1. Allgemeines
1.1. Vergleich von Startersystemen
Es gibt eine Vielzahl von Anwendungsbereichen, in denen
ein sanfter Anlauf des Motors sowie eine Begrenzung des
Anlaufstromes erforderlich ist, sodaß ein Direktanlauf von
Käfigläufermotoren nicht möglich ist. Normalerweise werden
in solchen Fällen Anlasser verwendet, mit denen die
Spannung beim Anlauf herabgesetzt werden kann. Die am
häufigsten verwendeten Anlasser sind Stern-Dreieck-
Anlasser, Auto-Transformatoranlasser, Anlasser mit
Rotorvorwiderständen und Teilwicklungs-Anlasser.
Die Verminderung der Anlaufspannung bringt eine
Reduzierung des Anlaufstroms mit sich, wodurch sich das
Anlaufdrehmoment ebenfalls verkleinert. Bei stufigen
Anlassern ergeben sich beim Umschalten von der einen auf
die andere Stufe immer Stromspitzen und
Drehmomentstöße, die die Arbeitsmaschine beschädigen
können. In der unten stehenden Tabelle werden die
gängigsten Startersysteme mit dem elektronischen Motor-
starter ASTAT verglichen.
D
Im allgemeinen gilt, dass sich bei allen Anlaufvorgängen mit
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verminderter Spannung das Drehmoment quadratisch mit
dem Strom in den Motorphasen reduziert. Da sich der Strom
linear mit der Spannung verringert, wird das Drehmoment
also quadratisch mit der Spannung pro Motorphase
reduziert.
Diese Betrachtung zeigt, dass auch beim elektronischen
Motorstarter, wie bei jedem anderen Anlassersystem mit
reduzierter Spannung während der Hochlaufphase, das
Anlaufdrehmoment entsprechend der eingestellten
Hochlauframpe verringert wird.
Prozentsatz des Anlauf-
stroms (in der Leitung)
für einen Direktstart
Prozentsatz des direkten
Anlaufdrehmoments
Anlaufstufen (1)
Verbindungen zum Motor
Leitungsüberlastung
(ungefähr)
Pause bei der Dreh-
momentänderung oder
beim Anlauf.
(1) Anlaufstufen bezeichnen abrupte Drehmomentänderungen während der Hochlaufphase.
Konventionelle Anlasser
Direkt- Auto-
Stator- Vor-
Starter transformator-
widerstände
Starter
100% 30, 40 oder 64% 58 - 70%
100% 30, 40 oder 64% 33 - 49%
1
4, 3 oder 2
3 oder 2
3
3
3
5 In
1,5 oder 2,1
3 - 3,5 In
oder 3,2 In
Nein
Nein
Nein
Der Vorteil besteht jedoch darin, dass die Hochlauframpe
entsprechend den Anforderungen der Maschine sehr einfach
gesteuert und somit ein Sanftanlauf realisiert werden kann.
Aus der Vergleichstabelle ist ersichtlich, dass das maximal
mit dem elektronischen Motorstarter erreichbare
Anlaufdrehmoment 90% des bei einem Direkt-Anlauf
erreichbaren Anlaufmomentes beträgt.
Geht man davon aus, dass das Anlauf-Drehmoment bei
Direktanlauf etwa das 1,5 bis 2,4 fache des Nenn-
Drehmomentes beträgt, so lässt sich daraus ableiten, dass
mit einem elektronischen Motorstarter Anlaufmomente
erreichbar sin, die etwas über dem Nenn-Drehmoment
liegen.
Damit eingnen sich elektronische Motorstarter vor allem für
den Einsatz in Pumpen, Lüftern, Förderbändern, etc., bei
denen ein Anlauf-Drehmoment von ca. 60% des
Nennmomentes normalerweise ausreichend ist.
In fast allen Fällen können bestehende Startersysteme, die
ein konventionelles Startersystem nutzen, mit dem
elektronischen Motorstarter ASTATplus betrieben werden.
Hinzu kommt neben den bereits genannten Vorteilen die
Möglichkeit der einfachen Einstellung von Anlaufstrom bzw.
Anlaufmoment, was bei konventionellen Systemen nur
begrenzt und mit Schwierigkeiten oder überhaupt nicht
möglich ist
Teil-
Stern-
wicklungs-
dreieck-
anlasser
Starter
65%
33%
48%
33%
2
2
6
6
3,25 In
1,65 In
Nein
Ja
ASTATplus
Soft-Starter
Abhängig von der
Einstellung, max. 90%
Abhängig von der
Einstellung, max. 90%
Kontinuierlich,
keine Stufen
3
Abhängig von der
Einstellung, max. 4-7 ln
Nein