Verwenden von Gruppenkanälen für Insert-
Effekte
Gruppenkanäle verfügen wie alle anderen Kanäle über acht
Insert-Effektschnittstellen. Dies ist nützlich, wenn Sie meh-
rere Audiospuren mit demselben Effekt bearbeiten möch-
ten (z.B. für mehrere Gesangsspuren, die alle mit einem
Kompressor-Effekt bearbeitet werden sollen).
Ein weiteres Anwendungsbeispiel für Gruppenkanäle und
Effekte ist Folgendes:
Wenn Sie eine Mono-Audiospur haben und auf dieser ei-
nen Stereo-Insert-Effekt verwenden möchten (z.B. einen
Stereo-Chorus oder einen AutoPanner), können Sie den
Effekt nicht wie gewohnt hinzufügen. Das liegt daran, dass
Sie mit einer Mono-Audiospur arbeiten und der Insert-Ef-
fekt in diesem Fall auch in mono ausgegeben wird – die
Stereo-Information des Effekts geht also verloren.
In diesem Fall können Sie einen Effektsend von der Mono-
spur an eine Stereo-Effektkanalspur weiterleiten, den
Schalter »Pre Fader« für den Send einschalten und den
Sendpegel-Regler für die Mono-Audiospur vollständig he-
runterregeln. Das Zusammenmischen der Spur ist dann
jedoch etwas mühsam, da Sie den Sendpegel-Regler
hierfür nicht verwenden können.
Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit.
1. Erstellen Sie eine Stereo-Gruppenkanalspur und leiten
Sie diese an den gewünschten Ausgangsbus weiter.
2. Fügen Sie den gewünschten Effekt als Insert-Effekt
zum Gruppenkanal hinzu.
3. Leiten Sie die Mono-Audiospur an den Gruppenkanal.
Das Signal der Mono-Audiospur wird nun direkt an die
Gruppenspur weitergeleitet und durchläuft den Insert-Ef-
fekt in stereo.
»Einfrieren« (Festsetzen) von Insert-Effekten
für eine Spur
Effekt-PlugIns benötigen in manchen Fällen sehr viel Pro-
zessorleistung. Wenn Sie eine große Anzahl Insert-Effekte
für eine Spur verwenden, kann es dazu kommen, dass Ihr
Computer diese Spur nicht mehr richtig wiedergeben kann
(im Fenster »VST-Leistung« leuchtet die CPU-Überlas-
tungsanzeige auf, Störgeräusche treten auf usw.).
Um dies zu verhindern, können Sie die Spur einfrieren (in
eine Datei speichern), indem Sie im Inspector auf den Ein-
frieren-Schalter klicken.
• Der Dialog »Kanal einfrieren – Optionen« wird geöffnet, in
dem Sie eine Ausklingzeit in Sekunden einstellen können.
Die Ausklingzeit fügt am Ende der berechneten Datei noch Zeit hinzu, so
dass z.B. Nachhall- und Verzögerungseffekte voll ausklingen können.
• Das Programm »rendert« dann die Ausgabe der Spur
zusammen mit allen Pre-Fader-Inserts in eine Audiodatei.
Diese Datei wird im Freeze-Ordner gespeichert (unter Windows im Pro-
jektordner, auf dem Mac unter »/Users/Documents/«).
• Die eingefrorene Spur kann im Projekt-Fenster nicht
mehr bearbeitet werden.
Ebenso können die eingefrorenen Insert-Effekte nicht bearbeitet oder
entfernt werden und Sie haben auch nicht die Möglichkeit, neue Insert-
Effekte zu der Spur hinzuzufügen (bis auf Post-Fader-Effekte).
• Bei der Wiedergabe wird die gerenderte Audiodatei
wiedergegeben. Sie können immer noch Pegel und Pano-
rama im Mixer einstellen, EQ-Einstellungen vornehmen
und die Sends anpassen.
Im Mixer wird der Kanalzug für eine eingefrorene Spur durch ein Eiskristall-
Symbol auf dem Griff des Lautstärkereglers angezeigt.
Wenn Sie eine Spur einfrieren, hören Sie nachher keine
Unterschiede bei der Wiedergabe, die Insert-Effekte müs-
sen jedoch nicht mehr in Echtzeit berechnet werden, so
dass der Prozessor erheblich entlastet wird. Sie sollten
eine Spur erst dann einfrieren, wenn sie fertiggestellt ist
und Sie sie nicht mehr bearbeiten müssen.
• Sie können nur Audiospuren auf diese Weise einfrieren,
keine Gruppen- oder Effektkanäle.
• Die letzten beiden Insert-Effekte werden vom Einfrier-
vorgang ausgeschlossen, da sie im Signalfluss nicht vor,
sondern hinter dem Lautstärkeregler (Post-Fader) ange-
ordnet sind.
• Sie können auch VST-Instrumente und deren Insert-Ef-
fekte einfrieren, siehe das Kapitel
Instrumentenspuren«
175
Audioeffekte
»VST-Instrumente und
auf
Seite
189.