Einleitung
Mit Cubase erhalten Sie eine Reihe von VST-PlugIns. In
diesem Kapitel erfahren Sie, wie Sie Effekt-PlugIns installie-
ren, zuweisen und verwalten. Die Effekte und ihre Parame-
ter werden im separaten PDF-Dokument »PlugIn-Referenz«
beschrieben.
In diesem Kapitel werden Audioeffekte beschrieben,
!
d.h. Effekte zur Bearbeitung von Audio-, Gruppen-,
VST-Instrument- und ReWire-Kanälen.
Übersicht
In Cubase haben Sie folgende Möglichkeiten, Audioeffekte
zu verwenden:
• Als Insert-Effekte
Insert-Effekte werden in den Signalpfad eines Audiokanals eingefügt, d.h.,
das gesamte Signal aus dem Kanal wird durch den Effekt geleitet. Deshalb
sind Inserts für Effekte geeignet, bei denen das Effektsignal nicht mit dem
Originalsignal (dem Dry-Signal) gemischt wird, also z.B. für Verzerrer, Filter
oder andere Effekte, die die Tonalität oder die Dynamik des Klangs verän-
dern. Es stehen Ihnen bis zu acht verschiedene Insert-Effekte pro Kanal zur
Verfügung (dasselbe gilt für Eingangsbusse (nur Cubase) und Ausgangs-
busse, zum Aufnehmen mit Effekten bzw. »Mastereffekten«).
• Als Send-Effekte
Jeder Audiokanal verfügt über acht Sends, die je an einen Effekt (bzw. eine
Reihe von Effekten) geleitet werden können. Das Verwenden von Send-Ef-
fekten ist aus zwei Gründen praktisch: Sie können das Mischungsverhält-
nis zwischen Originalsignal (»Dry«) und Effektsignal (»Wet«) über die
Effektsends einzeln für jeden Kanal anpassen und denselben Effekt für
mehrere Audiokanäle verwenden. In Cubase werden Send-Effekte über
die Effektkanalspuren bearbeitet.
• Durch Verwenden von Offline-Bearbeitung (nur Cubase)
Sie können Effekte direkt auf einzelne Audio-Events anwenden (siehe das
Kapitel
»Audiobearbeitung und Audiofunktionen«
auf
Seite
227).
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Audioeffekte
VST 3
Der neue VST3-PlugIn-Standard bietet eine Reihe von
Verbesserungen gegenüber dem bisherigen VST2-Stan-
dard, ist aber kompatibel mit diesem, so dass Sie auch
weiterhin Ihre alten VST-Effekte und -Presets verwenden
können.
Im Programm können Sie »ältere« VST-Effekte leicht erken-
nen:
Ein Effekt, der mit einer
früheren VST-Version
kompatibel ist
In Cubase können Sie PlugIns verwenden, die ursprünglich
für ein anderes Betriebssystem entwickelt wurden: Sie kön-
nen z.B. 32-Bit-PlugIns unter Windows Vista 64 Bit ver-
wenden oder Mac-PPC-PlugIns auf Mac Intel-Systemen.
Da z.B. die Verwendung von 32-Bit-PlugIns auf 64-Bit-
Computern die Performance beeinflusst, wird dies in den
Menüs besonders hervorgehoben.
Beachten Sie, dass diese Funktionalität zur Verfügung
gestellt wird, damit Sie auf Ihren neueren Rechnern noch
Ihre älteren Projekte mit den darin verwendeten PlugIns la-
den können. Die PlugIns benötigen jedoch verglichen mit
ihrem ursprünglichen Betriebssystem mehr CPU-Leistung.
Daher sollten Sie 64-Bit- oder Mac Intel-PlugIns (Universal
Binary) verwenden, sobald diese verfügbar sind.
VST-Preset-Verwaltung
Aus Benutzersicht stellt die Preset-Verwaltung die größte
Veränderung von VST2 nach VST3 dar. Die neuen VST3-
Presets (Dateinamenerweiterung »*.vstpreset«) ersetzen die
bisherigen fxb/fxp-Dateien. Sie können den VST3-Presets
zur einfacheren Suche Attribute zuweisen und sie vorhören,
bevor Sie sie im Projekt verwenden. Mit dem Programm
wird eine große Anzahl Effekt-Presets mitgeliefert. Wenn
Sie alte VST 2.x-PlugIns haben, können Sie diese wie bis-
her weiterverwenden oder deren Programme ebenfalls als
VST3-Preset speichern, so dass Ihnen die Preset-Verwal-
tung zur Verfügung steht. Weitere Informationen hierzu fin-
den Sie unter
»Effekt-Presets«
Ein VST-3-Effekt
auf
Seite
183.