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M-Audio SPUTNIK Benutzerhandbuch Seite 8

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Der Einsatz eines Röhrenvorverstärkers brachte uns
auf den richtigen Weg hin zu unserer Vision einer
nahtlos akkuraten Wiedergabe. Vielleicht wundert
es den Einen oder Anderen, warum wir auf einen
Röhrenverstärker gesetzt haben und nicht auf einen
Halbleiterverstärker. Es ist allgemein bekannt, dass
Röhren einen "warmen" Sound liefern ihm eine
bestimmte Klangfarbe geben. Beeinträchtigt diese
Färbung etwa nicht die Genauigkeit des gewandelten
Signals in einem Mikrofon? Anders gefragt: Wenn wir
eine akustische Schallquelle so genau und präzise
wie möglich erfassen möchten, warum setzen wir
dann eine Röhre ein?
Diese Frage drängt sich auf, wenn man bei
Röhren lediglich an Gitarrenverstärker denkt. In
Gitarrenverstärkern verändern Röhrenschaltungen
den Klang, indem sie ihn "fetter" machen, und
das hängt damit zusammen wie Röhren auf
Übersteuerung reagieren. Allerdings kann eine gut
durchdachte Röhrenschaltung deutliche Vorteile
gegenüber einer Halbleiterschaltung (und sogar
gegenüber FET-Schaltungen) aufweisen, insbesondere
für Kondensatormikrofone, die absolut sauber und
klanglich transparent arbeiten sollen.
Zum Beispiel wird durch die extrem hohe
Eingangsimpedanz
einer
Ausgabesignal nur unwesentlich verringert. Außerdem
gibt es einige grundlegende Unterschiede zwischen
den
physikalischen
Eigenschaften
Röhren und den Schaltungen und Komponenten
der verschiedenen Röhrentypen. Lineare Röhren
verzerren weniger als bipolare Transistoren oder
FET und das Produkt der Verzerrung ist vorrangig
niedriger Ordnung, die Röhren klingen also wesentlich
"musikalischer". Während Röhren Spitzen eigentlich
nicht viel weicher clippen als Transistoren, neigt die
für den ordentlichen Halbleiterbetrieb benötigte
negative Rückkopplung zu "eckigem" Clipping, was
wiederum zu hohen Frequenzen (und Frequenzen
ungerader Ordnung) führt.
Halbleitergeräten entstehende Rückkopplung hat
also eine schlechtere Handhabe der Übersteuerung
zur Folge und kann auf Grund von Clipping oder
der Begrenzung der Slew-Rate in der Rückkopplung
zu transienter Intermodulationsverzerrung (TIM)
führen. (Wenn Transistoren - in einer diskreten
Schaltung
oder
einem
übersteuern, kommen besonders die dritten und
fünften Harmonischen als Verzerrungsprodukt zur
Geltung. Diese Harmonischen liefern einen Sound,
den Musiker mitunter mit "gedeckt" oder "gestoppt"
Röhre
das
Kapsel-
verwendeter
Die in den meisten
Operationsverstärker)
beschreiben, und jedenfalls als nicht angenehm. Das
Hauptverzerrungsprodukt bei Röhren ist die zweite
Harmonische und die vierte und sechste treten mit
kleineren Amplituden auf. Musikalisch befindet sich
die zweite Harmonische eine Oktave über dem
Grundton und ist praktisch nicht zu hören, aber
sie lässt den Sound voller erscheinen. Die beiden
anderen Harmonischen gerader Ordnung ergeben
einen "singenden" oder "Chor"-Sound.) Da Röhren
in der Regel sehr linear arbeiten und nur sehr geringe
Rückkopplung erfahren (wenn überhaupt), kann man
sie stärker belasten ohne dass sie hörbar verzerren.
Das weiche Clipping der Röhren kann also auch
den scheinbaren Dynamikumfang des Mikrofons
erweitern, und das ist besonders reizvoll, wenn Sie
Gesang aufnehmen, bei dem die Stimme mitunter
extrem laut oder leise eingesetzt wird.
Zurück zu der Genauigkeit unseres Mikrofons:
Unsere Kaskode-Schaltung (siehe weiter oben)
nutzt sämtliche positive Eigenschaften der Röhre
um eine Aufnahme zu gestatten, die naturgetreuer
und realistischer ist als dies mit "entsprechenden"
Mikrofonen auf Halbleiterbasis möglich ist.
Röhrenschaltung
eignet
größeren Dynamikumfangs (wegen der höheren
Betriebsspannungen), der größeren Toleranz für
Spannungsspitzen und der feinen Übersteuerungs
charakteristik sowie des weiteren Frequenzgangs
(wegen des größeren Gain-Bandbreiteprodukts)
ideal für den Einsatz in einem Studiomikrofon der
Spitzenklasse. Das ist der Sound, den Sie in so vielen
klassischen, extrem sauber klingenden Aufnahmen
gehört haben und das ist der Sound, den Sie mit dem
Sputnik erhalten.
Benutzerhandbuch
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