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SRC30/EL Universelles Sicherheitsschaltgerät Produkteigenschaften: 3 unverzögerte Sicherheitskontakte 1 unverzögerter Meldekontakt Anschluss von: Not‐Halt‐Taster Mechanische Sicherheitsschalter Berührungslose Sicherheitsschalter Sicherheitsbauteile mit OSSD‐Ausgängen Ein‐ oder zweikanaliger Betrieb Rückführkreis zur Überwachung nachgeschalteter Schütze oder Erweiterungsmodule Zyklische Überwachung der Ausgangskontakte ...
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Version: Beschreibung: SRC30/EL Version 1 Erstausgabe Vorserie Rechtliche Hinweise: Sämtliche Inhalte dieser Gerätebeschreibung unterliegen den Nutzungs‐ und Urheberrechten der ...
1. Sicherheit und Verantwortung 1.1. Allgemeine Sicherheitshinweise Diese Beschreibung ist wesentlicher Bestandteil des Gerätes und enthält wichtige Hinweise bezüglich Installation, Funktion und Bedienung. Nichtbeachtung kann zur Beschädigung oder zur Beeinträchtigung der Sicherheit von Menschen und Anlagen führen! Bitte lesen Sie vor der ersten Inbetriebnahme des Geräts diese Beschreibung sorgfältig durch und beachten Sie alle Sicherheits‐ und Warnhinweise! Bewahren Sie diese Beschreibung für eine spätere Verwendung auf. Voraussetzung für die Verwendung dieser Gerätebeschreibung ist eine entsprechende Qualifikation des jeweiligen Personals. Das Gerät darf nur von einer geschulten Elektrofachkraft installiert, konfiguriert, in Betrieb genommen und gewartet werden. Haftungsausschluss: Der Hersteller haftet nicht für eventuelle Personen‐ oder Sachschäden, die durch unsachgemäße Installation, Inbetriebnahme, Bedienung und Wartung sowie aufgrund von menschlichen Fehlinterpretationen oder Fehlern innerhalb dieser Gerätebeschreibung auftreten. Zudem behält sich der Hersteller das Recht vor, jederzeit ‐ auch ohne vorherige Ankündigung ‐ technische Änderungen am Gerät oder an der Beschreibung vorzunehmen. Mögliche Abweichungen zwischen Gerät und Beschreibung sind deshalb nicht auszuschließen. Die Sicherheit der Anlage bzw. des Gesamtsystems, in welche(s) dieses Gerät integriert wird, obliegt der Verantwortung des Errichters der Anlage bzw. des Gesamtsystems. Es müssen während der Installation, beim Betrieb sowie bei Wartungsarbeiten sämtliche allgemeinen sowie länderspezifischen und anwendungsspezifischen Sicherheitsbestimmungen und Standards beachtet und befolgt werden. Wird das Gerät in Prozessen eingesetzt, bei denen ein eventuelles Versagen oder eine Fehlbedienung die Beschädigung der Anlage oder eine Verletzung von Personen zur Folge haben kann, dann müssen entsprechende Vorkehrungen zur sicheren Vermeidung solcher Folgen getroffen werden. 1.2. Bestimmungsgemäße Verwendung Dieses Gerät dient ausschließlich zur Verwendung in industriellen Maschinen und Anlagen. Hiervon abweichende Verwendungszwecke entsprechen nicht den Bestimmungen und ...
1.3. Installation Das Gerät darf nur in einer Umgebung installiert und betrieben werden, die dem zulässigen Temperaturbereich entspricht. Stellen Sie eine ausreichende Belüftung sicher und vermeiden Sie den direkten Kontakt des Gerätes mit heißen oder aggressiven Gasen oder Flüssigkeiten. Vor der Installation sowie vor Wartungsarbeiten an der Anlage ist die Einheit von sämtlichen Spannungsquellen zu trennen. Auch ist sicherzustellen, dass von einer Berührung der getrennten Spannungsquellen keinerlei Gefahr mehr ausgehen kann. Eingehende sowie ausgehende Leitungen für Kleinspannungen müssen durch eine doppelte bzw. verstärkte Isolation von gefährlichen, stromführenden Leitungen getrennt werden (SELV Kreise). Sämtliche Leitungen und deren Isolationen sind so zu wählen, dass sie dem vorgesehenen Spannungs‐ und Temperaturbereich entsprechen. Zudem sind sowohl die geräte‐, als auch länderspezifischen Standards einzuhalten, die in Aufbau, Form und Qualität für die Leitungen gelten. Angaben über zulässige Leitungsquerschnitte für die Schraubklemmverbindungen sind den technischen Daten zu entnehmen. Vor der Inbetriebnahme sind sämtliche Anschlüsse. bzw. Leitungen auf einen soliden Sitz in den Schraubklemmen zu überprüfen. Alle (auch unbelegte) Schraubklemmen müssen bis zum Anschlag nach rechts gedreht und somit sicher befestigt werden, damit sie sich bei Erschütterungen und Vibrationen nicht lösen können. Überspannungen an den Anschlüssen des Gerätes sind auf die Werte der Überspannungskategorie III zu begrenzen. 1.4. Störsicherheit Alle Anschlüsse sind gegen elektromagnetische Störungen geschützt. Es ist jedoch zu gewährleisten, dass am Einbauort des Gerätes möglichst geringe kapazitive oder induktive Störungen auf das Gerät und alle Anschlussleitungen einwirken. Hierzu sind folgende Maßnahmen notwendig: ...
1.5. Reinigungs‐, Pflege‐ und Wartungshinweise Zur Reinigung der Frontseite verwenden Sie bitte ausschließlich ein weiches, leicht angefeuchtetes Tuch. Für die Geräte‐Rückseite sind keinerlei Reinigungsarbeiten vorgesehen bzw. erforderlich. Eine außerplanmäßige Reinigung obliegt der Verantwortung des zuständigen Wartungspersonals, bzw. dem jeweiligen Monteur. Im regulären Betrieb sind für das Gerät keinerlei Wartungsmaßnahmen erforderlich. Bei unerwarteten Problemen, Fehlern oder Funktionsausfällen muss das Gerät an die motrona GmbH geschickt und dort überprüft sowie ggfs. repariert werden. Ein unbefugtes Öffnen und Instandsetzen kann zur Beeinträchtigung oder gar zum Ausfall der vom Gerät unterstützten Schutzmaßnahmen führen. 2. Allgemeines Das SRC30/EL ist ein universell einsetzbares Sicherheitsschaltgerät mit drei sicheren Relaiskontakten, zur sicherheitsgerichteten Überwachung von ein‐ oder zweikanaligen Signalgebern. Das SRC30/EL wurde speziell für den Einsatz als Sicherheitsbauteil in Aufzügen gemäß EN 81‐20 und EN 81‐50 konzipiert und durch den TÜV‐Rheinland zertifiziert. Weitere Einsatzgebiete des SRC30/EL sind die ein‐ oder zweikanalige Not‐Halt‐Schaltung und die Schutzgitter‐Überwachung an Maschinen und Anlagen gemäß EN ISO 13849‐1, EN IEC 62061 und EN 61508. 3. Funktion Das Sicherheitsschaltgerät SRC30/EL ist für die sichere Trennung von Sicherheits‐ stromkreisen nach EN 60204‐1 konzipiert und führt so die sicherheitsbezogene Stopp‐ Funktion bis PL e / SIL 3 nach EN ISO 13849‐1 / IEC 61508 aus. Ist der Not‐Halt‐Kreis (z.B. Schutztür oder Not‐Halt‐Taster) geschlossen, kann die Maschine über das SRC30/EL freigegeben werden. Mit Anforderung der Sicherheitsfunktion über den Not‐Halt‐Kreis (z.B. Schutztür geöffnet) werden die Freigabestrompfade des SRC30/EL umgehend geöffnet und schalten so die Maschine sicher ab. Durch den redundanten Einsatz zwangsgeführter Relais ist gewährleistet, dass ein einzelner Fehler innerhalb des Gerätes nicht zum Verlust der Sicherheitsfunktion führt und dieser durch zyklische Selbstüberwachung bei der nächsten Anforderung der Sicherheitsfunktion erkannt wird. Das SRC30/EL kann zusätzlich als zertifiziertes Sicherheitsbauteil in Aufzügen gemäß ...
4. Montage Das Gerät ist gemäß EN 60204‐1 für den Einbau in Schaltschränken mit der Mindestschutzart IP54 vorgesehen. Folgendes ist hierbei zu beachten: Montage erfolgt auf 35 mm Tragschiene nach EN 60715 Im Schaltschrank für ausreichende Wärmeabfuhr sorgen Einzuhaltender Mindestabstand zu Nachbargeräten gemäß Summenstromgrenzkurve Abb. 3 Montage / Demontage ...
5. Sicherheitshinweise Die Installation und Inbetriebnahme des Gerätes darf nur durch ausgebildetes Fachpersonal, welches die Betriebsanleitung gelesen und verstanden hat, erfolgen. Bei der Installation des Gerätes sind die länderspezifischen Vorschriften zu beachten. Der elektrische Anschluss des Gerätes darf nur in spannungsfreiem Zustand durchgeführt werden. Die Verdrahtung des Gerätes muss den Anweisungen dieser Betriebsanleitung entsprechen, ansonsten besteht die Gefahr, dass die Sicherheitsfunktion verloren geht. Berührungsschutz sowie Isolation der Zuleitungen sind für die höchste am Gerät anliegende Spannung auszulegen. Das Öffnen des Gerätes, jegliche Manipulationen am Gerät und das Umgehen der Sicherheitseinrichtungen sind unzulässig. Alle relevanten Sicherheitsvorschriften und Normen sind zu beachten. Das Gesamtkonzept der Steuerung, in die das Gerät eingebunden ist, ist vom Benutzer zu validieren. Nichtbeachtung der Sicherheitsvorschriften kann Tod, schwere Verletzungen und hohe Sachschäden verursachen. Die Geräteversion (siehe Typenschild „Version“) ist zu hinterlegen und vor jeder Inbetriebnahme zu überprüfen. Bei einer Versionsänderung ist der Einsatz des Gerätes in der ...
6. Elektrischer Anschluss Es ist ein Sicherheitstrafo nach EN 61558‐2‐6 oder ein Netzteil mit galvanischer Trennung zum Netz vorzuschalten. Beachten Sie die im Abschnitt „Techn. Daten“ aufgeführten Angaben. Sollte das Gerät nach Inbetriebnahme keine Funktion zeigen, so ist es ungeöffnet an den Hersteller zurückzusenden. Bei Öffnen des Gerätes entfällt der Gewährleistungsanspruch. Der Meldekontakt 41‐42 darf nicht als Sicherheitskontakt verwendet werden. Ausreichende Schutzbeschaltung für induktive Lasten (z.B. Freilaufdiode) ist vorzusehen. A1 Spannungsversorgung A2 Spannungsversorgung S11 Steuerspannung S10 ...
7. Anwendungsmöglichkeiten 7.1. Not‐Halt‐Kreis Je nach Anwendung bzw. Ergebnis der Risikobeurteilung z.B. gemäß EN ISO 13849‐1 ist das Gerät entsprechend Abb. 5 bis Abb. 16 zu verdrahten Abb. 5: Zweikanalige Not‐Halt‐Schaltung mit Querschluss‐ und Masseschluss‐Überwachung (Kat. 4, bis PLe / SIL 3) ...
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Abb. 7: Einkanalige Not‐Halt‐Schaltung mit Masseschluss‐Überwachung (Kat. 1, bis PLc / SIL 1) Hinweis Abb.7: Nicht geeignet für Anwendungen in Aufzügen nach EN 81‐20. ...
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Abb. 9: Zweikanalige Not‐Halt‐Schaltung mit pnp‐Halbleiterausgängen /OSSD‐Ausgängen mit eigener Querschlusserkennung (Kat. 4, bis PLe / SIL 3) Voraussetzung Abb.9: Signalgeber erfüllt ebenfalls Kat. 4, PL e / SIL 3 ...
ACHTUNG: Verlust der funktionalen Sicherheit! Für die Anwendungen nach Abb. 9 und Abb. 10 ist folgendes zu beachten: Das Massepotential des Signalgebers / der Steuerung und des Sicherheitsrelais muss dasselbe sein. Es ist sicher zu stellen, dass evtl. vom Signalgeber gesendete Einschaltpulse (Helltest) nicht zum kurzzeitigen Ansprechen des Sicherheitsrelais führen und sollten somit grundsätzlich deaktiviert werden. 7.2. Startverhalten ...
8. Ablauf bei Inbetriebnahme Hinweis: Während der Inbetriebnahme sind die unter „Elektrischer Anschluss“ aufgeführten Punkte zu berücksichtigen 1. Not‐Halt‐Kreis verdrahten: Verdrahten Sie den Not‐Halt‐Kreis entsprechend des ermittelten erforderlichen Performance Levels (s. Abb. 5 bis 10). 2. Startkreis verdrahten: Verdrahten Sie den Startkreis entsprechend den Beispielen in Abb. 11 oder 12, um das Startverhalten einzustellen. Achtung: Bei der Einstellung „Automatischer Start“ ist zu beachten, dass die Sicherheitskontakte nach Anlegen der Versorgungsspannung sofort schalten. Bei der Einstellung „Überwachter manueller Start“ ist der Start‐ Taster nach der Verdrahtung zu öffnen. 3. Rückführkreis verdrahten: Falls Ihre Anwendung externe Schütze oder Erweiterungsmodule vorsieht, verbinden Sie diese entsprechend den Beispielen in Abb. 13 oder 14 mit dem Gerät. 4. Spannungsversorgung verdrahten: Schließen Sie die Versorgungsspannung an den Klemmen A1 und A2 an (siehe Abb. 15). Achtung: Verdrahtung nur im spannungsfreien Zustand. 5. Das Gerät starten: Schalten Sie die Betriebsspannung ein. Achtung: Ist das Startverhalten „Automatischer Start“ eingestellt, schließen die Sicherheitskontakte sofort. ...
9. Kontrolle und Wartung Wartungsarbeiten am Gerät selbst sind nicht erforderlich. Um jedoch eine einwandfreie und dauerhafte Funktion zu gewährleisten, sind regelmäßig folgende Kontrollen erforderlich: Prüfen der Schaltfunktion Prüfen auf Anzeichen von Manipulation und Umgehung der Sicherheitsfunktion Prüfen der sicheren Befestigung und der Anschlüsse Prüfen auf Verschmutzung Prüfen Sie die sichere Funktion der Schutzeinrichtung insbesondere: nach jeder Erstinbetriebnahme nach jedem Austausch einer Komponente nach jedem Fehler im Sicherheitskreis Gemäß CNB/M/11.050 wird eine Anforderung der Sicherheitsfunktion in folgenden Abständen empfohlen: Einmal pro Monat für Applikationen bis PLe mit Kat. 3 oder Kat. 4 bzw. SIL3 mit HFT = 1 Einmal pro Jahr für Applikationen bis PLd mit Kat.3 bzw. SIL2 mit HFT = 1 10. Was tun im Fehlerfall Gerät schaltet nicht ein: Prüfen Sie die Verdrahtung anhand der Anschlussbilder. Prüfen Sie den verwendeten Sicherheitsschalter auf korrekte Funktion bzw. Justierung. ...
11. Sicherheitskennwerte 11.1. Sicherheitskennwerte gemäß EN ISO 13849‐1 Last je Kontakt ≤ 1 A ≤ 2 A ≤ 3 A Gebrauchsdauer T [Jahre] 20 20 20 10d Kategorie 4 4 4 PL e e e PFHd [1/h] 1,2E‐08 1,2E‐08 1,2E‐08 nop [Zyklen pro Jahr] AC‐15 / DC‐13 ≤ 55.000 / ≤ 42.500 / ≤ 42.500 / ≤ 350.000 ≤ 100.000 ≤ 15.000 ...
12. Technische Daten Spannungsversorgung: Betriebsspannung: 24 VDC ± 10 % Leistungsaufnahme bei Nennspannung: 2,6 W Einschaltstrom A1: 5 A (ca. 250 µs) Filterzeit Ausschalttestpulse / (A1 / S12 / S14): Dunkel‐Test: max. 3 ms (Testpulsbreite) / 500 ms (Testpulsrate) Einschalttestpulse / Hell‐Test: max. 1 ms (Testpulsbreite) / 500 ms (Testpulsrate) Hinweis: Es ist sicher zu stellen, dass evtl. vom Signalgeber gesendete Einschaltpulse (Helltest) nicht zum kurzzeitigen Ansprechen des Sicherheitsrelais führen und sollten somit grundsätzlich deaktiviert werden. Kontaktausführung: Anzahl Schließer: 3 (Sicherheitskontakte) Anzahl Öffner: 1 (Meldekontakt) Schaltspannung: Max. AC 250 V Schaltleistung: AC: 250 V, 2000 VA, 8 A ohmsche Last Sicherheitskontakte 250 V, 3 A für AC‐15 ...
Abb. 17: Summenstromgrenzkurven in Abhängig von der Umgebungstemperatur Links: SRC30/EL mit 5 mm Abstand zu Wärme erzeugenden Nachbargeräten gleicher Verlustleistung Rechts: SRC30/EL ohne Abstand zu Wärme erzeugenden Nachbargeräten gleicher Verlustleistung Nennspannung DC 24 V Überspannung bis zu DC 26,4 V Summenstrom: ∑ I ² = I ² + I ² + I ² (I , I , I...