/Zeit VM100-AMP (vorinstalliert) Frequenzanalyse VM100-FFT (vorinstalliert) Amplitude/Drehzahl VM100-RPM (Option) Maschinenschwingung VM100-MAC (Option) Hüllkurvenanalyse VM100-ENV (Option) Auswuchtung VM100-BAL (Option) Terzbandanalyse VM100-VC (Option) Hand-Arm VM100-HA (Option) Ganzkörper VM100-WB1 (Option) Ganzkörper-3 Sensoren VM100-WB3 (Option, nur für VM100A)
  • Seite 107 Kennwert-Messungen im Zeitbereich und Humanschwingung (VM100-AMP / VM100-HA / VM100-WB1 / VM100-WB3) Kanalzahl 1 bis 9 1 bis 3 Schwinggrößen Beschleunigung; Geschwindigkeit (<2 kHz); Weg (<300 Hz) Kennwerte Intervall-Effektivwert (unendlich), Effektivwert (1s), Spitzen- wert, Spitze-Spitze-Wert, Maximal-Spitzenwert, Scheitelfaktor, Hauptfrequenz, Wurzel der Quadratsumme aus 3 Kanälen...
  • Seite 108 Maschinenschwingung (VM100-MACH) Kanalzahl 1 (Wälzlager), 3 (Schwingstärke) Frequenzbereich für Beschleunigung 0,2 – 24000 Hz Wälzlagerschwingung Frequenzbereiche für Beschleunigung 0,2 - 2000 Hz Schwingstärke Geschwindigkeit 2 – 4000 Hz 2 – 300 Hz Messrouten Messpunktdefinition mit Ort, Maschine, Position und Kommentar; Erkennung mittels NFC-Tags...
  • Seite 109 Schwingstärke ISO 20816-3: Industriemaschinen >15 kW ISO 20816-5: Wasserkraft- und Pumpspeicheranlagen ISO 10816-7: Kreiselpumpen ISO 20816-8: Hubkolbenkompressoren ISO 20816-9: Getriebe ISO 14694: Industrieventilatoren Auswuchtung (VM100-BAL) Ebenenzahl 1 oder 2 Drehzahlbereich 100 bis 60000 min Winkelbestimmung Tachoeingang mit Reflex-Lichtschranke Modi...
  • Seite 110 -20 bis 60 °C; < 95 % Luftfeuchte; ohne Kondensation Schutzgrad IP65 Abmessungen 215 mm x 150 mm x 50 mm Masse 1,3 kg Lieferumfang Messgerät; USB-C-Kabel; USB-Ladegerät; Transportkoffer Optionales Zubehör Sensor-Adapterkabel 034-B711-BNCf: Binder auf BNC wbl.; 0,5 m Reflex-Lichtschranke VM100-LS mit 5 m Kabel und flexiblem Magnetstativ...
  • Seite 111: Konformitätserklärung

    Garantie Metra gewährt auf dieses Produkt eine Herstellergarantie von 24 Monaten. Die Garantiezeit beginnt mit dem Rechnungsdatum. Die Rechnung ist aufzubewahren und im Garantiefall vorzulegen. Die Garantiezeit endet nach Ablauf von 24 Monaten nach dem Kauf, unabhängig davon, ob bereits Garantieleistungen erbracht wurden. Durch die Garantie wird gewährleistet, dass das Gerät frei von Fabrikations- und Materialfehlern ist, die die Funktion entsprechend der Bedienungsanlei- tung beeinträchtigen.

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