Hiermit soll verdeutlicht werden, dass der Noten-Editor
die zugrunde liegenden MIDI-Daten gewissermaßen »in-
terpretiert«. Diese Interpretation ist dynamisch, d.h., sie
wird immer dann aktualisiert, wenn sich die zugrunde lie-
genden Daten (die MIDI-Noten) oder die »Spielregeln«
(die Einstellungen im Noten-Editor) ändern.
Anzeigequantisierung
Angenommen Sie haben im Projekt-Fenster eine Figur
aus staccato gespielten Achteln aufgenommen. Im Noten-
Editor sehen Sie zunächst Folgendes:
Dies ist wohl kaum das, was Sie eigentlich wollten. Beim
Timing fällt auf, dass Sie öfter mal »danebengelegen« ha-
ben (die dritte, vierte und die letzte Note kamen anschei-
nend jeweils eine 32stel-Note zu spät). Sie könnten jetzt
natürlich diesen Teil quantisieren, dann würde die Passage
aber eventuell zu »steif« klingen und nicht mehr zum Rest
passen. Um dieses immer wieder auftretende Problem zu
lösen, stellt Ihnen der Noten-Editor die Anzeigequantisie-
rungsfunktion zur Verfügung.
Mit der Anzeigequantisierung werden dem Programm die
folgenden Informationen übermittelt:
• Die Genauigkeit, mit der der Noten-Editor die Notenpo-
sitionen darstellen soll.
• Der Wert der kleinsten Note (Notenlänge), die noch in
der Partitur dargestellt werden soll.
In diesem Beispiel scheint die Anzeigequantisierung auf
32stel Noten (oder einen kleineren Notenwert) eingestellt
zu sein.
Die Anzeigequantisierung ist im folgenden Beispiel auf
Sechzehntelnoten eingestellt:
Anzeigequantisierung mit Sechzehntelnoten
Jetzt sieht das Timing schon richtig aus, aber die Darstel-
lung der Noten lässt immer noch zu wünschen übrig. Aus
der Sicht des Computers haben Sie Sechzehntelnoten
gespielt, deshalb werden so viele Pausen angezeigt. So
haben Sie es jedoch gar nicht gemeint. Sie möchten zwar
erreichen, dass kurze Noten wiedergegeben werden, da
es sich um einen Staccato-Teil handelt, aber die Noten
sollen anders dargestellt werden. In diesem Fall sollte die
Anzeigequantisierung auf Achtelnoten eingestellt werden:
Anzeigequantisierung mit Achtelnoten
Nun werden die gewünschten Achtelnoten angezeigt. Jetzt
müssen nur noch Staccato-Spielanweisungen eingefügt
werden. Mit dem Stift-Werkzeug erfordert das nicht mehr
als einen Mausklick (siehe das Kapitel
bolen«
der VST-Expression-Funktionen entsprechende Artikulati-
onszeichen einfügen (siehe das Kapitel
auf
Seite
Was ist passiert? Durch das Ändern des Notenwerts für
die Anzeigequantisierung auf Achtel haben Sie dem Pro-
gramm die folgende Anweisung gegeben: »Alle Noten so
darstellen, als würden sie genau auf den Achtelpositionen
liegen, ganz gleich, wo sie sich eigentlich befinden« und
»Keine Note kürzer als eine Achtel darstellen, egal, wie
kurz sie in Wirklichkeit ist«. Beachten Sie dabei, dass es
um die Darstellung geht – was zu einer der wichtigsten
Aussagen in diesem Kapitel führt:
Durch das Einstellen der Anzeigequantisierung wer-
!
den die eigentlichen MIDI-Noten nicht verändert, wie
dies bei den anderen Quantisierungsfunktionen der
Fall ist. Diese Funktion verändert ausschließlich die
Darstellung von Noten im Noten-Editor (und wirklich
nur dort).
Sorgfältige Auswahl des
Anzeigequantisierungswerts
Wie bereits beschrieben, wird durch den Notenwert der
Anzeigequantisierung der kleinste Notenwert festgelegt,
der noch dargestellt werden soll. In der folgenden Abbil-
dung sehen Sie, was geschieht, wenn dieser Wert auf
Viertelnoten eingestellt wird.
Anzeigequantisierung mit Viertelnoten
549
Die Funktionsweise des Noten-Editors
auf
Seite
623). Alternativ können Sie auch mit Hilfe
417).
»Arbeiten mit Sym-
»VST Expression«