Zusätzliche Informationen
12.8.5.4 Fehlerfall bei Verwendung des Forward
Im industriellen Umfeld werden in der Regel viele verschiedene Geräte unterschiedlicher Hersteller nebeneinan-
der genutzt. Technische Geräte können sich gegenseitig durch ungewollte elektrische oder elektromagnetische
Effekte störend beeinflussen. Unter Laborbedingungen können diese Situationen nur bis zu einem bestimmten
Punkt nachempfunden und abgesichert werden.
Für die Übertragung per X2X Link wurden Vorkehrungen getroffen, falls es zu derartigen Beeinflussungen kommen
sollte. Tritt beim Datentransfer z. B. eine unzulässige Prüfsumme auf, ignoriert das I/O-System die Daten dieses
Buszyklus und der Empfänger erhält die letzten gültigen Daten erneut. Bei den herkömmlichen (zyklischen) Da-
tenpunkten kann dieser Fehler oft ignoriert werden. Im darauffolgenden Zyklus wird der gleiche Datenpunkt wieder
abgerufen, angepasst und übertragen.
Bei der Flatstream-Kommunikation mit aktiviertem Forward ist die Situation komplexer. Auch hier erhält der Emp-
fänger ein weiteres mal die alten Daten, das heißt, die vorherigen Werte für SequenceAck/SequenceCounter und
die alte MTU.
Ausfall einer Bestätigung (SequenceAck)
Wenn durch den Ausfall ein SequenceAck-Wert verloren geht, wurde die MTU bereits korrekt übertragen. Aus
diesem Grund darf die nächste Sequenz vom Empfänger weiterverarbeitet werden. Der SequenceAck wird wie-
der an den mitgelieferten SequenceCounter angepasst und zum Absender zurückgeschickt. Für die Prüfung der
eingehenden Bestätigungen folgt daraus, dass alle Sequenzen bis zur zuletzt Bestätigten erfolgreich übertragen
sind (siehe Bild Sequenz 1, 2).
Ausfall einer Sendung (SequenceCounter, MTU)
Wenn durch den Ausfall eines Buszyklus der SequenceCounter-Wert bzw. die befüllte MTU verloren geht, kom-
men beim Empfänger keine Daten an. Zu diesem Zeitpunkt wirkt sich der Fehler noch nicht auf die Routine zum
Absenden aus. Die zeitgesteuerte MTU wird wieder freigegeben und kann neu beschrieben werden.
Der Empfänger erhält SequenceCounter-Werte, die mehrfach inkrementiert sind. Damit das Empfangsarray korrekt
zusammengestellt wird, darf der Empfänger nur Sendungen verarbeiten, die einen um eins erhöhten Sequence-
Counter besitzen. Die eintreffenden Sequenzen müssen ignoriert werden, das heißt, der Empfänger stoppt und
gibt keine neuen Bestätigungen zurück.
Wenn die maximale Anzahl an unbestätigten Sequenzen abgesendet wurde und keine Bestätigungen zurück kom-
men, muss der Sender die betroffenen SequenceCounter und die dazugehörigen MTUs wiederholen (siehe Bild
Sequenzen 3 und 4).
Sequenz 1
Schritt I
Sequenz 2
Sequenz 3
Sequenz 4
Buszyklus 1
Sequenz 1
Schritt I
Sequenz 2
Sequenz 3
Sequenz 4
Buszyklus 1
Ausfall der Bestätigung
Bei Sequenz 1 ging aufgrund der Störung die Bestätigung verloren. Im Schritt V der Sequenz 2 werden deshalb
die Sequenzen 1 und 2 bestätigt.
Ausfall einer Sendung
Bei Sequenz 3 ging aufgrund der Störung die gesamte Sendung verloren. Der Empfänger stoppt und gibt keine
Bestätigungen mehr zurück.
Der Sender sendet zunächst weiter, bis er die max. erlaubte Anzahl an unbestätigten Sendungen abgesetzt hat.
Je nach Konfiguration beginnt er frühestens 5 Buszyklen später, die vergeblich abgesendeten Sendungen zu
wiederholen.
258
Schritt II
Schritt III
Schritt IV
Schritt I
Schritt II
Schritt III
Schritt I
Schritt II
Schritt I
Buszyklus 2
Buszyklus 3
Buszyklus 4
Schritt II
Schritt III
Schritt I
Schritt II
Schritt III
Schritt I
Schritt II
Schritt I
Buszyklus 2
Buszyklus 3
EMC
Abbildung 53: Auswirkung eines ausgefallenen Buszyklus
Schritt V
Schritt IV
Schritt V
Schritt III
Schritt IV
Schritt V
Schritt II
Schritt III
Schritt IV
Buszyklus 5
Buszyklus 6
Buszyklus 7
Schritt IV
Schritt V
Schritt II
Buszyklus 5
Buszyklus 6
Buszyklus 7
Schritt V
Buszyklus 8
Buszyklus 9
Buszyklus 10
Schritt I
Schritt II
Schritt III
Schritt I
Schritt II
Buszyklus 8
Buszyklus 9
Buszyklus 10
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